Resistenten Keimen vorbeugen

Sieben Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika

Viele Menschen nehmen Antibiotika viel zu häufig oder falsch ein – zum Beispiel auch bei einer einfachen Erkältung. Dabei sind Erkältungen in 80 Prozent der Fälle viral bedingt. Antibiotika sind hier sinnlos, sie wirken nur bei bakteriellen Infektionen. Für die Medizin ist das ein echtes Problem: Der verantwortungslose Umgang mit diesen Medikamenten hat zur Folge, dass einige Bakterien inzwischen unempfindlich gegenüber bestimmten Antibiotika sind.

Frau macht Time-out-Zeichen
Beim Umgang mit Antibiotika werden viele Fehler gemacht. In der Folge können resistente Keime entstehen.
© iStock.com/SIphotography

Antibiotika sind eine wichtige Waffe gegen bakterielle Infektionen. Damit sie weiterhin wirksam bleiben, sollte ein Antibiotikum nur dann eingenommen werden, wenn es wirklich angebracht ist. Denn Bakterien können sich vor der Wirkung des Medikaments schützen, indem sie Resistenzen entwickeln. Dieser ursprünglich ganz natürliche Prozess kann durch den heute übermäßig stattfindenden Einsatz der Wirkstoffe dramatisch verstärkt werden.

Anzeige
Antibiotikaresistenz vorbeugen

Sieben Fehler, die Sie bei Antibiotika nicht machen sollten

Wenn Bakterien resistent gegenüber einem Antibiotikum sind, überleben sie und können sich weiter verbreiten – im menschlichen Körper leben sie Wochen bis Monate weiter. Außerdem können diese Bakterien die genetischen Informationen zur Antibiotikaresistenz an andere Bakterien weitergeben. Wir unterstützen diese Entwicklung unter anderem, da Antibiotika heute zu häufig und über einen langen Zeitraum eingesetzt werden oder unsachgemäß entsorgt werden. Der einzige Weg, Resistenzen vorzubeugen oder vielmehr ihre weitere Ausbreitung einzudämmen, ist der gezielte Einsatz von Antibiotika. Dabei können Fehler im Umgang mit diesen Wirkstoffen durch einfache Maßnahmen vermieden werden.

1. Fehler: Antibiotikum bei einfacher Erkältung nehmen

Eine Erkältung mit Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und leichtem Fieber fühlt sich manchmal richtig schlimm an. Doch meist bessert sich ein solcher Infekt nach ein paar Tagen von selbst. Normalerweise sind Viren für die typischen Erkältungssymptome verantwortlich. Antibiotika zu nehmen wäre dann falsch, denn sie helfen bei viral bedingten Infekten nicht. Um die Symptome wie beispielsweise Halsschmerzen oder Schnupfen zu lindern, lassen Sie sich am besten zunächst von einem Arzt oder Apotheker beraten.

Angezeigt ist die Einnahme von Antibiotika gegebenenfalls dann, wenn zu einer anfänglich rein viralen Erkrankung eine bakterielle Infektion (zum Beispiel eine eitrige Mandel- oder Nasennebenhöhlenentzündung) hinzukommt. Eine Superinfektion (auch Sekundär-, also Zweitinfektion) kann entstehen, wenn das Immunsystem durch die eigentliche Erkältung bereits stark geschwächt ist.

2. Fehler: Antibiotika an andere weitergeben

Jedes Antbiotikum wirkt gezielt gegen einen bestimmten Bakterienstamm. Dazu kommt, dass jede Infektion von einem unterschiedlichen Erregerspektrum verursacht wird: Allein bei einer Lungenentzündung kommen unterschiedliche Bakterien infrage, die zur Erkrankung geführt haben. Je nach Erreger wird der Arzt daher ein zum Bakterium passendes Antibiotikum auswählen. Aus diesen Gründen sollten Sie von Ihrem Arzt verschriebene Antibiotika nicht an Familienmitglieder oder Freunde weitergeben oder Medikamente von diesen annehmen.

  • Mehr erfahren

    Multiresistente Keime sprechen auf verschiedene Antibiotika nicht mehr an. Was sind die Konsequenzen der Resistenz?

3. Fehler: Antibiotika unregelmäßig einnehmen

Bestimmte Antibiotika müssen Sie immer zur gleichen Tageszeit einnehmen. Zum Beispiel vor, während oder nach dem Essen. Empfiehlt Ihr Arzt, das Antibiotikum dreimal am Tag einzunehmen, dann sollten Sie feste Abstände einhalten. So steht Ihrem Körper der Wirkstoff dauerhaft in ausreichender Menge zur Verfügung und das Medikament kann seine volle Wirkung entfalten.

4. Fehler: Antibiotika mit Milch und Milchprodukten einnehmen

Ein oral verschriebenes Antibiotikum nehmen Sie am besten mit reichlich Wasser ein. Dann löst sich das Medikament leichter im Magen auf. Milchprodukte, aber auch bestimmte Säfte (vor allem Grapefruitsaft) und Alkohol können die Aufnahme des Wirkstoffs beeinflussen. Zu Milchprodukten zählen neben Milch auch Butter, Joghurt, Käse und Quark. Manchmal ist es erforderlich, dass sie nach der Einnahme eines Antibiotikums mit dem Verzehr von Milch und Milchprodukten bis zu drei Stunden warten. Außerdem können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Kalzium, Magnesium oder Zink die Wirkung eines Antibiotikums hemmen.

5. Fehler: Wechselwirkungen nicht berücksichtigen

Antibiotika können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, welche Medikamente Sie aktuell einnehmen und lesen Sie vor der Einnahme sorgfältig die Packungsbeilage. Zum Beispiel beeinträchtigen einige Antibiotika die Wirkung der Antibabypille. Wechselwirkungen sind auch mit bestimmten Blutverdünnern oder Mitteln gegen Sodbrennen möglich. Teilen Sie Ihrem Arzt sofort etwaige Auffälligkeiten und unerwünschte Wirkungen mit. 

6. Fehler: Antibiotika nicht lange genug einnehmen

Antibiotika sollten Sie – wie jedes Medikament – in enger Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen oder absetzen. Wie lange Sie ein Antibiotikum einnehmen sollen, hängt von der Erkrankung und dem Wirkstoff ab. Studien belegen inzwischen, dass eine kürzere Einnahmezeit bei vielen Infekten oft genauso effektiv ist wie die Packung vollständig aufzubrauchen. Ob Sie das Antibiotikum nur kurze Zeit oder bis zum Ende der Packung einnehmen sollen, wird Ihnen der Arzt bei der Verschreibung sagen. Setzen Sie nie eigenmächtig ein Antibiotikum ab und geben Sie auch keine Reste an andere Patienten weiter.  

7. Fehler: Antibiotika in der Toilette entsorgen

Bleiben Tabletten übrig, entsorgen Sie diese in der Restmülltonne Ihres Hausmülls oder geben Sie die Reste bei Recyclinghöfen oder bei Ihrer Apotheke ab. Auf den Mülldeponien werden die Antibiotika verbrannt oder mechanisch-biologisch vorbehandelt, sodass sie ihre Wirksamkeit verlieren. Dadurch gelangen die Wirkstoffe nicht in die Umwelt. Anders sieht es aus, wenn Restbestände über die Toilette oder das Waschbecken entsorgt werden – hier gehören Antibiotika nicht hinein. Durch das Abwasser gelangen die Antibiotika-Rückstände in die Umwelt, wodurch die Bildung resistenter Keime ebenfalls verstärkt werden kann.

fleming_logo_final_ger_weiß.jpg
logo-dobendan.jpg
Pflichttext: Dobendan Direkt Flurbiprofen Spray 8,75 mg/Dosis Spray zur Anwendung in der Mundhöhle, Lösung enthält Methyl-4-hydroxybenzoat und Propyl-4-hydroxybenzoat. Dobendan Direkt Flurbiprofen 8,75 mg Lutschtabletten enthält Levomenthol, Sucrose, Glucose, Honig. Dobendan Direkt Zuckerfrei Flurbiprofen 8,75 mg Lutschtabletten enthält Levomenthol, Maltitol-Lösung, Isomalt. Dolo-Dobendan 1,4 mg / 10 mg Lutschtabletten enthält Sorbitol, Glucose, Sucrose. Anwendungsgebiet: zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von Halsschmerzen. Packungsbeilage beachten. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Meistgeklickt zum Thema
Was sind Krankenhauskeime und wie kann man sich schützen?
Krank durch Klinikaufenthalt

Krankenhauskeime verursachen Krankenhausinfektionen: Lesen Sie hier, wie gefährlich die nosokomialen Infektionen sind und wie Sie sich davor schützen mehr...

Multiresistente Keime –  droht uns ein post-antibiotisches Zeitalter?
Antibiotikaresistenz

Multiresistente Keime sprechen auf verschiedene Antibiotika nicht mehr an. Was sind die Konsequenzen der Resistenz? mehr...

MRSA: Gefährliche multiresistente Keime
Antibiotikaresistente Bakterien

MRSA sind gegen Antibiotika resistente Bakterien. Eine Infektion kann lebensbedrohlich verlaufen mehr...

Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Zum Seitenanfang

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2012/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Gong Verlag GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.lifeline.de

Unser Angebot erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.