Kurzsichtige sehen in der Ferne schlecht

Kurzsichtigkeit: Lässt sich eine Myopie verbessern?

Kurzsichtigkeit (Myopie) ist eine Sehstörung, bei der Objekte in größerer Entfernung nicht mehr scharf wahrgenommen werden. Eine Kurzsichtigkeit lässt sich mit Brille oder Kontaklinsen ausgleichen und mit modernen Operationsverfahren wie Lasertherapien sogar heilen.

Frau probiert Brillen beim Optiker
Jeder Dritte ist kurzsichtig und braucht eine Brille.
© iStock.com/nortonrsx

Kurzsichtigkeit (Myopie) ist die häufigste Form der Fehlsichtigkeit, bei der Betroffene ohne Sehhilfe in der Ferne nicht scharf sehen können. Im Nahbereich hingegen kann die Sehkraft vollständig erhalten oder sogar überdurchschnittlich sein. Kurzsichtige kneifen gerne die Augenlider zusammen oder blinzeln, um ihre Sehschärfe zu verbessern. Davon leitet sich der medizinische Fachbegriff Myopie ab, denn das Wort "Myops" bedeutet im Griechischen "Blinzelgesicht". Etwa ein Drittel aller Deutschen ist kurzsichtig, doch Experten vermuten, dass die Zahl in den nächsten Jahren noch steigen wird.

Sehstörungen und was sie bedeuten

Was ist kurzsichtig und was ist weitsichtig?

Die Begriffe Kurzsichtigkeit (Myopie) und Weitsichtigkeit (Hyperopie) führen oft zu Verwirrung. Denn tatsächlich verhält es sich genau umgekehrt, als man im ersten Moment denken könnte:

  • Der Kurzsichtige sieht auf die Nähe gut, während er in der Ferne unscharf sieht.
  • Der Weitsichtige sieht weitentfernte Dinge klar, erkennt aber nahe gelegene Dinge in kurzen Entfernungen nicht scharf.
Unterschied Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit

Wie kommt es zur Kurzsichtigkeit?

Das Licht nimmt seinen Weg durch die Hornhaut und die Öffnung der Pupille hindurch und trifft als erstes auf die Linse. Dort wird es gebündelt, durchläuft den Augapfel (Bulbus) und wirft an dessen hinterem Ende ein kleines fokussiertes Bild auf die Netzhaut. Dieses wird dann vom Sehnerv ans Gehirn weitergegeben.

Damit ein Mensch scharf sehen kann, muss die Linse auf die Größe des Augapfels eingestellt sein. Bei kurzsichtigen Menschen ist der Augapfel meistens zu lang. Es kommt zu einer Verschiebung des Brennpunktes, sodass das scharfe Bild nicht wie bei Normalsichtigen direkt auf der Netzhaut liegt, sondern ein kleines Stück davor. Objekte in relativer Nähe vermag das Auge hingegen weiterhin scharf auf der Netzhaut abzubilden.

Man unterscheidet zwei Formen der Kurzsichtigkeit:

  • Achsenmyopie: Der Augapfel ist zu lang. Der Weg des Lichts von der Hornhaut zur Netzhaut verlängert sich.
  • Brechungsmyopie: Die Brechkraft der Hornhaut oder der Linse ist zu stark. Auch eine getrübte Linse kann die Brechkraft der Linse erhöhen.

Die erste Form, die Achsenmyopie, ist weitaus häufiger und in der Regel angeboren. Sie kann jedoch durch falsches Sehverhalten in der Kindheit negativ beeinflusst werden. Eine Brechungsmyopie kann ebenfalls angeboren sein, hier kommen aber auch andere Ursachen wie zugrundeliegende Erkrankungen infrage.

Was bedeutet Dioptrien?

Die Abweichung der Brechkraft des Auges wird in Dioptrien angegeben. Eine Dioptrie (1 dpt) entspricht der Brechkraft einer Sammellinse, deren Brennpunkt einen Meter von der Linse entfernt liegt (Brennweite). Je stärker die Brechkraft, desto kürzer ist die Brennweite.

  • 1 dpt (1/1 m) = 1 Meter Brennweite
  • 2 dpt (1/2 m) = 50 cm Brennweite
  • 4 dpt (1/4 m) = 25 cm Brennweite
  • 40 dpt (1/40 m) = 2,5 cm Brennweite

Welche Werte bei Kurzsichtigkeit?

Ein Plus oder Minus vor dem Dioptrienwert verrät, welche Brechkraft eine Linse haben muss, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Mediziner sprechen von der Refraktion. Diese Angabe benötigt der Optiker, um Brille oder Kontaktlinsen optimal anpassen zu können. Zur Korrektur von Kurzsichtigkeit ist ein negativer Brechwert nötig. Es steht also ein Minus vor der Dioptrienzahl.

  • Normalsichtige haben einen Wert von 0 (Emmetropie)
  • bei Kurzsichtigen liegt der Wert unter 0 (Myopie)
  • bei Weitsichtigen über 0 (Hypermetropie)

Eine leichte Kurzsichtigkeit (bis -3 dpt) kann bei der sogenannten Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) ab etwa 40 Jahren von Vorteil sein: Unter Umständen ist dann eine Lesebrille erst später erforderlich als bei Normalsichtigen.

Ursachen der Kurzsichtigkeit

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Kurzsichtigkeit ist in den meisten Fällen erblich bedingt. Dann besteht die Myopie bereits bei der Geburt (kongenitale Myopie) oder entwickelt sich während der Kindheit. Je nachdem wann und wie sich die Kurzsichtigkeit ausprägt, unterscheidet man

  • Myopia simplex
  • Benigne Myopie
  • Maligne Myopie

Von Myopia simplex oder "Schulmyopie" wird gesprochen, wenn sich die Fehlsichtigkeit etwa um das 20. Lebensjahr stabilisiert und nicht mehr als -5 dpt beträgt. Meist entwickelt sich diese Kurzsichtigkeit bei Kindern um das neunte bis 13. Lebensjahr und verändert sich nach der Pubertät kaum noch. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

Stabilisiert sich die Kurzsichtigkeit erst um das 30. Lebensjahr mit Werten bis zu -12 dpt, so wird sie als benigne (gutartige) progressive Myopie bezeichnet. Dem gegenüber ist die maligne Myopie (Myopia maligna, progressiva) von einer unbegrenzten Zunahme der Kurzsichtigkeit mit starker Überdehnung des Augapfels und sehr starker Fehlsichtigkeit gekennzeichnet. Dabei kann es zur Schädigung oder Ablösung der Netzhaut kommen, die unbehandelt die Gefahr der Erblindung mit sich bringen.

Zu den Erkrankungen, die zur Entstehung von Kurzsichtigkeit beitragen, gehören:

Smartphones und Tablets können Sehkraft bei Kindern verschlechtern

Lange Zeit war die Frage, ob Umwelteinflüsse und Lebensgewohnheiten Kurzsichtigkeit begünstigen können, auch unter Experten umstritten. Auslöser für die Diskussion war die starke Zunahme von Kurzsichtigkeit in asiatischen Städten. Hier leiden 60 Prozent der Bevölkerung darunter, in manchen Städten wie Hongkong sogar 90 Prozent, während in Deutschland etwa jeder Dritte betroffen ist, – Tendenz allerdings auch steigend. Man vermutete als Ursache die veränderten Lebensumstände.

Inzwischen sind sich Experten einig, dass vor allem der frühe Gebrauch von elektronischen Medien bei Kleinkindern zur Kurzsichtigkeit führen kann. Beim Gebrauch von Smartphones, Tablets und ähnlichen Geräten ist der Blick für lange Zeit auf den Nahbereich fokussiert. Das regt das Wachstum des Augapfels an und das Auge wird länger. Schon eine Achsenverlängerung um einen Millimeter führt zu einer Myopie von -3 dpt. Auf diese Weise kann eine Kurzsichtigkeit begünstigt werden, die sich später auch nicht mehr rückgängig machen lässt. Die Empfehlung der Deutschen Opthalmologischen Gesellschaft (DOG) lautet deshalb: Kinder bis drei Jahre sollten grundsätzlich keine Tablets oder Smartphones benützen und Kinder ab vier Jahren maximal 30 Minuten pro Tag.

Risikofaktoren: das kann bei Kindern zur Kurzsichtigkeit führen

Folgende Faktoren können bei Kindern das Entwickeln von Kurzsichtigkeit begünstigen:

  • frühe Einschulung
  • lange Fokussierung auf den Nahbereich
  • Lesen bei mangelnden Lichtverhältnissen
  • zu wenig Sonne oder Tageslicht
  • zu starke Sehhilfe mit übermäßiger Negativkorrektur

Ist das Auge hingegen ausgewachsen, führt auch häufiges und anhaltendes Nahsehen, wie es bei manchen Berufen erforderlich sein kann, nicht mehr zu Kurzsichtigkeit. Auch eine bereits bestehende Kurzsichtigkeit wird so nicht verstärkt.

Symptome der Kurzsichtigkeit erkennen

Häufig bemerken Kurzsichtige ihre Sehschwäche gar nicht sofort und sie fällt ihnen erst auf, wenn sie in der Schule die Schrift an der Tafel nicht mehr richtig lesen oder Straßenschilder nicht entziffern können. Anzeichen, die für eine Kurzsichtigkeit sprechen können sind:

  • unscharfe, schlechte Sicht in der Ferne bei gleichzeitiger guter Sicht in der Nähe
  • Kopfschmerzen
  • müde, brennende Augen
  • häufiges Zusammenkneifen der Augen oder Blinzeln bei Kindern
  • Probleme bei der Fernsicht im Dunkeln, eine sogenannte Nachtblindheit oder Nachtmyopie

Kurzsichtigkeit: So stellt der Arzt die Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Kurzsichtigkeit, sollte ein Besuch beim Augenarzt erfolgen. Zur Diagnostik bei Kurzsichtigkeit werden herangezogen:

  • objektive Refraktionsbestimmung mit dem Refraktometer
  • subjektive Refraktionsbestimmung mit einem Sehtest

Bei der augenärztlichen Untersuchung der Kurzsichtigkeit führt der Augenarzt zunächst eine Refraktionsmessung durch. Mit Hilfe eines Refraktometers misst er die Brechkraft des Auges. Sie allein lässt jedoch keinen Rückschluss auf das tatsächliche Sehvermögen der Patienten zu. Das prüft der Arzt mit einem Sehtest: Mit verschiedenen Testlinsen und einer Testtafel mit unterschiedlich großen Buchstaben, wird bestimmt, wann der Patient am besten sehen kann. Sowohl Kurzsichtige als auch Normal- und Weitsichtige können eine gute oder schlechte Sehkraft haben. Die Sehkraft verbessert sich jedoch, wenn eine vorhandene Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird.

Des Weiteren wird der Arzt nach eventuellen Folgeschäden suchen oder nach einer möglichen Ursache wie einer zugrundeliegenden Erkrankung forschen.

Behandlung der Kurzsichtigkeit: Brille, Kontaktlinsen oder Lasern?

Zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit kommen verschiedene mehr oder weniger invasive Verfahren zum Einsatz:

  • konkave Brillengläser
  • konkave Kontaktlinsen
  • implantierbare Linsen
  • refraktive Chirurgie mit dem Laser
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Klassische Sehhilfen: Brille und Kontaktlinsen

Einfach und zuverlässig kann die Kurzsichtigkeit durch Brillengläser oder durch Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Verwendet werden Zerstreuungslinsen mit einem negativen Brechwert. Sie gleichen die zu starke Brechkraft des Auges aus, sodass auf der Netzhaut wieder ein scharfes Bild abgebildet wird. Die Brechkraft wird für jedes Auge einzeln angepasst. Die Frage, ob Brille oder Kontaktlinsen favorisiert werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Eine Brille kann beim Sport hinderlich sein oder durch ihr Eigengewicht auf der Nase stören. Andererseits ist sie eine unkomplizierte und die vergleichsweise kostengünstigere Alternative.

  • Das Einsetzen von Kontaktlinsen erfordert etwas Übung. Bei trockenen Augen können Linsen schmerzhaft sein. Außerdem muss man auf sorgfältige Reinigung und Pflege achten und regelmäßige Pausen beispielsweise über Nacht einlegen, ansonsten kann es zu gefährlichen Infektionen am Auge kommen. Mit Kontaktlinsen ist man im Alltag wesentlich weniger eingeschränkt als durch eine Brille.

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Welche Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit?

Grundsätzlich muss man zwischen harten und weichen Kontaktlinsen unterscheiden.

  • Harte Kontaktlinsen sind gesünder fürs Auge, brauchen aber häufig eine längere Eingewöhnungszeit
  • Weiche Kontaktlinsen sind unter Umständen angenehmer zu tragen, sind aber nicht so lange haltbar.

Kurzsichtigkeit heilen mit Lasertherapie

Vertragen Patienten mit Myopie weder Brille noch Kontaktlinsen, kann die refraktive Chirurgie helfen, die Brechkraft des Auges auf Dauer zu korrigieren. Inzwischen stehen einige operative Methoden zur Verfügung, die direkt die Brechkraft der Hornhaut korrigieren. Dies geschieht durch Abflachung der Hornhautkrümmung mittels Laser. Zum Ausgleich einer Kurzsichtigkeit wird dabei mikrometerweise Hornhautmaterial abgetragen. Um eine Abflachung zu erreichen, wird dazu im Zentrum mehr Material abgetragen als an den Rändern.

Verfahren der refraktiven Hornhautchirurgie

Die refraktive Hornhautchirurgie wird in zwei Bereiche unterteilt: die Excimer-Laser-Verfahren und die Inzisionen.

Mit den Excimer-Laser-Verfahren können Kurz- und Weitsichtigkeit korrigiert werden. Die Hornhaut wird mithilfe von Laserstrahlen an bestimmten Stellen abgetragen, sodass sich die in das Auge einfallenden Lichtstrahlen schließlich auf der Netzhaut im Punkt des schärfsten Sehens, der sogenannten Makula, vereinen.

Angewendet werden:

  1. Lamelläre Behandlungsverfahren: Ein solches Verfahren ist etwa die sogenannte Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK).
  2. Verfahren zur Oberflächenbehandlung: Photorefraktive Keratoektomie (PRK), Laser-subepitheliale Keratomileusis (LASEK) und Epi-LASIK.

Inzisionen (lateinisch "Einschnitte") werden zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) angewendet. Mit einem Diamantmesser oder einem Laser werden mehrere mikroskopisch kleine Schnitte senkrecht in die Hornhaut gesetzt. Dadurch verändert sich die Oberflächenkrümmung der Hornhaut, der Astigmatismus wird ausgeglichen. 

Für wen ist das Lasern der Augen geeignet?

Beim Lasern der Augen wird das schmerzempfindliche Hornhautepithel nicht entfernt. Die Patienten können deshalb sofort nach der Operation scharf sehen und haben kaum Schmerzen. Das Verfahren erfordert jedoch tiefere Einschnitte in die Hornhaut, die zu Heilungsstörungen führen können, etwa wenn sich die Schnitte nicht wieder schließen. Weiterhin ist eine Mindestdicke der Hornhaut von einem halben Millimeter erforderlich. Mit dem Laser kann eine Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien und eine Weitsichtigkeit bis 4 Dioptrien korrigiert werden.

Refraktive Linsenchirurgie: Implantation einer künstlichen Linse

Bei sehr starken Fehlsichtigkeiten und Hornhautverkrümmungen kann eine künstliche Linse in das Auge eingebracht werden. Die Hornhaut bleibt dabei unberührt. Die Verfahren eignen sich zur Korrektur von hochgradiger Myopie und Hyperopie sowie zur Behandlung von starker Altersweitsichtigkeit (Presbyopie).

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Verfahren:

  • implantierbare Kontaktlinsen (ICL)
  • intraokulare Linsen

Implantierbare Kontaktlinsen werden zusätzlich zur eigenen Linse ins Auge eingepflanzt. Dabei wird ein hauchdünnes Kunststoffimplantat zwischen Iris und Linse eingesetzt. Man spricht auch von phake Intraokularlinsen. Implantierbare Linsen eignen sich für Menschen, die hohe Dioptrienwerte haben, aber keine Laseroperation durchführen wollen oder können. Darüber hinaus kann die Methode auch bei weniger ausgeprägten Fehlsichtigkeiten eingesetzt werden, wenn Laser-Verfahren nicht infrage kommen, beispielsweise wegen zu geringer Hornhautdicke.

Das Verfahren eignet sich für Dioptrienwerte zwischen -20 und +10 dpt und kann auch wieder rückgängig gemacht werden. Die Behandlung erfolgt meist ambulant unter örtlicher Betäubung.

Im Gegensatz dazu wird bei echten Intraokularlinsen die natürliche Linse durch eine künstliche Linse ersetzt, entsprechend ist diese Methode auch nicht reversibel. Diese Methode wird seit vielen Jahren erfolgreich beim Grauen Star eingesetzt, bei der es zur Eintrübung der Linse kommt. Das Verfahren eignet sich aber auch zur Korrektur sehr starker Fehlsichtigkeit.

Refraktive Augenchirurgie – es bleibt ein Restrisiko

Operationen, um Kurzsichtigkeit zu verbessern, sind nicht ohne Risiko und garantieren zudem nicht, dass nach dem Eingriff keine Sehhilfe mehr benötigt wird. Deswegen sollten sie wohl überlegt werden.

Mögliche Risiken bei Lasertherapie sind:

  • er­höh­te Licht­emp­findlichkeit
  • trockene Augen
  • Infektionen
  • Beeinträch­tigung der Seh­kraft
  • Ü­ber- oder Un­terkorrektur der Seh­fähig­keit

Was kostet das Augenlasern?

Beim Lasern der Augen müssen Betroffene mit Kosten von etwa 800 bis 2.500 Euro rechnen, und zwar pro Auge. Von wenigen, medizinisch begründeten Fällen abgesehen werden die Kosten für die Lasertherapie von den gesetzlichen Krankenkassen meistens nicht übernommen. Allerdings handelt es sich laut einem BGH-Urteil von 2017 bei Fehlsichtigkeit um eine Krankheit, deshalb muss die OP von den privaten Krankenversicherungen übernommen werden.

Verlauf der Kurzsichtigkeit und mögliche Komplikationen

Es dauert ein paar Jahre, bis die Kurzsichtigkeit bei Kindern voll ausgeprägt ist. Im Normalfall kommt sie mit dem Ende der Pubertät, spätestens mit etwa 18 bis 20 Jahren zum Stillstand und verschlechtert sich dann nicht weiter. Deshalb ist es ratsam, mit endgültigen Korrekturen wie der Laser-OP bis dahin zu warten.

Entwickelt oder verstärkt sich eine Myopie im fortgeschrittenen Lebensalter, steckt häufig eine Eintrübung der Linse dahinter, wie sie beispielsweise beim Grauen Star entsteht.

Komplikationen und Risiken bei Kurzsichtigkeit

Eine sehr stark ausgeprägte Kurzsichtigkeit kann auf lange Sicht auch Komplikationen und Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Durch den langen Augapfel kommt es zu einer starken Gewebedehnung vor allem im hinteren Teil des Augapfels. Mögliche Komplikationen bei hochgradiger Myopie sind:

  • Netzhautablösung
  • Makuladegeneration
  • Grauer Star (Katarakt)
  • Grüner Star (Glaukom)
  • Glaskörpertrübung

Das Hauptrisiko bei sehr starker Myopie besteht in einer Ablösung der Netzhaut. Warnzeichen sind Lichtblitze, schwarze Punkte oder Flecken (Rußregen) oder auch ein plötzlich eingeschränktes Sichtfeld, das wie durch eine aufsteigende Wand oder einen herabfallenden Vorhang verdeckt wird. Eine Netzhautablösung führt unbehandelt zum Erblinden, kann aber rechtzeitig erkannt sehr gut therapiert werden. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Augenarzt sind deshalb wichtig.

Kann man einer Kurzsichtigkeit vorbeugen?

Es gibt keine Möglichkeit, eine veranlagungsbedingte Myopie zu vermeiden. Das Ausmaß der Kurzsichtigkeit kann jedoch durch verschiedene Maßnahmen und Verhaltensregeln im Kindesalter günstig beeinflusst werden.

  • Lichtmangel kann die Entwicklung von Kurzsichtigkeit verstärken. Studien haben ergeben, dass im Winterhalbjahr die Kurzsichtigkeit schneller voranschreitet als im Sommer. Eltern sollten deshalb darauf achten, dass Kinder möglichst zu jeder Jahreszeit zwei Stunden täglich draußen bei Tageslicht verbringen.

  • Beim Lesen oder Schreiben immer auf ausreichend gute Beleuchtung achten.

  • Die tägliche Gabe von Atropin in einer sehr niedrigen Dosierung als Augentropfen über etwa zwei Jahre kann bei Kindern das Fortschreiten der Myopie etwas verlangsamen. Das hat eine zusammenfassende Studie aus dem Jahr 2014 bestätigt. Allerdings ist diese Behandlung bisher nicht allgemein anerkannt und wird nicht von den Kassen erstattet.

  • Eine frühzeitige Korrektur der Fehlsichtigkeit kann dazu beitragen, dass sich die Myopie nicht ganz so stark ausprägt, weil dadurch die Augenmuskulatur entlastet und der Augapfel nicht zu noch stärkerem Wachstum angeregt wird. Eine übermäßige Korrektur durch zu starke Gläser wirkt sich negativ aus.

  • Außerdem sollte versucht werden, Kurzsichtigkeit als Folge einer anderen Erkrankung durch rechtzeitige Behandlung der Grunderkrankung zu vermeiden. Insbesondere Diabetiker sollten regelmäßige Vorsorgetermine beim Augenarzt wahrnehmen.

Augentraining kann Kurzsichtigkeit nicht stoppen oder heilen

Die recht häufig anzutreffende Vorstellung, Kurzsichtigkeit könne durch bestimmte Übungen vermieden oder geheilt werden, ist in zahlreichen Studien widerlegt worden. Weder Entspannungsübungen noch ein spezielles Training der Augenmuskulatur haben Einfluss auf die Entstehung oder die weitere Entwicklung einer Kurzsichtigkeit. Ebensowenig kann man eine Kurzsichtigkeit durch Augenübungen verbessern oder gar wegtrainieren.

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