Definition der affektiven Störung

Depressionen

Affektive Störung

Jeder Mensch unterliegt Stimmungsschwankungen. Meistens legen sie sich genauso schnell wieder, wie sie gekommen sind. Das ist bei Menschen mit einer Depression anders. Ihr gesamter Alltag ist von Schwermut und Niedergeschlagenheit geprägt. Die Gründe dafür sind vielfältig und mitunter nicht immer eindeutig auszumachen. Fest steht: Eine Depression ist eine ernste Erkrankung, die einer gezielten Behandlung bedarf.

Die Stimmung der meisten Menschen wechselt und hinter einer schlechten Stimmung müssen nicht gleich Depressionen stecken. Jeden Tag reagieren wir auf verschiedenste Ereignisse. Stimmungen lösen einander in raschem Wechsel ab. Bei starken oder gehäuften positiven beziehungsweise negativen Erlebnissen kann eine Stimmung über Stunden, ja Tage anhalten, bis sie sich wieder ändert. Dieser Wechsel von gedrückter Stimmung, Ausgeglichenheit und gehobener Stimmung gehört zum normalen Gefühlsspektrum jedes Menschen.

Eine gedrückte Stimmung ist noch keine Depression

Der Begriff Depression ist abgeleitet von dem lateinischen Begriff "deprimere" und bedeutet soviel wie niederdrücken. Die gedrückte Stimmung ist primär keine Krankheit, sondern steht im Zusammenhang zur Lebensbewältigung. Krisen gehören zum Leben dazu. Konflikthafte Wahrnehmungen, Vorgänge und Erinnerungen lassen sich nicht für alle Zeiten ausblenden, unterdrücken und verdrängen. So gesehen dient Niedergeschlagenheit nach Misserfolgen, Verlusten und Trennungen der Um- und Neuorientierung. Sie ist eine Art Zwangspause, der eine Lernaufgabe für das weitere Leben innewohnt.

Depressionen als Krankheit

Eine Depression wird in der Psychiatrie auch als affektive Störung bezeichnet (Affekt = Gefühlszustand, Stimmung). Dies sind psychische Störungen, bei denen es zu Abweichungen der normalen Stimmung kommt. Sie beeinträchtigen wie kaum eine andere Erkrankung in fundamentaler Weise Lebensqualität, Erlebnis- und Leistungsfähigkeit der Betroffenen.

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Im Unterschied zu den normalen Stimmungsschwankungen betreffen Depressionen den Menschen in seiner psychischen und körperlichen Gesamtheit. Sie können nicht mehr durch einzelne Ursachen erklärt werden. Die Verstimmung ist in vielen Fällen sehr tiefgreifend – ein von Resignation geprägter wochenlanger Rückzug, der keinerlei Neuorientierung mehr zulässt. Statt nachzudenken, verfällt man ins Grübeln. Statt sich zu erholen, ermüdet man durch ständige Zweifel an sich und der Welt. Schwer Depressive können nicht mehr weinen, sie empfinden nur noch eine unendliche innere Leere.

Selbstmordgedanken sind häufiger Begleiter

Viele Depressive denken im Laufe ihrer Erkrankung an Selbstmord. Aber entgegen der breiten Meinung führen Depressionen nicht unweigerlich zum Suizid. Etwa drei bis vier Prozent aller depressiv Erkrankten nehmen sich das Leben, daher ist es wichtig, sich in Behandlung zu begeben. Sich über die Krankheit Depression zu informieren und professionelle Hilfe zu suchen, sind die ersten Schritte, um rechtzeitig die Notbremse zu ziehen und den Weg zurück ins Leben zu ebnen.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Juni 2014
Quellen: Statistisches Bundesamt: Gesundheitsberichterstattung des Bundes; Wolfersdorfer, M.: Depression. Die Krankheit bewältigen. Balance buch + medien verlag, Bonn 2010; Leitliniensynopse zum Thema „Depression“ des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

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