Geschlechtskrankheit

Tripper: Symptome und Behandlung der Gonorrhoe

Die Gonorrhoe, früher Tripper genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) ausgelöst wird. Gonorrhoe gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (STD; sexually transmitted diseases). Laut Schätzungen – Gonorrhoe ist nicht meldepflichtig – erkranken jährlich rund 16.000 Personen in Deutschland an einem Tripper. Häufigstes Symptom bei Männern ist eitriger Ausfluss aus der Harnröhre. Bei Frauen betrifft der Ausfluss vor allem den Gebärmutterhals.

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Tripper wird durch Bakterien, die Gonokokken, verursacht.
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Gonorrhoe (auch: Gonorrhö) gehört zusammen mit HPV-, Chlamydien- und der Trichomonaden-Infektionen zu den häufigsten STI: Ungefähr 62 Millionen Neuerkrankungen werden jährlich weltweit angenommen.

Die zehn häufigsten Geschlechtskrankheiten

Zu den Hauptbetroffenen gehören Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern und Männer, die Sex mit Männern haben. Bis zum Jahr 2000 gehörte Gonorrhoe in Deutschland noch zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Zu dieser Zeit wurden in Deutschland ungefähr 3.000 Erkrankungsfälle pro Jahr gemeldet.

Allerdings wird angenommen, dass aufgrund einer nachlässigen Meldepraxis nur etwa zehn bis 20 Prozent der Gonorrhoe-Fälle erfasst wurden. Die tatsächliche Zahl von Gonokokken-Infektionen könnte bis zu zehn Mal höher gelegen haben. Diese Vermutung wird durch Erkrankungszahlen aus anderen europäischen Ländern gestützt.

Tripper-Erkrankungen nehmen wieder zu

In jüngster Zeit wurde ein erneuter Anstieg der Gonorrhoe-Erkrankungen (und anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen) registriert, wobei homosexuelle Männer besonders betroffen zu sein scheinen. Die Zunahme geht vermutlich darauf zurück, dass HIV insbesondere unter jungen Erwachsenen zunehmend als behandelbare, nicht zwingend tödliche Infektion angesehen wird. Diese Einstellung scheint zu einer teilweisen Abkehr von Safer-Sex-Praktiken und zu höherer Risikobereitschaft bei Sexualkontakten zu führen.

Tripper-Symptome: Diese Anzeichen sprechen für Gonorrhoe

Die Gonorrhoe äußert sich bei Männern und Frauen unterschiedlich. Die meisten bleiben völlig beschwerdefrei, können aber dennoch ansteckend sein und die Krankheit auf Kontaktpersonen übertragen. Auch Verläufe mit geringen Beschwerden kommen vor. Sie werden vielfach erst durch die Erkrankung einer Kontaktperson entdeckt.

Die ersten Symptome des Tripper treten meistens zwei bis drei Tage, manchmal auch zehn Tage, nach der ursächlichen Infektion mit Gonokokken in Form von Schmerzen beim Wasserlassen und einem milchig-eitrigen Ausfluss auf. Dies kann bedeuten, dass Infizierte den Tripper unwissentlich an Sexualpartner weitergeben. Zum anderen bleibt die Gonorrhoe oftmals unbehandelt, was chronische Krankheitsverläufe, schwere Entzündungen der Geschlechtsorgane und irreparable Schäden wie etwa Unfruchtbarkeit verursachen kann.

Tripper-Anzeichen bei Frauen

Charakteristisch ist eine eitrige Entzündung des Gebärmutterhalses und/oder der Harnröhre, die jedoch gewöhnlich keine oder nur geringe Beschwerden verursacht. Bei 35 Prozent der Frauen ist zusätzlich der Enddarm, bei fünf Prozent ausschließlich der Enddarm befallen.

Da die Gonokokken in die Bauchhöhle der Frauen vordringen können gehören Entzündungen der Gebärmutter, der Eileiter, der Eierstöcke sowie der Region um den Blinddarm oder der gesamten Beckenregion zu den häufigeren Komplikationen der Erkrankung. In der Folge können Frühgeburten oder eine unumkehrbare Sterilität aufgrund einer Verklebung der Eileiter auftreten.

Tripper-Symptome bei Männern

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Kondome können vor der Ansteckung mit Tripper schützen.
Getty Images/BananaStock RF

Typisch für Männer ist eine eitrige Entzündung der Harnröhre, die zu brennenden Schmerzen beim Wasserlassen führt. Die Entzündung kann zudem auf die Vorsteherdrüse (Prostata), den Nebenhoden und weitere Drüsen des männlichen Sexualtraktes übergreifen. Verklebungen des Samenleiters können zu Sterilität führen.

Je nach Übertragungsweg finden sich Gonokokken-Infektionen im Enddarm sowie in Mund und Rachen.

Gonorrhoe bei Kindern

Infektionen sind sowohl unter der Geburt durch eine infizierte Mutter als auch durch sexuellen Missbrauch möglich.

Als Gonoblenorrhoe (Conjunctivitis gonorrhoica) wird die eitrige Entzündung der Augenbindehaut von Neugeborenen bezeichnet. Vor Einführung der so genannten Credéschen Prophylaxe (Gabe von einigen Tropfen einprozentiger Silbernitratlösung in die beiden Bindehautsäcke der Neugeborenen) führte diese Infektion zur Erblindung von etwa einem Drittel der betroffenen Kinder.

Infektion mit Gonokokken ist die Ursache des Trippers

Gonorrhoe ist hochansteckend: Bereits bei gegenseitiger Selbstbefriedigung können Gonokokken übertragen werden. Ansteckend sind der oft eitrige Ausfluss aus Scheide, Penis oder Po, sowie die von Gonokokken besiedelten Schleimhäute. Entsprechend der jeweiligen Sexualpraktik können neben Harnröhre oder Gebärmutterhals auch Rachen, Mund oder Enddarm betroffen sein.

Die Übertragung der Erreger findet auf drei Wegen statt: Der Ausfluss gelangt auf gesunde Schleimhäute, infizierte Schleimhäute kommen direkt mit gesunden Schleimhäuten in Berührung oder die Gonokokken werden beim Sex über Finger und Hände auf die gesunden Schleimhäute per Schmierinfektion übertragen.

Da die Gonokokken ohne menschliche Schleimhäute nicht lange ansteckend sind, findet eine Übertragung etwa über gemeinsam genutzte Toilettensitze nicht statt.

Über folgende Übertragungswege verbreiten sich Gonokokken:

  • gemeinsam genutzte Sexspielzeuge

  • Geschlechtsverkehr ohne Kondom

  • ungeschützter Oralverkehr

Tripper-Diagnose: So stellt Ihr Arzt die Gonorrhoe fest

Die Gonorrhoe wird durch den Nachweis von Gonokokken im Ausflusssekret diagnostiziert. Dazu wird ein Abstrich der infizierten Region (zumeist der männlichen Harnröhre bzw. des Gebärmutterhalses der Frau) vorgenommen.

Unter dem Mikroskop kann der Arzt Gonokokken an ihrem typischen Aussehen erkennen und daraufhin eine Behandlung einleiten. In Zweifelsfällen lässt sich die Diagnose durch spezielle Labortests oder durch Vermehrung der Erreger auf bestimmten Nährmedien sichern.

Therapie: Behandlungsoptionen bei Tripper

Gonorrhoe wird durch Gabe eines Antibiotikums behandelt. Da die Infektion sehr ansteckend ist, sollten nach Möglichkeit sowohl die Infizierten selbst als auch deren Sexualpartner behandelt werden, auch wenn diese keine Beschwerden aufweisen.

Bei unkompliziertem Verlauf genügt eine einzige Spritze, um die Infektion binnen weniger Tage zu beseitigen. Genügt diese erste Behandlung nicht, stehen alternative Antibiotika oder Antibiotika-Kombinationen zur Verfügung.

Frühzeitige Tripper-Behandlung erhält die Fruchtbarkeit

Erfolgt die Behandlung frühzeitig nach der Infektion, heilt die Krankheit folgenlos ab. Bei vorangegangener dauerhafter Infektion kann trotz erfolgreicher Therapie eine irreversible Sterilität zurückbleiben, die bei Kinderwunsch eine In-vitro-Fertilisation unumgänglich macht.

Verlauf und Stadien der Gonorrhoe

Unbehandelt kann eine Gonorrhoe auf andere Organe übergreifen und zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Sind beim Mann die Erreger in die Harnröhre und die Vorsteherdrüse eingedrungen, ist ein Übergreifen auf Hoden und Nebenhoden möglich. Oft schwellen dann die Lymphknoten der Leistengegend schmerzhaft an.

Bei der Frau kann die Infektion auf den Gebärmutterhals übergreifen. Werden auch die Eileiter und Eierstöcke in Mitleidenschaft gezogen, führt dies meist zu hohem Fieber und starken Unterleibschmerzen.

Symptomloser Tripper kann Spätfolgen nach sich ziehen

Da eine Gonorrhoe bei beiden Geschlechtern häufig ohne Symptome auftritt, können die Erreger in späteren Stadien Fieberschübe, Hautausschläge und Gelenkbeschwerden verursachen. Je nachdem, wo die Erreger zuerst in den Körper eingedrungen sind, kommt es auch zu einer Rachen- oder Mastdarmentzündung.

Zu den möglichen Spätfolgen einer unbehandelten Gonorrhoe zählt sowohl bei der Frau als auch beim Mann die Unfruchtbarkeit.

Tripper vorbeugen: So schützen Sie sich vor Gonorrhoe

Bei häufig wechselnden Sexualpartnern ist grundsätzlich der Gebrauch von Kondomen angeraten, um Gonorrhoe (Tripper) vorzubeugen. Auch bei Fellatio und Cunnilingus (Mundverkehr) empfiehlt sich die Verwendung von Kondomen beziehungsweise speziellen Latextüchern.

Bei bestehenden Infektionen ist es wichtig, den direkten Kontakt mit den Schleimhäuten im genital-analen Bereich zu vermeiden. Im Allgemeinen wird Infizierten jedoch empfohlen, so lange auf sexuellen Verkehr zu verzichten, bis die Erkrankung vollständig ausgeheilt ist.

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Infektions- und Reisemedizin
    tripper oder harnwegsinfektion?
    05.08.2014 | 11:13 Uhr

    Hallo, Ist es möglich sich mit einem Tripper angesteckt zu haben, und sich dieser erst...   mehr...

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