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Gamma-GT (GGT): Was bedeutet der Laborwert?

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Die Gamma-GT (GGT) ist ein sehr empfindlicher Marker für Erkrankungen der Leber und Gallenblase. Bereits bei leichten Schäden an diesen Organen ist der Blutwert erhöht.

Gamma-GT: GGT
© Getty Images/mi-viri

Im Überblick:

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Gamma-GT: Empfindlicher Wert für Lebergesundheit

Das Enzym Gamma-Glutamyl-Transferase (auch Gamma-GT, γ-GT oder GGT) wird vorrangig mit den Leberwerten in Verbindung gebracht. Das Eiweiß wird jedoch auch an vielen anderen Stellen im menschlichen Organismus gebildet, wie in den Nieren, dem Dünndarm, der Milz und der Bauchspeicheldrüse. Es ist Teil des Abwehrsystems gegen freie Radikale.

Die im Blut nachweisbare Gamma-GT stammt allerdings fast ausschließlich aus den Leberzellen und den Gallengängen. Dort befindet sie sich in den Membranen der Zellen. Bereits bei leichten Schädigungen der Zellwände wird Gamma-GT freigesetzt und ist im Blut nachweisbar. Der GGT-Wert ist somit ein recht empfindlicher Indikator für Erkrankungen dieser Organe.

Wann und wie wird der GGT-Wert gemessen?

Die Messung des Gamma-GT-Werts ist keine Routineuntersuchung, zum Beispiel im kleinen oder großen Blutbild, sondern wird nur bei Verdacht auf Leber- und Gallenerkrankungen durchgeführt. Aufgrund der hohen Sensitivität fordern Fachärzt*innen, die Überprüfung des Leberparameters (Lebercheck) in die allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen mit aufzunehmen. So könnten Lebererkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Gamma-GT-Wert in Relation zu anderen Leberwerten

Allerdings sagen abweichende GGT-Werte nur aus, dass etwas nicht in Ordnung ist und nicht, welche Ursache genau hinter den angestiegenen Werten steckt. Deshalb wird Gamma-GT für die Diagnose von Lebererkrankungen in der Regel zusammen mit den anderen Werten (GOT, GPT, AP) und weiteren Blutparametern kontrolliert. So lässt sich ein differenziertes Bild über eine Leber- oder Gallenerkrankung oder andere Krankheiten bekommen.

Laborwert als Marker für Alkoholismus

Der Gamma-GT-Wert wird zusammen mit anderen Leberparametern auch bei Verdacht auf Alkoholmissbrauch gemessen. Er dient als Nachweis für Alkoholabhängigkeit beziehungsweise Alkoholabstinenz zum Beispiel nach dem Führerscheinentzug.

Normalwerte für Gamma-GT

Die Normalwerte können sich von Labor zu Labor unterscheiden und sind auch abhängig von der gewählten Messmethode. Bestimmt wird die GGT-Konzentration im Blut. Für die Blutabnahme muss man nicht nüchtern sein, die Probe muss also nicht vor dem Frühstück entnommen werden.

Nach internationalen Standardmethoden gilt folgender Referenzbereich für Erwachsene:

  Messwert in U/ml (Units oder Einheiten pro Milliliter)
Frauen kleiner als 39
Männer kleiner als 66

Der Gamma-GT-Wert ist ein sehr sensibler Leberparameter und steigt bereits bei leichten Störungen an. Wenn der gemessene Blutwert für GGT im Normalbereich liegt, kann man deshalb davon ausgehen, dass keine Leber- oder Gallenerkrankungen vorliegen. Normalwerte schließen eine Tumorerkrankung des Organs faktisch aus.


Ursachen für erhöhte Gamma-GT-Werte

Eine erhöhte GGT sollte differenziert betrachtet werden. Ist die GGT nur leicht erhöht, während sich die anderen Leberwerte im Normalbereich bewegen, ist nicht unbedingt eine Leberschädigung zu befürchten. Häufig ist das der Fall bei

  • regelmäßigem, aber nicht übermäßigem Alkoholkonsum,

  • ernährungsbedingten Störungen der Leberfunktion,

  • und der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten.

Ein leicht erhöhter GGT-Wert sollte aber zum Anlass genommen werden, lebergesünder zu leben.

Ist die Gamma-GT im Blut allerdings stark erhöht und werden gleichzeitig bei den anderen Leberparametern hohe Werte ermittelt, zeigt diese Konstellation einen Leberschaden an. Je höher die Werte liegen, desto stärker sind die Leberzellen geschädigt. Hohe Gamma-GT-Werte sagen jedoch nichts über die konkreten Ursachen aus, diese müssen mithilfe anderer Blutwerte untersucht werden.

Grundsätzlich kommen folgende Ursachen für hohe Gamma-GT-Blutwerte infrage:

Bei weiteren Erkrankungen (unter anderem Herzinfarkt, Hirntumoren, Hirnblutungen) werden ebenfalls oft erhöhte GGT-Werte gemessen.

Eine Reihe von Medikamenten lässt überdies die Gamma-GT-Konzentration im Blut ansteigen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika)
  • Antibiotika 
  • Histaminblocker
  • Antiepileptika
  • Antidepressiva

Gamma-GT und Alkoholismus

GGT eignet sich gut, um Alkoholismus nachzuweisen: Bei 75 Prozent der Personen, die viel und regelmäßig Alkohol trinken, ist die Gamma-GT-Konzentration im Blut erhöht. Ein einmaliges Trinkgelage reicht dabei nicht aus, um die Werte ansteigen zu lassen, es sei denn, das Entgiftungsorgan ist bereits durch chronischen Missbrauch geschädigt.

Bei einer Entziehungskur messen Ärzt*innen den Erfolg der Therapie auch mittels GGT-Werten. Leben Menschen vollkommen abstinent, so sinken die Werte bereits nach drei Wochen. Eine normale Gamma-GT-Konzentration ist nach etwa zwei bis drei Monaten der Enthaltsamkeit zu erwarten.

Risiken dauerhaft erhöhter Werte

Ständig erhöhte Gamma-GT-Werte sind zudem ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, vor allem wenn diese in Kombination mit Diabetes, Bluthochdruck und einem erhöhten Cholesterinspiegel auftreten.

Was bedeutet ein niedriger GGT-Wert?

Der Gamma-GT wird nur von geschädigten Zellen freigesetzt. Liegen die Gamma-GT-Werte niedriger als der Normalwert, so hat dies keine medizinische Relevanz.

Zusammenfassung

Was ist Gamma-GT? Gamma-GT steht für Gamma-Glutamyl-Transferase (auch Gamma-Glutamyltransferase). Dabei handelt es sich um ein Leberenzym, welches im Falle von Leberschäden im Blut messbar wird.

Wann wird der Gamma-GT-Wert bestimmt? Der Gamma-GT-Wert wird bei Verdacht auf Lebererkrankungen und Alkoholmissbrauch bestimmt. Auch zur Kontrolle einer Alkoholabstinenz wird der Wert zurate gezogen.

Was bedeutet eine Erhöhung des Gamma-GT-Werts? Ist der Wert erhöht, deutet dies auf einen Zellschaden der Leber, der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse hin. Verschiedene Erkrankungen wie Leberkrebs, ein Gallenstau oder eine Leberzirrhose kommen infrage.

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