US-Studie zum BMI

Wer regelmäßig Schokolade isst, bleibt schlanker?

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Naschen Dicke einfach nur zu wenig?
Oliver Berg/ dpa

Naschen Dicke etwa zu wenig? Wer regelmäßig Schokolade isst, soll laut einer US-Studie etwas schlanker sein als diejenigen, die selten zu der beliebten Süßigkeit greifen. Einer Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erscheint das fragwürdig.

Das Ergebnis der Forscher: "Erwachsene, die regelmäßig Schokolade essen, haben einen geringeren Body-Mass-Index (BMI) als die, die weniger oft zur Schokolade greifen." Der Effekt sei gering, aber doch zu sehen - und zu groß, als das dies Zufall sein könne. Der Stoffwechsel könnte dem Team zufolge eine Erklärung für das überraschende Ergebnis sein. Für die im Fachblatt "Archives of Internal Medicine" veröffentlichte Studie hatten Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in San Diego mehr als 1000 Frauen und Männer untersucht. Keiner von ihnen hatte Diabetes, Herzerkrankungen oder andere größere gesundheitliche Probleme angegeben.

Schokolade ist (fast) Medizin
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    Schokolade macht nicht dick

    Eine Rippe Schokolade (vier Stückchen) liefert nur rund hundert Kalorien - so viel wie ein Stück Obst. Ein Rippchen täglich - am besten dunkle Schokolade - führt nicht gleich zu Übergewicht, sondern ist gut für die Gesundheit, was wir an den nächsten Bildern vorstellen:

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    Je dunkler die Schokolade, desto besser

    Dunkle Sorten wie Bitterschokolade enthalten wesentlich mehr Kakao als die hellen oder weißen Varianten. Im Kakao sind nämlich die gesundheitsfördernden Pflanzenstoffe enthalten. Und je dunkler Schokolade ist, desto mehr Kakao enthält sie.

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    Schokolade senkt den Blutdruck

    Flavonole aus dem Kakao halten die Blutgefäße elastisch - eine wichtige Voraussetzung für normalen und nicht zu hohen Blutdruck. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Bitterschokolade essen, niedrigere Blutdruckwerte haben.

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    Schokolade hebt die Stimmung

    Studien zeigen, dass Kakao die körpereigene Produktion von Serotonin anhebt. Diese Botenstoffe des Gehirns sind auch als Glückshormone bekannt, weil sie fröhlich stimmen.

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    Schokolade ist gut fürs Herz

    Die Flavonoide im Kakao senken das Risiko für einen Herzinfarkt. Eine Studie konnte zeigen, dass bei regelmäßigen Schokoladengenießern das Herzinfarktrisiko um ein Drittel sinkt - wenn sie nicht zu viel von der Süßigkeit essen. Dann macht Übergewicht den positiven Effekt zunichte.

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    Schokolade lindert Husten

    ... und zwar besser als so manche Hustenmedizin. Auch hier spielen die Pflanzenstoffe des Kakaos die wichtigste Rolle.

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    Schokolade schützt vor Alzheimer

    Zwei Tassen Kakao, egal ob mit vielen Flavonoiden oder mit wenig, verbessert die Blutzufuhr zum Gehirn und senkt damit die Gefahr von Demenz und Alzheimer.

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    Schokolade macht schöne Zähne

    Kakao enthält unter anderem auch Tannin, Fluor und Phosphat. Diese Stoffe schützen die Zähne. Trotzdem sollten Sie nach dem Naschen die Zähne putzen. Denn Schokolade enthält bekanntlich auch viel Zucker und fördert damit Karies.

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    Schokolade beruhigt

    Kakao stimuliert im Gehirn das so genannte Dopaminsystem. Die Folge: Stressgefühle verschwinden, man fühlt sich ausgeglichen und fröhlich.

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    Schokolade bringt Liebe in Schwung

    Zwar zählt Kakao nicht zu den klassischen Aphrodisiaka wie etwa Chili. Doch der Genuss von Schokolade bewirkt im Gehirn kurzfristig einen ähnlichen Zustand wie wenn wir verliebt sind...

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"Zusammengefasst kann man sagen, dass regelmäßiger Schokoladenkonsum mit einem geringeren BMI verbunden ist", heißt es in der Studie. Es könnte daran liegen, dass Schokolade den Stoffwechsel anrege. Die Forscher konnten keine Unterschiede im sonstigen Verhalten der Teilnehmer feststellen, die den Gewichtsunterschied erklären.

Studie ist kein Freifahrtschein für Naschkatzen

Die schlankeren Teilnehmer aßen demnach zwar regelmäßig, aber lediglich in Maßen Schokolade. Außerdem gaben die Probanden selbst die Auskünfte zu ihrem Essverhalten - fraglich ist daher, ob alle Angaben von ihnen ehrlich und korrekt waren.

Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn hat deshalb Zweifel an den Ergebnissen der Studie: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man durch Schokolade abnehmen kann", sagte sie. Sich Süßigkeiten komplett zu verkneifen sei aber genauso falsch: "In Maßen ist das okay. Denn wer sich alles verbietet, bekommt oft Heißhungerattacken."

Beatrice Golomb, Leiterin der kalifornischen Studie, sagte in einem Interview, dunkle Schokolade sei besonders gut für den Stoffwechsel. Diese gilt schon länger wegen des geringeren Zucker-Gehalts und den enthaltenen Flavonoiden als "gute Schokolade".

Flavonoide auch in anderen Lebensmitteln enthalten

Restemeyer bestätigte, dass Flavonoide unter anderem gut für das Herz-Kreislauf-System und entzündungshemmend sind. "Solche positiven Inhaltsstoffe kann ich aber auch wunderbar über andere Lebensmittel aufnehmen", sagte die Ernährungswissenschaftlerin. So enthielten zum Beispiel Beeren, Nüsse und Weintrauben ebenfalls Flavonoide.

Das Team aus San Diego hatte 1018 Probanden untersucht, zwei Drittel von ihnen waren Männer. Das durchschnittliche Alter lag bei 57 Jahren. Die Wissenschaftler um Beatrice Golomb berechneten für 972 Teilnehmer den BMI - der Durchschnittswert lag bei 28. Im Durchschnitt aßen die Teilnehmer nach eigenen Angaben zweimal in der Woche Schokolade - sie trieben aber auch 3,6 Mal Sport.

Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht (kg) dividiert durch das Quadrat der Körpergröße (m2).

Kakao: Genuss- und Heilmittel

Kakao war bereits bei den Ureinwohnern Südamerikas als Genuss- und Heilmittel beliebt. Erst im 17. Jahrhundert entdeckten europäische Ärzte die medizinische Wirkweise der Kakaobohne.

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Autor: dpa
Letzte Aktualisierung: 29. März 2012

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