Entzündung

Pickel am Po: Was tun gegen unreine Haut im Intimbereich?

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Schmerzhaft, lästig und sogar gefährlich: Pickel am Po sind oftmals mehr als ein rein kosmetisches Problem. Die entzündeten Poren in der Gesäßregion können sich mit Bakterien infizieren und sogar eine Blutvergiftung auslösen. Welche Ursachen für Pickel am Po gibt es?

Pickel am Po
© Getty Images/Staras

Kurzübersicht: Häufige Fragen und Antworten

Warum habe ich Pickel am Po? Pusteln am Gesäß entstehen oft durch verstopfte Haarfollikel oder Talgdrüsen, die durch Reibung von Kleidung oder langes Sitzen gereizt werden.

Was kann die Ursache für Pickel sein? Ursachen für Pickel können Hormonschwankungen, übermäßige Hautfettproduktion, Bakterienwachstum, Verwendung von ungeeigneten Hautpflegeprodukten oder mechanische Reibung sein.

Was kann man gegen Pickel am Po tun? Zur Behandlung von Pickeln am Po hilft regelmäßiges Duschen, das Tragen atmungsaktiver Kleidung und die Verwendung von Produkten, die Salicylsäure oder Benzoylperoxid enthalten, um die Poren zu reinigen und Entzündungen zu reduzieren.

Welcher Mangel löst Pickel aus? Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen wie Vitamin A, Vitamin D, Zink und Omega-3-Fettsäuren kann zu einer schlechteren Hautgesundheit führen und damit die Entstehung von Pickeln begünstigen.

Artikelinhalte im Überblick:

Hautkrankheiten mit diesen Bildern erkennen

Pickel am Po: Ursachen und Risikofaktoren

Pickel am Po, auch bekannt als "Buttne", bezeichnen Akneausbrüche in der Gesäßregion. Diese entstehen durch verstopfte Poren, die durch überschüssigen Talg, abgestorbene Hautzellen, Schweiß und Bakterien verursacht werden. In der Folge entstehen Entzündungen der Haarfollikel (Follikulitis), die sich durch Rötungen, Schwellungen und manchmal schmerzhafte Pusteln äußert.

Kommt es einmal zu einem Pickel am Po ist dies in der Regel kein Grund zur Sorge. Treten allerdings wiederholt große Pickel am Po und in den Gesäßfalten auf, sollte den Auslösern auf den Grund gegangen werden. Pickelchen können außerdem auch durch einen Hautausschlag bedingt sein.

Ursachen und Risikofaktoren für Pickel am Po:

  • Luftundurchlässige Unterwäsche aus Synthetikfasern
  • Reibung durch scheuernde Kleidungstücke
  • Schwitzen
  • ungesunde Ernährung
  • Stress
  • übermäßige Hygiene
  • verändertes Hautmikrobiom (schützende Mikroorganismen)
  • Kosmetika und reizende Inhaltstoffe von Produkten zur Hautpflege
  • hormonelles Ungleichgewicht
  • übermäßige Talgproduktion
  • Rasieren des Pos und der Region um den After

Verschiedene Formen von Akne

Schwere Formen der Akne können neben dem Hals und Gesicht auch andere Teile des Körpers betreffen, wie den Rücken oder Po. Bei der Akne conglobata kommt es zu eitrigen Pusteln und verkapselten Abszessen, die auch am Gesäß vorkommen können.

Darüber hinaus werden Pickel am Po sehr häufig durch Akne inversa (Hidradenitis suppurativa) verursacht, einer chronischen Autoimmunerkrankung, die mit eitrigen Pickeln vor allem in den Achselhöhlen sowie im Intimbereich, am Damm und Po einhergeht. Die Eiteransammlungen liegen meist unter der Haut, in schwerwiegenden Fällen kommt es zu kleinen mit Eiter gefüllten Gängen und Verbindungen zu anderen Organen (Fistel).

Behandlung: Was tun gegen Pickel am Po?

Die Behandlung von Pickeln am Po richtet sich nach der Ursache. Zunächst ist es wichtig, auslösende Faktoren zu meiden. Ist etwa die falsche Unterwäsche der Grund für die wiederkehrenden Pickel, sollte zukünftig auf atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle gesetzt werden. Auch der Verzicht auf Rasieren kann die Hautunreinheiten in manchen Fällen beheben.

  • Zur akuten Behandlung eines Pickels können Zinksalben, Zugsalben und antibiotische Gels und Cremes mit Wirkstoffen wie Fusidinsäure eingesetzt werden.

  • Liegt eine Akne inversa vor, werden oftmals antibiotische Salben oder spezielle Peelings verschrieben.

  • Bei hormonell bedingter Akne kann auch manchmal die Einnahme von Hormonpräparaten wie der Pille zu einer Linderung der Beschwerden führen.

Handelt es sich um einen großen Pickel, der tief liegt, einen Furunkel oder auch Abszess, muss die Eiteransammlung manchmal chirurgisch entfernt werden, um Komplikationen zu verhindern. Dann wird der Eiterherd von dem*der Hautarzt*Hautärztin mit einem kleinen Schnitt geöffnet, sodass der Eiter abfließen kann. Die Wunde wird desinfiziert und gereinigt und abschließend mit einem sterilen Pflaster oder Verband abgedeckt, sodass keine Krankheitserreger eindringen können.

Hausmittel gegen Pickel am Po

Das Wichtigste bei Pickeln am Po ist es, diese nicht auszudrücken und weitere Reizung etwa durch Reibung zu vermeiden. Zudem kann es sinnvoll sein, den Pickel und das umliegende Hautgewebe sanft zu desinfizieren und die Einschleppung weiterer Keime zu verhindern. Ein geeignetes Hausmittel sind Sitzbäder mit Kamille, sie können Linderung verschaffen und gegen die Entzündung wirken.

Teebaumöl wird häufig als Hausmittel gegen Pickel eingesetzt, es soll antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Die Heilwirkung ist allerdings bislang nicht ausreichend belegt. Allerdings kann Teebaumöl zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen führen, es sollte daher nur verdünnt auf die Haut aufgetragen werden.

Pickel am Po niemals ausdrücken

Am besten sollten die kleinen Pusteln niemals selbst geöffnet und der Eiter entleert werden: Ausdrücken ist dringend zu vermeiden. Denn in die offene Wunde können Bakterien aus dem Darm gelangen und zu einer schwerwiegenden Entzündung oder einer Blutvergiftung führen.

Außerdem besteht Verwechslungsgefahr, da die Hautunreinheiten auch andere Arten von Entzündungen sein können:

  • Furunkel: Es ähnelt einem Pickel sehr und entsteht manchmal daraus. Allerdings ist ein Furunkel größer und sitzt tiefer in der Haut. Es handelt sich dabei um einen entzündeten Haarfollikel.

  • Karbunkel: Ein Karbunkel entsteht aus einem Zusammenschluss mehrerer Furunkel.

  • Abszess: Dabei handelt es sich um mit Eiter gefüllte Verkapselung. Die Entzündung kann am ganzen Körper vorkommen, auch an Organen. Abszesse können mehrere Zentimeter groß werden und extrem schmerzhaft sein, insbesondere bei Druck. Platzt ein Abszess und ergießt sich der Eiter nach innen, kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

Diagnose und Untersuchungen bei Pickeln am Po

In der Regel heilt ein Pickel auch ohne medizinische Behandlung innerhalb weniger Tage von selbst wieder ab. Schmerzt der Pickel allerdings sehr, verschlimmern sich die Beschwerden oder fühlt sich der Pickel unter der Haut verkapselt an, dann ist ärztlicher Rat einzuholen. Auch bei wiederkehrenden Pickeln und Pusteln am Po und in der Gesäßfalte sollte eine Abklärung erfolgen und die genauen Ursachen festgestellt werden.

In einem Anamnesegespräch erfasst der*die Arzt*Ärztin zunächst die genauen Beschwerden. Ebenso relevant für die Diagnose ist, wie lange die Pickel schon bestehen, ob es Vorerkrankungen gibt oder neue Hautpflegeprodukte verwendet werden. Da Akne inversa zum Teil erblich bedingt ist, spielt auch die familiäre Vorgeschichte eine Rolle.

Meist kann der*die Dermatologe*Dermatologin bereits nach einer eingehenden Betrachtung und nach Abtasten des Pickels die genaue Diagnose stellen. Trotzdem wird in manchen Fällen noch eine Blutuntersuchung durchgeführt, um mögliche Ursachen, wie ein hormonelles Ungleichgewicht, für die Pickel am Po genau abzuklären beziehungsweise ausschließen zu können.

Tipps: Pickel am Po vorbeugen

Pickeln am Po können Betroffene mit passender Unterwäsche und Kleidung in vielen Fällen gut vorbeugen. Verzichtet werden sollte auf synthetische Stoffe, scheuernde und zu enganliegende Kleidung. Auch Strumpfhosen aus Nylon und anderen Kunststofffasern können ein feuchtwarmes Klima schaffen, in dem sich Keime leicht vermehren und zu Pickeln führen können.

Darüber hinaus kann eine gesunde Ernährung mit wenig Zucker dazu beitragen, Pickeln und Mitessern vorzubeugen. Denn Zucker fördert Entzündungsprozesse. Ein pH-hautneutrales Duschgel beziehungsweise eine entsprechende Waschlotion schützen zudem das Mikrobiom der Haut vor Unreinheiten.

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