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Hämoglobin (Hb-Wert): Wann ist der Wert zu hoch oder zu niedrig?

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Hämoglobin verleiht dem Blut sein Aussehen. Doch der rote Farbstoff kann mehr: Er transportiert den Sauerstoff und gibt Auskunft über bestimmte Krankheiten. Hämoglobin besteht aus einem Eiweißanteil und einer eisenhaltigen Gruppe.

Hämoglobin
Hinter zu niedrigen Hämoglobin-Werten steckt oft Eisenmangel.
© Getty Images/SCIEPRO/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Der Hämoglobin- oder Hb-Wert ist einer der wichtigsten Parameter bei der Diagnostik des Blutes zum Erkennen von Krankheiten. Er gibt die Konzentration des Hämoglobins im Blut an.

Artikelinhalte im Überblick:

Blutbild: Wichtige Werte und was sie bedeuten

Was ist Hämoglobin und welche Aufgaben hat der Blutfarbstoff?

Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff. Die Eiweißverbindung enthält Eisen und ist so in der Lage, Sauerstoff zu binden. Zum großen Teil ist das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen, den Erythrozyten vorhanden. Zur Bildung des Hämoglobins sind neben Eisen Folsäure und Vitamin B12 notwendig. Beim Abbau der roten Blutkörperchen wird das im Hämoglobin enthaltene Eisen nicht ausgeschieden, sondern wiederverwertet.

Hämoglobin ist vor allem dafür verantwortlich, dass der Sauerstoff im Blut in die Zellen und in das Gewebe des Körpers transportiert wird. Gleichzeitig transportiert das Protein Kohlendioxid ab.

Tabelle: Normale Referenzwerte für Hämoglobin

 

Normwert

in mmol/l

Normwert

in g/dl

Grenzwert

für Blutspende

Männer 8,7 bis 11,2 14 bis 18 13,5 g/dl
Frauen 7,5 bis 9,9 12 bis 16 12,5 g/dl

Bei Kindern gelten abhängig vom Alter andere Werte.

Hämoglobin zu hoch: Ursachen für einen erhöhten Wert

Wenn der Patient zu viele rote Blutkörperchen im Blut hat (Polyglobulie/Erythrozytose), dann zeigt sich das an einem erhöhten Hb-Wert. Auch eine Häufung von roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen führt zu einem Wert oberhalb der Norm.

Ein zu hoher Hämoglobin-Wert tritt so bei Personen auf, die sich längere Zeit in großen Höhen aufgehalten haben. Mitunter kann auch bei Rauchern ein erhöhter Hämoglobin-Wert festgestellt werden. Eine Austrocknung kann zu erhöhten Werten führen.

Niedriger Hämoglobin-Wert vor allem bei Eisenmangel

Wenn bei einem Patienten ein zu niedriger Hb-Wert festgestellt wird, spricht das für eine Blutarmut (Anämie) meist infolge von Eisenmangel. Aber auch Blutverluste, Folsäure- und Vitamin-B-12-Mangel sowie Erkrankungen der Nieren oder des Darms können Ursache für einen zu niedrigen Hämoglobin-Wert sein.

Wann wird der Hb-Wert im Blut bestimmt?

Beim kleinen Blutbild gehört die Messung des Hämoglobin-Wertes zu den Standardparametern. Aus dem Hämoglobin können Rückschlüsse über die Eisenversorgung, die Eisenreserven des Körpers und einen eventuellen Eisenmangel (siehe auch Blutarmut) gezogen werden. Auch zur Diagnose von organischen Erkrankungen und der Kontrolle der Therapie wird der Wert untersucht.

Der Hb-Wert wird zudem vor einer Blutspende bestimmt. So soll sichergestellt werden, dass der Spender über genügend Eisen im Körper verfügt, mit dem sein Organismus neues Blut bilden kann.

Der Hämoglobin-Wert kann beim kleinen Blutbild im Vollblut oder Kapillarblut bestimmt werden, der Patient muss dazu nicht nüchtern sein. Für die Einzelbestimmung de Hb-Werts reicht ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen. Auch nicht-invasive Schnelltests gibt es: Dabei wird der Hb-Wert mit einer Fingermanschette und einem photometrischem Verfahren gemessen.

Hämoglobin im Urin

Hämoglobin kann zudem im Urin nachgewiesen werden, wenn im Körper massenhaft rote Blutkörperchen "sterben". Das Hämoglobin kann dann vom Organismus nicht mehr richtig abgebaut und verwertet werden und wird über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Der Urin färbt sich dann dunkelrot. Dieser Hämoglobinurie genannte Vorgang kann bei seltenen Autoimmunerkrankungen, bei Malaria, bei bestimmten Formen der Blutarmut sowie bei Transfusionsfehlern auftreten. Er ist nicht zu verwechseln mit Blut im Urin (Hämaturie), wobei rote Blutkörperchen und weitere Blutbestandteile im Harn nachgewiesen werden.


Der Hb-Wert unterliegt bei jedem Mensch Schwankungen. Tageszeit, Körperposition, die Labormethode und die Art und Weise der Blutentnahme haben Einfluss auf den Wert. Zudem geben die Blutlabore unterschiedliche Referenzbereiche für den Hb-Wert aus, teilweise in unterschiedlichen Maßeinheiten. All diese Faktoren wird der Arzt bei der Interpretation des Hämoglobin-Werts und der weiteren Diagnose beachten.

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