Vermeidbare Influenza

Grippeimpfung: Für wen empfohlen und wann sinnvoll

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Die Grippeimpfung wird jedes Jahr im Herbst bestimmten Risikogruppen empfohlen. Für wen sie sinnvoll ist, wann der richtige Zeitpunkt ist, ob die Impfung die Grippe auslösen kann und ob es Nebenwirkungen gibt.

grippeimpfung
Die Grippeimpfung bietet Schutz vor bestimmten Stämmen von Influenzaviren.
© iStock.com/zoranm

Die Grippeimpfung ist eine Schutzimpfung, die jährlich eine neue Zusammensetzung hat. Dafür gibt es jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation WHO eine Empfehlung für die Kombination geeigneter Virenstämmen.

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Für wen wird die Grippeimpfung empfohlen und warum ist sie sinnvoll?

Die echte Grippe (Influenza) ist eine schwere Viruserkrankung, die zwar in den meisten Fällen harmlos verläuft. Aber bestimmte Risikogruppen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf mit Komplikationen wie Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung. Die Grippeimpfung schützt nicht absolut vor der Ansteckung mit Grippeviren, aber die Infektion verläuft dann meist deutlich harmloser. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Grippeimpfung für folgende Personengruppen:

  • Menschen ab 60 Jahren

  • Chronisch Kranke (beispielsweise Asthmatiker, Diabetiker, Herz-Kreislauf-Erkrankte, Menschen mit geschwächtem Immunsystem)

  • Frauen in der Schwangerschaft ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhtem Risiko aufgrund einer Grunderkrankung bereits im ersten Trimester

  • Menschen, die in Alters- oder Pflegeheimen wohnen

  • Menschen, die mit Risikogruppen zusammenleben oder diese gefährden könnten

Außerdem sollen Menschen, die aufgrund ihres Berufs ein erhöhtes Risiko für eine Infektion haben, sich impfen lassen:

  • Medizinisches Personal

  • Menschen in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr

  • Menschen mit Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Gerade im Jahr 2020 ist die Impfung der Risikogruppen zu empfehlen, damit aufgrund der COVID-19-Pandemie schwere Verläufe verhindert werden und Intensivbetten frei bleiben. Da die Risikogruppen für Infektionen mit dem Grippevirus und dem neuartigen Coronavirus nahezu identisch sind, ist es für betroffene Menschen zudem wichtig, sich durch eine Impfung und Hygienemaßnahmen zu schützen.

Daneben können sich auch alle anderen Menschen impfen lassen. Je nach Krankenkasse müssen die Kosten für die Grippeimpfung dann jedoch oftmals teilweise oder vollständig selbst getragen werden. Bei Personen aus den Risikogruppen tragen die Krankenkassen die Kosten für die Grippeimpfung.

Von der STIKO empfohlene Impfungen

Wann sollte die Grippeimpfung durchgeführt werden?

Die Grippeimpfung ist sinnvoll zu Beginn der Grippesaison durchzuführen, also im Oktober oder November. Wenn nicht zu Beginn der Saison geimpft wurde, kann die Impfung auch zu einem späteren Zeitpunkt noch sinnvoll sein. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis ein vollständiger Schutz gegen die geimpften Virenstämme aufgebaut ist.

Kann eine Grippeimpfung eine Grippe auslösen?

Entgegen der weitverbreiteten Meinung kann eine Grippeimpfung keine Grippe auslösen, da es sich um einen Totimpfstoff handelt. Wenn zum Zeitpunkt der Impfung bereits eine Infektion stattgefunden hat und sich die betreffende Person ohne es zu wissen in der Inkubationszeit befindet, kann eine Grippe nach der Impfung auftreten. In den ersten zehn bis 14 Tagen nach der Impfung, bis ein vollständiger Schutz aufgebaut ist, kann zudem ebenfalls eine Infektion stattfinden.

Die Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung ist nicht optimal, da die Virenstämme nicht genau vorausgesagt werden können. Allerdings bietet sie insgesamt einen guten Schutz. Wer sich trotz Impfung mit der Grippe ansteckt, hat meist einen deutlich milderen Verlauf der Erkrankung mit weniger Komplikationen.

Grippeimpfung in der Schwangerschaft

Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Grippeinfektion. In der Schwangerschaft ist das Immunsystem schwächer und es gibt zahlreiche Veränderungen im Körper, sodass die Erkrankung deutlich schwerer als sonst verlaufen kann, auch bei nicht vorerkrankten Frauen. Um unnötige Komplikationen zu vermeiden, wird seit 2010 deshalb Frauen, die in der Grippesaison schwanger sind, die Impfung empfohlen.

Da es sich um einen Totimpftsoff handelt, kann grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt in der Schwangerschaft geimpft werden, ohne Schäden befürchten zu müssen. Die Sicherheit der Impfstoffe wurde sowohl für Schwangere als auch für Ungeborene wissenschaftlich belegt. Da es im ersten Drittel der Schwangerschaft jedoch natürlicherweise häufiger zu Fehlgeburten kommt, die dann fälschlicherweise mit der Impfung in Verbindung gebracht werden könnten und eine zusätzliche psychische Belastung für die Frau darstellen könnten, wird bei gesunden Frauen erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel geimpft. Bei Grunderkrankungen und einem ohnehin schon höheren Risiko für schwere Verläufe sollten Frauen im ersten Drittel der Schwangerschaft geimpft werden.

Grippeimpfung für Kinder

Auch Babys ab sechs Monaten und Kinder können gegen Grippe geimpft werden. Dabei gilt die Impfempfehlung bei Kindern und Jugendlichen wie bei Erwachsenen für diejenigen, die ein erhöhtes Risiko für einen komplizierten Verlauf durch eine chronische Erkrankung haben. Neben dem auch für Erwachsene üblichen Totimpfstoff gibt es für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren einen Lebendimpfstoff, der als Nasenspray gegeben wird. Dieser kann auch bei starker Spritzenangst oder bei einer Blutgerinnungsstörung zum Einsatz kommen.

Welche Nebenwirkungen hat die Grippeimpfung?

Der Totimpfstoff gegen Influenzaviren ist in der Regel gut verträglich. Wie bei allen Impfungen kann es an der Einstichstelle kurzfristig zu Rötung, Schwellung und leichten Schmerzen kommen. Dies legt sich aber normalerweise innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder.

Der für Kinder als Nasenspray zugelassene Lebendimpfstoff enthält Viren in stark abgeschwächter Form. Er kann kurzfristig eine laufende oder verstopfte Nase auslösen.

Nach der Grippeimpfung können unabhängig vom Impfstoff leichte allgemeine Erkältungssymptome mit Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen auftreten, die aber innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder verschwinden.

Kontraindikationen für die Grippeimpfung

Wer akut krank ist und Fieber hat, darf nicht geimpft werden, sondern muss warten, bis die Symptome abgeklungen sind. Da der Impfstoff Hühnereiweiß enthält, dürfen Menschen mit einer starken Allergie gegen Hühnereiweiß nicht gegen die Grippe geimpft werden.


Der im Nasenspray enthaltene Lebendimpfstoff darf nicht bei Kindern und Jugendlichen mit Erkrankungen wie beispielsweise schwerem Asthma oder Immunschwäche verabreicht werden.

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