Sicca-Syndrom: Was tun gegen trockene Augen?

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Trockene Augen, das sogenannte Sicca-Syndrom, sind sehr unangenehm und können verschiedenen Ursachen haben. Wir erklären die weiteren Symptome, was die Ursachen sein können und was hilft sowie was trockenen Augen vorbeugen kann.

trockene augen
Bei trockenen Augen helfen Augentropfen, die Tränenflüssigkeit zu ersetzen.
© Getty Images/Karl Tapales

Trockene Augen sind ein Symptom, das auch als Sicca-Syndrom, Keratokonjunktivitis sicca oder Dry-Eye-Syndrom bezeichnet wird. Weltweit sind Millionen Menschen von trockenen Augen betroffen, vor allem ältere. Verschiedene Ursachen und Medikamente können zu trockenen Augen führen.

Artikelinhalte im Überblick:

Augenkrankheiten an Bildern erkennen

Symptome bei trockenen Augen

Trockene Augen entstehen, wenn nicht genügend Tränenflüssigkeit produziert wird oder ihre Zusammensetzung gestört ist. Dies führt dazu, dass der Tränenfilm auf der Augenoberfläche zu früh (das heißt vor dem nächsten Lidschlag) aufreißt und es entstehen trockene Stellen.

Als Folge davon können die Augenlider beim Lidschlag nicht mehr problemlos über die Augen gleiten. Sie kratzen über die Augenoberfläche, was nicht nur zu unangenehmen Empfindungen führt, sondern auch Entzündungen und Infektionen begünstigen und zu Schäden an der Hornhaut führen kann.

Folgende begleitenden Symptome sind häufig bei trockenen Augen:

  • Juckreiz
  • Augenbrennen
  • Augenschmerzen, -drücken
  • Fremdkörpergefühl ("Sandkorngefühl")
  • Lidschlag wird als unangenehm empfunden
  • gerötete Bindehaut
  • verklebte Augenlider nach dem Aufwachen
  • übermäßiges Tränen der Augen
  • müde Augen
  • Lichtempfindlichkeit

In vielen Fällen werden die Beschwerden jedoch von den Betroffenen als nicht behandlungsbedürftig angesehen und es erfolgt keine oder nur eine unzureichende Therapie. Doch trockene Augen sind keine harmlose Befindlichkeitsstörung, sondern die häufigste Ursache für eine Hornhaut-Perforation, was zur Beeinträchtigung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen kann.

Ursachen für trockene Augen

Zu seinem Schutz überzieht das Auge ein dünner Tränenfilm. Dieser Tränenfilm besteht aus drei Schichten, die alle für einen normale Funktion wichtig sind. Kontinuierliche Lidschläge sorgen dafür, dass sich die in verschiedenen Drüsen des Auges produzierte Tränenflüssigkeit gleichmäßig über das Auge verteilt und der Schutzfilm nicht reißt. Ist dieser Prozess gestört, führt das zu trockenen Augen.

Oft lassen sich keine eindeutigen Auslöser für trockene Augen finden. Meist sind für das Sicca-Syndrom innere und äußere Ursachen verantwortlich.

Äußere Ursachen für trockene Augen:

  • langer Aufenthalt in Räumen mit Klimaanlage
  • Zugluft oder überheizte Räume (geringe Luftfeuchtigkeit)
  • Klimaanlage im Auto
  • Ozon (auch aus Kopiergeräten, Druckern)
  • Zigarettenrauch
  • lang andauernde und konzentrierte Bildschirmarbeit, weil durch die zu geringe Lidschlag-Frequenz (Zwinkern) der Tränenfilm stärker verdunstet
  • unzureichende Beleuchtung des Arbeitsplatzes
  • Tragen von Kontaktlinsen
  • unzureichende Brille
  • Konservierungsmittel (etwa Benzalkoniumchlorid) in Augentropfen, die gegen andere Augenerkrankungen angewendet werden (zum Beispiel gegen Glaukom)
  • Medikamente: Antibabypille, Mittel gegen Bluthochdruck (Betablocker), Antihistaminika, Augentropfen gegen gerötete Augen, Beruhigungsmittel, Antidepressiva, harntreibende Mittel

Innere Ursachen für trockene Augen:

  • altersbedingte Veränderungen der Schleimhäute
  • hormonell bedingte Veränderungen der Tränenflüssigkeit in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren
  • Erkrankungen der Tränendrüsen (etwa Entzündungen)
  • Verengungen (Stenosen) in den abführenden Tränenwegen
  • unzureichender Schlaf
  • chronische Entzündung des Auges
  • Allergien
  • Vitamin-A-Mangel
  • bestimmte Erkrankungen, die mit einer verminderten Produktion von Tränenflüssigkeit einhergehen (Parkinson-Krankheit, Rheuma, Neurodermitis, Diabetes, Erkrankungen der Schilddrüse)
  • Sjögren-Syndrom (Erkrankung des Immunsystems, die zusätzlich mit Mundtrockenheit verbunden ist)
  • Fehlstellungen der Augenlider

Diagnose des Sicca-Syndroms beim Augenarzt

Der*die Augenarzt*Augenärztin kann feststellen, ob die Beschwerden tatsächlich von einer Benetzungsstörung der Augenoberfläche herrühren oder ob ein anderer Grund für die trockenen Augen besteht. Spannungsgefühl und Rötung können beispielsweise auch von einer Bindehautentzündung hervorgerufen werden.

Dazu wird nicht nur die Oberfläche des Auges betrachtet. Auch die Falten an der Lidkante zeigen, ob es sich um trockene Augen handelt. Die Höhe des Tränenfilms an der unteren Lidkante spielt ebenfalls eine Rolle. Die Zusammensetzung des Tränenfilms wird mit einer speziellen Spaltlampe untersucht.


Schirmer-Test bei trockenen Augen

Mit dem Schirmer-Test kann der Arzt die Produktion der Tränenflüssigkeit überprüfen. Dazu führt er vorsichtig einen kleinen Papierstreifen aus speziell saugfähigem Material in den unteren Bindehautsack. Je nach Befeuchtung des Untersuchungsmaterials erkennt der Arzt, ob es sich tatsächlich um trockene Augen handelt. Bei einer tatsächlich verringerten Tränenproduktion muss immer auch an das Sjögren-Syndrom gedacht werden, welches eine Autoimmunerkrankung ist und vor allem bei Frauen mittleren Alters auftritt.

Augenärztliche Kontrolluntersuchungen (ein- bis zweimal jährlich) sind zu empfehlen.

Behandlung: Was hilft bei trockenen Augen?

Die häufigste Behandlungsmethode bei trockenen Augen ist die Anwendung von Augentropfen, -sprays, -gelen oder -salben. Dadurch wird bei trockenen Augen entweder die unzureichende Tränenflüssigkeit ersetzt ("künstliche Tränen") oder die Konsistenz des Tränenfilms verbessert. Die Zubereitungen werden bei Bedarf mehrmals täglich in den Bindehautsack getropft. Das Ziel der Therapie ist eine bessere Benetzung der Augenoberfläche und dadurch eine Linderung der Symptome.

Meist sind die Präparate zur Behandlung des Sicca-Syndroms von dickflüssiger Konsistenz, damit sie möglichst lange auf der Augenoberfläche verbleiben. Der Nachteil ist, dass das Sehvermögen kurz nach der Anwendung manchmal eingeschränkt sein kann (verschwommenes Sehen).

Spezielle Augentropfen bei trockenen Augen verwenden

Besonders empfehlenswert sind bei trockenen Augen konservierungsmittelfreie Zubereitungen. Denn Konservierungsmittel wie das häufig verwendete Benzalkoniumchlorid können die Hornhaut des Auges schädigen und die Zusammensetzung des Tränenfilms negativ beeinflussen.

Bei sehr starkem Mangel an Tränenflüssigkeit kann eine Verödung der Tränenpünktchen (das sind die Abflussstellen der Tränenflüssigkeit) oder ein Verschluss derselben mithilfe kleiner Silikonplomben (punctum plugs) in Erwägung gezogen werden.

Hausmittel bei trockenen Augen

Oft lässt sich bereits mit einfachen Schutzmaßnahmen viel zum Erhalt der Augengesundheit beitragen. Menschen, die zu trockenen Augen neigen, sollten zum Beispiel Zugluft und verrauchte Räume meiden. Zum Schutz vor Wind empfiehlt sich das Tragen einer Sonnen- oder Fahrradbrille.

Auch ein feuchtes Raumklima und reichlich über den Tag verteilt getrunkene Flüssigkeit (mindestens 1,5 Liter) lindern die Symptome bei trockenen Augen. Bei längerer Bildschirmarbeit für ausreichende Pausen sorgen. Bei akut auftretenden Beschwerden durch trockene Augen können kühle Kompressen aufgelegt werden.

Trockenen Augen vorbeugen: die besten Tipps

Die heutigen Lebens- und Arbeitsbedingungen begünstigen das Entstehen von trockenen Augen. Mit folgenden Maßnahmen kann trockenen Augen vorgebeugt werden:

  • überheizte und verrauchte Räume meiden

  • Augen vor Zugluft schützen

  • möglichst kein längerer Aufenthalt in Räumen mit Klimaanlage

  • Brille statt Kontaktlinsen tragen

  • ausreichend Schlaf zur Regeneration des Auges

  • Kosmetika im Augenbereich sparsam einsetzen und abends gründlich abschminken

  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt

Bei länger andauernder Bildschirmarbeit verhindert man trockene Augen durch folgendes Vorgehen:

  • ausreichende Beleuchtung am Arbeitsplatz

  • jede Stunde eine Pause von fünf Minuten einlegen

  • häufig zwinkern (durch den Lidschlag wird der Tränenfilm erneuert)

  • auf richtigen Abstand zwischen Auge und Bildschirm (50 bis 80 Zentimeter) achten

  • Bildschirm muss so aufgestellt sein, dass er nicht blendet (im rechten Winkel zum Fenster)

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