Wann Eltern aktiv werden sollten

Depressionen von Kindern ernst nehmen

Depressionen betreffen zunehmend Kinder und Jugendliche. Wichtig ist, dass Eltern die Zeichen richtig deuten – und ein Arzt klärt, ob eine körperliche Ursache hinter der Niedergeschlagenheit steckt.

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An Depressionen können schon kleine Kinder erkranken. Häufiger fallen aber ältere Kinder und Teenager in das tiefe Loch.
Getty Images/iStockphoto

Halten Depressionen bei Kindern länger als zwei Wochen an, sollten sie behandelt werden. Ein Arzt muss dann aber erst einmal klären, ob hinter den Symptomen womöglich etwas Körperliches steckt, erläutert Ingo Spitczok von Brisinski vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP).

Schmerzen, Angst und Unlust kennzeichnen kindliche Depressionen

Typische Hinweise auf Depressionen im Kindes- und Jugendalter sind Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung und Ängste vor neuen Aufgaben und der Zukunft. Die Betroffenen ziehen sich zurück und wollen gerne zu Hause bleiben. Kleinere Kinder suchen oft die Nähe der Mutter. Kinder im Kindergartenalter klagen häufig über Kopf- und Bauchschmerzen und wollen an Aktivitäten in der Gruppe nicht teilnehmen. Schüler zeigen oft nachlassende Leistungen.

Säuglinge und Kleinkindern leiden den Angaben zufolge sehr selten an Depressionen, öfters entwickeln sie Kinder im Vor- und Grundschulalter. Mit der Pubertät steige die Häufigkeit deutlich an. Symptome sind dann Ein- und Durchschlafstörungen, Appetit- und Gewichtsverlust sowie tageszeitliche Schwankungen des Befindens mit einem Tief am Morgen. Auch Stimmungsanfälligkeit, Lustlosigkeit sowie Alkohol- und Drogenkonsum können bei Kindern sowie Erwachsenen auf eine Depression hinweisen.

Ausweglosigkeit bis hin zu Selbstmordgedanken

Die Patienten erkennen für sich keine Zukunftsperspektive, haben ein vermindertes Selbstvertrauen und fühlen sich wertlos. Sogar Gedanken an Suizid können aufkommen. In diesem Fall sollte der junge Patient umgehend einen Kinder- und Jugendpsychiater aufsuchen, rät Spitczok.

Weiterlesen: Den großen Ratgeber rund um Depressionen von Kindern und Jugendlichen finden Sie hier.

Tipps gegen Depressionen

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Letzte Aktualisierung: 09. Juli 2014

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