Endlich zur Ruhe kommen

Innere Unruhe: So bekämpfen Sie Nervosität

Innere Unruhe ist eine normale Reaktion des Körpers auf Ereignisse, die unbekannt, aufregend oder unangenehm sind: Prüfungen an der Uni, ein Vortrag vor großem Publikum, das Vorstellungsgespräch oder der Bungee-Jump am nächsten Tag. Normalerweise legt sich die Nervosität schnell wieder, wenn Sie die Situation gemeistert haben – aber nicht immer. Hinter dem Symptom „innere Unruhe“ stecken manchmal auch behandlungsbedürftige Krankheiten, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion oder Depression. Welche Behandlungen helfen gegen die innere Unruhe und was können Sie selbst tun?

nervöse frau innere unruhe
Nervosität kann durch gewisse Einflüsse verstärkt werden und auch krankheitsbedingt auftreten.
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Innere Unruhe ist in bestimmten Situationen eine ganz normale körperliche Reaktion und hat viele Gesichter: Sie kommt in Form von Lampenfieber vor einer wichtigen Präsentation daher oder als Nervosität vor dem Antritt eines neuen Jobs oder einer Reise. Innere Unruhe.

Meist ist die Nervosität mit anderen Gefühlen und Symptomen gepaart, etwa erhöhter Reizbarkeit, Hast, Konzentrationsschwäche, Ungeduld, Schweißausbrüchen, Herzklopfen oder einem tomatenrot gefärbten Gesicht.

Die Neigung zur inneren Unruhe und Nervosität ist individuell sehr verschieden. Manche Menschen bleiben in fast allen Lebenslagen cool und sind "die Ruhe in Person". Andere dagegen lassen sich schon durch kleinste Anlässen aus der Ruhe bringen und reagieren nervös, fahrig oder gehetzt.

Wann sollte man innere Unruhe ärztlich abklären lassen?

Bestimmte Faktoren, zum Beispiel Schlafmangel, Müdigkeit und Dauerstress können Nervosität verstärken. Auch manche Krankheiten, zum Beispiel eine Depression oder Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), gehen mit den Symptomen innere Unruhe und Rastlosigkeit einher.

Falls die Nervosität länger anhält oder unabhängig von bestimmten Situationen auftritt, suchen Sie immer einen Arzt auf. Er findet heraus, welche Ursachen hinter den Symptomen stecken und behandelt sie gezielt.

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Innere Unruhe: Was sind die Ursachen der Nervosität?

Die Ursachen für innere Unruhe sind äußerst vielfältig. Zunächst unterscheiden Ärzte zwischen innerer Unruhe, die akut in bestimmten Situationen auftritt (es gibt also einen konkreten Auslöser) und einer anhaltenden Nervosität, der andere Ursachen zugrunde liegen.

Innere Unruhe: ausgelöst durch bestimmte Situationen

Es gibt zahlreiche Situationen, die in Menschen ein Gefühl der Nervosität aufkommen lassen. Beispiele sind:

  • Prüfungen
  • Vorstellungsgespräche
  • Präsentationen, Vorträge oder Auftritte vor größerem Publikum (Lampenfieber)
  • Reisen (Reisefieber)
  • persönliche Herausforderungen, zum Beispiel ein Bungee-Jump, eine Achterbahnfahrt oder ein Fallschirmsprung
  • bevorstehende medizinische Eingriffe
  • Wetterumschwung: Besonders wetterfühlige Personen leiden neben der Nervosität oft noch unter Kopfschmerzen und Reizbarkeit.

Oft bleibt das unruhige Gefühl nicht das einzige Symptom. Begleitend kommen Angst, Händezittern, Schweißausbrüche, Hektik oder starkes Herzklopfen hinzu, etwa  bei Prüfungsangst oder einer sozialen Phobie, der ausgeprägten Angst vor Menschen und gesellschaftlichen Situationen.

In extremen Fällen versuchen Patienten, solche Situationen komplett zu vermeiden. Manchmal drohen Rückzug, Isolation und berufliche Probleme. Ein Coaching oder gezielte Psychotherapie hilft, mit solchen Herausforderungen besser zurechtzukommen. Bei den meisten Menschen legt sich die innere Unruhe aber von selbst, wenn Sie die Situation gemeistert haben.

Manchmal ist innere Unruhe eine Frage des Lebensstils

In den meisten Fällen führen konkrete Situationen dazu, dass ein Mensch nervös wird – aber nicht immer. Vielmehr spielt auch die jeweilige Lebensweise eine wichtige Rolle. Extremer Stress und Schlafmangel sorgen oft dafür, dass ein Mensch innerlich unruhig ist und ständig unter Strom steht. Mangelnde Bewegung und ein häufiger Alkoholkonsum begünstigen die innere Unruhe ebenfalls. Ärzte vermuten zudem einen Zusammenhang zwischen einem ernährungsbedingten Vitamin B-Mangel und Nervosität. In diesem Fall kommen weitere Beschwerden wie Erbrechen, Darmprobleme und trockene Haut hinzu.

Nervosität durch Erkrankungen, körperliche Veränderungen oder Medikamente

Der Grund können auch bestimmte Krankheiten sein. Beispiele sind:

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Sie geht mit Nervosität, starkem Schwitzen, Kopfschmerzen, Heißhunger, Herzklopfen und hohem Blutdruck einher.

  • Wechseljahre (Klimakterium): Neben Nervosität leiden Frauen oft unter Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen oder depressiven Verstimmungen.

  • prämenstruelles Syndrom (PMS): Die innere Unruhe wird begleitet von Gereiztheit, Wassereinlagerungen (Ödemen), Weinerlichkeit und depressiver Verstimmung.

  • Depression: zur Nervosität kommen Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Traurigkeit, Interessensverlust oder Konzentrationsstörungen hinzu.

  • chronische Hirnhautentzündung (Meningitis): Die innere Unruhe wird begleitet von Kopfschmerzen, Vergesslichkeit und Gedächtnisstörungen.

  • Hirntumoren: Weitere Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Sprach- und Sehstörungen, Krampfanfälle, Persönlichkeitsveränderungen.

  • Phobien (krankhafte Ängste), zum Beispiel soziale Phobien

  • Nebenwirkung von Medikamenten: Auch die Einnahme bestimmter Arzneimittel fördert die Nervosität.

Falls diese Beschwerden länger anhalten oder weitere Symptome hinzukommen, fragen Sie einen Arzt um Rat.

Wegen innerer Unruhe beim Arzt: So läuft die Diagnose

Zunächst wird Sie der Arzt in einem ausführlichen Gespräch zu Ihren Symptomen und Ihrer Krankengeschichte befragen (Anamnese). Mögliche Fragen können sein:

  • Wie lange besteht die innere Unruhe schon?
  • Hält die Nervosität länger an?
  • Können Sie Situationen nennen, in denen die innere Unruhe in Erscheinung tritt?
  • Wie stark belastet Sie dieses Gefühl?
  • Wie viel Alkohol nehmen Sie zu sich?
  • Gibt es noch weitere Symptome, die Ihnen aufgefallen sind?
  • Sind Grunderkrankungen bei Ihnen bekannt, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion oder Depression?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein? Wenn ja: welche?

Meist lässt sich die Ursache schnell aufspüren, weil es häufig bestimmte Situationen sind, die Menschen nervös machen. Ärztliche Diagnoseschritte, weitere Untersuchungen oder bildgebende Verfahren sind nicht nötig, wenn sich der Auslöser eindeutig festmachen lässt. Anders sieht es allerdings aus, wenn die innere Unruhe nicht durch eine konkrete Situation bedingt ist, länger anhält, mit weiteren Symptomen einhergeht und so stark ausgeprägt ist, dass Sie diese zwingend vermeiden.

Diese Untersuchungen geben weiteren Aufschluss

Je nach Verdacht des Arztes folgen weitere Untersuchungen, beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse oder die Bestimmung der Schilddrüsenwerte anhand einer Blutuntersuchung. So lässt sich feststellen, ob eine Schilddrüsenüberfunktion als Ursache für die innere Unruhe in Frage kommt.

Die Blutuntersuchung zeigt außerdem, ob noch andere Faktoren für die Nervosität infrage kommen. Der Arzt bestimmt die Hormonwerte, wenn die Wechseljahre der Auslöser sein könnten. Beim Verdacht auf eine Hirnhautentzündung wird der Erreger bestimmt.

Manchmal kommen auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns oder eine Elektroenzephalographie (EEG), bei der Ärzte die Gehirnaktivität messen, zum Einsatz. Vermutet der Arzt eine Phobie als Ursache, folgen tiefergehende Gespräche mit dem Arzt oder einem Psychotherapeuten.

Nervosität behandeln: Mögliche Therapien bei innerer Unruhe

Die Behandlung hängt immer von der Ursache ab. Ist eine Krankheit der Auslöser, behandeln Ärzte gezielt die Grunderkrankung, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion. Meist bessert sich mit Medikamenten, welche die Bildung oder Freisetzung von Schilddrüsenhormonen bremsen, auch das Symptom innere Unruhe.

Eine Depression, die häufig mit erheblicher Unruhe und Gereiztheit einhergeht, behandeln Ärzte mittels Psychotherapie und eventuell Medikamenten (Antidepressiva) – manchmal mit einer Kombination aus beiden Therapieansätzen. Eine Psychotherapie hilft auch bei Phobien, etwa einer sozialen Phobie, um die Nervosität in den Griff zu bekommen. Eine ausgeprägte innere Unruhe in den Wechseljahren, die den Alltag und die Lebensqualität schwer beeinträchtigt, lässt sich eventuell mit einer Hormonersatztherapie lindern. Weil sie aber nicht unerhebliche Nebenwirkungen hat, sollten Sie Vor- und Nachteile immer gut mit dem Arzt abwägen.

Innere Unruhe – diese Tipps lindern die Nervosität!

Es gibt zahlreiche Strategien, die Sie selbst anwenden können. Einige Tipps, die bei leichter, nicht krankheitsbedingter Nervosität helfen, sind:

  • Erlernen Sie eine Entspannungstechnik wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.
  • Hilfreich sind Meditation, Yoga, Qigong oder Tai Chi.
  • Bewegen Sie sich viel: Ein flotter Spaziergang, Wandern, Radfahren und andere körperliche Aktivitäten wirken gut gegen innere Unruhe!
  • Entspannungsbäder mit speziellen Zusätzen, etwa Orangenöl, bauen innere Spannungen ab und sorgen für mehr Ausgeglichenheit.
  • Massagen wirken wohltuend und entspannend.
  • Eine warme Milch mit Honig ist ein altes Hausmittel, um sich selbst zu beruhigen.
  • Pflanzliche Präparate, etwa Baldrian, Lavendel, Hopfen, Johanniskraut oder Melisse sind gute Mittel gegen Nervosität.

Allgemein gilt: Wenn Sie eine Neigung zu innerer Unruhe haben, achten Sie immer auf ausreichenden Schlaf und erlernen Sie gezielte Maßnahmen zum Stressabbau. Damit lässt sich dieses Gefühl oft gut in Schach halten.

Entspannungstechniken im Überblick

Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. September 2017
Durch: sba
Quellen: Quellen: Vogl, H.: Differentialdiagnose der medizinisch-klinischen Symptome. Ernst Reinhardt GmbH & Co., München. Dr. Schaenzler, N., Dr. Koppelnwallner, C.: Quickfinder Symptome. Gräfe und Unzer, München. https://www.internisten-im-netz.de/

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