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Sauerstoffpartialdruck: Das bedeutet der pO2-Wert

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Der pO2-Wert oder Sauerstoffpartialdruck gibt Aufschluss über die Menge an Sauerstoff, die im Blut transportiert wird. Er hilft bei der Diagnose und Überwachung von Lungenerkrankungen. Was der Parameter genau aussagt und welche Werte normal sind.

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© Getty Images/Md Babul Hosen

Kurzübersicht

Was ist der Sauerstoffpartialdruck? Der Laborwert ist eine wichtige Kennzahl für die Sauerstoffsättigung des Blutes und die Funktionsfähigkeit der Lunge.

Normwerte: Er liegt bei Erwachsenen zwischen 75 und 100 mmHg.

Niedrige Werte:Möglicher Hinweis auf Lungen- oder Herzerkrankungen. Auch beim Aufenthalt in der Höhe kann der Wert sinken.

Artikelinhalte im Überblick:

Blutbild: Wichtige Blutwerte und was sie bedeuten

Was sagt der Sauerstoffpartialdruck aus?

Der Sauerstoffpartialdruck, auch pO2 abgekürzt, gibt den Anteil des Sauerstoffs am Gesamtdruck des Gasgemisches im Blut an. Zu den wichtigsten im Blut gebundenen beziehungsweise physikalisch gelösten Gasen gehören neben Sauerstoff auch Kohlendioxid und in geringem Maße Stickstoff.

Eine kontinuierliche Sauerstoffversorgung ist für jede einzelne Zelle des Körpers äußerst wichtig. Sauerstoff (O2) wird benötigt, um Energie zu gewinnen. Erhalten Zellen nicht genügend davon, kann dies zu Schäden und Funktionsstörungen führen.

Im Blut wird Sauerstoff hauptsächlich an Hämoglobin gebunden, ein komplexes Protein in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Es hilft, den Sauerstoff im Blutkreislauf zu transportieren und an die Zellen abzugeben. Wie viel Sauerstoff Hämoglobin aufnehmen kann, hängt vom arteriellen Sauerstoffpartialdruck ab. Er ist vor allem für die Löslichkeit und den Transport von Sauerstoff von großer Bedeutung. Je höher der arterielle Partialdruck, desto höher der Sauerstoffgehalt.

In der Medizin wird der Partialdruck (Teildruck) meist in den Einheiten Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) oder Kilopascal (kPa) angegeben.

Definition weiterer Begriffe:

In Fachkreisen werden in Verbindung mit dem Sauerstoffpartialdruck oft noch weitere Abkürzungen verwendet:

  • pAO2 = alveolärer Sauerstoffpartialdruck (Sauerstoffdruck in den Alveolen, den winzigen luftgefüllten Bläschen in den Lungen)

  • pIO2 = Sauerstoffpartialdruck in der befeuchteten und erwärmten Einamtungsluft

 

Wann wird der Sauerstoffpartialdruck (pO2) bestimmt?

Der pO2-Wert kann Fachleuten wichtige Hinweise über die Sauerstoffsättigung geben. Er wird beispielsweise zum Monitoring bei intensivmedizinischen Therapien erhoben. Zudem kann der Parameter Informationen für die Bewertung von Patient*innen mit schweren Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma liefern.

Messung des pO2-Wertes

Der pO2-Wert wird meist im Rahmen einer Blutgasanalyse (BGA) bestimmt. Sie gehört zur Standard-Diagnostik und ermöglicht es, Aussagen über die Gasverteilung von Sauerstoff und Kohlendioxid sowie den pH-Wert und den Säure-Basen-Haushalt des Blutes zu treffen.

Für die Untersuchung wird meist arterielles Blut aus dem Handgelenk (Speichenarterie) verwendet. Alternativ kann auch Blut vom Ohrläppchen entnommen werden. Dafür wird zuvor eine durchblutungsfördernde Salbe aufgetragen, wodurch die kleinen Blutgefäße (Kapillaren) erweitert und die Probe mit arteriellem Blut vergleichbarer gemacht wird. Spezielle Analyseapparate werten das Blut anschließend aus.

Daneben ist eine transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung (tcpO) möglich. Bei dieser Vorgehensweise messen spezielle Elektroden den Partialdruck an der Hautoberfläche. Dadurch sind Rückschlüsse möglich, ob Gewebe ausreichend durchblutet wird. Das ist beispielsweise bei schlecht heilenden Wunden hilfreich.

Wann ist der pO2-Wert im normalen Bereich?

Der pO2-Referenzwert ist altersabhängig. Er liegt bei Erwachsenen zwischen 75 und 100 mmHg (beziehungsweise bei 9,5 bis 13,3 kPa).

Ein Absinken unter 40 mmHg kann zu Bewusstlosigkeit führen.

Was können Gründe für einen zu hohen pO2-Wert sein?

Bei Erwachsenen haben erhöhte pO2-Werte in der Regel keine Bedeutung. Manchmal kommt es vor, dass die Werte bei Personen, die künstlich beatmet werden oder hyperventilieren über den Normwert steigen.

Vorsicht ist allerdings bei der Atemunterstützung von Neugeborenen und Säuglingen geboten. Ist der Partialdruck erhöht, kann dies zu einer Sauerstofftoxikose führen, was Schädigungen am zentralen Nervensystem, der Lunge und den Augen zur Folge haben kann.

Was können Ursachen für einen zu niedrigen pO2-Wert sein?

Erniedrigte Werte können verschiedene Ursachen haben. Möglich sind beispielsweise:

  • Lungenerkrankungen wie Asthma, COPD oder akute Infekte der Lunge
  • Blutarmut (Anämie)
  • Herzerkrankungen (wie Herzinsuffizienz)

Darüber hinaus kann bei Aufenthalt in großen Höhen der pO2-Wert sinken. Der Grund: Die Luft wird mit zunehmender Entfernung vom Meeresspiegel immer dünner. Der Körper reagiert auf den abnehmenden Sauerstoffpartialdruck mit einer beschleunigten und vertieften Atmung. Es kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit und schlimmstenfalls tödlichen Wasseransammlungen im Gehirn oder der Lunge kommen (Höhenkrankheit).

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