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Insulin: Was bedeutet der Blutwert?

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Insulin ist ein Stoffwechselhormon. Es wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und transportiert Zucker aus dem Blut in die Zellen hinein. Bei Verdacht auf Diabetes oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse wird der Insulinwert bestimmt. Was bedeutet ein zu hoher Insulinwert?

Insulin: Spritze bei Typ-I-Diabetes
© Getty Images/Emilija Manevska

Kurzübersicht: Insulin

Was ist Insulin? Bei Insulin handelt es sich um ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse – auch Pankreas genannt – gebildet wird. Insulin wirkt an bestimmten Insulinrezeptoren und schleust Zucker aus dem Blut in die Körperzellen.

Wie wirkt Insulin im Körper? Insulin senkt den Blutzuckerspiegel und stellt den Körperzellen Glukose und damit Energie bereit. Sein Gegenspieler heißt Glukagon (Glucagon) und lässt den Blutzucker bei Bedarf steigen.

Was bedeutet ein zu hoher oder niedriger Insulinwert? Zu hohe oder niedrige Werte können auf Diabetes hindeuten, aber auch Anzeichen für einen Tumor sein.

Artikelinhalte im Überblick:

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Funktion von Insulin

Insulin ist ein lebensnotwendiges Hormon, denn es reguliert den Zuckerstoffwechsel und damit die Energieversorgung der Zellen im Körper. Gleichzeitig gilt für die Blutzuckerwerte, dass sowohl eine Überzuckerung als auch eine Unterzuckerung gefährlich sind. Der Spiegel sollte also einigermaßen konstant bleiben und muss über Hormone reguliert werden. Insulin kann als einziges Hormon den Blutzuckerspiegel senken. Sein Gegenspieler heißt Glukagon: Das Hormon kann den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen.

Insulin wird von der Bauchspeicheldrüse, konkret von den Betazellen, die sich in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse befinden, gebildet. Der Name Insulin wird von den Inselzellen abgeleitet.

Sobald die Glukosekonzentration (Konzentration von Traubenzucker) im Zwischenzellraum ansteigt, geben die Betazellen der Langerhans-Inseln das Hormon Insulin ab. Dies ist insbesondere nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit erforderlich. Denn dann steigt der Blutzuckerspiegel schnell an. Die Regulation des Blutzuckerspiegels folgt einem Schlüssel-Schloss-Prinzip: Dockt Insulin an einen entsprechenden Rezeptor an, öffnet die Zelle ihre Schleusen und nimmt Glukose in sich auf. Besonders viel Glukose wird dabei in der Leber sowie in Fett- und Muskelzellen aufgenommen.

Insulin: Mögliche Störungsbilder

Fachleute unterscheiden zwischen einem relativen und absoluten Insulinmangel. Bei einem relativen Insulinmangel, wie bei Schwangerschaftsdiabetes oder Typ-2-Diabetes, wird zu wenig Insulin gebildet oder das Hormon kann im Zuge einer Insulinresistenz kaum noch an den Zellen wirken. Die Zielzellen reagieren nicht mehr auf das im Blut befindliche Insulin.

Bei einem absoluten Insulinmangel liegt ein Versiegen der Insulinproduktion zugrunde: Bei Typ-1-Diabetes werden die Langerhans-Inseln durch eine Autoimmunreaktion zerstört, wodurch der Körper kein eigenes Insulin mehr bilden kann. Dann bedarf es einer Insulintherapie, das Hormon muss von außen zugeführt werden.

Beim Hyperinsulinismus beziehungsweise einem Insulinom ist es genau umgekehrt. Es wird zu viel Insulin gebildet, als der Körper benötigt. Der Hyperinsulinismus kann ebenfalls eine Reaktion der Bauchspeicheldrüse auf die Insulinresistenz des Fettgewebes bei Personen mit starkem Übergewicht oder Patient*innen mit Diabetes sein. Da die erwünschte Wirkung der Insulinausschüttung jedoch ausbleibt, wird immer mehr Insulin ausgeschüttet – bis die Bauchspeicheldrüse erschöpft ist und kein Insulin mehr bilden kann.

Wann wird der Insulinwert bestimmt?

Der Insulinwert wird aus dem Blutserum bestimmt. Patient*innen müssen bei der Blutabnahme nüchtern sein. Zur Diagnose und Therapiekontrolle bei Diabetes sind andere Blutwerte wie Glukose (Blutzucker), der orale Glukosetoleranztest (oGTT) und der HbA1c-Wert aussagekräftiger. Insulin kann zusätzlich kontrolliert werden.

Insulin wird zudem bei Problemen mit der Bauchspeicheldrüse herangezogen. Er kann darüber hinaus Hinweise auf einen insulinproduzierenden Tumor (Insulinom) geben.

Neben Insulin kann auch das C-Peptid, einer Insulinvorstufe, im Blut bestimmt werden. Der C-Peptid-Wert kann Hinweise gebe, ob die Bauchspeicheldrüse noch eine Restaktivität aufweist oder ihre Produktion ganz eingestellt hat.

4 Tipps zur Ernährung bei Insulinresistenz

Wann ist Insulin im normalen Bereich?

Der Normalwert von Insulin liegt 5 bis 30 µU/ml (Mikro-Unit pro Milliliter).

Was können Ursachen für einen zu hohen Insulinwert sein?

Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 ist das Insulin erhöht. Weitere Ursachen sind:

Ursachen für einen zu niedrigen Insulinwert

Kommt es im Rahmen von Typ-1-Diabetes zu einer Zerstörung von Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, kann der Körper kein Insulin mehr produzieren. Dann liegt der Insulinwert unterhalb des Normalbereichs.

Insulintherapie: Wie wird ein kritischer Insulinwert behandelt?

Im Falle eines zu hohen Insulinspiegels wie bei Diabetes Typ 2 können Medikamente helfen, die Glukoseverwertung im Körper zu verbessern. Wirkstoffe wie Metformin wirken in der Leber und helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken, womit Folgeschäden abgewendet werden.

Produziert die Bauchspeicheldrüse hingegen zu wenig Insulin, muss das Hormon per Spritze verabreicht werden. Dabei sind regelmäßige Messungen des Blutzuckerspiegels wichtig, da dieser stark von der aufgenommenen Nahrung abhängt und sich schnell verändern kann. Für die Behandlung mit dem Stoffwechselhormon kommen verschiedene Präparate in Betracht. Manche entsprechen dem körpereigenen Insulin (Humaninsulin oder Normalinsulin) oder chemisch veränderte Abkömmlinge des Hormons, die natürlich nicht vorkommen (Insulinanaloga). Welches Medikament wann infrage kommt, ist abhängig vom Lebensstil der Betroffenen und sollte gut medizinisch abgestimmt sein.

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