Depressionstherapie

Wie Schlafentzug Depressionen vertreibt

Effekt von Schlafentzug im Gehirn entschlüsselt

Schlafentzug wirkt gegen Depressionen. Doch was dabei im Gehirn genau passiert, war bisher unbekannt. Eine Studie hat jetzt das Phänomen entschlüsselt.

Depression,Frau
Die neurobiologischen Mechanismen bei Schlafentzug könnten ein Ansatzpunkt für neue Antidepressiva sein.
(c) Stockbyte

Wer zu wenig Schlaf bekommt, kann einen geradezu euphorischen Zustand erreichen - der allerdings nur wenige Tage anhält. Danach kommt die totale Erschöpfung. Schon seit einigen Jahrzehnten nutzt die Medizin kontrollierten Schlafentzug als eine Option zur Behandlung von hartnäckigen Depressionen. Jeder zweite Patient fühlt sich dadurch besser, wenigstens für kurze Zeit. Und lernt damit, dass es auch für ihn durchaus ein Leben ohne Depression geben kann.

Stoffwechselvorgänge im Gehirn verändert

Was sich dabei genau im Gehirn abspielt und warum kontrollierter Schlafentzug so gut gegen Depressionen wirkt, war bisher noch nicht im Detail erforscht. Von früheren Studien ist aber bekannt, welche Stoffwechselvorgänge bei Depressionen im Gehirn verändert sind:

  • eine Überaktivität in dem für die Verarbeitung von emotionalen Prozessen zuständigen Anterioren Cingulum,
  • eine Unteraktivität in dem vor allem an kognitiven Leistungen beteiligten Dorsolateralen Präfrontalkortex.
Zwölf unterschätzte Schlafräuber

Lifeline/Wochit

Forscher der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich haben diese Gehirnbereiche nun im Zusammenhang mit Schlafentzug untersucht. Dazu nutzten sie Magnetresonanztomographie und Hirnstromableitungen (Elektroenzephalogramm, EEG) bei gesunden Probandinnen mit und ohne Schlafentzug.

Es zeigte sich, dass es unter Schlafentzug weniger Verknüpfungen zu dem überaktivierten Anterioren Cingulum gab, jedoch eine stärkere zu dem unteraktiven Dorsolateralen Präfrontalkortex. Vereinfacht ausgedrückt - die bei Depressionen überaktiven Gehirnbereiche werden beruhigt, die zu wenig aktiven etwas angeregt. Dadurch verschwinden die Depressionssymptome.

Die besten Tipps bei Depressionen

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Letzte Aktualisierung: 14. November 2013
Quellen: PNAS Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, Pressemitteilung der Universität Zürich

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