Hitzeschäden

Hitzschlag

Hyperthermiesyndrom

Ein Hitzschlag oder Hyperthermiesyndrom ist die gefährlichste Form eines Hitzeschadens und immer ein medizinischer Notfall. Dabei handelt es sich um eine Überhitzung des Körpers mit Anstieg der Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius. Ohne Behandlung drohen Hirn- und andere Organschädigungen, Koma und Tod.

Hitzschlag
Besonders bei schwül-warmen Wetter droht beispielsweise bei anhaltender starker Anstrengung ein Hitzschlag.
Getty Images/iStockphoto

Der Hitzschlag, im Medizinerjargon als Hyperthermiesyndrom bezeichnet, zählt zu den Hitzeschäden und ist die gefährlichste Variante mit einem Sterberisiko von 50 Prozent. Unter Hitzeschäden werden alle Gesundheitsstörungen zusammengefasst, die als Folge eines längeren Aufenthalts in hoher Umgebungstemperatur auftreten können. Neben dem Hitzschlag sind dies Sonnenstich, Hitzekollaps oder Hitzeerschöpfung und Hitzekrampf.

Konstante Körpertemperatur durch Regulationsmechanismen

Normalerweise sorgen die Wärmeregulationsmechanismen des Körpers für eine gleichbleibende Körpertemperatur von etwa 37 Grad Celsius. Erhitzt sich der Körper beispielsweise unter Anstrengung in einer kühlen Umgebungstemperatur, trägt neben dem Schwitzen auch die Abgabe von Wärme über die Haut und durch das Ein- und Ausatmen zum Wärmeausgleich bei. Bei hoher Umgebungstemperatur sind wir ausschließlich auf das Schwitzen zur Kühlung angewiesen.

Mittel gegen starkes Schwitzen

Ist die Luftfeuchtigkeit hoch, verdunstet der Schweiß jedoch nicht oder nicht gut, wodurch der Abkühlungseffekt abnimmt oder ausfällt. Geschlossene Räume ohne Luftzirkulation oder zu dicke und luftundurchlässige Kleidung behindern ebenfalls das Verdunsten von Schweiß. Dadurch kommt es zum Wärmestau mit Anstieg der Körpertemperatur. Ist der Betroffene weiterhin der Hitzebelastung ausgesetzt, können schließlich die Wärmeregulationsmechanismen zusammenbrechen, die Schweißproduktion setzt aus, und die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad Celsius an - ein klassisches Symptom des Hitzschlags.

Zwei Formen von Hitzschlag

Es werden zwei Formen des Hyperthermiesyndroms unterschieden: Der klassische Hitzschlag, der ohne Anstrengung bei anhaltend hoher Umgebungstemperatur, zum Beispiel in einer schwül-warmen Witterungsphase auftreten kann. Besonders gefährdet sind Senioren, kleine Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetiker, Herz-Kreislaufkranke, Patienten mit Niereninsuffizienz oder Parkinson. Auch Übergewichtige sind anfälliger für Hitzeschäden wie einen Hitzschlag.

Den nicht-klassischen Hitzschlag dagegen können auch junge und gesunde Erwachsenen nach exzessiver Anstrengung erleiden. Dazu sind nicht unbedingt hohe Außentemperaturen erforderlich. Hitze begünstigt jedoch den für den Hitzschlag typischen Zusammenbruch der körpereigenen Wärmeregulation. Angehörige bestimmter Berufsgruppen, die körperliche Arbeiten in heißer und stickiger Umgebung leisten wie beispielweise Hochofenarbeiter tragen ein höheres Risiko für diese Form des Hitzschlags. Auch Leistungssportler oder Soldaten beim Mannöver sind gefährdet, aber auch Feuerwehrleute, die sich bei Einsätzen mit ihrer dicken Schutzkleidung großer Hitze und Anstrengung aussetzen.

Was man bei Hitze nicht tun sollte!

Lifeline/Wochit

Ein Hitzschlag wird zudem durch bestimmte Medikamente begünstigt, die Einfluss auf die Wärmeregulation des Körpers ausüben. Dazu gehören unter anderem Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Diuretika und verschiedene blutdrucksenkende Medikamente. Wer dauerhaft Medikamente einnimmt, sollte seinen Arzt darauf ansprechen und besonderen Wert auf das Vorbeugen von Hitzeschäden legen.

Klassischer Hitzschlag hat oft Vorboten

Der klassische Hitzschlag kann sich über ein bis zwei Tage hinweg mit folgenden Symptomen ankündigen:

Stellen Sie solche Anzeichen bei sich oder anderen fest, sorgen Sie für Abkühlung. Trinken ist wichtig, am besten Mineralwasser, das kühl, aber nicht eiskalt sein sollte. Legen Sie sich hin beziehungsweise bewegen Sie den Betroffene dazu, dies zu tun. Einen Arzt sollten Sie hinzuziehen bei anhaltend starken Kopfschmerzen, heftigem Erbrechen, anhaltender erhöhter Temperatur und Anzeichen einer Austrocknung wie Durst und Schwäche

Beim nicht-klassischen Hitzschlag kommt es meist ohne vorherige Warnzeichen zu den typischen Symptomen:

  • eine Körpertemperatur von über 40 Grad Celsius,
  • heiße, trockene Haut, da die Schweißbildung eingestellt ist,
  • rötliche Färbung der Haut am ganzen Körper,
  • Bewusstseinseintrübung oder Bewusstlosigkeit, ausgelöst durch ein Hirnödem (Hirnschwellung).

Hitzschlagsymptome: Schnelles Handeln überlebenswichtig

Zeigen sich diese für einen Hitzschlag typischen Symptome, muss der Betroffene sofort an einen kühlen Ort, wenn möglich in einen klimatisierten Raum gebracht und der Notarzt über die Notrufnummer 112 verständigt werden. Denn die Überhitzung des Körpers hat gravierende Folgen: Es drohen Hirnödeme (Hirnschwellung), Schädigungen der inneren Organe sowie ein Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems.

Kühlen, bis der Notarzt kommt

Ganz wichtig ist es in dieser Situation, bis zum Eintreffen des Notarztes sofort mit kühlenden Maßnahmen zu beginnen, beispielsweise durch Entkleiden und Auflegen feuchter Tücher. Auch ein Ventilator kann genutzt werden, um die Körpertemperatur wieder zu senken. Allerdings dürfen die kühlenden Maßnahmen nicht zu Kältezittern führen, weil der Körper dadurch zusätzlich Wärme produzieren würde. Zu Anregung der Blutzirkulation wird empfohlen, insbesondere Arme und Beine während der kühlenden Maßnahmen zu massieren.

Bis zum Eintreffen des Notarztes sollte der Hitzschlag-Patient so gelagert werden, dass der Oberkörper leicht erhöht ist, bei Bewusstlosigkeit aber in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Wiederbelebung bei Atem- und Herzstillstand

Ist der Patient bei Bewusstsein, kann er kühles Mineralwasser, Wasser oder Saftschorle trinken. Bis der Notarzt da ist, sollte der Patient nicht allein gelassen werden. Kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung und vergewissern Sie sich, dass der Patient bei Bewusstsein ist. Kommt es zu Atem- oder Herzstillstand, müssen Sie Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Die weitere Behandlung erfolgt im Krankenhaus. Wichtigste Maßnahmen sind hier die Abkühlung auf eine Körpertemperatur unter 39 Grad, die Stabilisierung des Kreislaufs und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über Infusionen. Bei rechtzeitiger Behandlung geht es den Betroffenen nach ein bis zwei Tagen wieder besser. Im ungünstigen Fall können nach überstandenem Hitzschlag bleibende Schäden vor allem im neurologischen Bereich zurückbleiben. Davon sind etwa 20 Prozent der Hitzschlag-Patienten betroffen.

Vorsicht bei schwül-warmer Witterung

Einem Hitzschlag können Sie gut vorbeugen, indem Sie besonders bei schwül-warmer Witterung unnötige Hitzebelastungen beispielsweise durch warme oder enge Kleidung, Anstrengung bei Hitze oder den Aufenthalt in großen Menschenmengen (Public Viewing) vermeiden. Achten Sie darauf, mehr zu trinken, wenn es heiß ist und Sie schwitzen. Geeignet sind Wasser, Mineralwasser, kalte Kräutertees oder Fruchtsaftschorlen, auf Alkohol verzichten Sie besser an heißen Tagen. Verlegen Sie sportliche Aktivitäten im Sommer in die kühlen Morgenstunden oder auf den Abend, wenn es wieder abkühlt. Bei großer Hitze sollten Sie zudem direkte Sonneneinstrahlung meiden, vor allem zwischen elf und 15 Uhr.

Bei Hitze niemanden im Auto zurücklassen 

Bedenken Sie auch die schnelle Wärmeentwicklung in einem Auto: Lassen Sie nie Ihr Kind, eine ältere Person oder auch ein Haustier im Wagen zurück, der in der Sonne geparkt ist. Selbst bei leicht geöffnetem Fenster steigt die Temperatur innerhalb kurzer Zeit auf kritische Werte an.

Weitere Tipps zum Vorbeugen von Hitzeschäden wie dem Hitzschlag finden Sie in unserer Bildergalerie.

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