Wichtige Blutparameter, Check-up 35 und Leberwerte

Kleines und großes Blutbild

Nicht nur vor Operationen ist eine Blutuntersuchung sinnvoll. Was das große und das kleine Blutbild zeigen sowie der Check-up 35, welche Laborwerte außerdem sinnvoll sind und was die Kasse zahlt.

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Stimmen die Blutwerte? Das Blutbild sagt viel über die Gesundheit aus.
カシス - Fotolia

Das Blut verrät vieles darüber, wie gesund ein Mensch ist, wie gut die Organe funktionieren und ob das Risiko für eine Krankheit besteht. Nicht zuletzt geben die Blutwerte darüber Auskunft, wie gut eine Behandlung anschlägt. Das bekannteste Beispiel hierfür ist sicherlich der Bluttest bei Diabetes, der in wenigen Sekunden zeigt, wie hoch der Blutzuckerspiegel ist sowie ob und in welcher Menge Insulin nötig ist.

Nur das kleine Blutbild ist Kassenleistung

Die Blutuntersuchungen, mit denen die meisten von uns jedoch konfrontiert werden, sind das große und das kleine Blutbild. Dabei handelt es sich um Standardtests. Labortechnisch werden dabei die wichtigsten Parameter untersucht. Das kleine Blutbild bildet sozusagen die Basis. Es gehört zum Gesundheitscheck, den die Krankenkassen jedem Versicherten ab 35 Jahren anbieten.

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    Was wird beim Bluttest untersucht und was bedeuten die Abkürzungen und die Werte genau? Das Lifeline-Lexikon über Labor- und Blutwerte gibt Auskunft über die wichtigsten Parameter

Besteht der dringende Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung oder liegt diese bereits vor, ergänzt das große Blutbild diese erste Untersuchung. Beim so genannten großen Blutbild handelt es sich also genau genommen um zwei Bluttests – der Basisuntersuchung plus der zusätzlichen Messung von weiteren Parametern.

Das wird beim kleinen Blutbild untersucht

  • Leukozyten (Leuko): Die weißen Blutkörperchen sind ein wichtiger Indikator für die Immunabwehr. Ist ihre Anzahl erhöht, besteht eine akute Infektion.

  • Erythrozyten (Ery): Die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff, aber auch das Abfallprodukt Kohlenstoffdioxid. Zu hohe Werte deuten auf Sauerstoffmangel hin, etwa durch eine Herzkrankheit, aber auch durch Stress. Zu niedrige zeigen eine Anämie an.

  • Thrombozyten (Thrombo): Die Blutplättchen sind wichtig für die Blutgerinnung. Ihr Wert zeigt also an, ob das Maß der Blutgerinnung passt oder eine Thrombose droht.

  • Hämoglobin (Hb): Der eisenhaltige Blutfarbstoff ermöglicht, dass Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut gebunden wird. Erhöhte Werte können unter anderen bei Tumoren auftreten, zu niedrige bei bestimmten chronische Magen- und Darmerkrankungen.

  • Hämatokrit (Hk oder Hkt-Wert): Dabei handelt es sich um das Verhältnis von festen und flüssigen Bestandteilen. Der Hämatokritwert sagt also etwas darüber aus, ob das Blut zu dick- oder zu dünnflüssig ist.

Das wird beim großen Blutbild untersucht

Beim großen Blutbild werden im Labor zusätzlich zu den im kleinen Blutbild untersuchten Werten noch die die drei Untergruppen der Leukozyten, also der weißen Blutkörperchen untersucht. Das sind:

  • Granulozyten: Hier unterscheidet die Untersuchung desweiteren unter stabkernigen und segmentkernigen Granulozyten, sprich neutrophilen Granulozyten und eosinophilen Granulozyten (Eos). Der spezielle Wert dieser drei Marker deutet unter anderem auf eine akute Herzerkrankung hin, auf Vergiftung, Lungenentzündung oder Blutvergiftung.

  • Monozyten (Mono): Ihr Wert steigt an, wenn eine Infektion mit Bakterien oder Pilzen vorliegt.

  • Lymphozyten (Lympho): Erhöhte Werte deuten auf bestimmte Krebsarten (etwa Leukämie) oder spezielle Autoimmunkrankheiten (Sarkoidose) hin, ebenso wie zu niedrige Werte auf andere Krankheiten aus diesen Formenkreisen hinweisen, etwa Morbus Hodgkin oder Colitis ulcerosa.

Der Bluttest beim Check-up 35

Alle zwei Jahre zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einen Bluttest, der prinzipiell auf dem kleinen Blutbild basiert, zusätzlich jedoch folgende Parameter misst:

  • Gesamtcholesterin (Chol): Dabei werden die Werte vom guten und dem schlechten Cholesterin zusammengezählt ausgegeben. Zu hohe Blutfettwerte sind ein Risikofaktor für Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose und damit auch für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.

  • Blutzucker (Glukose): Ist der Nüchtern-Blutzucker erhöht, deutet das auf einen Diabetes hin.

  • Harnsäure: Dabei handelt es sich um ein Abbauprodukt aus Fleisch. Bildet sich zu viel, kann sich die Säure in Form von Kristallen ablagern – in Gelenken (Gicht) oder als Steine (Nierensteine).

Die wichtigsten Laborwerte- und Blutwerte

Welche Werte außerdem wichtig sind

Hat sich etwa beim Check-up 35 ein hoher Gesamtcholesterinwert ergeben oder sollen ganz einfach die sogenannten „Leberwerte“ überprüft werden, sind weitere Laborbefunde nötig. So lässt sich das Blut etwa auf die einzelnen Fette, also Lipide untersuchen – das sind die Triglyceride, HDL- und LDL-Cholesterin.

Nicht immer sind hohe Cholesterinwerte schlecht

Manchmal zeigt sich dann, dass der ursprüngliche hohe Gesamtcholesterinwert gar nicht so dramatisch ist, weil dabei der HDL-Wert sehr hoch ist – und damit das Risiko für Arteriosklerose sehr niedrig. Ist jedoch das schädliche LDL-Fett zu hoch, müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Leberwerte: Gamma-GT und mehr

Häufig rät der Arzt zusätzlich zu einem Leber-Blutcheck, etwa wenn lange starke Medikamente eingenommen werden müssen oder bekannt ist, dass der Patient gerne mal ein Gläschen zu viel trinkt. Dabei bestimmen Labormitarbeiter diese Enzyme:

  • Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT): ist erhöht, wenn die Leberentgiftung nicht mehr richtig funktioniert.

  • Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT): Zu hohe Werte treten bei Leber- und Gallenblasenentzündung auf.

  • Alkalische Phosphatase (AP): Hohe Werte bedeuten ebenfalls Leberbelastung.

  • Gamma-Glutamyl-Transferase (GGT): Bereits kleinste Leberbelastungen äußern sich mit einem Anstieg der GGT.

Im Zusammenhang mit Organbelastungen und Infektionskrankheiten überprüft der Arzt auch häufig das Gamma-Globulin. Dabei handelt es sich um ein Bluteiweiß, das bei bestimmten Erkrankungen - auch der Leberzirrhose - erhöht ist.

Schilddrüsenwerte überprüfen

Einer der häufigsten, zusätzlich notwendigen Bluttests betrifft die Schilddrüse. Dabei wird die Höhe folgender Werte im Blut festgestellt:

  • L-Thyroxin (T4, Levothyroxin)

  • Trijodthyronin (T3)

  • Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)

Je nachdem, wie hoch oder tief die einzelnen Werte liegen, erkennt der Arzt, ob eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt oder eine Überfunktion. Am wichtigsten ist jedoch der TSH-Wert. Wenn er stimmt, kann man davon ausgehen, dass die Schilddrüse normal arbeitet.

Was Sie selbst zahlen müssen

Die verschiedenen Zusatzuntersuchungen sowie das große Blutbild sind keine Kassenleistungen - außer, es besteht der dringende Verdacht auf eine Erkrankung und der Test ist wichtig für die Diagnose. Der Patient zahlt ansonsten selbst für die Erhebung der Parameter. Der Lebertest kostet rund 30 Euro, die drei Schilddrüsenwerte etwa 50 Euro.

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Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2015

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