Symptome erkennen

Ist es eine Depression?

Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, Selbstzweifel und innere Unruhe – diese Gefühle hat jeder von uns schon einmal erlebt. Aber was, wenn Freudlosigkeit und Pessimismus übermächtig werden und einen nicht mehr loslassen? Hier einige der Warnsignale, die für die Diagnose Depression sprechen können. Neben der genauen Selbstbeobachtung kann der Besuch eines Therapeuten weiter Klarheit bringen.

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Bei ungewohnt lange anhaltender Traurigkeit und Antriebslosigkeit könnte eventuell eine Depression bestehen.
(c) iStockphoto

Sich deprimiert und niedergeschlagen zu fühlen, sind normale Reaktionen auf kleinere oder größere Belastungen im Alltag. Die Gründe sind vielfältig: Stress am Arbeitsplatz, finanzielle Sorgen, Beziehungskrach oder etwas ganz anderes. In der Regel gelingt es uns, mit diesen Belastungen gut fertig zu werden, wir können Unsicherheit und Niedergeschlagenheit überwinden und unseren Gefühlshaushalt wieder ins Lot bringen.

Doch was, wenn diese Niedergeschlagenheit einfach nicht mehr weichen will? Was, wenn jeder noch so alltägliche Handgriff zum regelrechten Kraftakt wird und Gedanken wie „Ich kann einfach nicht mehr“, „Ich habe keine Kraft mehr“ vorherrschend sind? Ist es vielleicht tatsächlich eine Depression? Jetzt ist eine ehrliche Selbstbeobachtung gefragt.

Ehrliche Selbstbeobachtung – der erste Schritt zur Diagnose

Es gibt einige Symptome, die für eine Depression charakteristisch sind. Wie stark diese Symptome ausgeprägt sind und ob sie alle oder nur zum Teil auftreten, ist individuell unterschiedlich. Dennoch lohnt es sich, genauer hinzusehen und das eigene Verhalten und Denken genauer zu hinterfragen, wenn man eine Depression bei sich vermutet.

Hier einige der ausgewählten Symptome der Depression:

  • Niedergeschlagenheit
  • Traurigkeit, Neigung zum Weinen (am Morgen verstärkt)
  • Gefühl der inneren Leere
  • Zunehmende Interesselosigkeit gegenüber früheren Hobbys und Aktivitäten
  • Freudlosigkeit (versteinertes Gesicht)
  • Antriebslosigkeit, Kraftlosigkeit („Ich kann nicht mehr!“)
  • Erschöpfung, das Gefühl, wie gelähmt zu sein
  • Appetitlosigkeit, psychosomatische Symptome wie Magen-Darm-Probleme, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen o.ä.
  • Leises Sprechen
  • Starkes Zweifeln und Grübeln
  • Pessimistischer Blick in die Zukunft
  • Verlust an Selbstwertgefühl, Selbstvorwürfe
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • Innere Unruhe
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlafschwierigkeiten (Einschlafprobleme, verfrühtes Erwachen)
  • Das Gefühl, das Leben ist sinnlos
  • Selbstmordgedanken

Verdacht auf Depression? Die nächsten Schritte

Die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, an einer Depression zu leiden, fällt sicher nicht leicht. Vielleicht werfen Sie sich selbst vor: „Stell dich nicht so an!", oder Sie sagen sich: „Ich bin doch nicht verrückt oder krank, ich muss mich nur zusammenreißen und die Zähne zusammenbeißen." Dies ist aber der falsche Weg. Wichtig ist jetzt, jegliche Scheu und falsches Schamgefühl abzulegen und  professionelle Unterstützung bei einem Psychotherapeuten zu suchen. Hier kann einerseits die Diagnose eindeutig gestellt werden und ggf. auch weitere psychische Leiden, die mit einer Depression einhergehen können, aufgedeckt werden. Und vor allem: Unter professioneller Anleitung kann der Weg aus der Depression und zurück ins Leben gefunden werden.

Hinweis für Angehörige

Vielen depressiven Menschen fällt es schwer, die eigene Denk- und Handlungsweise noch objektiv zu beurteilen bzw. sich professionelle Unterstützung zu suchen. Zu tief ist das dunkle Loch, in dem sie sich befinden. Hier ist auch die aktive Mitarbeit von Freunden und Angehörigen gefragt. Häufig können sie von außen den entscheidenden Anstoß geben, um die richtigen Schritte einzuleiten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 10. Januar 2012
Quellen: DVGE Verlag für Gesundheit und Ernährung

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