Wenn die Konzentration nachlässt

Konzentrationsschwäche: Ursachen und was hilft?

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Konzentrationsschwäche wird häufig durch Stress oder Schlafmangel hervorgerufen, kann aber auch Anzeichen von Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Demenz sein. Bei Kindern, aber auch Erwachsenen ist ADHS als Ursache ebenfalls denkbar. Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen und was kann man selbst tun?

Frau mit Brille konzentriert sich
© iStock.com/PeopleImages

Als Konzentration bezeichnet man die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit. Weil Konzentration viel geistige Energie kostet, kann sie nicht durchgängig aufrechterhalten werden, sondern lässt mit der Zeit nach. Bestimmte Faktoren fördern die Konzentration, während andere sie stören. Einfluss haben vor allem die emotionale Befindlichkeit, der körperliche Zustand und die Umgebungsbedingungen.

Artikelinhalte im Überblick:

Demenztest: Nur vergesslich oder dement?

Konzentrationsschwäche nimmt mit dem Alter zu

Unabhängig von den genannten Einflussfaktoren lassen Merk- und Konzentrationsfähigkeit bereits etwa ab dem 40. Lebensjahr nach. Davon ist das Kurzzeitgedächtnis früher betroffen als das Langzeitgedächtnis. Neue Eindrücke werden schnell wieder vergessen oder gar nicht erst aufgenommen: Die Spätnachrichten sind schon am nächsten Morgen aus dem Kopf, während Kindheitserlebnisse ewig in Erinnerung bleiben.

Auch das Vergessen von Namen, Telefonnummern und Geburtstagen gehört früher oder später zum Alltag, ebenso wie das Suchen von Schlüsseln und Brille. Das schwächer werdende Konzentrationsvermögen macht es es zunehmend schwer, sich über längere Zeit mit komplizierten Themen zu befassen.

Mögliche Ursachen für Konzentrationsschwäche

Vor allem im Alter lässt die Konzentrationsfähigkeit nach, weil sich mit den Jahren die Durchblutung von Organen und Geweben verringert. Verantwortlich dafür ist eine altersbedingte Verengung der Arterien (Arteriosklerose). Arterien sind diejenigen Gefäße, die sauerstoff- und nährstoffreiches Blut zu Geweben und Organen bringen, also auch zum Gehirn.

Die Arterienverengung entsteht, weil sich mit der Zeit Blutbestandteile wie Cholesterin oder Blutplättchen in den Gefäßen ablagern. Je enger ein Gefäß wird, desto langsamer fließt das Blut hindurch und desto mehr Stoffe lagern sich ab. Die Durchblutung in sehr feinen Gefäßen, wie in denen des Gehirns, ist gegenüber diesen Vorgängen besonders anfällig.

Zahlreiche Faktoren, die mit der Lebensweise verknüpft sind, begünstigen das Geschehen und folglich eine Mangeldurchblutung:

Daneben gibt es körperliche Ursachen und Erkrankungen, die neben einer mangelhaften Durchblutung des Gehirns für Konzentrationsstörungen sorgen können:

Schlafmangel und seine gesundheitlichen Folgen

Konzentrationsschwäche: Wann ärztliche Hilfe holen?

Arteriosklerose kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Ärztliche Kontrolluntersuchungen sollte man daher gewissenhaft wahrnehmen, vor allem, wenn Bluthochdruck, Diabetes mellitus und/oder erhöhte Blutfettwerte diagnostiziert wurden.

Sind die Beeinträchtigungen im Alltag erheblich, besteht Verdacht auf eine Demenzerkrankung oder treten neben Konzentrationsschwäche auch Schwindel oder Ohrensausen auf, sollte unbedingt ein*e Arzt*Ärztin aufgesucht werden.

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    Wie Eltern erkennen, ob Hyperaktivität oder Unkonzentriertheit ihres Kindes ganz normal oder schon Anzeichen von ADHS sind.

Bei Kindern kann mangelndes Konzentrationsvermögen auch auf ADHS hindeuten. Eltern sollten ihre*n Kinderärztin*Kinderarzt im Zweifelsfall auf den Verdacht ansprechen. Bei bestätigter Diagnose kann eine Therapie eingeleitet werden, die aus Verhaltenstherapie und/oder Medikamenten (Wirkstoff Methylphenidat) besteht. Da auch Erwachsene von ADHS betroffen sein können, sollten sie entsprechende Symptome ernst nehmen und im Zweifel abklären lassen.

Diagnose einer Konzentrationsschwäche

Um die Konzentrationsfähigkeit und somit auch den Umfang einer Konzentrationsschwäche zu diagnostizieren, verwendet man standardisierte Tests, sogenannte Aufmerksamkeits-Belastungs-Tests. Diese zeigen den Grad der Fähigkeit, bestimmte Aufgaben über eine bestimmte Zeit hinweg durchzuführen. Ausgewertet werden dann die Menge der bewältigten Aufgaben und die Qualität (Fehlerquote) der genannten Lösungen oder Antworten.

Was tun bei Konzentrationsschwäche?

Das Nachlassen der Durchblutung ist zwar ein natürlicher Alterungsprozess. Diesem kann man jedoch bis zu einem gewissen Grad entgegenwirken und die geistige Fitness möglichst lange erhalten.

Medikamente gegen Konzentrationsstörungen

Verschiedene Arzneimittel mit pflanzlichen Wirkstoffen oder Mikronährstoffen können bei einer Konzentrationsschwäche helfen. Wichtig ist, dass diese regelmäßig über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Je nach Wirkstoff können sie einer Gefäßverengung und einer verminderten Durchblutung begegnen, die Nährstoffversorgung des Gehirns optimieren oder die Gehirnfunktionen anregen.

Häufig gegen Konzentrationsschwäche eingesetzt werden Pflanzenextrakte aus Ginkgoblättern oder der Ginsengwurzel. Außerdem gibt es Präparate mit Vitaminen (B-Vitaminen, Vitamin E und Vitamin C), Mineralstoffen wie Kalzium und Magnesium oder anderen im Körper natürlich vorkommenden Mikronährstoffen, darunter Deanol, Cholin und Lecithin.

Gehirnjogging hilft bei Konzentrationsschwäche

Wer gesund lebt, an den Ereignissen des Tages aktiv teilnimmt und sein Gedächtnis immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, wird auch noch in späteren Lebensjahren geistig rege sein. Das Gehirn braucht täglich neue Impulse. Je abwechslungsreicher diese sind, desto besser.

Schon der Alltag bietet viele Möglichkeiten: Zeitung lesen, Zahlen- und Buchstabenrätsel lösen, ins Kino oder Theater gehen, den Enkeln bei den Hausaufgaben helfen oder Kontakte zu anderen Menschen pflegen. Zusätzlich sinnvoll sind spezielle Übungen (Gehirnjogging). Für ein optimales Gedächtnistraining müssen beide Gehirnhälften beansprucht werden. Gehirnjogging sollte daher sowohl aus kreativen als auch logischen Aufgaben bestehen.

Konzentrationsschwäche mit gesunder Lebensweise vorbeugen

Das Gehirn braucht genügend Schlaf, um zu regenerieren. Dabei verarbeitet es die am Tag gewonnenen Eindrücke und Reize. Bestimmte Informationen löscht es, andere werden gespeichert. Des Weiteren hilft eine gesunde Ernährung mit reichlich Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, um den Nährstoffbedarf des Gehirns zu decken.

Einen positiven Einfluss auf die Durchblutung und damit auf die kognitive Leistung haben körperliche Aktivitäten wie Ausdauersport (zum Beispiel Laufen, Wandern, Nordic Walking) und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Trinkmenge mindestens 1,5 Liter täglich).

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