Schlank bleiben

Was die Körperoberfläche bewirkt

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Healthy life
Getty Images/iStockphoto

Schlanke bleiben schlank, weil sie relativ zu ihrem Gewicht viel Wärme abstrahlen – bei Dicken ist es umgekehrt. Grund ist die Körperoberfläche.

 

Dicke klagen, sie nähmen schon beim Anblick einer Torte zu, Schlanke aber könnten essen wie Scheunendrescher. Da ist was dran: Denn Dünne verbrauchen bezogen aufs Gewicht mehr Kalorien, weil sie aufgrund ihrer Körperoberfläche mehr in Wärme umsetzen.

Das berichten Forscher aus Gießen: Schlanke Menschen haben eine verhältnismäßig viel ausgedehntere Körperoberfläche. Bei mageren Frauen ist sie pro Kilo Gewicht bis zur Hälfte größer als bei fülligen, bei Männern fallen die Unterschiede physiognomisch bedingt etwas geringer aus. Das hat zur Folge, dass korpulente Menschen, noch zusätzlich erschwert durch die isolierenden Fettpolster, relativ viel weniger Kalorien in Form von Wärme loswerden. Die Wärmeabgabe aber ist ein wichtiger Posten in der Energiebilanz, weil bis zu drei Viertel der verzehrten Nahrung in die Balance der Körpertemperatur investiert wird. So kommt es zu Effekten, die sich selbst verstärken: Schlanke behalten ohne große Mühe ihre Statur, Adipöse wiederum tun sich schwer mit einer zierlicheren Silhouette (Ernährungsumschau 2010; 4: 178).

Auf die Zusammenhänge von Gewicht und Körperoberfläche stießen Professor Elmar Schlich und seine Kollegen, als sie die 3-D-Scans von 188 Probanden auswerteten, die aus Reihenmessungen von 12 000 Menschen im Auftrag der Textilindustrie stammten (Sizegermany). Dabei wird der Körper in zwei Minuten mit rotem Laser abgetastet und aus der dreidimensionalen Punktwolke ein Avatar erstellt. Aus dieser virtuellen Gestalt lässt sich die spezifische Körperoberfläche (m2/kg) ermitteln. Je größer sie ist, umso mehr Wärme strahlt in die Umgebung ab.

Die Forscher plädieren dafür, die Körperoberfläche in den Kalorienbedarf und damit in Diätpläne einzubeziehen. Am BMI kritisieren sie, dass er außer mit dem Gewicht mit der Körperlänge errechnet wird. Eine genauere anthropometrische Kenngröße sei der AMI (Area Maß Index, kg/m2), weil er die tatsächliche Körperform berücksichtigt.

Autor: ars
Letzte Aktualisierung: 27. Mai 2010
Quellen: Nach Informationen der Ärzte Zeitung

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