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Blutsenkung – was bedeuten erhöhte oder zu niedrige Werte?

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Bei der Blutsenkung trennen sich feste Blutzellen vom flüssigen Blutplasma. Die Geschwindigkeit des Vorgangs gibt Aufschluss darüber, ob jemand gesund ist oder möglicherweise eine Infektion oder ernsthafte Erkrankung vorliegt. Wann die Werte zu hoch oder zu niedrig sind und was das bedeuten kann.

Röhrchen mit Blutproben im Labor
© Getty Images/Melnikof

Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Was sagt der Wert der Blutsenkung aus? Die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) gibt Hinweise auf Entzündungen oder Erkrankungen im Körper. Aussagekräftiger als die Blutsenkung ist allerdings das Blutbild.

Wie liest man die Blutsenkung ab? Im Labor wird nach einer Stunde die Höhe der abgesetzten roten Blutkörperchen in einem speziellen Röhrchen gemessen. Angegeben wird der Wert in Millimetern pro Stunde (mm/h).

Warum ist die BSG erhöht? Bei entzündlichen Prozessen, Infekten, Autoimmunerkrankungen und bestimmten Krebsarten ist die Blutsenkung erhöht. Denn sie verändern die Eigenschaften des Blutes, was zu einem schnelleren Absinken der roten Blutkörperchen führt.

Ist Blutsenkung und CRP das gleiche? Nein, Blutsenkung und CRP (C-reaktives Protein) sind verschieden. Es handelt sich zwar um Entzündungsmarker, aber CRP ist ein spezifischeres Maß für akute Entzündungen und reagiert schneller auf Veränderungen im Körper.

Artikelinhalte im Überblick:

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Was ist die Blutsenkung?

Blut, das aus flüssigem Blutplasma und festen Blutzellen besteht, zirkuliert im Körper und wird durch natürliche Substanzen flüssig gehalten. Im medizinischen Labor wird die Blutsenkung durchgeführt, indem Blut in seine festen und flüssigen Bestandteile getrennt wird. Häufig wird das standardisierte Verfahren nach Westergren genutzt, also die Senkung der Blutkörperchen nach Zeit (meist pro Stunde).

Bei dieser Methode wird Blut entnommen und mit einer Lösung vermischt, um die Gerinnung zu verhindern. Das Gemisch wird in einem Röhrchen aufbewahrt und die Absenkung der roten Blutzellen (Erythrozyten) gemessen. Als Indikator dient die zellfreie Plasmamenge, die sich nach oben abgesetzt hat. Je nachdem, wie schnell oder langsam die Blutsenkung verläuft, kann sie ein Indiz für bestimmte Krankheiten sein, vor allem für Infekte und Entzündungen.

Andere Bezeichnungen sind Blutsenkungsreaktion (BSR), Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) oder Blutkörperchensenkung (BKS).

Unterschied zwischen Blutsenkung und Blutbild

Während das Blutbild die Konzentration bestimmter Zellen und Stoffe im Blut abbildet, wird bei der Blutsenkung nur die zeitliche Komponente der Auftrennung der Blutbestandteile untersucht.

Die Blutsenkung ist zwar nicht so aussagekräftig wie das Blutbild, dennoch gilt sie als erster Hinweis bei Verdacht auf eine Erkrankung. Anschließend sind weitere Untersuchungen nötig, zum Beispiel Ultraschall (Sonographie) oder Röntgen.

Normalwert der Blutsenkung

Normalwerte der Senkungsgeschwindigkeit variieren je nach Alter und Geschlecht. Abweichungen davon können auf verschiedene Gesundheitsprobleme hinweisen.

Tabelle: Normwerte für die Blutsenkung

Alter Männer Frauen
unter 50 Jahre bis 15 mm/h bis 20 mm/h
über 50 Jahre bis 20 mm/h bis 30 mm/h

Einheit der Senkungsgeschwindigkeit: Millimeter pro Stunde (mm/h)

Die Referenzwerte sind methodenabhängig und können sich je nach untersuchendem Labor unterscheiden.

Erhöhter Wert bei der Blutsenkung

Ein erhöhter Blutsenkungswert wird durch das vermehrte Vorkommen spezieller Plasmaproteine im Blut verursacht. Diese als Agglomerine bezeichneten Proteine beschleunigen das Zusammenkleben der Erythrozyten, was wiederum die BSG erhöht. Meist sind die Eiweiße ein Hinweis für Entzündungen im Körper.

Mögliche Ursachen für erhöhte BSG-Werte:

  • Infektionen

  • Blutvergiftung (Sepsis)

  • Anämie (Mangel an Erythrozyten und Hämoglobin)

  • Paraproteinämie (hohe Mengen eines bestimmten Proteins im Blut)

  • rheumatische Erkrankungen

  • Lebererkrankungen

  • nephrotisches Syndrom (Schädigung der Nierenkörperchen

  • Niereninsuffizienz (Nierenversagen)

  • Herzinfarkt

  • Tumorerkrankungen wie Leukämie (Blutkrebs)

Gut zu wissen: Werte über 120 mm/h werden als Sturzsenkung bezeichnet. Diese tritt beispielsweise bei einem Multiplem Myelom und einer Entzündung der mittelgroßen Blutgefäße (Riesenzellarteriitis) auf.

Es gibt auch Fälle, in denen die Erhöhung der Blutsenkung harmlos und nicht Anzeichen einer Erkrankung ist. Gründe für eine leicht erhöhte BSG können sein:

  • kurz vor der Menstruation
  • in der Schwangerschaft
  • durch die Einnahme der Antibabypille

Was bedeutet es, wenn die Blutsenkung zu niedrig ist?

Eine niedrige Blutsenkung kann auf zu viele rote Blutkörperchen oder bestimmte Knochenmark- und Lebererkrankungen hinweisen.

Ursachen für Senkung der BSG:

  • erhöhte Anzahl der Erythrozyten (Polyglobulie)
  • Polycythaemia vera (Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark)
  • veränderte Erythrozytenform
  • Einnahme von Entzündungshemmern, zum Beispiel Glukokortikoide
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