Brille, Kontaktlinsen, Lasern?

Hornhautverkrümmung: Symptome, Ursachen und Korrektur

Fast jeder zweite Erwachsene weist eine so starke Verkrümmung der Augenhornhaut (Astigmatismus) auf, dass er unscharf und verzerrt sieht. Wie kommt es zu einer Hornhautverkrümmung? Welche Symptome treten auf und mit welchen Sehhilfen und chirurgischen Verfahren lässt sich die Sehschwäche optimal korrigieren?

hornhautverkruemmung
Eine Hornhautverkrümmung lässt sich gut korrigieren, beispielsweise mit einer Brille.
© iStock.com/MarioGuti

Die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus = nicht-punktförmige Abbildung, Stabsichtigkeit) ist die weltweit häufigste Sehschwäche: Schätzungen zufolge haben rund 40 Prozent aller Erwachsenen und 15 Prozent aller Kinder eine ungleichmäßig gewölbte Augenhornhaut, die sich negativ auf die visuelle Wahrnehmung auswirkt. Durch die Unebenheiten können horizontal und vertikal ins Auge einfallende Lichtstrahlen auf der Netzhaut nicht zu einem scharfen, punktförmigen Bild gebündelt werden, sondern werden stabförmig abgebildet, was sich in verschwommenem, verzerrtem Sehen äußert. Manchmal ist auch eine Verkrümmung der Augenlinse oder des Augenhintergrunds für die Sehschwäche verantwortlich. Der Fachterminus Astigmatismus ist dann treffender als der meist umgangssprachlich verwendete Begriff Hornhautverkrümmung.

Im Überblick:

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Formen der Hornhautverkrümmung

Ein Astigmatismus ist meist angeboren und schwankt im Tagesverlauf leicht, weil er zusätzlich von der Pupillenaktivität, dem Druck der Augenlider, dem Tränenfilm und anderen Faktoren beeinflusst wird. Er tritt häufig zusammen mit Kurzsichtigkeit (Myopie) oder Weitsichtigkeit (Hypermetropie) auf, kann aber auch alleine vorkommen. Je nachdem, welche Hornhautschichten von den Unregelmäßigkeiten betroffen sind, wie die Hornhaut geformt ist und wodurch ihre Verkrümmung zustande kommt, werden verschiedene Astigmatismus-Formen unterschieden:

  • Äußerer Astigmatismus: Hier liegt eine ungleiche Krümmung an den Meridianen (Hauptschnitten) der äußeren Hornhautschichten vor. So hat das Auge in unterschiedlichen Ebenen verschiedene Brennpunkte und kann das Bild auf der Netzhaut beispielsweise nur in horizontaler, nicht aber in vertikaler Ebene scharf stellen.

  • Innerer Astigmatismus: Krümmungsfehler der inneren Hornhautschichten, der Linsenoberfläche oder des Augenhintergrunds

  • Regulärer Astigmatismus (Astigmatismus regularis): Der regelmäßige äußere Astigmatismus ist fast immer angeboren und kann mit Brille und Kontaktlinsen korrigiert werden. Die Hornhautoberfläche ist glatt und gleichmäßig. Steht hier der steilste gemessene Meridian (annähernd) vertikal bei 90 Grad, wird dies als Astigmatismus mit der Regel (With The Rule, WTR) bezeichnet. Liegt der steilste Meridian (fast) horizontal, ist von einem Astigmatismus gegen die Regel (Against The Rule, ATR) die Rede. Treffen weder WTR noch ATR zu, sprechen Augenärzte (Ophtalmologen) und Optiker von einem schrägen oder obliquen Astigmatismus (OBL).

  • Irregulärer Astigmatismus (Astigmatismus irregularis): Unregelmäßiger äußerer Astigmatismus, der beispielsweise durch eine Narbe auf der Hornhaut oder eine getrübte Linse (Grauer Star) verursacht sein und durch seine Komplexität nicht mit Brillengläsern, zum Teil aber mit Kontaktlinsen korrigiert werden kann. Ansonsten ist eine OP notwendig.

  • Vorübergehender Astigmatismus: Nach bestimmten operativen Eingriffen am Auge (beispielsweise einer Glaukom- oder Grauer-Star-OP) kann es übergangsweise zu einem Astigmatismus kommen, weil es einige Zeit dauert, bis die Hornhaut wieder zu ihrer alten Form zurückgefunden hat.

Äußerer und innerer Astigmatismus summieren sich auf und ergeben den sogenannten refraktiven Zylinder (Refraktion = Brechung), der in Dioptrien angegeben wird.

Welche Ursachen kann Astigmatismus haben?

Für eine Hornhautverkrümmung kommen verschiedene Gründe in Betracht. Die häufigsten sind:

  • Genetik: In etwa 80 Prozent aller Fälle ist ein Astigmatismus angeboren. Dafür konnten in wissenschaftlichen Studien bereits mehrere DNS-Sequenzen identifiziert werden, die den optischen Defekt mit hoher Wahrscheinlichkeit auslösen. Auch verschiedene angeborene Syndrome, zum Beispiel das Fragile-X- oder das Williams-Beuren-Syndrom, gehen überdurchschnittlich häufig mit einer relevanten Hornhautverkrümmung einher.

  • Erkrankung des Auges: Die erblich bedingte Augenkrankheit Keratokonus (Hornhautkegel) äußert sich durch eine voranschreitende kegelförmige Verformung der zudem immer dünner werdenden Hornhaut. Ein Grauer Star (Katarakt) kann durch die Trübung der Augenlinse ebenfalls einen Astigmatismus bedingen – er ist allerdings weniger eine Krankheit als vielmehr eine Alterserscheinung.

  • Infektion/Verletzung/Vernarbung: Wenn die Hornhaut nach einer starken Entzündung, Verletzung oder Augen-OP mit ungünstig gesetzter Naht vernarbt, kann es zu einem irregulären Astigmatismus kommen. Auch eine Verletzung der Linse kann zu einer Stabsichtigkeit führen. Wird der Augapfel beschädigt, kann der Augeninnendruck sinken und ebenfalls eine Hornhautverkrümmung auslösen.

An welchen Symptomen lässt sich eine Hornhautverkrümmung erkennen?

Fast jeder Mensch hat zumindest eine leichte Hornhautverkrümmung (bis etwa 0,5 Dioptrien), doch erst ab etwa 0,75 Dioptrien hat die Anomalie nennenswerten Einfluss auf die Sehfähigkeit.

Stärkere Ausprägungen fallen durch unscharfes und verzerrtes Sehen auf: Details verschwimmen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne vor den Augen, geometrische Formen werden anders wahrgenommen, als sie sind. Ein Kreis wird dann zum Beispiel zu einer Ellipse oder einem Oval, ein Quadrat zu einem langgezogenen Rechteck oder Trapez.

Zusätzlich kann eine Hornhautverkrümmung Symptome wie

verursachen, weil die Augen überanstrengt sind: Sie versuchen kontinuierlich, das verschwommene Bild durch Akkommodation (Brechkraftanpassung) zu verbessern, was aber nur bedingt und vorübergehend gelingt.

Für Laien ist ein Astigmatismus häufig schwer von einer Kurz- oder Weitsichtigkeit zu unterscheiden. Es gibt jedoch simple (Online-)Selbsttests wie den Strichkreis- oder den Strahlentest, die bei korrekter Durchführung erste Hinweise darauf geben können, ob die Hornhaut ungleichmäßig gekrümmt ist oder nicht. Ergeben sich bei einem solchen Test Auffälligkeiten, sollte ein Ophtalmologe oder Optiker die Augen kontrollieren.

Hornhautverkrümmung bei Kindern: worauf Eltern achten sollten

Bei Kindern kann sich ein Astigmatismus zum Beispiel durch häufiges Danebengreifen oder Stolpern äußern. Auch wenn ein Kind häufig kleine Gegenstände und Details übersieht, beim Spielen und Bilderbücheranschauen schnell müde wird oder – im Schulalter – geometrische Formen wie Kreise und Ellipsen nicht voneinander unterscheiden kann, sollten seine Augen untersucht werden.

Weil sie noch keine anderen Seherfahrungen gemacht haben, fällt es Kindern selbst nicht auf, wenn sie verschwommen oder verzerrt sehen. Deshalb ist es sinnvoll, ihre Augen im Rahmen der regulären Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig kontrollieren zu lassen. Das gilt ganz besonders, wenn ein oder beide Elternteile einen Astigmatismus oder eine andere Fehlsichtigkeit aufweisen.

Wird ein Astigmatismus bei Kindern langfristig nicht korrigiert, kann dies zu einer dauerhaften Sehbeeinträchtigung führen, die nicht mehr durch eine Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden kann. Zudem kann ein beidseitiger Astigmatismus die motorische Entwicklung eines Kindes verzögern oder nachhaltig einschränken. Eine starke einseitige Hornhautverkrümmung blendet das Gehirn irgendwann aus: Das schwächere Auge wird dann quasi abgeschaltet und das räumliche Sehen ist in Gefahr.

Wie stellen Augenarzt oder Optiker einen Astigmatismus fest?

Ob eine Hornhautverkrümmung vorliegt, wird bei jeder Augenuntersuchung (Refraktionsbestimmung) überprüft. Unterschieden wird zwischen objektiver und subjektiver Refraktionsbestimmung: Bei ersterer bleibt der Patient passiv, während der Ophthalmologe oder Optiker die Augen vermisst, an letzterer muss er aktiv teilnehmen.

Objektive Refraktionsbestimmung:

Einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer Hornhautverkrümmung kann zum Beispiel das Keratoskop liefern: eine Scheibe mit konzentrischen schwarzen und weißen Ringen, die sich auf der Hornhaut des Patienten widerspiegeln. Je nach Verzerrungsgrad kann der Augenarzt oder Optiker feststellen, in welcher Richtung die Hornhaut mehr oder weniger gebogen ist.

Liegt ein Hinweis auf Astigmatismus vor, schließt sich eine genauere Analyse an. In der Regel kommt dabei ein Ophtalmometer (Keratometer) zum Einsatz: Dieses Untersuchungsgerät projiziert zwei kleine Bildchen, ein Hohl- und ein Strichkreuz, auf die Hornhautoberfläche des Patienten. Am Abstand der Kreuze können der genaue Krümmungsradius sowie die Brechkraft der Hornhaut abgelesen werden (ohne Astigmatismus würden die Kreuze übereinanderliegen).

Für Sonderformen (irregulären Astigmatismus) wird statt des Ophtalmometers in der Regel ein Hornhauttopograf eingesetzt, der computergesteuert arbeitet und die Brechkraft der gesamten Hornhaut ausmisst.

Subjektive Refraktionsbestimmung:

Bei der subjektiven Refraktionsbestimmung werden die genauen Brillenglas- oder Kontaktlinsenwerte einschließlich exakter Achslage der Hornhautverkrümmung eruiert. Dabei gibt der Patient mit Blick auf Buchstaben-, Zahlen- oder Symboltafeln Auskunft darüber, mit welchem vorgeschalteten Brillenglas er am besten sieht. Diese Untersuchung erfolgt entweder mit einer einfachen Messbrille oder mit einem Phoropter (Gerät mit runden Augenöffnungen).

Auf einem Brillenrezept notiert der Augenarzt oder Optiker anschließend folgende Werte in einer Tabelle:

  1. Sphäre (Sph): Dioptrienzahl zur Korrektur einer Kurz- oder Weitsichtigkeit (dpt., - steht für kurz-, + für weitsichtig)

  2. Zylinder (Cyl): Dioptrienzahl zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung (dpt.)

  3. Achse (A): Position des Astigmatismus mittels Achslage in Grad (°)

Beispiel: Sph +2,0, Cyl -1,0, A 90° bedeutet, dass durch die Sehhilfe eine Weitsichtigkeit von zwei Dioptrien plus ein Zylinder von einer Dioptrie in einer Achslage von 90 Grad korrigiert werden müssen.

In bestimmten Fällen, beispielsweise wenn eine chirurgische Astigmatismuskorrektur (refraktive OP) durchgeführt werden soll, wird die topografische um eine tomografische Messung ergänzt: Diese vermisst Ober- und Rückfläche der Hornhaut und liefert ein dreidimensionales Bild.

Wie lässt sich eine Hornhautverkrümmung korrigieren?

Sind Winkel und Brechungsfehler exakt bestimmt worden, kann der optische Defekt mithilfe einer Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen oder durch eine Operation dauerhaft behoben werden. Welche Korrekturvariante sich am besten eignet, hängt unter anderem von der zugrundeliegenden Astigmatismus-Form und -Stärke, persönlichen Präferenzen, (Augen-)Gesundheit und Lebensstil ab.

Wenn ein Mensch lange Zeit mit einer unkorrigierten Hornhautverkrümmung gelebt hat, muss er sich erst einmal an die neue Sicht gewöhnen: Das Gehirn hat sich so sehr auf die Verzerrung eingestellt, dass anfangs alles gekrümmt erscheint.

Ein (alleinstehender) Astigmatismus wird in der Regel erst ab einem Wert von mehr als 0,5 Dioptrien korrigiert, weil die meisten Betroffenen darunter keine maßgebliche Sehbeeinträchtigung feststellen können. Ein starker Astigmatismus hingegen ist ein komplexer optischer Defekt und kann durch Brille und Kontaktlinsen häufig nicht zu 100 Prozent ausgeglichen werden. Folgende Korrekturmöglichkeiten stehen bei vorliegender Hornhautverkrümmung grundsätzlich zur Verfügung:

Möglichkeiten der konservativen Korrektur

Brille: Torische (= wulstförmige) Brillengläser, die von der Form her der seitlichen Aufwölbung eines Donuts gleichen und deshalb verschiedene Brechwerte in zwei senkrecht zueinander stehenden Richtungen erzeugen, sind das älteste und beliebteste Korrekturverfahren bei Astigmatismus: Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in den USA entsprechende Sehhilfen verkauft. Das torische Glas bündelt das Licht auf einen Punkt, sodass auf der Netzhaut ein scharfes Abbild entsteht. Bei sehr komplexen (irregulären) Hornhautverkrümmungen können torische Brillengläser aber an ihre Grenzen stoßen.

Kontaktlinsen: Es gibt harte (formstabile) und weiche Kontaktlinsen. Harte Kontaktlinsen bestehen aus stabilen, gasdurchlässigen Materialien wie Fluorkarbon und erfordern eine längere Eingewöhnungszeit, weil sie anfangs ein starkes Fremdkörpergefühl verursachen.

Weiche Kontaktlinsen sind aus (Silikon-)Hydrogelen mit hohem Wasseranteil gefertigt und schmiegen sich direkt an die Hornhaut an, wodurch sie sehr komfortabel sind. Weil die Hornhaut allerdings durch weiche Linsen schlechter mit Sauerstoff versorgt wird, kann jahrelanges, sehr intensives Tragen irreversible Augenschäden verursachen.

Bei einem leichten bis mittleren Astigmatismus sind herkömmliche harte Kontaktlinsen eine gute Wahl, weil hier zwischen Auge und Linse eine Tränenlinse entsteht, die eine Hornhautverkrümmung automatisch ausgleicht. Soll ein stärkerer Astigmatismus mit formstabilen Kontaktlinsen korrigiert werden, steht dafür eine breite Palette unterschiedlicher torischer Linsenarten zur Auswahl.

Bei einem irregulären Astigmatismus gelten harte torische Linsen sogar als beste Option (noch vor der Brille). Auch Sonderfälle wie ein innerer Astigmatismus oder ein Keratokonus können mit sogenannten asphärischen harten Kontaktlinsen optimal korrigiert werden. Es gibt auch harte Kontaktlinsen, die nur nachts getragen werden und die Hornhaut formen (orthokeratologische Linsen).

Auch weiche Kontaktlinsen sind mittlerweile mit torischem Schliff verfügbar. Wichtig ist hier, dass sie in ein und derselben Position auf der Hornhaut sitzen bleiben, was durch eine bestimmte, feine Formung möglich ist. Von außen unsichtbare Randmarkierungen zeigen dem Träger an, wie die weichen torischen Linsen ins Auge gesetzt werden müssen.

Refraktive Operationsverfahren

Eine Hornhautverkrümmung kann auch operiert werden. Dies kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn dem Fehlsichtigen das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen aus bestimmten Gründen nicht möglich ist. Zudem gibt es Hornhautverkrümmungen, die auf konservative Art nicht optimal korrigiert werden können. 

Welches Dauerkorrekturverfahren sich im Einzelfall eignet, hängt unter anderem davon ab, welche optischen Defekte in welcher Ausprägung vorliegen und welche sonstigen Eigenschaften das Auge aufweist (zum Beispiel Pupillengröße, Hornhautdicke und Befeuchtung).

Hornhautverkrümmung lasern: refraktive Laserchirurgie

Da die Lasertechnologie (refraktive Laserchirurgie) im Bereich der Augenheilkunde sehr weit entwickelt ist, hat sie manuellen OP-Verfahren mittlerweile den Rang abgelaufen. Hornhautanomalien können in verschiedenen Laserverfahren abgetragen werden, die vom Laien schwer zu unterscheiden sind. Populär sind zum Beispiel:

  • Laser-In-situ-Keratomileusis (LASIK)

  • Photorefraktive Keratektomie (PRK)

  • Femtosekundenlaser-assistierte Keratotomie (FSAK)

  • Small-incision lenticule extraction (SMILE)

Welches Verfahren im Einzelfall sinnvoll ist und welche Risiken es birgt, erklärt der anbietende Augenarzt bei einer Voruntersuchung. Zu den generellen Risiken einer Augen-Laser-OP zählen unter anderem:

  • Durchtrennung von für die Tränenflüssigkeit relevanten Nerven in der Hornhaut (Folge sind sehr trockene Augen)

  • Infektionen

  • Heilungsstörungen

  • instabile Hornhaut

  • eingeschränkte Sicht im Dunkeln oder in der Dämmerung, Halo-Sehen (Streuung um Lichtquellen herum)

  • (Kontakt-)Linsen implantieren: refraktive Linsenchirurgie

Eine Hornhautverkrümmung kann auch durch Intraokularlinsen (IOL) dauerhaft behoben werden, die ein Augenchirurg während einer ambulanten OP ins Auge einsetzt. Hier sind besonders zwei verschiedene IOL-Arten relevant:

Implantierbare Kontaktlinsen werden individuell angefertigt und ergänzen die körpereigenen Linsen. Man unterscheidet Vorderkammerlinsen (VKL), die vor die Regenbogenhaut implantiert werden, von (häufiger eingesetzten) Hinterkammerlinsen (HKL), die hinter der Regenbogenhaut und vor der natürlichen Linse sitzen und so von außen unsichtbar sind. Implantierbare Kontaktlinsen eignen sich vorrangig für Erwachsene bis etwa 45 Jahre, bei denen noch keine Altersweitsichtigkeit feststellbar ist.

Multifokallinsen ersetzen die (unter Umständen bereits getrübten) körpereigenen Linsen und sind in der Regel erst sinnvoll, wenn sich die Altersweitsichtigkeit stabilisiert hat. Sie können (wie eine Gleitsichtbrille) Kurz-, (Alters-)Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung gleichzeitig korrigieren. Am häufigsten werden Multifokallinsen im Zuge einer anliegenden Katarakt-OP implantiert.

Größter Vorteil der refraktiven Linsenchirurgie ist, dass kein Hornhautgewebe abgetragen wird. Die OP ist also reversibel (umkehrbar). Ändern sich die Augenwerte, können die implantierten Linsen ausgetauscht werden.

Verändert sich Astigmatismus im Laufe des Lebens?

Während sich Kurz- und Weitsichtigkeit wachstums- und alterungsbedingt verändern können, bleibt eine angeborene (reguläre) Hornhautverkrümmung in der Regel konstant. Bei irregulären, krankheitsbedingten Astigmatismus-Formen hingegen ist über die Jahre oft eine Verschlechterung zu beobachten: Bestes Beispiel ist die Augenerkrankung Keratokonus, bei der die Hornhautverkrümmung unbehandelt laufend zunimmt.

Lässt sich einer Hornhautverkrümmung vorbeugen?

Einem erblich bedingten Astigmatismus lässt sich nicht vorbeugen. Allerdings sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt wichtig, um ihn möglichst früh zu erkennen. Vor allem, wenn das rechte und das linke Auge sehr unterschiedliche Werte haben, sollte immer eine angepasste Sehhilfe getragen werden, da sonst die Gefahr besteht, dass das schwächere Auge noch schwächer wird und vom Gehirn irgendwann ganz ausgeblendet wird.

Was irreguläre Astigmatismus-Formen betrifft, sollten die Augen immer so gut wie möglich vor Verletzungen geschützt werden. Zum Beispiel ist es empfehlenswert, bei der Ausübung von Tätigkeiten, bei denen Fremdkörper ins Auge gelangen können, eine Schutzbrille zu tragen.

Augenverletzungen und -erkrankungen sollten zudem immer zeitnah vom Facharzt untersucht und behandelt werden, damit es nicht zu Narben kommt, die ebenfalls eine Hornhautverkrümmung zur Folge haben können.

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