Beruhigend, schlaffördernd, angstlösend
Die Passionsblume: im Team stärker
Die Volksmedizin kennt die beruhigende und ausgleichende Wirkung der Passionsblume seit Jahrhunderten.
In unserer hektischen und stressigen Zeit wecken die überlieferten Erfahrungen das Interesse der Wissenschaft, die mittlerweile einen der Wirkmechanismen der Passionsblume entschlüsseln konnte.
Passiflora incarnata, so ihr lateinischer Name, wirkt mit ihren Flavonoiden (unter anderem Maltol mit weißdornähnlicher, beruhigender, Herz-Kreislauf-unterstützender Wirkung), Cumarinderivaten und Spuren von ätherischem Öl vor allem mild und sanft beruhigend. Sie hilft beim Einschlafen und lindert Ängstlichkeit. Sie beeinflusst den wichtigen Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA), der überschießende Nervenimpulse hemmt und dämpfend auf Erregung und Nervosität einwirkt.
Antistressmittel: krampflösend, entspannend und Blutdruck senkend
Passiflora gilt auch als ausgleichendes Mittel bei stressbedingten Beschwerden im hektischen Berufs- und Schulalltag. Als „Antistressmittel“ ist sie vor allem ein gutes Tagessedativum, denn sie entspannt ohne zu ermüden.
Mit ihren krampflösenden Eigenschaften lindert sie motorische Unruhe und senkt erhöhte Herzfrequenz und Blutdruckwerte; deshalb wird sie als unterstützendes Mittel bei stressbedingtem Bluthochdruck zur Blutdrucksenkung verordnet.
Zusammen mit anderen Heilpflanzen ein Teamplayer
Allein eingesetzt ist sie ein wirklich mildes Mittel, doch in Verbindung mit anderen Arzneidrogen entfaltet sie sich zu einem richtigen „Teamplayer“ und verstärkt dann ihre Eigenschaften. Zubereitungen aus Passionsblumen werden heutzutage meistens in Kombination mit anderen Heilpflanzen angewendet, bevorzugt mit Baldrian, Hopfen, Melisse, mit Johanniskraut oder Weißdorn. In der Kombination ergänzen und unterstützen sich die Wirkstoffe und sind so ein besonders sinnvolles Therapeutikum.
Die Passionsblume verstärkt die Wirkung von Johanniskraut
Neuere Forschungen der Universität Freiburg zeigten, dass Passionsblume nicht nur beruhigende, schlaffördernde und angstlösende Eigenschaften hat, sondern auch die Wirksamkeit von Johanniskraut verstärkt, und zwar um den Faktor 10. Durch Zusatz der synergetisch wirkenden Passionsblume kann man darum die notwendige Johanniskrautmenge entsprechend reduzieren und damit auch klinisch relevante Wechselwirkungen, wie sie von hochdosierten Johanniskrautpräparaten mit anderen Medikamenten (zum Beispiel Verhütungsmittel, immunwirksame Ciclosporine) bekannt wurden, vermeiden.
Ausführliche Informationen zur Passionsblume, auch Teerezepte und Tropfenmischungen, finden Sie im "Naturarzt - Ihr Gesundheitsratgeber", Ausgabe 12/2011.
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