Wirbelsäulenverletzungen

Schleudertrauma – Gefahr für die Wirbelsäule

Ein Schleudertrauma ist eine Verletzung im Bereich der Halswirbelsäule, die meist durch einen Auffahrunfall aufs Heck passiert. Sie ist die Unfallfolge Nummer eins in Deutschland. Betroffene leiden einige Stunden später unter Kopf-, Nacken- oder Muskelschmerzen. Meist ist das HWS-Syndrom harmlos und heilt nach spätestens vier Wochen aus. Es kann aber auch chronisch werden – dann bleiben die Beschwerden länger bestehen. Schmerzmittel und physikalische Behandlungen helfen bei einem Schleudertrauma.

Schleudertrauma
Verletzungen der Halswirbelsäule zählen zu den häufigsten Verletzungen bei einem Autounfall.
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Ein Schleudertrauma ist Unfallfolge Nummer eins in Deutschland. Der Hintermann hält zu wenig Abstand, passt einen kurzen Moment nicht auf und fährt auf das Heck des vorausfahrenden Autos auf. So entsteht in vielen Fällen ein Schleudertrauma, bei dem der Bereich der Halswirbelsäule verletzt wird. Meist sind umliegende Weichteile wie Muskeln, Sehnen und Bänder betroffen, manchmal aber auch die knöchernen Strukturen.

Am häufigsten ist das Schleudertrauma die Folge eines Autounfalls, meist eines Heckauffahrunfalls. Erst wirken erhebliche Beschleunigungskräfte, dann Bremskräfte auf den Kopf und die Halswirbelsäule (HWS) ein. Der Kopf wird durch den Stoß von hinten zuerst überstreckt, dann nach vorne katapultiert und extrem gebeugt. Auch Sportler können ein Schleudertrauma erleiden. Betroffen sind oft Menschen, die Kampfsport mit schnellen, beschleunigten Bewegungen betreiben, zum Beispiel Karate, Judo, Thai- oder Kick-Boxen.

Schleudertrauma hat viele Namen

Ein Schleudertrauma ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern es umfasst mehrere Symptome, die durch äußere Krafteinwirkung entstehen. Das Schleudertrauma hat noch viele andere Namen:

  • HWS-Syndrom
  • HWS-Distorsion
  • HWS-Trauma
  • HWS-Beschleunigungstrauma, HWS-BT
  • HWS-Zerrung
  • Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule
  • Peitschenschlagsyndrom
  • im Englischen whiplash injury

Strapazierte Halswirbelsäule nach Autounfall

Das Schleudertrauma geht mit Zerrungen, Dehnungen, Rissen oder Stauchungen von Muskeln, Sehnen, Bändern oder Bandscheiben in der Region der Halswirbelsäule einher. Selten werden beim HWS-Syndrom auch die Knochen, Gelenke, Gefäße oder Nerven verletzt. Die Symptome entwickeln sich meist mit zeitlicher Verzögerung einige Stunden nach dem Unfall. Betroffene verspüren Kopf-, Muskel- oder Nackenschmerzen.

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Schleudertrauma – ein Fall für Versicherungen?

Das HWS-Syndrom zählt zu den häufigsten Komplikationen nach einem Autounfall. Das Schleudertrauma ist ein äußerst umstrittenes Syndrom. Oft ist das Schleudertrauma ein Fall für Versicherungen und Juristen, weil es um Entschädigungen in Form von Schmerzensgeld geht. In den letzten 30 Jahren hat eine wachsende Zahl von Geschädigten ärztliche Hilfe wegen eines HWS-Beschleunigungstraumas in Anspruch genommen. Zwischen den einzelnen Ländern gibt es erhebliche Unterschiede, was die gesetzlichen Regelungen, kulturellen Besonderheiten und Erwartungshaltungen der Betroffenen angeht. So ergaben Studien, dass Schleudertraumen in Ländern, in denen keine Entschädigung zu erwarten ist, fast unbekannt sind.

Schleudertrauma ist meist harmlos

Die Stärke des Traumas hängt nicht zwangsläufig mit der Schwere des Auffahrunfalls zusammen. So kann schon ein leichter Aufprall ein schweres HWS-Syndrom verursachen, während Personen selbst nach schweren Unfälle nicht unbedingt ein Schleudertrauma entwickeln müssen. Meist ist das HWS-Beschleunigungstrauma harmlos und klingt innerhalb von vier Wochen wieder ab. Es gibt aber einige Faktoren, die das Risiko für einen chronischen Verlauf erhöhen, zum Beispiel anfängliche heftige Kopfschmerzen oder die psychische Verfassung eines Menschen. Mit Hilfe von Schmerzmitteln oder physikalischen Therapien, etwa Wärme und Kälte, können Sie die Unfallfolgen gut in den Griff bekommen.

Die Ursachen eines Schleudertraumas

Der Auslöser des Schleudertraumas ist eine Beschleunigung, die plötzlich und unerwartet von außen einwirkt. Jeder, dem schon mal ein Auto ins Heck geprallt ist, kennt die Beschleunigungs- und Rotationskräfte, die bei einem Autounfall auftreten. Auf Kopf und Halswirbelsäule wirken erhebliche Kräfte ein, welche die Muskeln vor allem der oberen Halswirbelsäule, die Bänder und in schweren Fällen auch die Gelenke und das Skelett belasten.

Ähnliches geschieht, wenn das Auto von vorne oder seitlich aufprallt. Ein zusätzlicher Beschleunigungsgrad von zehn Stundenkilometern und mehr durch den Aufprall genügt, um die Hals-Nacken-Muskulatur und den Halteapparat wie Sehnen und Bänder in Mitleidenschaft zu ziehen. Dagegen reichen Beschleunigungen, wie sie beim schnellen Anfahren oder einer Vollbremsung einwirken, nicht aus, um ein Schleudertrauma hervorzurufen.

Aber auch Kampfsportarten wie Kick-Boxen, Karate oder Thai-Boxen strapazieren den Kopf, Hals und die Wirbelsäule erheblich. Wer unter Vorerkrankungen wie schweren Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule, Morbus Bechterew (chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke) oder einer Entzündung mehrerer Gelenke (Polyarthritis) leidet, hat ein erhöhtes Risiko für ein HWS-Syndrom.

Schleudertrauma-Symptome: diese Beschwerden können auftreten

Bei einem Schleudertrauma können verschiedene Symptome, welche die Halswirbelsäule, Kopf und Nacken betreffen, in individuell unterschiedlicher Stärke auftreten. Mediziner teilen das Schleudertrauma in vier verschiedene Schweregrade ein (siehe "Schleudertrauma-Diagnose"), je nach Anzahl und Ausprägung der Beschwerden.

Schleudertrauma – so erkennen Sie ein HWS-Syndrom

Erste Beschwerden bei einem HWS-Syndrom sind:

  • Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Muskelverspannungen
  • steifer Nacken

Bei allen Schweregraden können folgende weitere HWS-Symptome hinzukommen:

Diesen Symptomen schenken Ärzte besondere Aufmerksamkeit, weil sie möglicherweise auf ein chronisches Schleudertrauma hindeuten.

HWS-Symptome setzen mit Verspätung ein

Meist vergehen nach dem Unfall einige Stunden, bis sich die ersten Symptome zeigen. Nach einigen Tagen bis Wochen klingen die Beschwerden wie muskelkaterartige Nackenschmerzen oder die Nackensteife wieder ab. Die Ursache für das verzögerte Einsetzen der Beschwerden vermuten Mediziner darin, dass der Unfall das Gewebe mechanisch schädigt und langsam eine Entzündung hervorruft.

Sehr selten kommt es zu Verletzungen der Knochen oder Nerven (Zerrungen, Quetschungen, Einengungen), was der verbesserten Sicherheit in Autos zuzuschreiben ist (Airbags, Sicherheitsgurte, Kopfstützen). Auch Verletzungen des Schädels und Gehirns (Schädel-Hirn-Trauma), zum Beispiel eine Schädelprellung, Gehirnerschütterung oder Gehirnprellungen sind deshalb ebenfalls äußerst selten.

Chronisches Schleudertrauma: die Psyche ist beteiligt

Psychische Faktoren spielen offenbar zusätzlich eine Rolle, wenn die Symptome des Schleudertraumas chronisch werden. Viele durchleben das Ereignis immer wieder in ihrer Erinnerung oder stellen es sich neu vor. In Studien, bei denen Forscher einen fiktiven Heckaufprall simulierten, berichteten anschließend rund 20 Prozent der Studienteilnehmer von Beschwerden, obwohl weder ein Zusammenstoß noch eine Verletzung stattgefunden hatte. Der Unfall alleine erklärt also nicht immer ausreichend, warum das Schleudertrauma chronisch wird und ein Mensch über längere Zeit erheblich unter den Folgen leidet.

Die anfängliche Stärke der Schmerzen, das subjektive Schmerzerleben, die Schmerz- und Stressverarbeitung, aber auch soziale Verstärkersysteme wie die Erwartung von Schmerzensgeld scheinen eine Rolle zu spielen. Gesichert ist, dass bestehende Ängste und Depressionen die Wahrscheinlichkeit von Beschwerden nach einer Verletzung erhöhen.

So stellt ein Arzt die Diagnose

Nach einem Unfall suchen die meisten Patienten einen Arzt auf, um die Unfallfolgen abklären zu lassen. Der Arzt befragt sie

  • zum Unfallhergang,
  • zu Ihren Beschwerden (Schmerzen und anderen Symptomen),
  • zu bestehenden Vorerkrankungen.

Daraus lässt sich meist schon die Diagnose Schleudertrauma stellen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung des HWS-Syndroms ist wichtig, um die Gefahr zu vermindern, dass das Schleudertrauma chronisch wird.

Vier Schweregrade beim Schleudertrauma

Ärzte unterscheiden verschiedene Schweregrade beim Schleudertrauma (von 0 bis IV). Als Grundlage für die Einstufung dient heute die Klassifikation der sogenannte Quebec Task Force (QTF):

Schweregrad Symptome
0 Keine Beschwerden der Halswirbelsäule, keine Ausfallerscheinungen
I

Nur Beschwerden der Halswirbelsäule, zum Beispiel:

- Schmerzen

- Steifheitsgefühl im Nacken

- Überempfindlichkeit bei Berührung

- Keine Ausfallerscheinungen

II

Beschwerden der Halswirbelsäule wie bei Schweregrad I plus:

- Beeinträchtigungen von Muskeln und Skelett wie Bewegungseinschränkungen

- Überempfindlichkeit bei Berührungen

III

Beschwerden der Halswirbelsäule wie bei Schweregrad I plus:

- Neurologische Beeinträchtigungen wie schwache oder nicht vorhandene Muskelreflexe

- Lähmungserscheinungen

- Empfindungsstörungen

IV

Beschwerden der Halswirbelsäule wie bei Schweregrad I plus:

- Bruch oder Verdrehung/Verschiebung der Halswirbelsäule

Die Mehrzahl aller Schleudertraumata (90 bis 95 Prozent) entsprechen den Schweregraden 0 bis II.

Diagnosemethoden beim Schleudertrauma

Folgende Untersuchungen helfen dem Arzt bei der Diagnose:

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt testet unter anderem die Beweglichkeit, Koordination, Reflexe, Funktion von Knochen, Muskeln und Gelenken, das Gleichgewicht, Empfindungsvermögen, die Orientierung und das Gedächtnis; zudem prüft er, ob es akute psychische Belastungsreaktionen auf den Unfall gibt.

  • Röntgenuntersuchung: Sie zeigt zum Beispiel, ob Brüche vorliegen.

    • zum Lexikon

      Im Lifeline-Lexikon sind Diagnosen von A wie Angiographie bis Z wie Zystoskopie ausführlich und auch für medizinische Laien verständlich beschrieben.

    Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) der Wirbelsäule bei Verdacht auf eine schwerere Verletzung der Wirbelsäule, Nervenschädigungen oder Weichteilverletzung (Muskeln, Sehnen, Bänder); ein MRT führen Ärzte auch durch, wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum von vier Wochen anhalten und unerklärlich sind.

  • Psychische Belastungen und Stresssymptome erfragt der Arzt eventuell anhand eines standardisierten Fragenbogens.

Weitere Untersuchungen

Bei Verdacht auf eine Verletzung des Nervensystems und des Gleichgewichtsorgans im Innenohr folgen weitere Untersuchungen:

  • Ableitung von somatosensibel evozierten Potenzialen (SEP): Sie zeigen eine Schädigung des peripheren oder zentralen sensiblen Systems.
  • Ableitung von magnetisch evozierten motorischen Potenzialen (MEP): Nachweis einer Schädigung des peripheren oder zentralen motorischen Systems.
  • Elektromyogramm (EMG): Nachweis einer Schädigung des peripheren motorischen Systems; die Untersuchung ist nach zwei bis drei Wochen sinnvoll.
  • Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG):  Nachweis von Nervenschädigungen.
  • Test der Blasenfunktion, beispielsweise mittels Ultraschall, Ausscheidungsurogramm, Tonometrie bei anhaltender Störung beim Wasserlassen.
  • Otoskopie und thermische Labyrinthprüfung: Schäden am Gleichgewichtsorgan können nachgewiesen werden.

In speziellen Fällen führen Ärzte weitere Untersuchungen durch, um möglichen Schäden durch das Schleudertrauma auf die Spur zu kommen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquoruntersuchung) bei Verdacht auf entzündliche Erkrankungen.
  • Ultraschall der großen Halsarterien
  • CT oder MRT des Schädels bei begründetem Verdacht auf Hirnverletzung, etwa eine Gehirnprellung.

Schleudertrauma-Behandlung: die Therapiemöglichkeiten

Ein Schleudertrauma bildet sich im Schnitt nach rund vier Wochen zurück – unabhängig vom Schweregrad. Nur zwölf Prozent der Patienten haben sechs Monaten nach dem Unfall noch Beschwerden. Das Schleudertrauma birgt ein Risiko, dass es chronisch wird, wenn die Therapie nicht rechtzeitig beginnt und bestimmte Risikofaktoren vorliegen.  

Ein HWS-Syndrom lässt sich fast immer konservativ, also ohne Operation behandeln. Wichtig für den Therapieerfolg ist es, dass Sie an den Entscheidungen für oder gegen eine Behandlung beteiligt sind, und aktiv mitmachen.

Schmerzmittel gegen Schleudertrauma

Gegen die Schmerzen und Entzündungen helfen Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), zum Beispiel Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Auch Paracetamol wirkt schmerzlindernd. Die Schmerzmittel sollten Sie aber nicht länger als vier Wochen einnehmen. Bei chronischen Schmerzen setzen Ärzte Lidocain ein. Das örtliche Betäubungsmittel wird in den Muskel injiziert. Daneben kommen muskelentspannende Medikamente (Muskelrelaxantien) zum Einsatz, beispielsweise Tetrazepam; diese sollten Sie aber nicht länger als zwei Wochen anwenden. Auch einige Antidepressiva wirken schmerzlindernd, zum Beispiel Amitriptylin.

Physikalische Therapien

Folgende Physikalische Therapien könnten die Schmerzen bei einem Schleudertrauma lindern:

  • Wärmebehandlung (Wärmekissen, Wärmepflaster), Kältetherapie ("Cold-Pack")
  • Massagen fördern die Durchblutung
  • Elektrotherapie: Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS)
  • Bewegungstherapie
  • Dehnungs- und Lockerungsübungen
  • gezielte Physiotherapie (früher Krankengymnastik) bei neurologischen Ausfällen

Psychotherapie bei Schleudertrauma

Bei Patienten mit länger andauernden Beschwerden kann eine Psychotherapie helfen, zum Beispiel eine Verhaltenstherapie. Dabei versuchen die Therapeuten, negative Denkmuster und Verhaltensweisen abzubauen und durch positive zu ersetzen. Die richtigen Ansprechpartner sind Fachärzte für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie oder Psychiatrie.

Therapien, die nicht helfen

Folgende Therapiemaßnahmen empfehlen Ärzte heute nicht mehr:

  • Halskrause: Die früher häufig eingesetzten "Halskrausen" (Schanz-Kragen) oder andere Hilfsmittel, welche den Kopf und die Halswirbelsäule ruhigstellen, gelten heute als überflüssig. Eine Ausnahme ist es, wenn Patienten massive Schmerzen bei Bewegung haben und der Kopf-Hals-Bereich sehr instabil ist. Diese Faktoren können eine Chronifizierung des Schleudertraumas fördern. Auch bei schweren Verletzungen am Knochen ist es ratsam, die Halswirbelsäule ruhigzustellen.

  • Passive Mobilisierung während akuter Schmerzphasen, zum Beispiel Chiropraktik oder Osteopathie. Sie erhöhen die Gefahr einer erneuten Verletzung.

  • Eine längerfristige Krankschreibung von mehr als drei Wochen kann ein chronisches HWS-Syndrom begünstigen.

  • Neuropsychologische Therapie ("Hirnleistungstraining") bei unkompliziertem Schleudertrauma

Ärzte sollten Patienten nicht vor bleibenden Spätschäden warnen oder früh eine ungünstige Prognose stellen. Denn auch das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das HWS-Syndrom chronisch wird. Ein Arzt wird vielmehr darauf eingehen, dass das Schleudertrauma meist harmlos ist und den Patienten beruhigen – das begünstig die Heilung.

Verlauf und Heilungschancen bei Schleudertrauma

Das Schleudertrauma verläuft in den meisten Fällen harmlos und die Symptome klingen innerhalb von vier Wochen ab. Das gilt für alle Schweregrade. Das HWS-Syndrom kann aber auch eine chronische Entwicklung nehmen. Bei etwa zwölf Prozent der Patienten dauern die Beschwerden länger als sechs Monate an. Mediziner haben einige Risikofaktoren ausgemacht, die das Risiko für ein chronisches HWS-Syndrom erhöhen.

Dazu zählen unter anderem:

  • weibliches Geschlecht
  • höheres Alter
  • Druckempfindlichkeit und spontane Schmerzhaftigkeit der Hals- und Nackenmuskulatur
  • große Schmerzen zu Beginn
  • eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule anfangs
  • frühe Störungen von Schlaf, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit
  • frühe Kopfschmerzen nach dem Unfall
  • Taubheit und Schmerzen, die vom Nacken in die Arme ausstrahlen
  • psychische Erkrankungen wie Ängste und Depressionen vor dem Unfall
  • Stressbelastung durch Konflikte in der Familie und im Beruf
  • individuelles Krankheitserleben, Krankheitsverarbeitung, persönliche Schmerzempfindlichkeit und Fähigkeit zur Schmerzbewältigung

Ihr Arzt sollte diese Risikofaktoren beachten und sie ausreichend behandeln. Denn sie können dazu beitragen, dass das Schleudertrauma länger dauert, und den Heilungsverlauf verschlechtern.

Kann man einem Schleudertrauma vorbeugen?

Korrekt eingestellte Kopfstützen mildern die Auswirkung eines Heckauffahrunfalls erheblich. Sicherheitsgurte, Airbags und Seitenairbags schwächen einwirkende Kräfte ab und verhindern, dass der Kopf hart aufprallt.  Allgemein ist eine ausreichend trainierte Rücken- und Nackenmuskulatur ein guter Schutz vor Verletzungen wie einem Schleudertrauma.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. April 2017
Durch:
Quellen: S1-Leitlinie „Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule“, Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), gültig bis 29.9.2017, http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-095l_S1_Beschleuningstrauma_der_HWS_2012_verlaengert.pdf; National Health System (NHS), http://www.nhs.uk/Conditions/Whiplash/Pages/Introduction.aspx; Mayo Clinic, http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/whiplash/basics/definition/con-20033090 (Abruf: 28.3.2017); Spine Health, http://www.spine-health.com/ (Abruf: 28.3.2017)

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