Häufige Lebererkrankung

Fettleber: Symptome und welche Ernährung hilft

Eine Fettleber entwickelt sich meist unbemerkt, bei längerem Bestehen drohen erhebliche Folgeschäden. Oft ist sie Folge eines ungesunden Lebensstils, auch Medikamente oder Krankheiten können Ursache sein. Durch Verhaltensänderungen ist eine Fettleber heilbar.

Mann hat Bauchschmerzen
Typisches Symptom für eine Fettleber sind Schmerzen im Oberbauch.
© iStock.com/Tharakorn

Manche Mediziner sprechen von einer Epidemie: Die Leber jedes dritten Erwachsenen in Deutschland ist vergrößert, weil sie zu viel Fett eingelagert hat. Meist sammeln sich im Entgiftungsorgan Triglyzeride an, die jeder Mensch mit der Nahrung aufnimmt. Sie ballen sich zu Fetttröpfchen zusammen und verschmelzen schließlich zu Fettdepots, die größere Ausmaße annehmen können.

Die besten Tipps zur Leberentgiftung

Man unterscheidet drei Schweregrade der Leberverfettung:

  • Leichtgradige Fettleber: Weniger als ein Drittel der Leberzellen sind übermäßig verfettet
  • Mäßige Fettleber: Weniger als zwei Drittel der Leberzellen aber mehr als ein Drittel sind übermäßig verfettet.
  • Schwere Fettleber: Mehr als zwei Drittel der Leberzellen sind übermäßig verfettet.

Fettleberhepatitis kann sich zurückbilden

Dass die Leber Fette einlagert, bedeutet noch nicht, dass das Organ schwer geschädigt ist. Die Ansammlungen können sich wieder zurückbilden, wenn ein Arzt sie rechtzeitig erkennt und behandelt. Mit bleibenden Schäden müssen die Patienten nicht zwangsläufig rechnen. Das Problem ist aber, dass viele Betroffene keine Symptome verspüren und deshalb nicht zum Arzt gehen. Bleibt die Lebererkrankung unbehandelt und schreitet fort, können schwere Komplikationen auftreten.

Die Leber entzündet sich, weil die eingelagerten Fette den Leberzellen immer stärker zusetzen. Ärzte sprechen von Fettleberhepatitis oder Steatohepatitis (Hepatitis = Leberentzündung). Der Grund für die Entzündungsreaktion ist also keine Infektion mit Viren wie im Fall der Hepatitis B oder Hepatitis C. Stoppen Ärzte diese entzündlichen Prozesse nicht, können schwere Krankheiten wie eine Leberzirrhose entstehen – die nicht heilbar ist.

Diese Symptome verraten eine Fettleber

Die Leber leidet zunächst still, die Betroffenen spüren anfangs keine Schmerzen. Das Tückische an dieser Erkrankung ist nämlich, dass die Leber keine eindeutigen Warnzeichen aussendet. Bei entzündlichen Veränderungen schwillt sie an. Meist ist zugleich die Milz vergrößert (Splenomegalie). Ein Arzt kann die Vergrößerung ertasten.

Folgende Symptome können auf die Krankheit hindeuten:

Die genannten Symptome sollte immer ein Arzt abklären, um einen drohenden Leberschaden möglichst frühzeitig zu erkennen. Schreitet die Krankheit fort, entwickelt sich in vielen Fällen eine Leberzirrhose.

Ursachen: Alkohol, Bewegungsmangel und Ernährung

Eine Hauptursache der Fettleber ist Alkohol, man unterteilt deshalb die Leberveränderungen in alkoholische Fettleber und nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (NAFLE). Bei den nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen sind Übergewicht und Diabetes mellitus die häufigsten Auslöser. Aufgrund der Entstehungsmechanismen ist bei etwa 85 Prozent der Menschen mit sehr starkem Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten oder nicht optimal eingestelltem Diabetes mellitus die Leber verfettet, bei übergewichtigen Kindern liegt der Wert bei fast 30 Prozent.

Sieben Fakten zur Leber

So zerstört Alkohol die Leber

Alkohol und andere Giftstoffe werden überwiegend in der Leber abgebaut. Beim Alkoholabbau entsteht ein Zwischenprodukt (Azetaldehyd), das in größeren Mengen direkt leberschädigend ist. Außerdem kommt es beim Abbauprozess zu Schwierigkeiten beim Abtransport von Fettsäuren aus der Leber. Diese werden dann in Form von Fetttröpfchen in den Leberzellen abgelagert und beeinträchtigen deren Funktion erheblich. Dadurch wird wiederum die Fettabsonderung (Sekretion) aus den Leberzellen gestört und nach und nach verfettet das gesamte Organ.

Bei der Entwicklung der alkoholischen Fettleber scheint eine individuelle Empfindlichkeit sowie eine unterschiedliche Ausstattung mit alkoholabbauenden Enzymen zu bestehen. Man kann aber davon ausgehen, dass bei Frauen eine tägliche Alkoholmenge von mehr als 10 Gramm reinem Alkohol (kleines Glas Bier oder ein Glas Wein) und bei Männern eine Menge von 20 Gramm reinem Alkohol täglich (halber Liter Bier oder zwei Gläser Wein) ausreichen, um eine Leberverfettung nach sich zu ziehen.

Nicht-alkoholische Fettleber: Übergewicht setzt der Leber zu

Die Hauptursache für eine nichtalkoholische Fettleber (NAFL) ist meist das metabolische Syndrom. Dies bedeutet, dass mehrere Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes mellitus zusammen kommen. Die Folge ist ein Missverhältnis zwischen Fettzufuhr und Fettabbau und insgesamt zu viele Kalorien.

  • Ernährung und Bewegungsmangel: Gerade in Wohlstandsgesellschaften ist eine Ernährungsweise mit vielen Kalorien, besonders mit vielen Kohlenhydraten, weit verbreitet. Gleichzeitig sind die Menschen immer weniger körperlich aktiv und verbringen viel Zeit im Sitzen. Bewegungsmangel und eine zu hohe Kalorienaufnahme führen dazu, dass der Körper die Nahrungsfette weniger zur Energiegewinnung verbraucht, sondern sie verstärkt in die Leberzellen einlagert.

  • Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes

  • Erhöhte Blutfette wie Cholesterin und Triglyzeride (Hyperlipidämie)

  • Hungern: sehr schnelle Gewichtsreduktion oder anhaltende Unterernährung mit starkem Eiweißmangel. Der Grund ist, dass der Körper Fette nur zusammen mit Kohlenhydraten und Eiweißen verwerten kann. Fehlen die beiden, sammeln sich die Fette in der Leber und lagern sich in den Leberzellen ein.

Weitere Gründe für eine nicht-alkoholische Fettleber:

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, zum Beispiel chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

  • Speicherkrankheiten wie die Kupfer-Speicherkrankheit (Morbus Wilson) oder die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)

  • Medikamente: die längerfristige Einnahme einiger Medikamente begünstigt eine Fettleber. Dazu zählen: Acetylsalicylsäure, Amiodaron, Steroidhormone/Kortikosteroide, Tetrazykline, Methotrexat, Chemotherapeutika

  • Chemikalien und Toxine, zum Beispiel chlorierte Kohlenwasserstoffe, Phosphor und einige Pilzgifte.

  • Virusinfektionen und Autoimmunerkrankungen

  • Schwangerschaft: Die akute Schwangerschaftsfettleber ist sehr selten und es ist unklar, warum diese entsteht. Sie tritt meist im letzten Schwangerschaftsdrittel auf und ist mit einer schweren Schädigung der Leber verbunden.

Fettleber-Diagnose: Diese Untersuchungen nimmt der Arzt vor

Im ersten Schnitt wird der Arzt eine ausführliche Anamnese durchführen, die insbesondere Fragen nach Alkoholkonsum und Ernährungsgewohnheiten beinhalten muss, aber auch nach Medikamenten oder anderen, möglicherweise leberschädigenden Stoffen. Ein weiterer Schritt ist die Ermittlung des Körpergewichts, sowie die Berechnung des BMI (Body-Mass-Index). Später kann dann mittels BMI, Taillenumfang und Blutwerten (Leberwerte und Blutfette) der sogenannten Fettleber-Index (FLI) ermittelt werden.

Erste aussagekräftige Hinweise auf eine Fettleber können erhöhte Leberwerte (GOT, GPT, Bilirubin und Gamma-GT) sein. Es gibt allerdings auch zahlreiche Betroffenen mit Fettleber, bei denen die Blutwerte im Normbereich liegen. Auf der anderen Seite können auch zahlreiche Erkrankungen anderer Organe sowie Viruserkrankungen zu einer Erhöhung der Leberwerte führen.

In der Tastuntersuchung des Bauches kann eine Fettleber durch ihre schmerzlose Vergrößerung auffallen, genauere Aussagen zu Größe und Zustand der Leber liefert eine Ultraschalluntersuchung. Verfettetes Lebergewebe stellt sich im Ultraschall heller dar als eine unveränderte Leber.

Diagnosemethode: Leberbiopsie

Wenn der Arzt herausfinden will, wie weit die Fettleber fortgeschritten ist, nimmt der Arzt eine Leberbiopsie vor. Dazu wird mit einer speziellen Nadel durch die Bauchdecke eine Gewebeprobe aus der Leber entnommen und feingeweblich (histologisch) untersucht. Diese Untersuchung wird sehr selten zur reinen Diagnosesicherung einer Fettleber durchgeführt, da ein auffälliges Ultraschallbild und ein hoher Fettleberindex die Diagnose sichern können.

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Die Stadieneinteilung erfolgt nach folgenden Kriterien:

  • Stufe 1: Reine Fettleber ohne entzündliche Reaktion
  • Stufe 2: Fettleber mit entzündlicher Reaktion (Fettleberhepatitis)
  • Stufe 3: Leberzirrhose

Therapie der Fettleber: was tun?

Die einzige erfolgreiche Behandlungsmethode, mit der man eine Fettleber abbauen kann, ist eine deutliche Umstellung der Lebensgewohnheiten. Ausnahmen bilden Fettlebern, die auf Medikamentennebenwirkungen, Vergiftungen, Infektionskrankheiten oder Stoffwechselstörungen zurückgehen. Hier ist die Therapie der ursprünglichen Krankheit auch die Therapie der Fettleber.

An erster Stelle der Fettleber-Behandlung steht die Umstellung der Ernährung. Bei Übergewicht muss die Ernährung so verändert werden, dass das Körpergewicht gesenkt wird. Neben einer Reduzierung der aufgenommenen Kalorien hilft Bewegung dabei, mehr Energie zu verbrauchen als dem Körper zugeführt wird. Leidet der Betroffene an Diabetes mellitus, muss der Blutzucker gut eingestellt werden.

Behandlung der alkoholischen Fettleber

Eine alkoholische Fettleber bildet sich nur dann zurück, wenn komplett auf Alkohol verzichtet wird. Dies hat den Effekt, dass einerseits die schädliche Wirkung des Alkohols auf die Leber beendet wird und spart zusätzlich sehr viele Kalorien ein.

Es gibt keine medikamentöse Therapie, die eine verfettete Leber regenerieren und das überschüssige Fett loswerden. Mit Artischocke und Mariendistel stehen zwei Heilpflanzen zur Verfügung, die als naturheilkundliche Methoden zur Regeneration der Leber eingesetzt werden. Außerdem wird Vitamin E eingesetzt, um die Leber zu unterstützen. Solche komplementärmedizinischen Ansätze sollten nur unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Blutwerte, Ultraschall) müssen Teil jeder Fettleber-Behandlung sein. Insbesondere dann, wenn die Leberverfettung sehr ausgeprägt ist und die Gefahr einer Leberentzündung oder einer Leberzirrhose besteht, müssen eventuell auftretende Komplikationen schnell erkannt und behandelt werden.

Verlauf und Prognose bei Fettleber

Durch die Fetteinlagerungen beginnen mit der Zeit einzelne Leberzellen abzusterben. Bei etwa zehn Prozent der Betroffenen entsteht so eine Leberentzündung, die Fettleberhepatitis genannt wird. Schätzungen nach, sind drei Prozent der deutschen Bevölkerung davon betroffen. Bei feingeweblichen Untersuchungen (Biopsien) findet sich bei jedem vierten übergewichtigen Betroffenen eine Fettleberhepatitis, die sich zumindest im Anfangsstadium befindet.

Man kann davon ausgehen, dass sich im Verlauf von zehn Jahren bei etwa zwanzig Prozent der Menschen mit einer Fettleberhepatitis eine Leberzirrhose entwickelt. Aus Leberzirrhosen können sich wiederum im schlimmsten Fall Leberkarzinome entwickeln.

Tipps zur Ernährung bei Fettleber

Bei der Behandlung der Fettleber ist nicht allein die Kalorienbilanz ausschlaggebend, sondern auch die Zusammensetzung der Ernährung. Fett und Zucker sollten nicht in großen Mengen verzehrt, Alkohol sollte komplett vom Speiseplan gestrichen werden. Empfehlenswert sind dagegen ballaststoffreiche Nahrungsmittel.

Mit diesen Ernährungstipps gelingt eine gute Fettleber-Diät, mit der eine Fettleber wieder rückgängig gemacht oder vermieden werden kann:

  • Zucker vermeiden, auch Fruchtzucker aus Säften

  • Möglichst "low carb" essen, also wenige Kohlenhydrate. Die sogenannte LOGI-Methode (Low Glycemic and Insulinemic Diet) hält Blutzucker und Insulinspiegel niedrig. Stattdessen eiweißreich ernähren, das lange satt hält.

  • Ballaststoffreich ernähren, dazu viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte verzehren.

  • Gesättigte Fettsäuren vermeiden, die besonders in tierischen Produkten wie Butter, Sahne, Wurst, Käse und fettem Fleisch vorkommen, außerdem in Kokosöl oder Kokosfett. Der Anteil der gesättigten Fettsäuren sollte weniger als ein Drittel der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen.

  • Pflanzenöle wie Olivenöl, Rapsöl, Weizenkeimöl oder Leinöl verwenden und kleine Portionen Oliven und Nüsse verzehren. Allerdings sind diese Lebensmittel sehr kalorienreich sind und können die Kalorienbilanz schnell verschieben.

  • Zwischen den Hauptmahlzeiten auf kleine Snacks verzichten.

  • Inulin-haltige Lebensmittel wie Schwarzwurzeln, Topinambur, Artischocken, Chicorée oder Pastinaken wirken sich als Präbiotika positiv auf die Darmflora aus, stärken die Leberfunktion und beeinflussen die Blutfette positiv.

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch kalorienarme Getränke wie Wasser und ungesüßten Tee

Vermeiden, was der Leber schadet

  • Krankheiten ausreichend behandeln, die eine Fettleber begünstigen. Dazu gehört vor allem Diabetes mellitus – ein dauerhaft gut eingestellter Blutzucker ist hier besonders wichtig.

  • Viele Arzneimittel belasten die Leber, weil sie diese abbauen muss – was sie stark beansprucht. Nehmen Sie Antibiotika zum Beispiel nur, wenn sie wirklich notwendig sind.

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