Beliebter Gerstensaft

Kalorien, Alkoholgehalt, Mineralstoffe: Wie gesund ist Bier?

Bier hat seinen schlechten Ruf als Dickmacher nicht verdient: Weißbier, Pils und Co. enthalten teilweise weniger Kalorien als die gleiche Menge Apfelsaft oder fettarme Milch. Auch in Sachen Mineralstoffe wäre Bier ein wunderbar gesunder Trank – wenn da der Alkoholgehalt nicht wäre.

Weizenbier
Bier enthält wenig Kalorien und gesunde Mineralstoffe, dafür aber neben Alkohol meist auch Pestizide.
iStock

Seit 500 Jahren wird Bier nach dem Reinheitsgebot gebraut. Es besagt, dass deutsches Bier nur mithilfe von Wasser, Hopfen, Malz (aus Gerste und eventuell Weizen) sowie Hefe gebraut werden darf. Künstliche Aromen und Enzyme, Farbstoffe oder Konservierungsstoffe, aber auch zugesetzter Zucker haben im deutschen Bier also nichts zu suchen. Das wirkt sich auf die Herstellungszeit aus: Die natürliche Gärung von Bier dauert insgesamt etwa vier Wochen.

Der Deutschen zweitliebstes Getränk nach Kaffee ist also durchaus etwas für Genießer. Sogar Veganer kommen auf ihre Kosten: Weil deutsches Bier im Unterschied zu Wein oder Fruchtsäften nicht mit tierischen Klärmitteln behandelt werden darf, ist es ein veganes Lebensmittel. Aber eignet es sich auch für Gesundheitsbewusste?

Vorsicht! Versteckter Alkohol in Lebensmitteln

Wie viele Kalorien hat Bier?

Bier gilt gemeinhin als Kalorienfalle, ist aber besser als sein Ruf – immerhin besteht es zu über 90 Prozent aus Wasser. Maßgeblich für den Kaloriengehalt ist der Alkoholanteil des Biers. So sind Starkbiere (auch als Bockbiere bekannt) besonders kalorienreich, ein Weißbier (38 kcal pro 100 ml) hat dagegen weniger Kalorien als fettarme Milch (48 kcal) und deutlich weniger als Rotwein (84 kcal).

Die Kalorien pro halbem Liter Bier im Überblick:

  • Weißbier (auch Weizenbier genannt): etwa 190 kcal
  • Helles: etwa 200 kcal
  • Kölsch: etwa 265 kcal
  • Pils: etwa 210 kcal
  • Starkbier/Bockbier: etwa 350 kcal
  • Alkoholfreies Bier: etwa 130 kcal
  • Malzbier/Malztrunk: etwa 270 kcal
  • Exportbier: etwa 265 kcal
Schätzen Sie: Was hat mehr Kalorien?

Die Kalorienbilanz von Bier fällt auf den ersten Blick also gar nicht so schlecht aus. Allerdings: Den Löwenanteil der Kalorien verdankt das Bier seinem Alkoholgehalt. Diese "leeren Kalorien" liefern Energie, die in Fett umgewandelt werden kann – aber keine Nährstoffe. Außerdem wird Bier in Mengen getrunken, mit denen Milch oder Wein meist nicht mithalten können – die Kalorien summieren sich.

Ob man vom Bier wirklich einen Bierbauch bekommt, erfahren Sie hier.

Kein Fett, aber viele Mineralstoffe im Bier

Trotzdem wurde Bier vor allem während der Fastenzeit als Nahrungsmittel genutzt und das kommt nicht von ungefähr. Neben 92 Prozent Wasser enthält Bier (Beispiel Pils) pro halbem Liter folgende Nährstoffe:

  • 15 Gramm (g) Kohlenhydrate
  • 5 mg Vitamin B3 (Niacin); empfohlene Tagesdosis: 11 bis 17 mg
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      Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Bioflavonoide. Manche der Vitalstoffe sind lebenswichtig

  • 2,5 g Eiweiß
  • davon 900 mg essentielle Aminosäuren, die der Körper zum Aufbau körpereigenen Gewebes benötigt und nicht selbst herstellen kann
  • 30 µg Folsäure, das der Körper nicht selbst herstellen kann, sondern über Nahrung aufnimmt; empfohlene Tagesdosis: 300 µg
  • 5 µg Biotin (Vitamin B7); empfohlene Tagesdosis: 30 bis 60 µg
  • 275 mg Kalium
  • 50 mg Magnesium
  • 20 mg Kalzium
  • 160 mg Phosphor
  • 50 µg Kupfer
  • 80 mg Schwefel
  • 80 µg Mangan

Kleine Bier-Kunde

Obergäriges versus untergäriges Bier

Biere teilt man in obergärige und untergärige Sorten ein. Bei der Herstellung obergäriger Biere werden Hefen verwendet, die während des Gärvorgangs an die Oberfläche steigen und dort eine weiße Haube aus Hefezellen entstehen lassen (zum Beispiel Weißbier, Kölsch). Untergärige Hefen setzen sich bei der Herstellung dagegen am Boden ab (zum Beispiel im Pils und Hellen). Auch die Raumtemperatur spielt dabei eine wichtige Rolle:

  • Obergärige Hefen brauchen 15 bis 20 Grad Celsius.
  • Untergärige Hefen brauchen 4 bis 9 Grad Celsius.
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Malz

Malz wird aus Getreide hergestellt. Für Bier wird dafür Gerste (und für Weißbier auch Weizen) zur Keimung gebracht und dann durch Hitze getrocknet (Darren). Je höher die Temperatur, desto dunkler die Färbung des Bieres.

Stammwürze

Den Anteil der aus dem Malz und Hopfen gelösten Stoffe vor der Vergärung nennt man Stammwürze. Hauptsächlich besteht sie aus Malzzucker, in geringerem Maß aus Eiweiß, Aromastoffen, Vitaminen und Mineralien. Der Gehalt der Stammwürze beeinflusst den Geschmack, aber auch den späteren Alkoholgehalt maßgeblich, da der Malzzucker bei der Vergärung durch Hefe in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird. Der Alkoholgehalt beträgt in der Regel etwa ein Drittel des Stammwürzegehalts. Vollbiere, zu denen die gängigen Biersorten gehören, enthalten 11 bis 15,9 Prozent Stammwürze.

Weißbier, Malzbier und Co.: Biersorten im Überblick

Weißbier (Weizenbier)

Weißbier wird häufig als Weizenbier bezeichnet, weil neben Gerstenmalz auch Weizenmalz verwendet wird. Beim Weißbier handelt sich um ein obergäriges, kohlensäurereiches Bier mit einem Stammwürzegehalt von elf bis 14 Prozent. Im Vergleich zu anderen Sorten wie Pils ist es aufgrund des geringeren Hopfenanteils weniger bitter. Das Kristallweizen ist im Gegensatz zum Hefeweizen filtriert und daher frei von Hefetrübung und Schwebstoffen. Der Alkoholgehalt des Weizenbiers liegt etwa bei 5 bis 6 Prozent.

Helles (helles Lagerbier)

Das helle Lagerbier ist ein untergäriges Bier, das aus Gerstenmalz mit zehn bis 14 Prozent Stammwürze hergestellt wird. Es enthält zwischen 4,6 und 5,6 Prozent Alkohol. Im Vergleich zum Pils ist das Helle weniger stark gehopft und hat einen leicht süßen Geschmack. Das dunkle Lagerbier wird entsprechend aus dunklem Malz gebraut.

Das "helle Helle" wie auch das "dunkle Helle" gibt es zudem als Exportbier, das traditionell stärker gebraut wird (über 5 Prozent Alkohol). Wie der Name verrät, war es ursprünglich für den Export gedacht und wurde am Bestimmungsort mit Wasser verdünnt, um Transportkosten zu sparen.

Pils/Pilsner

Das Pils wurde im böhmischen Pilsen erfunden und ist mit Abstand das beliebteste Bier der Deutschen: Mehr als 55 Prozent des gesamten Bierausstoßes entfallen auf das Pils. Das untergärige Vollbier unterscheidet sich von anderen Sorten durch einen höheren Hopfenanteil, der für einen herben, bitteren Geschmack sorgt. Es enthält etwa 4,8 Prozent Alkohol.

Kölsch

Im Gegensatz zum Hellen und Pils ist Kölsch ein obergäriges Bier, das aufgrund seiner geschützten Herkunftsangabe nur in Brauereien in Köln und direkter Umgebung hergestellt werden darf. Anders als andere Biersorten wird das hellgelbe Kölsch in einem schlanken 0,2-Liter-Glas serviert. Der Alkoholgehalt beläuft sich auf 4,8 Prozent, der Geschmack ist hopfenbetont.

Starkbier

Starkbiere können ober- oder untergärig sein. Sie enthalten mindestens 16 Prozent Stammwürze und haben daher einen höheren Alkoholgehalt (6 bis 10 Prozent) als Vollbiere (4,5 bis 5 Prozent). Zu den Starkbieren zählt in Deutschland vor allem das Bockbier (über 6 Prozent Alkohol), das es unter anderem als Doppelbock (über 7 Prozent Alkohol) und als Eisbock (über 10 Prozent Alkohol) gibt.

Malzbier

Das Malzbier zählt zwar zu den Vollbieren – enthält aber praktisch keinen Alkohol. Das liegt daran, dass die Hefe bei 0 Grad zugegeben wird. Für die Vergärung des Malzzuckers zu Alkohol ist diese Temperatur zu gering. Weil wenig Hopfen enthalten ist, schmeckt Malzbier süßer. Häufig werden Malzbieren für Aroma und Farbe Zucker und Zuckerkulör zugesetzt. Weil das nicht konform mit dem Reinheitsgebot ist, dürfen solche Produkte nicht als Bier bezeichnet werden und werden stattdessen als Malztrunk gehandelt.

Aufgrund des recht hohen Zuckeranteils hat der Malztrunk einen höheren Kaloriengehalt als herkömmliche Biere. Es gibt aber auch kalorienreduzierte Varianten. Wie andere alkoholfreie Biere werden sie gerne von Sportlern als Energie- und Mineralstofflieferanten genutzt.

Für Kinder ist der Malztrunk laut Ernährungsexperten nicht empfehlenswert: Neben seinem hohen Zuckergehalt und damit verbundener Kariesgefahr gewöhnt Malzbier die Kleinen an das Trinken von Bier und enthält zudem keine Nährstoffe, die nicht auch über verdünnte Fruchtsäfte zugeführt werden könnten.

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Alkoholfreies Bier

Nimmt man dem Bier seinen Alkoholgehalt, ist es aufgrund der wertvollen Mineralstoffe und Vitamine ein gesunder Flüssigkeitslieferant. Sportler schätzen alkoholfreies Bier als isotonisches Getränk: Die Konzentration von Nährstoffen im Bier entspricht etwa der des menschlichen Bluts, was eine besonders schnelle Aufnahme fördert. Die Kohlensäure im Bier erfrischt zusätzlich.

Für Kinder, trockene Alkoholiker und Schwangere ist alkoholfreies Bier jedoch nicht geeignet: Es darf bis zu 0,5 Prozent Restalkohol enthalten, obwohl dies nicht auf dem Etikett angegeben werden muss.

Trotz Reinheitsgebot: Pestizide im Bier

Das Reinheitsgebot besagt, dass nur vier natürliche Ausgangsstoffe für Bier verwendet werden dürfen: Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. Das schützt jedoch nicht davor, dass auch schädliche Substanzen ins Bier gelangen: In den 14 meistverkauften deutschen Biermarken wies das Umweltinstitut München im Februar 2016 das umstrittene, weil potenziell krebserregende Pflanzenschutzmittel Glyphosphat nach. Teilweise fanden die Tester fast 30 Mikrogramm pro Liter. Bei Trinkwasser liegt der erlaubte Grenzwert bei 0,1 Mikrogramm pro Liter, für Bier gibt es hingegen keinen solchen Grenzwert.

Das Pestizid wird vermutlich beim Anbau von Hopfen und Malzgetreide verwendet und gelangt so in den Gerstensaft. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt aber Entwarnung: Eine Gefahr für Verbraucher bestehe nicht. Ein Erwachsener müsste täglich 1.000 Liter Bier trinken, um gesundheitsschädliche Mengen Glyphosphat aufzunehmen.

Wer trotzdem auf Pestizide im Bier verzichten will: Es gibt Bio-Biere, deren Ausgangsstoffe Hopfen, Gerste und Weizen ökologisch angebaut werden. Pestizide sind dabei verboten.

Wann ist Bier abgelaufen?

Bier ist ein verderbliches Lebensmittel und nicht ewig haltbar! Flaschenbier trägt ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), das nach zwei bis 12 Monaten abläuft. Ein höherer Alkohol- und Hopfengehalt, aber auch Pasteurisierung verhelfen Bier zur längeren Haltbarkeit.

Auch wenn das MHD abgelaufen ist, kann Bier noch getrunken werden. Der Hopfen hemmt zudem das Wachstum vor Krankheitserregern. Allerdings raten Experten dazu, Bier so frisch wie möglich zu trinken. Im Laufe der Zeit verändert sich der Geschmack.

Fazit: Wie gesund ist Bier?

Trotz Pestiziden und Alkohol ist Bier ein durchaus wertvolles Nahrungsmittel, das recht wenig Kalorien, dafür Mineralstoffe enthält und auch nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums getrunken werden kann. Wer Weizen, Pils und Co. als Genussmittel in Maßen konsumiert und zusätzlich für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch alkohol- und kalorienfreie Getränke sorgt, schadet seinem Körper damit nicht.

Wirklich gesund ist aber nur alkoholfreies Bier!

Alkohol: Gesund oder ungesund?

Lifeline/Dr. Heart

Rezepte mit Bier: Bierteig und Co.

Bierteig

Bierteig eignet sich zum Ausbacken von Gemüse, Fisch, aber auch Süßspeisen und seltener Fleisch.

Zutaten:

  • 225 g Mehl
  • 0,25 l Bier
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 150 g Butter

Die Zutaten vermengen und zu einem glatten Teig verrühren. Diesen vor der weiteren Verarbeitung 30 Minuten ruhen lassen.

Dunkelbiereis

Zutaten:

  • 90 g Milch
  • 80 g dunkles Bier
  • 110 g Sahne
  • ½ Vanillestange
  • 2 Eigelb
  • 50 g Zucker

Milch, Dunkelbier, Sahne und ausgekratzte Vanilleschote aufkochen. Eigelb mit Zucker schaumig schlagen, zur Dunkelbier-Masse geben und auf 90 Grad erhitzen. Nach dem Passieren zu Eis gefrieren lassen.

Bier-Marinade für Steaks

  • Senf
  • Gewürze
  • Kräuter
  • Pfeffer
  • Öl
  • ein guter Schuss Pils

Alle Zutaten vermengen und gut verrühren. Schweine-Steaks zwei Tage lang in die Marinade einlegen. Fleisch in Bier zu marinieren, soll sogar vor Krebs schützen.

Hier finden Sie weitere Rezepte mit Bier.

Mythen rund ums Bier

Autor:
Letzte Aktualisierung: 26. April 2016
Quellen: Deutsches Ernährungsberatungs- und -informationsnetz (DEBInet); Bayerischer Brauerbund e.V.; Deutscher Brauer-Bund e.V.; Fddb.info; http://schrotundkorn.de/ernaehrung/lesen/sk0002e5.html; http://www.hofbrauhaus-freising.de/braukunst/bierkunde.html

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