Vielfältige Faktoren

Wie entstehen Depressionen: Ursachen und Auslöser

Wie entsteht eine Depression? Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Depressionen kommen meist nicht plötzlich, sondern entwickeln sich aus einem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren. Die Persönlichkeitsstruktur und eigene Lebenssituation spielen eine entscheidende Rolle, ob ein Mensch in einer psychischen Krisensituation depressiv wird oder nicht. Auch genetische Faktoren werden diskutiert.

Auslöser von Depressionen
Depressionen haben vielfältige Ursachen im Zusammenspiel zwischen Körper und Psyche.
© Stockbyte / John Foxx

Um die Ursache von Depressionen zu verstehen, müssen die engen Verflechtungen von Genen, Körper, Gehirn, Lebenserfahrungen und Lebensgeschichte entwirrt werden. Das Zusammenspiel von biologischen und sozialen Mechanismen ist entscheidend.

Die Rolle der Neurotransmitter im Gehirn

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Nach Ansicht vieler Wissenschaftler liegen die Ursachen einer Depression in einer Stoffwechselstörung des Gehirns, durch die die Botenstoffe zwischen den Nervenzellen aus der Balance geraten sind. Diese Botenstoffe werden Neurotransmitter genannt, wichtige Vertreter sind Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass diese bei der Entstehung von psychischen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Ist die Übertragung zwischen den Nervenzellen gestört oder besteht ein massives Ungleichgewicht zwischen den einzelnen Neurotransmittern, so schlägt sich das auch in den Gefühlen und Gedanken nieder. Grübeleien und gedrückte Stimmung sind die Folge. Bei der Behandlung einer Depression setzt man an diesen biochemischen Prozessen an: Bestimmte Antidepressiva (zum Beispiel Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) sollen den Mangel an Botenstoffen ausgleichen.

Verschiedene Einflüsse und Risikofaktoren können Depressionen verursachen

Unklar ist allerdings, wodurch genau dieser Mangel an Botenstoffen ausgelöst wird. Selten gibt es einen konkreten Auslöser oder eine unmittelbare Ursache für eine Depression. Meist spielen mehrere Faktoren und Einflüsse zusammen. Manchmal gelingt es Ärzten auch gar nicht, die Ursachen für die langanhaltende traurige Stimmung aufzuspüren. Einige Risikofaktoren begünstigen jedoch die Entwicklung einer Depression.

Dazu zählen unter anderem:

  • Psychosoziale und persönliche Faktoren: schwere Schicksalsschläge, Tod nahestehender Menschen, Scheidung, Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle (zum Beispiel während des Älterwerdens oder beim Auszug der Kinder)
  • traumatische Erfahrungen und Erlebnisse in der Kindheit (Missbrauch, Vernachlässigung)
  • ungünstige Lebenssituationen
  • anhaltender beruflicher oder privater Stress, chronische Überlastung, Jobverlust
  • Alkoholsucht und Medikamentenmissbrauch, Drogenkonsum
  • Einnahme bestimmter Medikamente: Betablocker, hormonelle Verhütungsmittel (Pille), Beruhigungs- und Schlafmittel
  • Jahreszeitlich bedingte Verstimmungen und Depressionen aufgrund des Lichtmangels (Winterdepression)
Behandlung von Depressionen: Hilfen & Tipps

Hormonelle Ursachen für Depressionen bei Frauen

In bezug auf Depressionen bei Frauen wird auch die Rolle der Hormone diskutiert. So ist bekannt, dass Hormonschwankungen in der zweiten Zyklushälfte die Entstehung des prämenstruellen Syndroms (PMS) mit depressiver Verstimmung begünstigen können.

Zu einem gravierenden Umbau des Hormonhaushaltes kommt es während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Zusammen mit den neuen Lebensumständen und dem möglicherweise psychischen Druck können Frauen in diesen Lebenslagen eine Schwangerschaftsdepression, Babyblues oder eine Wochenbettdepression entwickeln.

Auch während der Wechseljahre ist die Neigung zu Depressionen verstärkt. Zudem spielen hier Faktoren wie die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden eine Rolle.

Depression durch schwere Krankheiten

Daneben gelten schwere Krankheiten, die dauerhaft und tief ins Leben der Betroffenen einschneiden, als ein möglicher Auslöser von depressiven Störungen. Bekannt ist, dass Patienten mit folgenden Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für eine Depression haben:

  • Angststörungen
  • Essstörungen etwa Magersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) oder Binge-Eating-Disorder
  • Persönlichkeitsstörungen, zum Beispiel Schizophrenie
  • Krebserkrankungen wie Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs oder Lungenkrebs
  • Allergien
  • Infektionskrankheiten, etwa HIV/Aids
  • Diabetes
  • Erkrankungen des Nervensystems und Gehirns, zum Beispiel Multiple Sklerose, Parkinson oder ein Schlaganfall
  • Chronische Schmerzen (Rückenschmerzen, Kopfschmerzen)

Genetische Ursachen für Depressionen

Die Neigung, an einer Depression zu erkranken, kann unter Umständen genetisch bedingt sein. Allerdings gibt es vermutlich mehrere Gene, die dafür verantwortlich sind. Entdeckt ist lediglich eine Gen-Variante, die für den Transport der Nervenbotenstoffe Serotonin und Noradrenalin zuständig ist und bei Depressionen eine Rolle spielen könnte.

Bisher durchgeführte Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien belegen, dass Verwandte depressiver Patienten zu mindestens 20 Prozent ebenfalls depressiv sind. Damit tritt die Depression im Familienkreis öfter auf als in der Allgemeinbevölkerung (fünf bis zehn Prozent). Die Studien zeigen allerdings auch, dass der genetische Faktor allein nicht für die Entstehung und den Schweregrad einer Depression verantwortlich ist. Vielmehr spielen immer auch Umweltfaktoren eine Rolle, wie zum Beispiel familiäre und soziale Verhältnisse, man spricht deshalb bei der Depression von einer multifaktoriellen Erkrankung.

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