Ernährung

Eiweißmolekül fördert Übergewicht

Forscher haben in Versuchen mit Mäusen ein Eiweißmolekül identifiziert, das die Fettspeicherung ankurbelt und dem Abbau von Lipiden entgegenwirkt.

Das Wissenschaftlerteam um Annette Schürmann vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) konnte bei Versuchen mit Mäusen beobachten, wie das Protein ARFRP1 genau arbeitet. Es sorgt dafür, dass die mit der Nahrung aufgenommenen Lipide in Form großer Fetttröpfchen gespeichert werden und verhindert außerdem den Abbau von Lipiden. Die neuen Erkenntnisse helfen dabei, besser zu verstehen, wie genau unser Körper die Fettspeicherung reguliert. Die Studienergebnisse sind in der Fachzeitschrift Molecular and Cellular Biology erschienen.

Um zu ergründen, welche molekularen Mechanismen der Fettspeicherung zugrunde liegen, benutzten die Forscher unter anderem ein Mausmodell. Dabei handelt es sich um Tiere, bei denen im Vorfeld der Versuche das Eiweißmolekül ARFRP1 entfernt wurde. Die Nager ohne das Protein speicherten die Lipide kaum im Fettgewebe und zeigten nur winzige Fetttröpfchen in den entsprechenden Fettzellen. Außerdem war bei ihnen ein bestimmtes fettabbauendes Enzym besonders aktiv. Das Fehlen des Proteins brachte es jedoch auch mit sich, dass die Tiere Lipide in anderen Geweben wie etwa der Leber einlagerten. Dies wiederum kann eine Insulinresistenz und damit die Entstehung von Typ-2-Diabetes begünstigen.

Angela Hommel, Erstautorin der Studie, erläutert: "Aufgrund unserer Daten gehen wir davon aus, dass das identifizierte Protein gleichzeitig zwei Prozesse reguliert. Einerseits fördert es die Fusion kleiner Fettpartikel zu größeren Fetttropfen. Andererseits hemmt es den enzymatischen Fettabbau.“ Die Forscher vermuten, dass ihre Ergebnisse in absehbarer Zukunft nicht zur Entwicklung einer medikamentösen Behandlung von Übergewicht beitragen können. Der Grund: Das Protein spielt eine wesentliche Rolle in Organen wie der Leber, dem Gehirn und den Nieren und kann deswegen nicht ohne Weiteres unterdrückt werden. Allerdings könnte das entwickelte Mausmodell dabei behilflich sein, die molekularen Ursachen einer verminderten Insulinwirkung aufzuklären.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 10. März 2010
Quellen: Nach Informationen des Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

Fragen zum Thema

Aktuelle Top-Themen

So gelingt gesunder Grillgenuss
Kulinarische Sommerfreuden

So gelingt gesunder Grillgenuss

Auf den Rost kann neben Würstchen, Grillkäse und Gemüse sogar Obst. Worauf Sie achten sollten mehr...

Mehr Laufen für ein längeres Leben
Bewegung und Sterberisiko

Mehr Laufen für ein längeres Leben

Schon wer täglich 1700 Schritte geht, verlängert sein Leben mehr...

Wie Sie sich glutenfrei ernähren
Allergie gegen Klebereiweiß

Wie Sie sich glutenfrei ernähren

Welt-Zöliakie-Tag: Wie Sie der Glutenunverträglichkeit mit einer Ernährungsumstellung beikommen mehr...

Blasses Gemüse: Weiß, aber oho
Kartoffeln, Kohl, Knoblauch

Blasses Gemüse: Weiß, aber oho

Die farbenfrohen Vitaminbomben nützen dem Körper, klar. Aber wer denkt schon an unscheinbare Kartoffeln, weiße Zwiebeln und Kohlrabi, wenn es um die Vorzüge pflanzlicher Nahrung für die Gesundheit geht? Dieses... mehr...

Weiterführende Artikel

Gefährlich: Masse statt Klasse bei Geflügel

Gefährlich: Masse statt Klasse bei Geflügel

Gefährliche Keime auf Hähnchenfleisch können schwere Erkrankungen auslösen. Durch gezielten Einkauf... mehr...

Latte macchiato und Co. sind Figurkiller

Latte macchiato und Co. sind Figurkiller

Kaffee war gestern - heute trinkt der moderne Mensch einen Latte macchiato, Moccacino oder Frappé... mehr...

Alkohol und Süßes oben auf der Fasten-Hitliste

Alkohol und Süßes oben auf der Fasten-Hitliste

Der Verzicht auf Alkohol und Süßes steht bei den Deutschen auch heuer hoch im Kurs. 44 Prozent... mehr...

Ostereier: Gesünder als gedacht

Ostereier: Gesünder als gedacht

Meistens sind sie bunt bemalt oder kunstvoll verziert: die Ostereier. Schon seit Jahrhunderten... mehr...

Ratgeber
  • RückenschmerzRückenschmerz

    Um Rückenschmerz erfolgreich zu kurieren, gibt es neue Therapien. Lesen Sie mehr dazu

  • HämorrhoidenHämorrhoiden

    Hämorrhoiden sind weder Schicksal noch entstehen sie durch schlechte Hygiene - erfahren Sie mehr

  • SchwangerschaftSchwangerschaft

    Auf unserem Schwesterportal finden Sie alles über Kinderwunsch, Schwanger- schaft, Geburt und Baby

Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere über 50 Gesundheitsexperten beantworten Ihre Medizin-Fragen.

mehr lesen...
Lifeline auf Twitter folgen

Lifeline-Fan auf Facebook werden

Zum Seitenanfang