Studie

Kleine Süßmäuler häufiger depressiv

Kleine Süßmäuler häufiger depressiv
Kinder, die häufig Süßes oder viel Zucker essen, haben scheinbar ein höheres Risiko, in der Zukunft depressiv zu werden.
(c) Maria Zoroyan

Kinder, die häufig Süßes oder viel Zucker essen, haben scheinbar ein höheres Risiko, in der Zukunft depressiv zu werden oder auch Alkoholprobleme zu entwickeln.

Gegenüber der BBC äußerten die Studienautoren, dass ein sehr süßer Geschmack einen ähnlichen Einfluss auf das Belohnungssystem zeigt wie Alkohol. Ältere Studien hatten bereits gezeigt, dass Alkoholiker oder Menschen, die depressiv waren, auffällig häufig viel Zucker essen. Ein entsprechender Zusammenhang für Kinder war bisher nicht bekannt. Für ihre Studie untersuchten die Forscher vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren, wobei die Hälfte der Kinder aus Familien mit Alkoholproblemen kam. In einem Versuch galt es, Getränke mit unterschiedlich viel Zucker zu trinken und zu bewerten. Die Kinder beantworteten außerdem Fragen, die Aufschluss über depressive Symptome gaben. Ein Viertel der befragten Jungen und Mädchen zeigte Symptome, die auf eine Depression hindeuteten.

Das Getränk mit einem Anteil von Zucker von stolzen 24 Prozent mochten Kinder mit depressiven Symptomen und alkoholabhängigen Familienmitgliedern am liebsten. Die übrigen Kinder bevorzugten ein Getränk mit einem Drittel weniger Zucker. Professor Tim Jacob von der Cardiff Universität erläutert in einem Interview der Nachrichtenagentur BBC, dass die unterschiedlichen Geschmacksvorlieben auf die Gehirnchemie zurückgeführt werden könnten. Womöglich jedoch hängen sie auch schlichtweg mit der Erziehung und Prägung der Kinder durch die Eltern zusammen. Weitere Studien sollen diesen Sachverhalt abklären.

Autor: Sibylle Fünfstück / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2012
Quellen: Nach Informationen des Fachjournals Addiction und BBC News

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