Symptom für Stress

Augenzucken: Was hilft, wenn das Augenlid zuckt?

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Wenn plötzlich ein Augenlid zuckt, empfinden das viele Menschen als sehr unangenehm. Hinter dem Symptom Augenzucken links oder rechts können verschiedene Ursachen stecken, von müden Augen über Magnesiummangel bis hin zu Infektionen. Was hilft gegen Augenzucken?

Nahaufnahme von Auge einer Frau
© Getty Images/Adam Drobiec / EyeEm

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist Augenzucken?

Typisch für Augenzucken sind schnelle, kleine Bewegungen des Augenlids. Sie ähneln einem Flattern oder Zucken, da das Lid nicht vollständig geschlossen wird. Damit unterscheidet sich das Augenlidzucken von einem Tic, bei dem es zum eindeutigen Zwinkern oder Blinzeln kommt. Ein solcher Tic kündigt sich in der Regel körperlich an, Betroffene können ihn meist sogar gezielt unterdrücken. Das gilt für das plötzlich auftretende Augenzucken nicht.

Meist handelt es sich beim Augenzucken um kurze Episoden, die von längeren Pausen unterbrochen werden. Manche Menschen verspüren das Augenzucken über mehrere Minuten bis hin zu wenigen Stunden durchgehend, bei anderen zuckt das Augenlid über einen längeren Zeitraum immer wieder mit Unterbrechungen. Normalerweise bemerken nur Betroffene selbst, dass ihr Augenlid zuckt – umstehende Personen sehen das Zucken des Augenlids dagegen kaum.

Ursachen für Augenzucken links oder rechts

Einer der häufigsten Ursachen für Augenzucken ist Stress. Daneben können die Gründe für ein Augenlidzucken sehr unterschiedlich sein – in den meisten Fällen sind sie eher harmlos und nicht Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung. Meist ist nur eine Seite betroffen, sodass es nur zum Augenzucken links oder rechts kommt.

Mögliche Ursachen für Augenzucken:

Kommt es nur hin und wieder zum Augenzucken, müssen sich Betroffene in der Regel keine Gedanken darum machen, dann hat das Symptom meist keinen Krankheitswert. Insbesondere, wenn es nicht von weiteren Symptomen wie beispielsweise Schwindel, Schmerzen oder Gewichtsverlust begleitet wird.

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Was hilft gegen Augenzucken?

Wer weiß, was hinter dem Augenzucken steckt, kann das Symptom gezielt behandeln. Kommen nicht akuter Stress oder ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen infrage, sollten Betroffene zunächst ärztlichen Rat einholen und die Ursache für das Augenzucken abklären lassen. Wird die Ursache behandelt, verschwindet in der Regel auch das Symptom wieder.

  • Bei Stress helfen oft bewusste Pausen im Alltag, etwas Bewegung und Sport sowie gezielte Entspannungsübungen wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Auch autogenes Training, Meditation, oder Yoga sind gut geeignet, um Stress abzubauen.

  • Wenn Schlafmangel zu Augenzucken führt, sollten Betroffene ihre Schlafroutine und Schlafhygiene prüfen und bei Bedarf anpassen. Oftmals helfen schon Kleinigkeiten, wie störende Lärm- und Lichtquellen zu beseitigen, für eine angenehme Raumtemperatur im Schlafzimmer sorgen oder Aufgaben für den nächsten Tag vor dem Schlafengehen aufzuschreiben. Liegen ärztlich diagnostizierte Schlafstörungen vor, können bestimmte Schlafmittel und Medikamente mit Melatonin helfen.

  • Wer viel Zeit am Bildschirm verbringt, sollte während der Arbeitszeit regelmäßig kurze Pausen abseits vom Monitor machen. Auch ein gezieltes Augentraining kann der Überanstrengung des Auges und damit Augenzucken vorbeugen. Zudem sollte in der Freizeit die Zeit mit dem Smartphone oder vor dem Fernseher bewusst eingegrenzt werden, um den Augen eine Erholung zu gewährleisten.

  • In der Regel werden zur Behandlung von Burnout verschiedene Maßnahmen kombiniert. Dazu zählen Psychotherapie, Stressabbau, Resilienz stärken, Zeitmanagement verbessern und Selbstfürsorge lernen.

  • Führt körperliche Anstrengung zum Augenzucken, sollten Betroffene ihr Sportpensum anpassen und mehr Ruhepausen einplanen.

  • Sorgen Krämpfe in der Augenmuskulatur (Blepharospasmus) für Augenzucken, wird in die Lidmuskeln Botox (Botulinumtoxin Typ A) injiziert. Auch angstlösende Medikamente kommen infrage.

  • Bei Stress, viel Sport oder in der Schwangerschaft führt ein Mangel an Magnesium oft zum Augenzucken. In solchen Fällen sollten Betroffene magnesiumhaltige Lebensmittel wie Milchprodukte, Bananen, Spinat, Fisch oder Touf auf den Speiseplan schreiben. Auch die Magnesium-Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel kann erwogen werden.

  • Sorgt ein Mangel an Vitamin B12 zu Augenlidzucken, kann der Verzehr von entsprechenden Lebensmitteln helfen. Dazu zählen unter anderem Fleisch, Milch, Spirulina, Eier, Thunfisch oder Hering.

  • Meist hängen ein erhöhter Konsum von Alkohol oder koffeinhaltigen Getränken stark mit einem erhöhten Stresslevel zusammen. Um Stress und daraus resultierende Folgen wie Augenzucken und Schlafstörungen zu lindern, sollten Betroffene den Konsum von Alkohol, Kaffee und Energydrinks besser reduzieren.

  • Kontaktlinsen können das Augen reizen, was zu verstärktem Blinzeln und Augenzucken führen kann. Auch Augenentzündungen können die Folge sein. In solchen Fällen sollten Betroffene einige Tage auf die Kontaktlinsen verzichten – tritt das Augenzucken immer wieder auf, kann eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll sein.

  • Da auch ein starker Bluthochdruck zu Augenzucken führen kann, sollte der Blutdruck nach ärztlicher Rücksprache entsprechend eingestellt werden. Geeignete Maßnahmen sind eine Änderung des Lebensstils durch eine Ernährungsumstellung, Sport und Entspannung sowie medikamentöse Senkung mitttels ACE-Hemmer, Betablockern oder Diuretika.

  • In der Regel sind Augeninfektionen sehr ansteckend und sollten frühzeitig behandelt werden. Während es gegen Viren kein wirksames Mittel gibt, können bakterielle Infektionen mit Antibiotika in Form von Salben oder Tropfen behandelt werden.

  • Manchmal ist Augenzucken der Vorbote einer Migräne. Eine Migräneattacke kann mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden. Neben Schmerzmitteln zur Selbstbehandlung gibt es einige wirksame Arzneimittel, die verschreibungspflichtig sind.

  • Die neurologische Erkrankung Multiple Sklerose ist nicht heilbar. Da sie in Schüben verläuft, zielt die Behandlung darauf ab, die Entzündung und ihre Symptome zu lindern und das Fortschreiten zu verlangsamen. Dazu stehen verschiedene Medikamente wie Glukokortikoide und Immunsuppressiva sowie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie zur Verfügung.

  • Auch Krampfanfälle im Rahmen einer Epilepsie sind ernstzunehmende Vorfälle, die in ärztliche Behandlung gehören. Meist werden sogenannte Antiepileptika, also Medikamente zur Behandlung der Epilepsie verschrieben.

  • Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls im Bereich der Halswirbelsäule gehört in ärztliche Hände. In vielen Fällen ist keine Operation erforderlich, vielmehr kommen Medikamente wie Schmerzmittel und Physiotherapie zum Einsatz.

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