Rot-Grün-Blindheit und Co.

Farbenblind? Test bestimmt Art der Farbsinnstörung

Farbenblindheit (Achromasie) gehört zu den Farbsinnstörungen und bezeichnet im engen Sinne die völlige Unfähigkeit, Farben zu sehen. Im weiteren Sinne wird der Ausdruck auch für Farbschwächen wie die Rot-Grün-Blindheit verwendet. Ob eine Farbenblindheit vorliegt, kann durch Tests ermittelt werden, zum Beispiel die Ishihara-Farbtafel.

Regenbogen-mit-Farbsehschwäche
© iStock.com/huasui

Farbenblindheit, auch Achromasie genannt, bezeichnet eine angeborene oder erworbene Störung des Farbensehens, die von einer geschwächten Wahrnehmung einzelner Farben bis hin zur kompletten Blindheit für Farben aufgrund fehlender oder defekter Farbsinneszellen, der Zapfen reichen.

Farbsehen mit Ishihara-Bildern testen

Farbsinnstörungen können abhängig vom Ausmaß der gestörten Farbwahrnehmung mit gravierenden Einschränkungen im Alltag und in beruflicher Hinsicht verbunden sein. Etwa acht Prozent der männlichen und etwa 0,5 Prozent der weiblichen Bevölkerung leiden an einer angeborenen oder erworbenen Störung des normalen Farbensehens.

Rot-Grün-Blindheit ist selten

Glücklicherweise sind Farbschwächen sehr viel häufiger als die völlige Blindheit für eine oder zwei Farben. Mehr als die Hälfte der Betroffenen (etwa fünf Prozent der männlichen und 0,4 Prozent der weiblichen Bevölkerung) leiden an einer Grünschwäche, weniger als ein Prozent an einer Rotschwäche. Eine komplette Rot-Grün-Schwäche wird wesentlich seltener beobachtet. Noch seltener ist die Störung des Blau-Gelb-Sehens und eine anomale Dreifarbenwahrnehmung. Die Zahl der hiervon betroffenen Menschen ist sehr klein.

Symptome der Farbenblindheit

Bei Farbenblindheit kommt es zur Verwechslung verschiedener Farben. Welche Farben genau vertauscht werden, hängt von der jeweiligen Farbsinnstörung ab.

Es gibt verschiedene Formen von Farbsinnstörungen. Bei Dichromasie besteht entweder für Rot oder Grün eine verminderte Empfindlichkeit der Zapfen. Bei Rotblindheit treten zum Beispiel beim Sehvorgang folgende Verwechslungen auf:

  • Rot mit Gelb und Braun mit Grün
  • Violett mit Blau
  • Dunkelrot mit Schwarz

Die Verwechslungsfarben bei einer Grünschwäche sind:

  • Grün mit Gelb
  • Braun mit Grau

Die Blaublindheit führt zu folgenden Verwechslungen:

  • Rot mit Orange
  • Blau mit Grün
  • Grüngelb mit Grau
  • Violett und Hellgelb mit Weiß

Bei Rot- und Grünschwäche erkennen die Betroffenen unter ungünstigen Bedingungen, etwa im Straßenverkehr bei großer Geschwindigkeit und schlechten Sichtverhältnissen, die Farben Rot und Grün nicht richtig.

Gesunde Augen mit Genuss

Bei Trichromasie werden alle Farben gesehen. Eine der drei Komponenten ist jedoch bei der Farbwahrnehmung schwächer vertreten als die beiden anderen.

Grau statt bunt: Symptome der völligen Farbenblindheit

Bei einer vollständigen Farbenblindheit können tagsüber nur Hell/Dunkel-Kontraste wahrgenommen werden, das heißt, die Betroffenen sehen ein nebliges Weiß/Grau. Bunt erscheint als Grauvarianten. Deswegen wird die Erkrankung auch als "Tagblindheit" bezeichnet. Da die Stäbchen-Rezeptoren für das Dämmerungssehen zuständig und auch bei Achromasie unverändert vorhanden sind, sehen farbblinde Menschen während der Dämmerung normal. Weiterhin reagieren Farbblinde auf helles Licht meist überempfindlich (Photophobie). Stäbchen sind für geringere Lichtmengen (Dämmerung) konzipiert.

Da keine funktionstüchtigen Zapfen vorhanden sind, ist eine Hemmung der Stäbchen bei Helligkeit im Gegensatz zu nicht-farbenblinden Personen nicht möglich. Hinzu kommt, dass die Betroffenen bei Tag eine um 90 Prozent verminderte Sehschärfe (Visus) haben, da die Stäbchen in geringerer Dichte im zentralen Gesichtsfeld angeordnet sind. Weil im gelben Fleck (Ort schärfsten Sehens zentral in der Netzhaut) keine funktionstüchtigen Sehzellen existieren und die zentrale Sehschärfe folglich sehr schlecht ist, tritt ein Augenzittern (Nystagmus) auf. Schnelle Augenbewegungen sollen den vorliegenden Defekt ausgleichen. Das Augenzittern ist unwillkürlich, der Betroffene nimmt es selbst gar nicht wahr.

Ursachen: Farbenblindheit kann auch im späteren Leben entstehen

Im gesunden Auge gibt es im Bereich der Makula (gelber Fleck) mehr als sechs bis sieben Millionen Farbsinneszellen. Es handelt sich um drei Arten von Zapfen, die die Grundfarben Rot, Grün und Blau erkennen können. Daraus werden dann alle Farbtöne zusammengesetzt. Für das Sehen in der Dämmerung und bei Nacht sind dagegen die Stäbchen verantwortlich. Sie sind besonders lichtempfindlich, da die Lichtmenge während dieser Zeiten entsprechend spärlich ist. Stäbchen können nur Grautöne wahrnehmen. Es gibt Menschen, deren Farbwahrnehmung aufgrund fehlender oder defekter Zapfen gestört ist.


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Farbenblindheit kann angeboren oder erworben sein. Erworbene Störungen können beispielsweise durch eine Krankheit oder eine Vergiftung entstehen.

  • Angeborene Farbsinnstörungen betreffen zumeist beide Augen. Bei der sogenannten Dichromasie fehlt die Farbempfindung für eine der drei Grundfarben, insbesondere Rot oder Grün, komplett, weil das entsprechende Zapfenpigment nicht vorhanden ist. Sie wird umgangssprachlich fälschlicherweise als Farbblindheit bezeichnet. Die Betroffenen sind aber nicht vollständig farbenblind, da die Farbwahrnehmung auf der Verrechnung der Erregung verschiedener Zapfentypen beruht. Ist das Spektrum am langwelligen Ende verkürzt – die L-Zapfen fehlen – ist der Betroffene rotblind (Protanopie). Fehlen dagegen die M-Zapfen, dann ist er grünblind (Deuteranopie). Der Sehvorgang funktioniert über additive Farbmischung.
     
  • Die Rot-Grün-Dichromasie gibt es auch in abgeschwächter Form als Rot- oder Grünschwäche (Protanomalie oder Deuteranomalie). Zumeist liegt hier eine familiäre Veranlagung vor. Die drei Zapfenarten funktionieren zwar, aber die Empfindlichkeit einer Zapfenart (für Rot oder Grün) ist herabgesetzt, weil das entsprechende Farbpigmentsystem schwächer ausgebildet ist. Das hat zur Folge, dass Farben gerne verwechselt werden. Die Farbschwäche tritt häufiger auf als das komplette Fehlen einer Farbe.
     
  • Eine Störung des Blau-Gelb-Sinns (Tritanopie, Tritanomalie) tritt hingegen wesentlich seltener auf. Hier fehlen die sogenannten S-Zapfen, sodass die Farbe Blau nicht wahrgenommen werden kann. Weiterhin gibt es die Variante, dass alle Zapfen vorhanden sind, aber eine Zapfenart ein falsches Spektrum aufweist. Dieses gestörte Dreifarbensehen wird als anomale Trichromasie bezeichnet.
     
  • Am schwerwiegendsten, aber glücklicherweise sehr selten, ist die so genannte rezessiv-vererbte Achromasie. Es handelt sich hierbei um eine totale oder nahezu totale Farbenblindheit. Die Funktion der Farbrezeptoren in der Netzhaut (Zapfen) ist bei Farbsinnstörungen (Farbenblindheit, Achromasie) komplett oder nahezu komplett ausgefallen – entweder, weil sie aufgrund fehlenden Pigments nahezu oder vollständig funktionslos sind oder komplett fehlen. Wer an Farbenblindheit leidet, verfügt daher im Grunde nur über Stäbchen-Rezeptoren, die beim Normalsichtigen das Dämmerungssehen ermöglichen.

  • Erworbene Farbsinnstörungen können auch im späteren Leben erworben werden. Die Art des Auftretens, oft ist nur ein Auge betroffen, unterscheidet sich von den angeborenen Störungen. Erworbene Farbsinnstörungen treten infolge einer Erkrankung des Sehnervs oder der Netzhautmitte oder bedingt durch Vergiftungserscheinungen, zum Beispiel durch Medikamente, auf. Ein- oder doppelseitig kann das Gesichtsfeld für Farben verkleinert sein. Es kann auch im zentralen Bereich zu Farbausfällen kommen. Bei einer Zapfendystrophie fällt das Farbensehen komplett aus – hierbei verändern sich die Zapfen aufgrund eines genetischen Fehlprogramms krankhaft. Abfallstoffe, die beim Sehvorgang entstehen, können dadurch nicht mehr schnell genug abtransportiert werden und verstopfen die Zellen, die dann langsam zugrunde gehen.

Farbenblindheit erkennen: der Ishihara-Test

Farbenblindheit lässt sich mithilfe des Ishihara-Tests diagnostizieren. Der japanische Augenarzt Shinobu Ishihara hatte ihn 1917 erstmals beschrieben. Der Ishihara-Test setzt Farbtafeln ein, um Farbsinnstörungen wie eine Rot-Grün- oder Blau-Gelb-Sehschwäche erkennbar zu machen.

Die Farbtafeln bestehen aus vielen einzelnen Bildpunkten. Während der Normalsichtige Zahlen auf den Tafeln erkennen kann, ist dies dem an Farbschwäche oder Farbblindheit leidenden Patienten nicht oder nur schwer möglich. Der Test ist etwa ab dem dritten Lebensjahr einsetzbar. Er sollte durchgeführt werden, wenn Kinder beispielsweise Schwierigkeiten beim Malen mit Farbe oder beim Erkennen von Ampellichtern haben. Der Grad der Farbsehschwäche ist nicht genau analysierbar, aber abschätzbar.

Farbsehen mit Ishihara-Bildern testen

Voraussetzung bei allen gutachterlichen Fragen und unerlässlich für die Überprüfung der Fahrtauglichkeit ist eine Untersuchung mit dem Anomaloskop. Das Anomaloskop nach Nagel dient dazu, eine Rot-Grün-Störung aufzudecken. Das Gesichtsfeld ist in einen oberen und einen unteren Abschnitt unterteilt. Im unteren Feld ist ein Natriumgelb zu sehen, dessen Helligkeit verändert werden kann. Aus Lithiumrot und Thalliumgrün soll der Patient im oberen Feld ein gleichfarbiges Gelb mischen.

Der sogenannte Farnsworth-Munsell-Test ist ein sehr einfacher, zugleich aber genauer Test. Der Patient hat die Aufgabe, zwischen zwölf und vierzehn unterschiedlich gefärbte Farbplättchen in der Reihenfolge des Farbkreises zu legen. Die Plättchen sind auf der Rückseite nummeriert. Ist die gelegte Reihenfolge falsch, kann anhand des entstandenen Bildes der genaue Typ der Farbfehlsichtigkeit bestimmt werden. Die Prozedur wird zweimal durchgeführt: Im ersten Durchgang wird mit gesättigten Farben gearbeitet, beim zweiten Durchgang mit sehr stark ungesättigten Farben.

Kann man Farbenblindheit behandeln?

Angeborene Farbenblindheit ist nicht heilbar, Hilfmittel können das Farbensehen jedoch verbessern. Bei einer erworbenen Störung lässt sich die Grundkrankheit behandeln. Bestehende Schäden an den Zapfen können jedoch nicht behoben werden.

Angeborene Farbsinnstörungen

Für die angeborene Störung der Netzhaut ist derzeit keine Therapie möglich. Es gibt jedoch Hilfsmittel, die die Blendung verringern können, die geringe Sehschärfe etwas ausgleichen und Farbeindrücke vermitteln. Die Blendung lässt sich zum Beispiel mit getönten Kontaktlinsen oder Kantenfilterbrillen reduzieren. Die Kantenfilter können bestimmte Farben aus dem Sonnenlicht herausfiltern.

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Auch Augentropfen zur Pupillenverengung kommen als Hilfsmittel infrage. Zur Verbesserung der Sehschärfe eignen sich Vergrößerungshilfen wie optische und elektronische Lupen und elektronische Lesegeräte. Für Menschen mit Rot-Grün-Schwäche gibt es Farbkorrekturbrillen, die computergesteuert individuell auf den Grad der Fehlsichtigkeit angepasst werden. Bei komplett fehlendem Farbsehen kann ein Eyeborg helfen. Mithilfe einer Kamera werden dabei Farbinformationen in akustische Signale umgewandelt.

Erworbene Farbsinnstörungen

Handelt es sich um erworbene Farbenblindheit kann die zugrunde liegende Augenerkrankung (etwa eine altersbedingte Makuladegeneration oder das Glaukom) behandelt werden. Ist eine Medikamenteneinnahme schuld an der Farbsinnstörung, sollte das Medikament nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt möglichst abgesetzt werden.

Der Farbenblindheit vorbeugen? Tipps

Es nicht möglich, einer angeborenen Farbenblindheit vorzubeugen. Bei erworbenen Problemen lässt sich der Verlauf der Krankheit jedoch häufig beeinflussen. Der Einzelne kann etwas tun, um das Auftreten der jeweiligen Grunderkrankung möglichst lange hinauszuzögern. Ganz wichtig sind bei der altersbedingten Makuladegeneration regelmäßige Augenchecks ab 60 Jahren, beim Glaukom bereits ab dem 40. Lebensjahr.

Schneeblindheit: Gefahr auf der Piste

Artikelinhalte im Überblick:

Augenkrankheiten an Bildern erkennen

Was ist Schneeblindheit?

Mit dem Begriff Schneeblindheit, medizinisch auch Photokeratitis oder aktinische Keratopathie, wird ein Zuviel an UV-Strahlung bezeichnet, das zu einer Schädigung der Augen führt.

Die Hornhaut, die vorderste Schutzschicht des Auges, absorbiert normalerweise einen Großteil der einfallenden UV-Strahlung und schützt damit vor allem die inneren empfindlichen Strukturen des Auges. Bei übermäßiger Strahlung wird aber auch die Hornhaut in Mitleidenschaft gezogen, vergleichbar mit einem Sonnenbrand auf der Haut. Zellen werden geschädigt oder sterben ab. Durch die Reizung entstehen lokale Entzündungsreaktionen, die auch das umliegende Gewebe wie die Bindehaut betreffen können und starke Schmerzen verursachen. Meist treten diese nicht sofort, sondern erst nach einigen Stunden auf.

Ursachen: Wie kommt es zur Schneeblindheit?

Die Schneeblindheit wird durch eine übermäßige Strahleneinwirkung auf die Augen (vor allem durch UV-B-Licht) ausgelöst. Ein erhöhtes Risiko besteht – wie der Name bereits vermuten lässt – beim Aufenthalt im Schnee, zum Beispiel beim Skifahren oder Schneewandern. Denn die Intensität der UV-Strahlung steigt alle tausend Höhenmeter um etwa 20 Prozent an. Die Reflexion des Schnees verstärkt diese Strahlung nochmals um bis zu 85 Prozent. Ebenso sollte am Badestrand stets eine Sonnenbrille zum Schutz getragen werden, da Sand und Wasser die Sonnenstrahlung ebenfalls reflektieren und für eine zusätzliche indirekte Bestrahlung sorgen.

Aber nicht nur Sonnenlicht ist für die Augen gefährlich. Auch bei Arbeiten mit einem Schweißgerät oder im Solarium sind Schädigungen der Augen möglich.

Wie äußert sich die Photokeratitis?

Die Symptome einer Schneeblindheit treten nicht sofort, sondern meist erst nach sechs bis acht Stunden auf. Bei folgenden Beschwerden sollte möglichst schnell eine*ein Augenärztin*Augenarzt aufgesucht werden:

  • Starkes Fremdkörpergefühl ("Sand in den Augen")
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Stechende Schmerzen in den Augen
  • Gerötete, tränende und angeschwollene Augen
  • Krämpfe der Augenlider (zwanghaftes Schließen der Augen)
  • Sehstörungen

In leichten Fällen sind die Beschwerden mit der entsprechenden Behandlung schon nach wenigen Tagen wieder ausgeheilt. In schweren Fällen oder wenn die Augen regelmäßig übermäßiger UV-Strahlung ausgesetzt sind, drohen schwere Schäden. So kann es etwa zu Vernarbung der Hornhaut oder anderen Augenerkrankungen kommen.

Diagnose der Schneeblindheit

Die Diagnose wird auf Grundlage einer Augenuntersuchung sowie eines ärztlichen Anamnesegespräches gestellt. Berichtet die*der Betroffene von einem Aufenthalt in den Bergen oder dem Arbeiten mit einem Schweißgerät, liefert das Fachleuten bereits eindeutige Anhaltspunkte.

Darüber hinaus folgt eine Augenuntersuchung mit einer Spaltlampe. Mithilfe dieses Untersuchungsgerätes können Teilbereiche des Auges um ein Vielfaches vergrößert und durch verschiedene Belichtungsmethoden genauer analysiert werden. Durch Eintropfen von fluoreszierendem Farbstoff können zudem etwaige Verletzungen der Hornhaut besser sichtbar gemacht werden.

Wie lässt sich die Schneeblindheit behandeln?

Eine Schneeblindheit wird als sehr schmerzhaft beschrieben. Meistens kommt es aber bereits nach zwei bis drei Tagen zur Heilung, weil sich die abgestoßenen Zellen der Hornhautschicht durch neugebildete Zellen regenerieren.

Betroffene können die Symptome der Schneeblindheit im Akutfall aber folgendermaßen behandeln:

  1. Schutz der Augen: Betroffene sollten sich unverzüglich aus der Sonne entfernen und in abgedunkelte Räume begeben oder die Augen mit einer Binde abdunkeln, um weitere Schäden zu vermeiden.

  2. Kühlen: Die lokalen Entzündungsreaktionen können stark schmerzen. Kühle, feuchte Umschläge auf den Augen werden meist als sehr wohltuend empfunden.

  3. Schmerzlindernde Therapie: Schmerzlindernde Medikamente wie Ibuprofen lindern nicht nur die Beschwerden, sondern wirken auch entzündungshemmend.

  4. Augensalben: Die geschädigte Hornhaut ist anfällig für Besiedlungen mit Krankheitserregern. Um dem vorzubeugen, empfiehlt sich – nach ärztlicher Absprache – die Anwendung von desinfizierenden, antibiotikahaltigen Augentropfen oder -salben.

Schneeblindheit: Prognose und Folgen

Eine leichte Schneeblindheit heilt innerhalb weniger Tage selbst aus, die Hornhaut regeneriert sich wieder. Werden die Augen jedoch regelmäßig intensiver Strahlung ohne Schutz ausgesetzt, drohen Langzeitschäden – im schlimmsten Fall bis zur Erblindung.

Es besteht ein erhöhtes Risiko für:

  • Grauer Star: Linsentrübung, die mit Sehverschlechterungen wie Verschwommensehen einhergeht
  • Makuladegeneration: Erkrankung der Netzhaut mit fortschreitendem Sehverlust im zentralen Gesichtsfeld
  • Pinguecula (Lidspaltenfleck): gutartige Wucherung auf der Bindehaut
  • Krebserkrankungen der Augen

Schutzbrille gegen Schneeblindheit: Was gilt es zu beachten?

Die beste Möglichkeit, um Augenschäden zu verhindern, bieten Lichtschutzbrillen mit hohem UV-Schutz.

Checkliste beim Kauf einer Skibrille:

  • Ist auf den Gläsern UV-400 vermerkt?
    UV-400 bedeutet, dass diese UV-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern absorbieren. Die Tönung von Gläsern allein ist kein ausreichendes Merkmal für den Lichtschutz.

  • Besitzt die Skibrille ein CE-Zeichen?
    Das Qualitätsmerkmal garantiert, dass das Produkt den in Europa gültigen Mindestanforderungen entspricht.

  • Bedeckt die Skibrille die Augenpartie vollständig?
    Das ist wichtig, damit auch seitlich kein UV-Licht in die Augen gelangen kann.

  • Sind die Schutzscheiben aus splitterfestem Kunststoff?
    Diese bergen ein geringeres Verletzungsrisiko bei Stürzen als beispielsweise Glas.

  • Hat die Skibrille eine doppelte Verglasung?
    Falls beim Sturz eine Scheibe bricht, besteht weiterhin ausreichend Schutz für die Augen.

Menschen mit Sehschwäche können neben Kontaktlinsen auch auf Clip-in-Skibrillen zurückgreifen, die auch auf der Piste den optimalen Durchblick ermöglichen. Am besten kann hierzu der Fachhandel beraten.

Aber auch im Solarium oder beim Schweißen sollte unbedingt ein Augenschutz getragen werden. Während im Beruf ohnehin Vorschriften zum Tragen einer Schutzbrille eingehalten werden müssen, ist es auch im privaten Bereich wichtig, sind daran zu halten.

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