Oft erst spät erkannt

Typ-2-Diabetes: Anzeichen und Behandlung

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Typ-2-Diabetes verläuft oft über lange Zeit hinweg symptomlos und somit unbemerkt. Der Grund: Der Insulinmangel entwickelt sich langsam. Selbst im fortgeschrittenen Stadium sind die Symptome meist weniger charakteristisch als bei Typ-1-Diabetes. Welche Anzeichen Sie kennen sollten und wie die Behandlung erfolgt, erfahren Sie hier!

Frau misst ihren Blutzucker
© Getty Images/Kmatta (Symbolbild)

Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Wie merkt man, dass man Diabetes Typ 2 hat? Die ersten Anzeichen von Diabetes Typ 2 können subtil sein und umfassen häufigen Durst, vermehrtes Wasserlassen und Müdigkeit. Viele Menschen bemerken jedoch lange Zeit keine Symptome, weshalb die Krankheit oft zufällig entdeckt wird.

Was ist an Diabetes Typ 2 gefährlich? Das Gefährliche an Diabetes Typ 2 ist, dass langfristig erhöhte Blutzuckerwerte schwere Schäden an verschiedenen Organen verursachen können. Möglich sind etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden, Sehstörungen bis hin zur Erblindung, und Nervenschädigungen.

Im Überblick:

Diabetes: Diese Lebensmittel sorgen für stabile Blutzuckerwerte

Diabetes Typ 2: Symptome entwickeln sich schleichend

Diabetes Typ 2 kann zu Beginn ohne Symptome verlaufen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Blutzuckerwerte nur vorübergehend oder leicht erhöht sind.

Meist beginnen die typischen Symptome über Monate bis Jahre hinweg schleichend. Oftmals wird die Krankheit erst im höheren Alter festgestellt, weswegen früher häufig von "Altersdiabetes" gesprochen wurde. Erste Hinweise eines sogenannten Prädiabetes können sein:

  • stark vermehrter Durst (Polydipsie)
  • sehr häufiges Wasserlassen (Polyurie)
  • Abgeschlagenheit

Im Verlauf kommen meist weitere Symptome hinzu, wie

Wird der ärztliche Besuch lange hinausgezögert, können zudem Symptome wie Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Händen und Füßen oder sexuelle Störungen beziehungsweise Schwierigkeiten – bei Männern Erektionsprobleme, bei Frauen eine trockene Scheide – hinzukommen.

Was ist Typ-2-Diabetes?

Diabetes Typ 2 ist eine chronische Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produzieren kann oder die Körperzellen gegenüber Insulin resistent werden, was man als Insulinresistenz bezeichnet.
 

Diese Insulinresistenz führt dazu, dass Glukose (Blutzucker) nicht effektiv in die Körperzellen aufgenommen werden kann, wodurch der Blutzuckerspiegel im Blut dauerhaft erhöht bleibt. Oft ist deswegen auch von der "Zuckerkrankheit" die Rede.

Da Insulin benötigt wird, um den Blutzucker zu regulieren, führt seine verminderte Wirksamkeit zu den typischen Symptomen von Diabetes Typ 2.

Symptome von Typ-2-Diabetes oft fehlgedeutet

Da die Symptome eines Diabetes mellitus Typ-2 eher unspezifisch sind, werden sie oft falsch gedeutet. Dadurch geht wertvolle Zeit verloren, in der sich bereits erste Begleit- und Folgeschäden ausbilden können.

Unter einer hohen Konzentration des Blutzuckers leiden vor allem Herz und Blutgefäße, Nieren, Augen und Nerven, deren Funktion sich nach und nach verschlechtern kann. Diese Folgeschäden an wichtigen Organen sind bei etwa jeder fünften betroffenen Person zum Zeitpunkt der Diagnose bereits nachweisbar und schränken im Laufe der Zeit die Lebensqualität ein.

Akute Folgen der Blutzuckerentgleisung, wie sie beim Typ-1-Diabetes in Form der massiven Austrocknung oder der Übersäuerung des Blutes mit dadurch bedingter Bewusstseinseintrübung möglich sind, treten beim Typ-2-Diabetes dagegen nur selten und eher bei älteren Patient*innen auf.

Wird in dieser Situation nicht sofort ärztliche Hilfe hinzugezogen und Flüssigkeit beziehungsweise Elektrolyte zugeführt, kann es zu einem lebensbedrohlichen diabetischen Koma kommen.

Beim Auftreten von typischen Diabetes-Symptomen sollte daher ein*e Arzt*Ärztin konsultiert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und 2?

Behandlung von Typ-2-Diabetes

Als Basistherapie sind bei Typ-2-Diabetes nicht-medikamentöse Maßnahmen vorgesehen. Diese Basistherapie umfasst:

  • Diabetes-Schulung

  • Ernährungstherapie (gegebenenfalls mit Ernährungsberatung)

  • Steigerung der körperlichen Aktivität

  • eventuell Nikotin-Entwöhnung

  • gegebenenfalls Beseitigung weiterer Risikofaktoren wie beispielsweise Behandlung eines erhöhten Blutdrucks oder einer Fettstoffwechselstörung

Medikamente bei Typ-2-Diabetes

Zusätzlich können Medikamente zum Einsatz kommen, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Solche Antidiabetika sind zum Beispiel:

  • Biguanide: Das am häufigsten eingesetzte Mittel ist Metformin. Es optimiert die Verwertung von Zucker in den Zellen. Bei schweren Nierenproblemen dürfen Biguanide jedoch nicht eingesetzt werden.

  • Sulfonylharnstoffe: Sie steigern die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Wer entsprechende Mittel einnimmt, muss aber auf geregelte Mahlzeiten achten, sonst droht eine Unterzuckerung (Hypoglykämie).

  • SGLT-2-Hemmer (Gliflozine): Die Wirkstoffe hemmen die Rückaufnahme von Glukose in den Nieren und fördern die Ausscheidung von Zucker über den Urin.

  • Gliptine: Sie wirken, indem sie den Abbau des Hormons GLP-1 (Glucagon-like Peptid 1) hemmen, was die Insulinausschüttung nach der Nahrungsaufnahme erhöht und das Risiko von Unterzuckerungen minimiert.

Nur wenn der Blutzuckerspiegel nach all diesen Maßnahmen nicht in den Griff zu bekommen ist, müssen Betroffene Insulin spritzen. Dies ist jedoch sehr selten.

Die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes profitieren von den Umstellungen ihres Lebensstils. Wichtig sind vor allem

  • ausreichende Bewegung,
  • der Abbau von Übergewicht und
  • eine Verbesserung der Blutfettwerte.

Dann können in vielen Fällen so gute Werte erreicht werden, dass keine Medikamente erforderlich sind.

Das Wissen über die Erkrankung und die Vorgänge im Körper spielt gerade bei Typ-2-Diabetes eine entscheidende Rolle im Umgang mit der Erkrankung und für eine Bewältigung dieser.

Lesen Sie mehr über die Ernährung bei Diabetes.

DMP bei Diabetes: Komplikationen vermeiden

Menschen mit Typ-2-Diabetes können in ein sogenanntes DMP-Programm aufgenommen werden. Diese Disease Management Programme gibt es für verschiedene chronische Krankheiten. Sie unterstützen unter anderem die Lebensstiländerung.

Die Erkrankung soll so kontrolliert und überwacht werden, um das Risiko für Folgeerkrankungen und Komplikationen gering zu halten und die Lebensqualität für Menschen mit Typ-2-Diabetes bestmöglich zu erhalten.

Erfolgt keine adäquate Einstellung der Zuckerwerte, leiden die Gefäße und verschiedene Organe im Körper von Betroffenen unter den dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten. Mögliche Folgeerkrankungen sind deshalb bei Typ-2-Diabetes:

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