Rote Blutkörperchen

Erythrozyten: Rote Blutkörperchen – was bedeutet der Blutwert?

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Bei Erythrozyten handelt es sich um rote Blutkörperchen, die den Sauerstofftransport im Blut regeln. Wann die Werte im Blut zu hoch oder zu niedrig sind und welche Ursachen für Erythrozyten im Urin infrage kommen, lesen Sie hier.

Erythrozyten: Rote Blutkörperchen
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Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Was sind Erythrozyten? Erythrozyten sind rote Blutkörperchen. Die Zellen transportieren Sauerstoff zu den Zellen und Kohlendioxid in die Lunge.

Was bedeutet ein erhöhter Erythrozyten-Wert? Sind die Erythrozyten erhöht, gibt es zu viele rote Blutkörperchen. Dies kann verschiedene Ursachen haben, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenprobleme.

Was bedeutet ein niedriger Erythrozyten-Wert? Ein niedriger Erythrozyten-Wert kann auf verschiedene Krankheiten hindeuten, etwa eine Anämie (Blutarmut), einen verstärkten Abbau roter Blutkörperchen (Hämolyse) oder Eisenmangel.

Im Überblick:

Leukozyten im Blut: Das bedeuten erhöhte und zu niedrige Werte

Was sind Erythrozyten?

Erythrozyten werden auch als rote Blutkörperchen bezeichnet, sie gehören wie Thrombozyten und Leukozyten zu den Blutzellen. Sie transportieren mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin Sauerstoff aus der Lunge über die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) in das Gewebe. Die Erythrozytenzahl im Blut gibt unter anderem Aufschluss darüber, wie gut der Körper mit Sauerstoff versorgt ist.

Erythrozyten sind scheibenförmig, im Gegensatz zu anderen Körperzellen enthalten sie keinen Zellkern. Rote Blutzellen bestehen zu 90 Prozent aus dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Die Erythrozyten werden aus Stammzellen im Knochenmark produziert, dabei sind einige Vitamine und Mineralstoffe beteiligt, wie:

Gesteuert wird dieser Prozess vom Hormon Erythropoetin, auch als EPO bekannt.

Nach einer Lebensdauer von etwa 120 Tagen werden die roten Blutkörperchen in der Milz wieder abgebaut. Der menschliche Blutkreislauf enthält rund 24 bis 30 Billionen Erythrozyten, pro Sekunde werden rund zwei Millionen davon neu produziert. Veränderungen der Erythrozytenanzahl im Blut können auf verschiedenste Krankheiten und Mangelzustände hindeuten.

Wann wird der Erythrozyten-Wert bestimmt?

Nicht nur zur Diagnose der Anämie (Blutarmut) oder bei einer möglichen Polyglobulie (zu viele rote Blutkörperchen) wird der Erythrozyten-Wert gemessen. Die Zahl der Erythrozyten gehört zu den am häufigsten bestimmten Blutwerten. Abweichungen des Werts von der Norm geben Hinweise darauf, wie es um die Sauerstoffversorgung des Organismus bestellt ist. Die Anzahl der Erythrozyten (Abkürzung Ery, englisch: RBC = red blood count) wird deshalb standardmäßig im "kleinen Blutbild" ermittelt. Auch bei einer Blutspende wird der Wert erhoben.

Wie wird der Erythrozyten-Wert bestimmt?

Die Erythrozytenzahl wird im Vollblut gemessen, also in einer Blutprobe, die alle Bltubestandteile enthält. Die Erythrozyten werden zunächst maschinell gezählt. Wenn es Auffälligkeiten gibt, erfolgt zusätzlich eine mikroskopische Beurteilung des Bluts. Im kleinen Blutbild wird zudem nicht nur die Anzahl der Erythrozyten bestimmt, sondern weitere Eigenschaften wie Form, Volumen und Farbe der Blutkörperchen sowie deren Hämoglobingehalt mit den Werten MCH, MCHC und MCV.

Im engen Zusammenhang mit den Erys steht zudem der Hämatokrit-Wert, der den Anteil aller festen Blutbestandteile am gesamten Blutvolumen angibt. Die Erythrozyten machen über 95 Prozent aller Blutzellen aus, sodass die Erythrozytenzahl den Hämatokrit-Wert wesentlich beeinflusst.

Normwert: Welcher Erythrozyten-Wert ist normal?

Die Normalwerte für Erythrozyten unterscheiden sich je nach Geschlecht. Bei gesunden Personen gelten folgende Werte an roten Blutkörperchen als normal:

  • Bei Männern liegt der Ery-Wert bei 4,3 (Untergrenze) bis 5,7 (Obergrenze) Millionen pro Mikroliter Blut.

  • Für Frauen sind für Erythrozyten-Werte zwischen 3,9 (Untergrenze) und 5,3 (Obergrenze) Millionen pro Mikroliter Blut normal.

Ursachen für einen zu hohen Erythrozyten-Wert

Wenn die Erythrozytenzahl erhöht ist, gibt es zu viele rote Blutkörperchen. Dies kann ein Hinweis sein, dass der Sauerstoffgehalt im Blut verringert ist. Mögliche Ursachen sind etwa Herz- oder Lungenerkrankung. Auch bei Raucher*innen und durch starken Flüssigkeitsverlust kann der Erythrozyten-Wert erhöht sein. Bei Nierenerkrankungen verfügt der Körper ebenfalls über zu viele rote Blutkörperchen.

Darüber hinaus gibt es Erkrankungen, bei denen im Knochenmark zu viele rote Blutkörperchen gebildet werden. Das Blut ist dann "dicker",  die Gefahr einer Thrombose erhöht.

Auch bei körperlichem Training, Leistungssport oder bei längerem Aufenthalt in großen Höhen ist die Zahl der Erythrozyten erhöht, weil der Körper einen erhöhten Sauerstoffbedarf signalisiert, der durch die vermehrte Produktion von roten Blutkörperchen gedeckt werden soll. Nicht zuletzt sorgt EPO als Dopingmittel im Sport für einen Anstieg der Erythrozyten-Zahl.

Ursachen für einen zu niedrigen Erythrozyten-Wert

Eine zu niedrige Anzahl an Erythrozyten tritt auf bei:

  • übermäßige Flüssigkeitszufuhr (Verdünnungseffekt)

  • Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 (etwa durch einseitige vegane Ernährung)

  • großem Blutverlust (innere oder äußere Blutungen, starke Menstruation, nach Operationen)

  • Anämie

  • Erkrankung des Knochenmarks, zum Beispiel bei Leukämie oder Tumoren

  • krankhaft verstärktem Abbau der roten Blutkörperchen (Hämolyse)

Erythrozyten im Urin

Bei einer Blasenentzündung, Harnsteinen oder bösartigen Veränderungen am Urogenitaltrakt ist Blut im Urin ein häufiges Symptom. Nicht immer ist das Blut jedoch mit bloßem Auge erkennbar. Mittels Teststreifen können Erythrozyten im Urin schon in kleinsten Mengen nachgewiesen werden.

Abweichungen der Erythrozythenzahl von der Norm können ganz verschiedene Ursachen haben. Der Wert kann saisonal, abhängig von der Tageszeit und dem untersuchenden Labor stark schwanken. Zur Interpretation des Erythrozyten-Werts und der Diagnose von körperlichen Beschwerden wird der Arzt deshalb auch immer weitere Werte heranziehen.

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