Depressions-Formen

Die unipolare Depression: Gefangen im Tief

Sie fühlen sich miserabel, wertlos und verlieren das Interesse am Leben. Im Fluss der Ereignisse bleibt ein Stimmungswechsel völlig aus. Diese häufigste Form der affektiven Störung wird als unipolare affektive Störung, unipolare Depression oder Major Depression bezeichnet.

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Bei Dysthymie handelt es sich um chronisch verlaufende Stimmungsschwankungen, die meist im jungen Erwachsenenalter beginnen.
Getty Images/iStockphoto

Von einer unipolaren Depression spricht man in der Regel dann, wenn es sich um eine einzelne depressive Episode handelt – also einem begrenzten Zeitraum der Erkrankung. Je nach Krankheitsverlauf gibt es aber auch weitere Formen der unipolaren Depression, wie z.B. die Dysthymie oder die rezidivierende, depressive Störung.

Die depressive Episode - Trübsal auf Zeit

„Depressive Episode" ist der Ausdruck für eine einzelne Episode, die unbehandelt zwischen sieben und 14 Monaten dauert. Gerade bei lang anhaltenden Phasen besteht die Gefahr, dass sich ein Gewöhnungsprozess beim Patienten und auch bei den Angehörigen einstellt und die Beschwerden nicht als Zeichen einer Erkrankung gesehen werden, sondern als Ausdruck der Persönlichkeit oder der Lebensumstände. Nach der Diagnoseeinteilung ICD-10 werden für die depressive Episode folgende Subtypen nach Intensität und Dauer der Symptomatik sowie besonders dem Grad der sozialen Beeinträchtigung unterschieden:

  • leicht (ohne körperliche (=somatische)/mit somatischen Symptomen),
  • mittelgradig (ohne somatische/mit somatischen Symptomen),
  • schwer (ohne psychotische/mit psychotischen Symptomen).

Dysthymie – wenn die Depression chronisch wird

Dysthymie bedeutet wörtlich „kranke Stimmung". Hierbei handelt es sich um chronisch verlaufende Stimmungsschwankungen, die meist im jungen Erwachsenenalter beginnen. Eine einzelne depressive Episode, die länger als 24 Monate andauert, wird als Dysthymie bezeichnet. Auch wenn schwerwiegende Symptome ausbleiben, so machen dem Patienten z.B. chronisches Unbehagen, Unwohlsein, Lethargie, erhöhte Ermüdbarkeit, gestörte Arbeitsfähigkeit, reduzierter Antrieb und niedrige Frustrationstoleranz dauerhaft zu schaffen.

Rezidivierende depressive Störung

Nach einer mindestens sechs Monate anhaltenden Phase der vollständigen oder teilweisen Besserung (Remission) kommt es zu einer neuen depressiven Episode – einem Rezidiv. Studien zeigen, dass nur etwa 25 Prozent der Menschen mit Depressionen eine einzelne Episode durchlaufen. Bei 75 Prozent der Betroffenen wiederholen sich die Episoden. Die Zyklusdauer (Zeit vom Beginn einer Episode bis zum Beginn der nächsten) liegt bei ungefähr 4,5 bis fünf Jahren.

Je mehr Wiederholungen (=Rezidive) jemand durchlebt, umso größer ist das Risiko für weitere. Bei weniger als 60 Prozent der Patienten mit einer ersten Einzelepisode tritt eine weitere Episode auf. Sind bereits zwei Episoden vorausgegangen so müssen 60 bis 90 Prozent dieser Betroffenen auch mit einer dritten Episode rechnen. Liegen bereits drei Episoden vor, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer als 95 Prozent, dass weitere depressive Episoden folgen. Andere Risikofaktoren für ein Rezidiv sind:

  • ein später Beginn der Depression (nach dem 60. Lebensjahr),
  • lang andauernde depressive Episoden,
  • genetische Veranlagung für affektive Störungen,
  • Depressionen, die mit Angststörungen und/oder Substanzmissbrauch einhergehen.
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