Häufige Lebererkrankung

Fettleber: Symptome und welche Ernährung hilft

Qualitätssiegel Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft

Bei einer Fettleber sammelt sich zu viel Fett in der Leber an. Die Erkrankung ist meist Folge eines übermäßigen Alkoholkonsums, aber auch Medikamente oder Krankheiten kommen als Ursache infrage. Rechtzeitig erkannt, kann sich die Leber in der Regel wieder erholen. Welche Ernährung ist hilfreich und welche Symptome deuten auf eine Fettleber hin?

GettyImages-899731774.jpg
© Getty Images/Natali_Mis

Die Fettleber ist ein häufiges Problem in Deutschland: Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat eine vergrößerte Leber, weil sich zu viel Fett eingelagert hat – meist ohne es zu wissen. Die Fettansammlungen können sich wieder zurückbilden, wenn ihnen rechtzeitig gegengesteuert wird. Bleibt die Lebererkrankung unbehandelt, können jedoch schwere Komplikationen wie eine Leberzirrhose auftreten.

Artikelinhalte im Überblick:

Die besten Tipps zur Leberentgiftung

Was ist eine Fettleber?

Eine Fettleber (Steatosis hepatis) entsteht durch eine zunehmende Ansammlung von Fett (vor allem Triglyceriden) in den Leberzellen. Weisen mehr als 50 Prozent der Leberzellen Fettablagerungen auf oder übersteigt der Fettanteil in der Leber mehr als zehn Prozent des Gesamtgewichts, sprechen Fachleute von einer Fettleber. Dabei wird – je nach Ursache – zwischen zwei Formen unterschieden:

  • alkoholische Fettleber (AFL)
  • nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) beziehungsweise englisch: non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD)

Neben der Hauptrisikogruppe, zu der vor allem Menschen mit Alkoholabhängigkeit sowie starkem Übergewicht (Adipositas) oder nicht optimal eingestelltem Diabetes mellitus gehören, erkranken auch immer mehr Kinder und Jugendliche. Bei übergewichtigen Kindern liegt der Wert bei fast 30 Prozent.

Oft ist zusätzlich eine Entzündung der Leber nachweisbar. Dann ist von einer Fettleberhepatitis oder Steatohepatitis (Hepatitis = Leberentzündung) die Rede. Ist diese nicht durch Alkohol bedingt, wird diese auch als nichtalkoholische Steatohepatitis, kurz NASH, bezeichnet.

Schweregrade der Fettleber

Um das genaue Ausmaß der Leberverfettung abzuschätzen, werden drei Schweregrade unterschieden:

  • Leichtgradige Fettleber: Weniger als ein Drittel der Leberzellen sind übermäßig verfettet.

  • Mäßige Fettleber: Weniger als zwei Drittel der Zellen, aber mehr als ein Drittel sind übermäßig verfettet.

  • Schwere Fettleber: Mehr als zwei Drittel der Leberzellen sind übermäßig verfettet.

Ursachen einer Fettleber: Alkohol, Bewegungsmangel und Ernährung

Wie der Name bereits verrät, ist die Hauptursache der alkoholischen Fettleber ein übermäßiger Konsum von Alkohol. Bei der nicht-alkoholischen Fettleber, die deutlich häufiger auftritt, sind Übergewicht und Diabetes mellitus die häufigsten Auslöser.

So zerstört Alkohol die Leber

Alkohol und andere Giftstoffe werden überwiegend in der Leber abgebaut. Beim Alkoholabbau entsteht ein Zwischenprodukt (Acetaldehyd), das in größeren Mengen direkt leberschädigend ist. Außerdem kommt es beim Abbauprozess zu Schwierigkeiten beim Abtransport von Fettsäuren aus der Leber. Diese werden dann in Form von Fetttröpfchen in den Leberzellen abgelagert und beeinträchtigen deren Funktion erheblich. Dadurch wird wiederum die Fettabsonderung (Sekretion) aus den Leberzellen gestört. Nach und nach verfettet das gesamte Organ.

  • zum Selbsttest

    Haben Sie das Trinken noch unter Kontrolle?  Finden Sie heraus, wo der Genuss endet und Zuviel beginnt.

Bei der Entwicklung der alkoholischen Fettleber scheint eine individuelle Empfindlichkeit sowie eine unterschiedliche Ausstattung mit alkoholabbauenden Enzymen zu bestehen. Man kann aber davon ausgehen, dass bei Frauen eine tägliche Alkoholmenge von mehr als 10 Gramm reinem Alkohol (ein kleines Glas Bier oder ein Glas Wein) und bei Männern eine Menge von 20 Gramm reinem Alkohol täglich (etwa ein halber Liter Bier oder zwei Gläser Wein) ausreichen, um eine Leberverfettung nach sich zu ziehen. Vor allem aber häufiges Rauschtrinken, also das Trinken großer Mengen Alkohol in kurzer Zeit, erhöht das Risiko für eine Fettleber.

Nicht-alkoholische Fettleber: Übergewicht setzt der Leber zu

Meist haben Menschen mit Fettleber eine genetische Veranlagung, allerdings können auch folgende Risikofaktoren eine Rolle spielen:

  • Ernährung und Bewegungsmangel: Bewegungsmangel und eine zu hohe Kalorienaufnahme führen dazu, dass der Körper die Nahrungsfette weniger zur Energiegewinnung verbraucht, sondern sie verstärkt in die Leber einlagert.

  • Stoffwechselerkrankungen: Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes liegt die Häufigkeit für eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung mit 70 Prozent deutlich über dem Durchschnitt.

  • Mangelernährung: Eine sehr schnelle Gewichtsreduktion oder anhaltende Unterernährung mit starkem Eiweißmangel kann ebenfalls eine Fettleber verursachen. Der Grund ist, dass der Körper Fette nur zusammen mit Kohlenhydraten und Eiweißen verwerten kann. Fehlen die beiden Stoffe, sammeln sich die Fette in der Leber und lagern sich in den Leberzellen ein.

Die nicht-alkoholische Fettleber tritt oft zusammen mit dem metabolische Syndrom auf. Dies beschreibt das gemeinsame Auftreten mehrerer Symptome und Krankheitsbilder wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus.

Weitere Gründe für eine nicht-alkoholische Fettleber:

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, zum Beispiel eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

  • Speicherkrankheiten wie die Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson) oder die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)

  • Medikamente wie Acetylsalicylsäure, Amiodaron, Steroidhormone/Kortikosteroide, Tetrazykline, Methotrexat, Chemotherapeutika

  • Chemikalien und Toxine, zum Beispiel chlorierte Kohlenwasserstoffe, Phosphor und einige Pilzgifte

  • Andere Erkrankungen der Leber, wie eine chronische Virushepatitis

Eine Besonderheit stellt die schwangerschaftsbedingte Fettleber dar. Die akute Schwangerschaftsfettleber ist sehr selten und es ist unklar, warum sie entsteht. Sie tritt meist im letzten Schwangerschaftsdrittel auf und ist mit einer schweren Schädigung der Leber verbunden.

Zehn Tipps, um Diabetes vorzubeugen

    Wie sehen die Symptome einer Fettleber aus?

    Eine Fettlebererkrankung bleibt lange unbemerkt, die Betroffenen spüren anfangs keine Schmerzen. Bei entzündlichen Veränderungen schwillt sie an. Meist ist zugleich die Milz vergrößert (Splenomegalie). Die Vergrößerung lässt sich oftmals ertasten.

    Im weiteren Verlauf können folgende Symptome auf die Krankheit hindeuten:

    Bei der alkoholbedingten Fettleber kann es zudem zu Gelbsucht (Ikterus), Gewichtsverlust und Fieber kommen.

    Die genannten Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden, um einen Leberschaden möglichst frühzeitig zu erkennen. Schreitet die Krankheit fort, entwickelt sich in vielen Fällen eine Leberzirrhose.


    Wie lässt sich eine Fettleber diagnostizieren?

    Im ersten Schnitt wird eine ausführliche Anamnese durchgeführt, die insbesondere Fragen nach Alkoholkonsum und Ernährungsgewohnheiten beinhaltet, aber auch nach Medikamenten oder anderen, möglicherweise leberschädigenden Stoffen. Meist werden zudem das Körpergewicht gemessen und der Body-Mass-Index (BMI) berechnet. Später kann dann mittels BMI, Taillenumfang und Blutwerten (Leberwerte und Blutfette) der sogenannte Fettleber-Index (FLI) ermittelt werden.

    Erste aussagekräftige Hinweise auf eine Fettleber geben erhöhte Leberwerte (GOT, GPT, Bilirubin und Gamma-GT). Es gibt allerdings ebenfalls viele Betroffene, bei denen die Blutwerte im Normbereich liegen. Auf der anderen Seite können auch zahlreiche Erkrankungen anderer Organe sowie Viruserkrankungen zu einer Erhöhung der Leberwerte führen.

    Bei der Tastuntersuchung des Bauches fällt eine Fettleber durch ihre Vergrößerung auf, genauere Aussagen zu Größe und Zustand der Leber liefert eine Ultraschalluntersuchung. Verfettetes Lebergewebe stellt sich im Ultraschall heller dar als eine unveränderte Leber.

    Diagnosemethode: Leberbiopsie

    Wenn die*der Ärztin*Arzt herausfinden will, wie weit die Fettlebererkrankung fortgeschritten ist, nimmt sie*er eine Leberbiopsie vor. Dazu wird mit einer speziellen Nadel durch die Bauchdecke eine Gewebeprobe aus der Leber entnommen und feingeweblich (histologisch) untersucht. Diese Untersuchung wird sehr selten zur reinen Diagnosesicherung einer Fettleber durchgeführt, da ein auffälliges Ultraschallbild und ein hoher Fettleber-Index die Diagnose sichern können.

    Die Einteilung der Stadien erfolgt nach folgenden Kriterien:

    • Stufe 1: Reine Fettleber ohne entzündliche Reaktion
    • Stufe 2: Fettleber mit entzündlicher Reaktion (Fettleberhepatitis)
    • Stufe 3: Vernarbung von Lebergewebe und Umwandlung in Bindegewebe (Zirrhose)

    Behandlung der Fettleber: Was tun?

    Die einzige erfolgreiche Behandlungsmethode bei einer Fettleber ist eine deutliche Umstellung des Lebensstils. Ausnahmen bilden Fettlebern, die auf Medikamentennebenwirkungen, Vergiftungen, Infektionskrankheiten oder Stoffwechselstörungen zurückgehen. In diesen Fällen ist die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung ebenfalls wesentlicher Teil der Therapie.

    An erster Stelle der Behandlung steht eine Anpassung der Ernährung. Bei Übergewicht muss diese so verändert werden, dass das Körpergewicht gesenkt wird. Neben einer Reduzierung der aufgenommenen Kalorien hilft Bewegung dabei, mehr Energie zu verbrauchen als dem Körper zugeführt wird. Bei Menschen mit Diabetes mellitus, muss der Blutzucker gut eingestellt werden.

    Behandlung der alkoholischen Fettleber

    Eine alkoholische Fettleber bildet sich nur dann zurück, wenn komplett auf Alkohol verzichtet wird. Dadurch werden einerseits die schädliche Wirkung des Alkohols auf die Leber beendet und andererseits zusätzlich sehr viele Kalorien eingespart.

    Es gibt keine medikamentöse Therapie, die eine verfettete Leber regenerieren und das überschüssige Fett loswerden lässt. Einige Medikamente mit verschiedenen Wirkprinzipien befinden sich derzeit noch im Entwicklungsstatus.

    Unterstützend können unter Umständen Heilpflanzen wie Artischocke und Mariendistel zur Regeneration der Leber eingesetzt werden. Die enthaltenen Pflanzenstoffe sollen sich positiv auf die Leber auswirken. Allerdings stehen Studien, die einen Nutzen bei der Behandlung einer Fettleber belegen, noch aus.

    Verlauf und Prognose bei Fettleber

    Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Blutwerte, Ultraschall) sind Bestandteil jeder Fettleber-Behandlung. Insbesondere dann, wenn die Verfettung sehr ausgeprägt ist und die Gefahr einer Fettleberentzündung oder einer Leberzirrhose besteht. So können eventuell auftretende Komplikationen schnell erkannt und behandelt werden.

    Durch die Fetteinlagerungen beginnen mit der Zeit einzelne Leberzellen abzusterben. Bei etwa zehn Prozent der Patient*innen entsteht so eine Fettleberhepatitis. Schätzungen zufolge sind drei Prozent der deutschen Bevölkerung davon betroffen. Bei feingeweblichen Untersuchungen (Biopsien) findet sich bei jedem vierten übergewichtigen Betroffenen eine Fettleberhepatitis, die sich zumindest im Anfangsstadium befindet.

    Es ist davon auszugehen, dass sich im Verlauf von zehn Jahren bei etwa zwanzig Prozent der Menschen mit einer Fettleberhepatitis eine Leberzirrhose entwickelt. Aus einer Leberzirrhose kann sich wiederum im schlimmsten Fall Leberkrebs entwickeln.

    Tipps zur Ernährung bei Fettleber

    Bei der Behandlung der Fettleber ist nicht allein die Kalorienbilanz ausschlaggebend, sondern auch die Zusammensetzung der Ernährung. Fett und Zucker sollten nicht in großen Mengen verzehrt, Alkohol sollte komplett vom Speiseplan gestrichen werden. Empfehlenswert sind dagegen ballaststoffreiche Nahrungsmittel.

    Mit diesen Ernährungstipps gelingt eine gute Fettleber-Diät, mit der eine Fettleber wieder rückgängig gemacht oder vermieden werden kann:

    • Vermeiden Sie Zucker, auch Fruchtzucker aus Säften.

    • Essen Sie möglichst "low carb", also wenige Kohlenhydrate. Die sogenannte LOGI-Methode (Low Glycemic and Insulinemic Diet) hält Blutzucker und Insulinspiegel niedrig. Stattdessen empfiehlt sich eine eiweißreiche Ernährung, da diese lange satt hält.

    • Ernähren Sie sich ballaststoffreich, dazu gehören viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

    • Vermeiden Sie gesättigte Fettsäuren, die besonders in tierischen Produkten wie Butter, Sahne, Wurst, Käse und fettem Fleisch vorkommen, außerdem in Kokosöl oder Kokosfett. Der Anteil der gesättigten Fettsäuren sollte weniger als ein Drittel der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen.

    • Bevorzugen Sie Pflanzenöle wie Olivenöl, Rapsöl, Weizenkeimöl oder Leinöl.

    • Verzichten Sie zwischen den Hauptmahlzeiten auf kleine Snacks.

    • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch kalorienarme Getränke wie Wasser und ungesüßten Tee.

    Richtige Ernährung bei Hepatitis (Leberentzündung)
    Bestellen Sie den Newsletter

    Haben Sie eine Frage?

    Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

    Artikel zum Thema
    Corona: Welche Symptome sind möglich?

    Die wichtigsten Fakten zum Coronavirus im Überblick und der aktuelle Impfstatus in Deutschland →

    mehr...
    Experten-Foren

    Mit Medizinern und anderen Experten online diskutieren.

    Forum wählen
    Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

    Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

    Newsletter-Leser wissen mehr über Gesundheit

    Aktuelle Themen rund um Ihre Gesundheit kostenlos per Mail.

    Abonnieren

    Zum Seitenanfang

    afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2023/05: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Funke Digital GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: https://www.lifeline.de/

    Unser Angebot erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
    Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.

    Sie haben Lifeline zum Top-Gesundheitsportal gewählt

    Sie haben Lifeline zum Top-Gesundheitsportal gewählt. Vielen Dank für Ihr Vertrauen.