Psoriasis capitis

Schuppenflechte auf der Kopfhaut: Ursachen und was hilft

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Schuppenflechte auf der Kopfhaut ist eine häufige Form der Psoriasis und eine chronische Erkrankung. Sie verursacht eine starke Schuppenbildung auf dem Kopf, was für Betroffene sehr belastend ist. Was gegen Schuppenflechte auf der Kopfhaut hilft.

Frau hat Schuppenflechte auf der Kofhaut und kratzt sich
© Ольга Тернавская – stock.adobe.com

Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Was ist Schuppenflechte auf der Kopfhaut? Es handelt es sich um eine häufige Form der Schuppenflechte, die den Kopf betrifft und durch juckende, weiße Schuppen gekennzeichnet ist.

Wie bekommt man Schuppenflechte auf dem Kopf weg? Die Therapie umfasst topische Behandlungen wie medizinische Shampoos, Cremes oder Lösungen, die Steroide, Teer oder Salicylsäure enthalten. Bei schwereren Fällen können Lichttherapie oder systemische Medikamente erforderlich sein.

Woher kommt eine Schuppenflechte auf dem Kopf? Die genaue Ursache von Schuppenflechte ist nicht bekannt, aber es handelt sich um eine autoimmune Erkrankung, bei der genetische Faktoren, das Immunsystem und Umweltfaktoren eine Rolle spielen.

Wie Haare waschen bei Schuppenflechte? Ein mildes, für Psoriasis empfohlenes Shampoo verwenden und die Haare vorsichtig waschen, um die Kopfhaut nicht zu reizen. Es kann hilfreich sein, das medizinische Shampoo für einige Minuten einwirken zu lassen, bevor es ausgespült wird.

Artikelinhalte im Überblick:

Wie sieht Schuppenflechte aus? Bilder der Psoriasis

Was ist Schuppenflechte auf der Kopfhaut?

Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis), ist eine häufige Form der Schuppenflechte. Psoriasis ist eine chronische Autoimmunerkrankung und verursacht eine beschleunigte und damit übermäßige Produktion von Hautzellen. Bei der Hauterkrankung bilden sich dicke, weiß-silbrige und juckende Schuppen

  • auf der Kopfhaut,
  • oft auch am Haaransatz im Gesicht
  • sowie im Nacken.

Die sichtbare Schuppenbildung belastet Betroffene oft schwer.

Psoriasis ist nicht heilbar, aber die Symptome sind gut behandelbar. Des Weiteren können Veränderungen im Lebensstil und Selbstpflege dabei helfen, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Was sind die Ursachen für Schuppenflechte auf dem Kopf?

Die Ursachen für die Entstehung von Schuppenflechte sind bis heute nicht abschließend geklärt. Es wird angenommen, dass eine komplexe Wechselwirkung von genetischen, immunologischen und umweltbezogenen Faktoren die Schuppenflechte begünstigen kann. Als erwiesen gilt, dass die Veranlagung für Schuppenflechte vererbt werden kann. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit für die Vererbung deutlich höher, wenn beide Elternteile über die genetische Anlage verfügen.

Eine entscheidende Rolle spielt das Immunsystem. Beim Ausbruch der Krankheit reagiert das Immunsystem überaktiv und löst Entzündungsreaktionen in der Haut aus. Der Körper bekämpft sich fälschlicherweise selbst, weshalb Schuppenflechte als Autoimmunerkrankung gilt.

Bei vorhandener genetischer Veranlagung können verschiedene Umweltfaktoren diese Überreaktion des Immunsystems auslösen. Dazu gehören:

  • Hautverletzungen
  • Infektionskrankheiten
  • bestimmte Medikamente, etwa Beta-Blocker gegen Bluthochdruck
  • hormonelle Veränderungen zum Beispiel in der Schwangerschaft
  • Stress, psychische Belastungen
  • Rauchen oder Alkohol
  • entzündungsfördernde Ernährung
  • starke Sonneneinstrahlung
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Behandlung: Was hilft gegen Schuppenflechte auf der Kopfhaut?

Schuppenflechte lässt sich nicht heilen, aber die Erkrankung ist gut behandelbar. Dennoch kann die Behandlung der Psoriasis capitis eine Herausforderung sein und zu einer langen Therapiedauer führen. Denn die Haare erschweren sowohl das Auftragen der Arzneimittel als auch das Ablösen der Hautschuppen.

Ziel der Therapie ist es, die Entzündung auf der Kopfhaut zu lindern und die starke Schuppenbildung zu stoppen.

In der Regel wird die Behandlung in folgenden Schritten durchgeführt:

  • Schuppen entfernen: Um die Kopfhaut behandeln zu können, müssen im ersten Schritt die Schuppen gelöst und entfernt werden. Dafür werden spezielle Präparate wie Shampoo, Tinktur, Öl oder Schaum verwendet, die schuppenlösend wirken. Sie enthalten Wirkstoffe wie Salicylsäure, Harnstoff oder Teer. Das jeweilige Produkt wird auf die Kopfhaut aufgetragen, gegebenenfalls einmassiert oder über Nacht einwirken gelassen und im Anschluss ausgespült.

  • äußerliche Behandlung: Im Anschluss kommen Präparate zur Anwendung, welche die Entzündung lindern und das Wachstum überschüssiger Hautzellen reduzieren. Das wird mit Shampoos oder Lösungen erreicht, die sogenannte Vitamin-D3-Analoga enthalten. Bei besonders starkem Juckreiz kann zuvor auch noch eine kurzzeitige Behandlung mit Kortison durchgeführt werden. Dafür werden Cremes oder Salben verwendet, die vorzugsweise abends aufgetragen und am nächsten Morgen ausgespült werden.

  • Lichttherapie: Bei schwerer Schuppenflechte kann eine Phototherapie empfohlen werden. Mithilfe von UV-Licht sollen die Entzündung gehemmt und die Zellteilung gebremst werden. Die Plaques werden entweder direkt mit UV bestrahlt oder mit einem sogenannten Lichtkamm behandelt. Bei letzterem sollte unbedingt auf die sachgemäße Verwendung geachtet werden, um das Risiko für Hautkrebs zu minimieren.

  • systemische Behandlungen: In einigen Fällen kann ein*e Arzt*Ärztin auch systemische Medikamente mit Wirkstoffen wie Methotrexat, Ciclosporin, Fumarsäureester oder Biologika als Tabletten, Infusionen oder Injektionen verschreiben. Sie sollen das Immunsystem regulieren und die Entzündung auf der Kopfhaut kontrollieren. Der Einsatz dieser Medikamente erfolgt meist bei schweren Fällen von Schuppenflechte.

Schuppenflechte auf der Kopfhaut: Was Betroffene tun können

Auch wenn die Therapie gut wirkt, muss in der Regel das medizinische Mittel weiterhin verwendet werden. Kommt es zu keinem erneuten Schub, kann dies allerdings mit größeren Abständen eingesetzt werden, zum Beispiel einmal wöchentlich. Zusätzlich können Selbstpflege und bestimmte Maßnahmen Betroffenen helfen, mit Schuppenflechte auf der Kopfhaut gut zu leben.

Folgende Tipps haben sich unter anderem bewährt:

  • sanfte Kopfhautpflege: Verwenden Sie milde, hypoallergene Shampoos für die Haarwäsche. Vermeiden Sie dabei übermäßiges Reiben, um Reizungen zu minimieren. Auch häufiges Haarewaschen ist ungünstig, weil es die Haut austrocknet und somit zusätzlich reizt.

  • keine Föhnhitze: Föhnen mit hoher Hitze reizt die Kopfhaut. Verwenden Sie für das Styling nur niedrige Temperaturen.

  • Stressmanagement: Lernen Sie Techniken zum Stressabbau wie Meditation, Yoga oder Atemübungen, da Stress ein bekannter Auslöser für Schübe sein kann.

  • gesunde Ernährung: Eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung kann dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken und Entzündungen im Körper zu reduzieren. Vermeiden Sie mögliche Trigger wie Alkohol.

  • Rauchverzicht: Rauchen kann Schübe verursachen und diese verschlimmern. Daher ist es ratsam, das Rauchen zu vermeiden oder aufzuhören.

  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Gehen Sie zur regelmäßigen Kontrolle in die hautärztliche Praxis, um den Verlauf der Schuppenflechte zu überwachen.

  • Kontakt mit anderen Betroffenen: Der Austausch mit anderen Menschen, die ebenfalls an Schuppenflechte leiden, kann unterstützend sein und hilfreiche Tipps und Ratschläge bieten.

  • Psoriasis-Schulung: Einige Kliniken bieten Schulungsprogramme an, in denen Betroffene ihre Erkrankung besser kennen und damit umgehen lernen. Die Kurse bieten Informationen zu Hautpflege, Ernährung und Psychologie.

Symptome von Psoriasis capitis

Typische Anzeichen für Schuppenflechte auf der Kopfhaut sind:

  • abgegrenzte, rote Flecken auf der Kopfhaut, am Haaransatz an der Stirn oder im Nacken

  • dicke, weiß-silbrige Hautschuppen, auch Plaque genannt

  • Hautverdickungen

  • starker Juckreiz

  • entzündete Hautstellen, begleitet von Rötung, Brennen oder Schmerzen

In manchen Fällen kann es auch zu einem eingeschränkten Haarwachstum kommen, was oft mit Haarausfall verwechselt wird. Grund dafür sind die verdickte Haut und die Plaque-Bildung in den entzündeten Bereichen. Das Haar kann diese Schicht beim Wachstum nicht mehr durchbrechen und zu kahlen Stellen auf der Kopfhaut führen.

Die Erkrankung verläuft typischerweise in Schüben. Das heißt, Perioden mit besonders stark ausgeprägten Symptomen wechseln sich mit Phasen ab, in denen die Schuppenflechte kaum Probleme auf der Kopfhaut verursacht. Ein Schub kann durch verschiedene Reize ausgelöst werden, wie beispielsweise Stress, bestimmte Medikamente oder Verletzungen der Haut.

So wird Schuppenflechte auf der Kopfhaut diagnostiziert

Schuppenflechte auf der Kopfhaut kann leicht mit trockener Haut oder anderen Hauterkrankungen wie einem seborrhoischen Ekzem verwechselt werden. Wer unter Schuppen im Haar und einer juckenden Kopfhaut leidet, sollte dies in einer hautärztlichen Praxis abklären lassen.

Neben einer eingehenden Anamnese untersucht der*die Hautarzt*Hautärztin die betroffenen Bereiche auf der Kopfhaut mit einem Dermatoskop. Mit dieser speziellen Lupe lassen sich feine Details wie Muster der Schuppung und Entzündungszeichen besser erkennen. Häufig reicht diese Untersuchung schon aus, um eine Diagnose zu stellen.

In einzelnen Fällen kann auch eine Biopsie notwendig sein, um die Diagnose zu bestätigten. Dafür wird eine kleine Gewebeprobe aus dem betroffenen Bereich der Kopfhaut entnommen und unter einem Mikroskop untersucht.

Zusatzuntersuchung bei Psoriasis-Arthritis

Treten bei Betroffenen zusätzlich auch Gelenkschmerzen oder Bewegungseinschränkungen der Gelenken auf, besteht der Verdacht auf Psoriasis-Arthritis – eine Schuppenflechte mit Gelenkentzündung.

In diesem Fall werden die Gelenke mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen untersucht, um die Diagnose zu bestätigen und den Grad der Entzündung festzustellen.

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