Appetitlosigkeit
Appetitlosigkeit kann viele Ursachen haben. Psychische Faktoren aber auch Infekte oder Magen-Darm-Erkrankungen können eine Rolle spielen. Was Sie darüber wissen müssen
Appetitlosigkeit ist ein Symptom, das zahlreiche Ursachen haben kann. So steht mangelnder Appetit besonders häufig in Verbindung mit psychisch belastenden Situationen. Stress im Job, Probleme in der Beziehung oder ähnliches können sich schnell negativ auf unsere Lust am Essen auswirken. Auch im Alter ist mangelnder Appetit und auch ein vermindertes Durstgefühl keine Seltenheit.
Allerdings kann anhaltende Appetitlosigkeit und gegebenfalls damit einhergehender, unerwünschter Gewichtsverlust auch krankheitsbedingt sein. So kommen als Auslöser beispielsweise Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, akute Infekte oder Parasitenbefall sowie psychische Erkrankungen wie eine Depression in Frage. Experten weisen in Zusammenhang mit Appetitlosigkeit auch auf einen möglichen Mangel an bestimmten Vitaminen hin. So kann beispielsweise ein Vitamin C Mangel grundsätzlich ebenfalls mit Appetitlosigkeit einhergehen. Auch bestimmte Medikamente können Appetitlosigkeit in ihrem Nebenwirkungsprofil aufweisen.
Grundsätzlich gilt: Bei anhaltender oder auch unerklärlicher Appetitlosigkeit und gerade auch bei starkem Gewichtsverlust ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen abklären zu lassen und so gezielt gegensteuern zu können. Das gilt insbesondere auch dann, wenn Sie eine plötzliche Abneigung gegen bestimmte Speisen wie beispielsweise Fleisch verspüren oder gleichzeitig weitere Symptome wie Bauchschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit oder Abgeschlagenheit an sich beobachten.
Ursachen für schlechten Appetit
Ein Symptom – zahlreiche Ursachen. Gerade bei Appetitlosigkeit ist die Ursachenforschung mitunter schwierig, denn für Appetitlosigkeit gibt es zahlreiche in Frage kommende Auslöser. In erster Linie sind hier psychische Faktoren zu nennen, doch auch zugrunde liegende Erkrankungen, Medikamente oder ein Vitaminmangel kann in Betracht gezogen werden.
Hier einige der möglichen Auslöser für Appetitlosigkeit im Überblick:
Psychische Einflüsse beziehungsweise psychische Erkrankungen
Einfach keinen Appetit – gerade in psychisch belastenden Situationen ist das keine Seltenheit. Der Druck in der Arbeit ist mal wieder zu groß, alle Aufgaben sollten am besten gleichzeitig erledigt werden? Dann bleibt der Genuss am Essen häufig auf der Strecke. Dasselbe gilt natürlich im privaten Bereich. Probleme in der Beziehung? Liebeskummer? Auch das schlägt uns häufig auf den Appetit – nicht umsonst heißt es „Liebe geht durch den Magen“.
Die Lust am Essen kann auch im Zuge ernstzunehmender, psychischer Erkrankungen verloren gehen. Das gilt beispielsweise für eine Depression (Appetitlosigkeit in Verbindung mit Antriebslosigkeit, Konzentrationsproblemen, trauriger Stimmung, häufig Schlafstörungen) ebenso wie beispielsweise für eine Magersucht (Appetitlosigkeit, bewusste Verweigerung der Nahrungsaufnahme, Angst vor Gewichtszunahme).
Magen-Darm-Erkrankungen, Infekte und weitere Faktoren
Appetitlosigkeit ist ein Symptom, das grundsätzlich in Verbindung mit unterschiedlichen Krankheitsbildern stehen kann. In erster Linie sind hier Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt sowie akute Magen-Darm-Infekte zu nennen. Nierenkrankheiten oder Stoffwechselstörungen als auch Vitaminmangel-Zustände (Vitamin B, Vitamin C) können ebenfalls mit Appetitlosigkeit einhergehen. Nicht zuletzt kann Appetitlosigkeit auch mit dem übermäßigen Konsum von Alkohol und Nikotin zusammenhängen.
Magen-Erkrankungen in Verbindung mit Appetitlosigkeit (Beispiele):
- Reizdarm-Syndrom : Symptome sind zum Beispiel Appetitlosigkeit, Aufstoßen, Schmerzen im Oberbrauch, Völlegefühl, mitunter auch Übelkeit, Erbrechen und Blähungen.
- Gastritis: Magenschleimhautentzündung: Mögliche Symptome sind Appetitlosigkeit, Schmerzen im Oberbauch, Aufstoßen, Übelkeit oder Erbrechen.
- Magengeschwür : Mögliche Symptome sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen oder Bluterbrechen und Teerstuhl.
- Magenkrebs: Mögliche Symptome sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Druck- und Völlegefühl, neu auftretende Abneigung gegen Fleisch oder Alkohol, Abgeschlagenheit, Brechreiz.
Darm-Erkrankungen beziehungsweise Parasitenbefall im Darmbereich in Verbindung mit Appetitlosigkeit (Beispiele):
- Reizdarm: Mögliche Symptome sind Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung/ Durchfall, Bauchkrämpfe.
- (Appendizitis): Typisch sind akute, sich rasch verstärkende Bauchschmerzen, zunächst im gesamten Bauchraum, dann im rechten Unterbauch (Druckschmerz!); Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, mitunter Fieber.
- Zöliakie (Sprue) (Nahrungsmittelunverträglichkeit gegenüber Gluten), häufig bereits bei Kleinkindern. Typisch sind Durchfälle, aufgetriebener Bauch, Appetitlosigkeit, Fettstühle, diffuse Bauchschmerzen.
- Zwölffingerdarmgeschwür: Gewichtsverlust in Kombination mit Appetitlosigkeit, Schmerzen im Oberbauch und im rechten Mittelbauch; Besserung der Schmerzen nach dem Essen; Übelkeit und Erbrechen; mitunter Bluterbrechen, Teerstuhl.
- Infektion mit Parasiten; zum Beispiel Bandwurmbefall: Typisch ist Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, teils allerdings Heißhunger, Schwäche, mäßige Bauchschmerzen; teils Erbrechen und Hautausschlag.
Weitere, mögliche Ursachen für Appetitlosigkeit (Beispiele)
- Altersbedingte Appetitlosigkeit
- Appetitlosigkeit als Nebenwirkung bestimmter Medikamente oder Therapien (z.B. Antibiotika oder auch Chemotherapie)
- Akute oder chronische Infekte unterschiedlicher Art
- Hepatitis A, Hepatitis B
- Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gallenblasenentzündung
- Niereninsuffizienz, chronische
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Stoffwechselentgleisung bei Diabetes mellitus (Ketoazidose)
Diagnose: Besser vom Arzt klären lassen
Sollte Appetitlosigkeit ohne ersichtliche Ursache (zum Beispiel Stress) auftreten oder mit weiteren Symptomen (etwa Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit) einhergehen oder auch über einen längeren Zeitraum anhalten, gilt es zur Abklärung der Diagnose einen Arzt aufzusuchen.
An erster Stelle wird hier zunächst ein ausführliches Anamnese-Gespräch stehen. Der Arzt benötigt möglichst umfassende Informationen – zum Beispiel:
- Seit wann hält die Appetitlosigkeit an?
- Wie viel Gewicht wurde bereits verloren? Ist eine Gewichtsabnahme erwünscht?
- Wie sieht die berufliche und private Situation aus – herrscht derzeit starke Belastung?
- Wie sieht die Ernährung aus?
- Wird die Appetitlosigkeit von zusätzlichen Symptomen begleitet?
- Liegen bekannte Grunderkrankungen vor?
- Werden bestimmte Medikamente eingenommen?
Je nachdem, in welche Richtung der erste Verdacht geht, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Zum Beispiel:
- Erhebung unterschiedlicher Laborwerte (z.B. mittels Blutuntersuchung)
- Blut- und/ oder Stuhlprobe
- Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeit
- Ultraschalluntersuchung
- Computertomographie
- Röntgenuntersuchung
- Magenspiegelung
- Darmspiegelung
Therapie: Fehlenden Appetit richtig behandeln
Die Behandlung von Appetitlosigkeit richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Steht eine Grunderkrankung wie eine Gastritis: Magenschleimhautentzündung hinter dem mangelnden Appetit, gilt es entsprechend, diese Erkrankung gemäß den gängigen Behandlungsstandards zu behandeln.
Ist die Appetitlosigkeit eher psychischer Natur (zum Beispiel bei Depressionen oder ) kann gegebenenfalls eine Psychotherapie (möglicherweise in Verbindung mit einer medikamentösen Behandlung) das Mittel der Wahl sein.
Tritt Appetitlosigkeit als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auf, kann der Wechsel zu einem anderen Präparat den Appetit wieder zurückbringen. Hier gilt es, den Medikamentenwechsel gemeinsam mit dem behandelnden Arzt zu planen und durchzuführen.
Mitunter kann es bereits hilfreich sein, den eigenen Lebens- und Ernährungsstil zu hinterfragen und gegebennfalls anzupassen. Hier einige Möglichkeiten, um dem Appetit wieder mehr Raum zu verschaffen.
- Essen als Genuss entdecken (Kochen mit Freunden; sich Zeit nehmen zum Essen; bewusst Neues entdecken bzw. häufige Zubereitung von Lieblings-Gerichten, appetitliche Zubereitung, etc.)
- Besser mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt als drei große, feststehende Mahlzeiten
- Vermeidung von Getränken mit Kohlensäure vor dem Essen (Sättigungsgefühl); besser: Grapefruitsaft vor dem Essen (Appetitanregung)
- Vermeidung von Alkohol und Nikotin
- Beachtung individueller Verträglichkeit von Nahrungsmitteln
- Vermeidung von stark gewürzten, sehr scharfen oder auch blähenden Speisen
- Vermeidung von Essensgerüchen in der Wohnung (gut lüften!)
- Bewegung an der frischen Luft
- Stress-Abbau zum Beispiel mittels Yoga oder Meditation
Wer den Appetit gezielt anregen möchte, kann darüber hinaus auch auf unterschiedliche Präparate, Kräuter oder auch Teesorten zurückgreifen. Hier einige bewährte Mittel zur Appetitsteigerung:
- Kräuter wie Basilikum, Thymian, Curry oder Ingwer
- Pflanzliche Wirkstoffe (zum Beispiel in Tees) wie Enzian, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut oder Wermut, Codurango-Rinde, Melisse, Pfefferminze
- Präparate auf Basis von Ketotifen oder auch Gestagenen
- Homöopathische Mittel wie Acidum phospohoricum D 12 oder China D 6
Wie die Behandlung von Appetitlosigkeit im individuellen Fall aussehen sollte, gilt es mit dem behandelnden Arzt abzustimmen.
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