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Schilddrüsenwerte: TSH, T3 und T4

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Die Blutwerte für die Schilddrüsenhormone TSH, T3 und T4 geben Auskunft darüber, wie gut die Schilddrüse arbeitet oder ob Funktionsstörungen des Organs vorliegen. Welche Werte sind normal und was bedeutet es, wenn ein Wert zu hoch oder zu niedrig ist?

Schilddrüse: Das Schmetterlingsorgan liegt vorne im Hals
Die Laborwerte TSH, T4 und T3 zeigen an, ob Funktionsstörungen der Schilddrüse vorliegen und ob sie genügend Hormone produziert.
© Getty Images/BSIP/UIG

Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ, welches sich vorne am Hals befindet. Sie ist an der Produktion verschiedener Hormone beteiligt und beeinflusst wichtige Stoffwechselvorgänge, Persönlichkeit und Psyche, Sexualität und Fruchtbarkeit und sogar das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln.

Artikelinhalte im Überblick:

Fakten zur Schilddrüse – das sollten Sie wissen

Wenn die Drüse nicht richtig funktioniert, kann das weitreichende Folgen haben. Schilddrüsenerkrankungen sind dementsprechend ein ernstzunehmendes Problem. Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet unter krankhaften Veränderungen des Organs.

Wie die Hormone TSH, T3 und T4 zusammenspielen

Die Schilddrüse produziert aus Jod und Eiweißbausteinen das Hormon Thyroxin. Dieses gibt sie in zwei Formen,

  • dem Tetrajodthyronin, auch L-Thyroxin oder abgekürzt T4,
  •  und Trijodthyronin (T3)

an das Blut ab. Mit den beiden Botenstoffen lenkt das Mini-Organ fast alle lebenswichtigen Funktionen im Körper: den Stoffwechsel, Herz und Kreislauf, Magen und Darm, Nerven und Muskeln.

Wie viel oder wie wenig T3 und T4 die Schilddrüse produziert, wird von einem weiteren Hormon, dem Thyreoidea-stimulierenden Hormon TSH (auch Thyreotropin) bestimmt. Dieses wird in der Hirnanhangdrüse produziert und über das Blut zur Schilddrüse transportiert.

  • Ist der Spiegel der beiden Hormone T3 und T4 ausreichend, so wird die Ausschüttung von weiterem TSH gehemmt;
  • fallen die Werte, wird wieder mehr TSH ausgeschüttet.

Diesen Vorgang nennt man auch thyreotropen Regelkreis, der – wenn alles wie gewünscht funktioniert – für das Gleichgewicht der drei wichtigen Botenstoffe sorgt.

TSH als zentraler Schilddrüsenwert

An den einzelnen Werten für TSH, T3 und T4 lässt sich erkennen, ob dieser Mechanismus normal abläuft und wie die Schilddrüse selbst arbeitet. Auch das Verhältnis einzelner Werte zueinander kann relevant sein. Am wichtigsten ist dabei der TSH-Wert, ihn nennt man auch den primären oder zentralen Schilddrüsenwert. Wenn er stimmt, kann man davon ausgehen, dass die Schilddrüse normal arbeitet.

T3 und T4 liegen im Körper in gebundener und freier Form vor. Nur als freies Tetrajodthyronin (fT4) und freies Trijodthyronin (fT3) haben sie Bedeutung als Botenstoffe und sind für die Diagnose wichtig. Sie werden auch als periphere Schilddrüsenwerte bezeichnet.

Bestimmung von TSH, T3 und T4 bei der Diagnose

Immer, wenn bestimmte Symptome auf eine Störung der Schilddrüsenfunktion hinweisen, sollten die Werte für die Schilddrüsenhormone TSH, T3 und T4 bestimmt werden.

Folgende Symptome können auf eine Überfunktion (Hyperthyreose) hinweisen:

Eine Unterfunktion (Hypothyreose) kann sich zeigen durch:


  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Kälteempfindlichkeit
  • Muskelschwäche
  • brüchige Nägel und trockene Haut
  • mangelnde Konzentrationsfähigkeit
  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Gewichtszunahme
  • Verstopfung

Auch bei Verdacht auf eine akute oder chronische Schilddrüsenentzündung, Morbus Basedow sowie bei vergrößerter Schilddrüse werden die Werte bestimmt. 

Schilddrüsenwerte zur Therapiekontrolle

Bei einer bereits diagnostizierten Schilddrüsenerkrankung werden TSH, T3 und T4 zur Überprüfung der Medikamentengaben und zur Kontrolle des Therapieverlaufs bestimmt. Vor einer Operation mit Narkose oder einer radiologischen Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel wird zudem der TSH-Wert überprüft, um festzustellen, ob die Schilddrüse mit der Jodzufuhr zurechtkommt.

Die Blutwerte für TSH, T3 und T4 werden im Blutserum bestimmt. Es ist keine Standarduntersuchung beim kleinen oder großen Blutbild. Bei Neugeborenen werden im Rahmen des Neugeborenenscreenings am dritten Lebenstag die Schilddrüsenwerte im Blut gemessen, um eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion zu erkennen und gegebenenfalls frühzeitig zu behandeln und so Entwicklungsstörungen am Gehirn und den Organen vorzubeugen.

Normale Werte für TSH, T3 und T4

Die Normalwerte für Schilddrüsenhormone sind bei Männern und Frauen gleich. Folgende Werte geben den Normalbereich bei Erwachsenen an:

Hormon Messwert Messwert in pmol/l
TSH (TSH-basal) 0,27 bis 4,2 µU/L  
Trijodthyroxin T3 ( fT3) 2,2 - 4,7 ng/l 3,4 - 7,2 pmol/l
freies Thyroxin T4  (L-Thyroxin; fT4) 0,73 - 1,95 ng/dl 9,4 bis 25,1 pmol/l

Wichtig zu wissen beim Laborbefund: Werte können je nach Alter oder auch gewählter Labormethode vom angegebenen Normalwert abweichen. Bei Kindern gelten höhere TSH-Normalwerte. Sie liegen bei Neugeborenen bei bis zu 20 µU/l. Auch bei Schwangeren können Werte geringfügig über den Referenzwerten vorkommen.

Bei einer Hormonersatztherapie beziehungsweise zur Strumabehandlung (Therapie des Kropfs) liegt der Normalwert für TSH bei 0,3 bis 1,2 mU/l.

Was bedeuten zu hohe oder zu niedrige Schilddrüsenwerte?

Weichen die Schilddrüsenwerte vom Normalwert ab, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Nachfolgende Tabelle zeigt die wichtigsten Gründe für erhöhte und zu niedrige Werte von TSH, T3 und T4. Auch das Verhältnis der Werte zueinander kann bei der Diagnose der Erkrankungen wichtig sein. So ist beispielsweise der TSH-Wert bei einer Schilddrüsenunterfunktion erhöht, während die Werte für Trijodthyronin (fT3) und Thyroxin (fT4) in der Regel erniedrigt sind.

Schilddrüsenwert

Mögliche Ursachen für niedrige Werte

Mögliche Ursachen für hohe Werte

TSH

  • Schilddrüsen-überfunktion
  • Schilddrüsen-knoten
  • Morbus Basedow
  • Struma (Schilddrüsen-vergrößerung durch Jodmangel)
  • Krebserkrankung der Schilddrüse

Trijodthyronin, (T3, fT3)

  • Schilddrüsen-unterfunktion
  • generell bei schweren Erkrankungen
  • Medikamentöse Behandlung von Schilddrüsen-überfunktion
  • Jodmangel
  • Schilddrüsen-überfunktion
  • Morbus Basedow

Thyroxin (L-Thyroxin, T4, fT4)

  • Schilddrüsen-unterfunktion
  • generell bei schweren Erkrankungen
  • Medikamentöse Behandlung von Schilddrüsen-überfunktion
  • Jodmangel
  • Schilddrüsen-überfunktion
  • Morbus Basedow 
  • Schilddrüsenkrebs

Weitere Diagnose und Behandlung bei abweichenden Schilddrüsenwerten

Wenn bei einer Blutuntersuchung veränderte Werte für TSH, Thyroxin und Trijodthyronin festgestellt werden, können mit weiteren Laborwerten die genauen Ursachen eingegrenzt werden. Mit einer Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) der Schilddrüse wird die Beschaffenheit des Organs sowie eventuelle Veränderungen im Gewebe in Augenschein genommen. Mit der Szintigrafie stellt der behandelnde Arzt fest, wie gut die einzelnen Bereiche des Organs Jod aufnehmen und verarbeiten können.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird der Hormonmangel in der Regel mit Medikamenten ausgeglichen. Ein häufig eingesetzter Wirkstoff ist Levothyroxin (L-Thyroxin), der dem Schilddrüsenhormon Tetrajodthyronin (T4) entspricht. Um die richtige Dosierung der Schilddrüsenhormone zu bestimmen, müssen die Blutwerte regelmäßig von einem Arzt überprüft und die Thyroxin-Dosis gegebenenfalls angepasst werden.

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