Schmerzen an Schienbein und Knie

Wachstumsschmerzen: Rätselhaftes Kinderleiden

Häufig leiden Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren an Wachstumsschmerzen in den Beinen. Woher diese Schmerzen kommen und warum sie bei manchen Kindern so heftig auftreten, versuchen Wissenschaftler seit vielen Jahren zu klären.

Wachstumsschmerzen beim Kind
Fehlbelastungen und Übermüdung können die Ursache für Wachtumsschmerzen sein. Halten sie an oder sind sehr stark, sollte man die kindlichen Beschwerden vom Azt abchecken lassen
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Fest steht, dass Wachstumsschmerzen im Bein zum einen von selbst wieder verschwinden und zum anderen weder eine Verletzung/Entzündung signalisieren noch eine solche auslösen.

Da die genauen Ursachen nach wie vor ungeklärt sind, lassen sich Wachstumsschmerzen nicht kausal behandeln. Betroffenen Kindern kann trotzdem geholfen werden, zum Beispiel mit Hausmitteln, Zuwendung und Homöopathie.

Halten sie an oder lösen starken Leidensdruck aus, sollten Beschwerden durch das Wachstum in jedem Fall medizinisch abgeklärt werden.

Typische Symptome: Wie sich Wachstumsschmerzen bemerkbar machen

Viele Kinder klagen immer wieder über dauerndes Ziepen der unteren Extremitäten, vor allem im Kniebereich. Die ziehenden Schmerzen treten meistens abends bis nachts auf und sind am Morgen wie weggeblasen.

Eine exakte Angabe, ab und bis zu welchem Alter Kinder unter Wachstumsschmerzen leiden können, ist schwierig – manche verfolgt das lästige Ziehen bis zur Pubertät oder sogar darüber hinaus. Laut Studien sind Babys und Kleinkinder frühestens ab dem zweiten Lebensjahr davon betroffen.

Woran erkenne ich Wachstumsschmerzen?

Charakteristisch für Wachstumsschmerzen ist, dass diese beim Durchstrecken (Überdehnen) des Knies etwas gelindert werden. Handelt es sich um Wachstumsschmerzen, ist das Knie bzw. das betroffene Gelenk weder angeschwollen noch gerötet oder wärmer. Es liegt demnach weder eine Entzündung noch eine Schwellung vor.

Regelmäßige Beschwerden sollten dennoch mit einem Arzt abgeklärt werden, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen. Denn es ist wichtig, zwischen harmlosen Wachstumsbeschwerden und rheumatischen Erkrankungen, Infektionen oder Tumoren zu unterscheiden. Eine Absicherung beim Arzt erleichtert es außerdem den Eltern, beruhigend auf das Kind einzuwirken.

Verwechslungsgefahr mit dem Restless-Legs-Syndrom

Wachstumsschmerzen weisen zudem ähnliche Symptome auf wie das sogenannte Restless-Legs-Syndrom, wodurch es immer wieder zu Fehldiagnosen kommt. Im Gegensatz zu Wachstumsschmerzen sind die Beschwerden dieses Syndroms chronisch und können sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.

Ursachen hinter Wachstumsschmerzen bleiben unbekannt

Früher ging man davon aus, dass Wachstumsschübe die Schmerzen in den Gliedern Heranwachsender auslösen, indem durch den Aufbau von Knochensubstanz die empfindliche Knochenhaut gedehnt und somit gereizt wird. Dies würde auch das Auftreten am Ende des Tages erklären, da Wachstumshormone großteils im Schlaf ausgeschüttet werden. Studien widerlegen jedoch diese These.

Wissenschaftlich ist so noch immer unklar, welche Ursache tatsächlich hinter den lästigen Schmerzen steckt. Eine fehlerhafte Körperhaltung, Überbeanspruchung und Übermüdung scheinen neben psychischen Faktoren den größten Einfluss auf die Entstehung von Wachstumsbeschwerden zu haben.

Therapie: Wachstumsschmerzen (homöopathisch) behandeln

Meistens verschwinden abendliche Wachstumsschmerzen von selbst und die Kinder wachen morgens ohne Beschwerden auf. Eine Linderung der Beschwerden erreicht man durch sanfte Beinmassagen mit beruhigenden Ölen, Wärmeauflagen (Wärmflasche, Wollwickel) und durch Muskeldehnung. Am wichtigsten ist jedoch die familiäre Fürsorge und Zuwendung.

kleinkind bei der kinderärztin
Zur Sicherheit sollte man Wachstumsschmerzen bei Kindern und Kleinkindern ärztlich abklären lassen.
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In sehr hartnäckigen Fällen können leichte Schmerzmittel verabreicht werden, um eine gute Nachtruhe zu gewährleisten. Jedoch müssen solche Medikamente für Kinder zugelassen sein, um eine Verträglichkeit zu gewährleisten. Auch sollten Eltern nicht zu häufig auf diese Behandlung zurückgreifen.

Die Alternativmedizin empfiehlt die Behandlung der schmerzenden Bereiche mit Arnikasalben und -ölen oder die Zufuhr von Vitamin C und D, Kalzium und Magnesium über Nahrungsergänzungsmittel. Ein wissenschaftlicher Beweis für die Wirkung dieser Mittel steht derzeit jedoch noch aus, außerdem sollten Sie den Einsatz mit dem Kinderarzt abklären.

Homöopathie: Diese Mittel sind bei Wachstumsschmerzen einen Versuch wert

Wachstumsschmerzen können darüber hinaus mit Homöopathie behandelt werden. Auch hier fehlt der wissenschaftliche Beweis für die Wirksamkeit, jedoch ist der psychologische Effekt auf betroffene Kinder nicht zu verachten und die Homöopathie zum Beispiel bei Unverträglichkeit gegenüber Schmerzmedikamenten einen Versuch wert.

Es wird eine vierwöchige Kur mit folgenden Globuli empfohlen:

  • Calcium phosphoricum D12, fünf Globuli am Morgen und
  • Manganum metallicum D12, fünf Globuli abends

Die genannten homöopathischen Mittel können ebenso im akuten Bedarfsfall gegen Wachstumsschmerzen eingesetzt werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2016
Quellen: Evans A.M. Growing pains: contemporary knowledge and recommended practice. J Foot Ankle Res, 2008, 1(1), 4 Harel L. Growing pains: myth or reality. Pediatr Endocrinol Rev, 2010, 8(2), 76-8 Pavone V., Lionetti E., Gargano V., Evola F.R., Costarella L., Sessa G. Growing pains: a study of 30 cases and a review of the literature. J Pediatr Orthop, 2011, 31(5), 606-9

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