Was steckt hinter Energielosigkeit?

Erschöpfung: Was steckt dahinter und was kann man tun?

Erschöpfung ist ein Zustand, der körperlich und/oder geistig wahrgenommen wird. Betroffene fühlen sich müde, schlapp und energielos.

erschöpfung
Genügend geschlafen und dennoch müde: Hält Erschöpfung länger an, gilt es, die Ursache zu klären.
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Erschöpfung tritt als alltägliches Phänomen, aber auch als Symptom bei verschiedenen Krankheiten auf. Das Spektrum der möglichen Ursachen ist breit. So können vorübergehende körperliche und psychische Belastungen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen, zum Beispiel Krebserkrankungen, Erschöpfung auslösen. Der Betroffene fühlt sich müde, schlaff und energielos. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Die Erschöpfung kann vorübergehend oder anhaltend bestehen. Oft ist sie an konkrete Auslöser wie beispielsweise Schlafmangel oder Stress im Job gebunden und lässt sich durch entsprechende Gegenmaßnahmen gut beheben bzw. gibt sich von selbst, wenn die auslösenden Faktoren ausbleiben. In anderen Fällen tritt die Erschöpfung anhaltend auf und geht weit über das bloße Empfinden von Abgeschlagenheit hinaus.

Bei diesen Symptomen zum Arzt!

Lifeline/Wochit

Langfristig erschöpft: Besser zum Arzt!

Anhaltende oder chronische Erschöpfung tritt häufig in Verbindung mit bestimmten Erkrankungen auf und sollte daher immer ein Grund für einen Arztbesuch sein. Auch ausreichend Schlaf und eine gesunde Lebensführung können die Erschöpfung in diesen Fällen nicht oder nicht vollständig beheben. Eine andere Bezeichnung für Erschöpfung, die häufig in diesem Zusammenhang verwendet wird, ist Fatigue.

Besteht anhaltende (mindestens seit einem halben Jahr) körperliche und geistige Erschöpfung als Hauptsymptom neben weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, deren Auftreten nicht durch eine andere Ursache wie etwa Schlafmangel, eine diagnostizierte andere akute oder chronische Erkrankung oder Medikamenteneinnahme erklärt werden kann, bezeichnen Mediziner dies als chronisches Erschöpfungssyndrom (auch chronisches Fatigue Syndrom, CFS). Dabei handelt es sich nach heutigem Verständnis um eine eigenständige Erkrankung, deren Ursache noch ungeklärt ist.

Erschöpfung: Diese Ursachen stecken dahinter

Erschöpfung kann vielfältige Ursachen haben, angefangen von körperlichen und psychischen Belastungen im Alltag, Lebensstil- und Verhaltensfaktoren bis hin zu schwerwiegenden Krankheiten.

In einigen Fällen, beispielsweise beim chronischen Erschöpfungssyndrom, lassen sich keine klaren körperlichen und/oder psychischen Ursachen für die Erschöpfung finden.

Zu den Faktoren, die Erschöpfung begünstigen können, zählen unter anderen:

  • Schlafmangel (etwa durch Schlafapnoe, Angst- und Panikstörungen oder falsche Einschlafgewohnheiten bedingt)
  • Bewegungsmangel
  • ungesunde Ernährungsweise
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • schwangerschaftsbedingte Erschöpfung
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Erschöpfung als Begleitsymptom anderer Erkrankungen

Belastende Therapiemethoden als Ursache von Erschöpfung

  • zum Selbsttest

    Das Fatigue-Syndrom gilt mittlerweile als eigenständige Krankheit, die sich in diversen Beschwerden äußert. Prüfen Sie mit dem Selbsttest, ob Sie betroffen sein könnten

  • Erschöpfung als Nebenwirkung der Krebstherapie, etwa einer Strahlentherapie, Chemotherapie oder Immuntherapien

  • Erschöpfung als Nebenwirkung von Medikamenten, zum Beispiel infolge der Einnahme von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln, Herzmedikamenten, Mitteln gegen Heuschnupfen (Antihistaminika), Blutdruckmedikamenten, Antidepressiva.

Einen Sonderfall stellt das sogenannte chronische Erschöpfungssyndrom (Fatigue Syndrom) dar, das dann vorliegt, wenn die Erschöpfung seit mindestens sechs Monaten besteht und keine andere, zum Beispiel körperliche oder psychische Ursache gefunden werden konnte.

Erschöpfung: Wie die Diagnose abläuft

Eine Diagnose beziehungsweise Abklärung der Ursache von Erschöpfung durch einen Arzt sollte auf jeden Fall erfolgen, wenn die Beschwerden plötzlich und ohne erklärbaren Zusammenhang (wie Schlafmangel, stressige Situationen) aufgetreten sind.

  • zum Selbsttest

    Ständig müde oder aber hellwach? Sie nehmen zu, ohne viel zu essen? Der Selbsttest zeigt, ob eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse dahinterstecken könnte!

Auch bei chronischen Erschöpfungszuständen ungeklärter Ursache sollten Betroffene einen Arzt konsultieren, da eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahinterstehen kann.

Der Arzt prüft, ob einen körperliche oder psychische Ursache und/oder Faktoren des Verhaltens und des Lebensstils als Auslöser für die Erschöpfung infrage kommen, ob möglicherweise ein chronisches Erschöpfungssyndrom oder ein Burnout vorliegt und wie ausgeprägt die Erschöpfung ist, um im Anschluss gemeinsam mit dem Patienten einen geeigneten Behandlungsplan aufzustellen. Die Diagnosestellung beginnt mit dem ausführlichen Patientengespräch (Anamnese), auf das die körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere Untersuchungsverfahren folgen.

Fragen, die es zu klären gilt

Wichtige Fragen, die der Arzt zur Ermittlung der Ursache der Erschöpfung im Patientengespräch stellen könnte, sind z.B.:

  • Seit wann fühlen Sie sich erschöpft und gibt es mögliche Auslöser für die Erschöpfung, etwa im familiären oder beruflichen Alltag?

  • Wie intensiv sind die Beschwerden und wie genau äußern sie sich? Fühlen Sie sich eher körperlich oder geistig erschöpft und wie beeinträchtigt ist die Leistungsfähigkeit?

  • Bestehen Schlafstörungen und wie sind Schlafverhalten und Lebensgewohnheiten wie Ernährung, Alkoholkonsum, Bewegung, soziale und berufliche Aktivitäten?

  • Sind Sie häufig Stress ausgesetzt?

  • Wurden bei Ihnen bereits andere Erkrankungen diagnostiziert, etwa Diabetes, Nieren- oder Leberleiden, ein niedriger Blutdruck, eine psychische Erkrankung?

  • Welche Medikamente nehmen Sie derzeit ein?

  • Sind Sie Krebspatient/in und erhalten Sie entsprechende Therapien?

  • Erfolgten kürzlich Operationen?

  • Leiden Sie neben der Erschöpfung an weiteren Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder sind Sie oft traurig, niedergeschlagen, antriebslos?

  • zum Lexikon

    Was wird beim Bluttest untersucht und was bedeuten die Abkürzungen und die Werte genau? Das Lifeline-Lexikon über Labor- und Blutwerte gibt Auskunft über die wichtigsten Parameter

Häufig werden zur Beurteilung der Intensität und individuellen Kennzeichen  der Erschöpfungsproblematik auch Fragebögen mit vorgegebenen Skalen und Antwortoptionen ausgehändigt. Dies erleichtert dem Arzt die Einordnung. Wichtige Informationen zur Eingrenzung der Ursachen kann auch ein "Erschöpfungstagebuch" geben, in dem der Patient seine Beschwerden und weitere Faktoren dokumentiert.

Was die Blutwerte verraten

Eine körperliche Untersuchung sowie Laboruntersuchungen gehören bei anhaltender Erschöpfung ebenfalls zur Basisdiagnostik. Sie dienen dazu, Krankheiten, die möglicherweise für die Erschöpfung verantwortlich sind, zu erkennen oder auszuschließen.

Die Laboruntersuchungen umfassen beispielsweise eine Blutbildkontrolle, einschließlich der Bestimmung von z.B. Eisen-, Leber- und Schilddrüsenwerten sowie Entzündungsparametern. Je nach Ausgangsbefund können weitere Untersuchungen erfolgen. Um psychische Ursachen der Erschöpfung zu erkennen bzw. auszuschließen, kann auch ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten hilfreich sein.

Therapie der Erschöpfung: Diese Möglichkeiten stehen zur Verfügung

Wurde eine körperliche oder psychische Erkrankung als Ursache für das Erschöpftsein festgestellt, muss diese behandelt werden. Besteht die Erschöpfung aufgrund der Einnahme bestimmter Medikamente oder einer bestimmten Therapie, kann eventuell die Therapie umgestellt oder angepasst werden.

Bei entsprechender Diagnose zielt die Behandlung auch darauf ab, ungünstige Lebens- und Verhaltensweisen zu verändern, zum Beispiel die Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten zu verbessern und Stress zu minimieren.

Weiterhin können psychotherapeutische Maßnahmen wie Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie und/oder Entspannungsverfahren und die Aufnahme körperlicher Aktivität (Sport, Bewegungstherapie). Bestandteil der Behandlung sein und sich bei Erschöpfung positiv auswirken. Mitunter, etwa bei Krebspatienten, eignet sich auch eine medikamentöse Therapie, um die Erschöpfung in den Griff zu bekommen.

Da bei Erschöpfung sehr viele Ursachen infrage kommen, ist eine exakte Diagnose durch den Arzt die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Je nach den individuellen Gegebenheiten besprechen Arzt und Patient gemeinsam das weitere Vorgehen und stellen einen geeigneten Behandlungsplan zusammen. Eine gründliche Aufklärung und praktische Hilfestellungen können den Betroffenen im Alltag helfen.

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Letzte Aktualisierung:10. Mai 2017
Quellen: MayoClinic.com: Fatigue. 14.08.2010. URL: http://www.mayoclinic.com/health/fatigue/MY00120 (Stand: 8.11.2011) Heuwinkel-Otter, A.; Nümann-Dulke, A.; Matscheko, N.: Pflegediagnosen für die Kitteltasche, Springer-Verlag (2011), S. 213-219 Gaab, J: Suche nach der Ursache des chronischen Erschöpfungssyndroms. Eine Geschichte mit Fortsetzung. In: Psychotherapeut (3) 2011, S. 211–215 Gaab, J.; Martin, A.: Chronisches Erschöpfungssyndrom. Evidenzbasierte Psychotherapie bei chronischer organisch unklarer Erschöpfung. In: Psychotherapeut (3) 2011, S. 231–238 Schütz, F.: Fatigue – ein unterschätztes Symptom bei Krebs. In: Der Gynäkologe (8) 2008, S. 603-605 Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Chronic Fatigue Syndrome - General Information. URL: http://www.cdc.gov/cfs/general/case_definition/index.html (Stand: 8.11.2011)

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