Fettreduzierte Diäten

Lightprodukte machen nicht schlank

Laut neusten Erkenntnissen der EPIC-Studie hilft im Kampf gegen Übergewicht vor allem ein aktiver Alltag. Lightprodukte, die eine fettarme Ernährung unterstützen sollen, sind dabei nicht besonders hilfreich. Auch besteht laut Studie kein klarer Zusammenhang zwischen konsumierter Fettmenge und Übergewicht gibt.

Bislang genoss Fett den denkbar schlechtesten Ruf. Ärzte und Ernährungsberater schrieben sich den Kampf gegen das Übergewicht auf die Fahnen und waren sich einig, den Verursacher allen Übels gefunden zu haben. Entsprechend lautete ihre Empfehlung, den Dickmacher Fett weitestgehend vom täglichen Speiseplan zu verbannen. Die Nahrungsmittelindustrie reagierte prompt und überschwemmte den Mark mit fettreduzierten Lightprodukten. Trotz vermeintlich schlanker Nahrungsalternativen sind die Deutschen dennoch so dick wie nie zuvor.

Den Ursachen für dieses paradoxe Phänomen ist nun die EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) auf die Schliche gekommen. Die Studie beleuchtet seit 17 Jahren die Auswirkungen unserer Ernährung auf die Krebsentstehung. Im Zuge einer aktuellen Untersuchung wertete sie Daten von etwa 90.000 Patienten aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, England und Dänemark aus.

Das überraschende Ergebnis: Es gibt keinen klaren Zusammenhang zwischen konsumierter Fettmenge und Übergewicht gibt. Auch die Art des Fettes scheint keinen Einfluss auf unser Körpergewicht zu haben. Die Forscher schlussfolgern daraus, dass fettreduzierte Diäten nicht der Schlüssel zu einer schlankeren Linie sind. Viel wichtiger sei es, der um sich greifenden Bewegungsarmut ein Ende zu bereiten. Der europäische Vergleich hatte klar ergeben, dass der Anteil der Übergewichtigen mit dem Ausmaß der Bewegungsarmut zunimmt und umgekehrt. Wer abnehmen will, muss mehr Kalorien verbrauchen, als er zu sich nimmt. Es geht laut den Forschern also nicht darum, eine Nährstoffgruppe zu meiden, sondern eher um die Qualität der Ernährung. Fett sollte in jedem Fall weiterhin auf dem Speiseplan stehen, denn es erfüllt nicht nur wichtige Aufgaben in unserem Körper sondern ist außerdem ein wichtiger Geschmacksträger.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2010
Quellen: Nach Informationen der Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.

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