Beschwerden beim Altersherz

Herzinsuffizienz: Symptome, Therapie und Ursachen der Herzschwäche

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Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von Symptomen, die damit zusammenhängen, dass Gehirn, Muskeln und Organe aufgrund nachlassender Leistung des Herzens nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.

Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Atemnot gehört zu den typischen Symptomen der Herzinsuffizienz.
© iStock.com/avemario

Bei einer Herzinsuffizienz (auch Herzschwäche, Herzmuskelschwäche oder im Volksmund gern Altersherz genannt) ist das Herz nicht mehr in der Lage, Gehirn, die Muskeln, die Körperorgane und die Haut mit ausreichend Blut und somit Sauerstoff zu versorgen. Herzschwäche ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Anhäufung von Symptomen. Leistungsschwäche und Luftnot bei geringen Belastungen sind oftmals erste Anzeichen für eine Herzinsuffizienz.

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Formen der Herzinsuffizienz

Abhängig vom zeitlichen Verlauf werden die akute und die chronische Herzinsuffizienz unterschieden. Erstere kann durch verschiedene Erkrankungen wie einem Herzinfarkt, einer Herzmuskelerkrankung oder einem schweren Herzklappenfehler ausgelöst werden. Der Erkrankte leidet plötzlich an Luftnot und einem Druckgefühl auf der Brust.

Der Arzt kann eine akute Herzinsuffizienz meist schnell durch charakteristische Lungengeräusche diagnostizieren. Die augenblickliche Situation wird dann behandelt. Im Anschluss steht die Ursache der akuten Herzinsuffizienz bei der Therapie im Vordergrund.

Eine chronische Herzinsuffizienz kann durch alle Erkrankungen des Herzens ausgelöst werden. Über Monate oder Jahre verschlechtert sich die Leistungsfähigkeit des Herzens. Die anfänglichen Symptome wie Luftnot, Schwellungen an den Füßen und Beinen sowie Leistungsschwäche entwickeln sich langsam und werden oft zunächst gar nicht wahrgenommen.

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Unterscheidung der Herzschwäche nach Schweregraden

Der Schweregrad der Herzinsuffizienz wird in NYHA-Stadien (New York Heart Association) eingeteilt.

  • NYHA I: keine Beschwerden
  • NYHA II: Beschwerden bei starker körperlicher Belastung
  • NYHA III: Beschwerden bei geringer körperlicher Belastung
  • NYHA IV: Beschwerden bereits in Ruhe, die bei körperlicher Belastung verstärkt werden

Zu unterscheiden sind außerdem die Rechtsherzinsuffizienz, bei der die Muskelkraft der rechten Herzkammer vermindert ist, die Linksherzinsuffizienz, welche die linke Herzkammer betrifft, und die globale Herzinsuffizienz, bei der beide Herzkammern eingeschränkt sind.

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Häufigkeit der Herzinsuffizienz

Die Herzschwäche ist in den westlichen Industrienationen sehr verbreitet. In Deutschland sind mehr als 1,3 Millionen Menschen betroffen, in Europa mehr als 6,5 Millionen Menschen. Die Häufigkeit der Herzschwäche steigt mit dem Alter. Männer leiden häufiger als Frauen an einer Herzinsuffizienz, da sie vermehrt von der Koronaren Herzkrankheit (KHK), der häufigsten Ursache der Herzinsuffizienz, betroffen sind.

Ist das Altersherz normal oder krankhaft?

Der umgangssprachliche Begriff "Altersherz" für die Herzinsuffizienz ist dabei übrigens irreführend: Viele Betroffene missdeuten die Abnahme ihrer Leistungsfähigkeit als normale Alterserscheinung, obwohl die zugrunde liegende Herzinsuffizienz behandlungsbedürftig und darüber hinaus gut therapierbar ist.


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Was ist ein Herzschrittmacher und wie funktioniert er?

Ein Herzschrittmacher ist ein kleines Gerät, das der Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) dient. Der Herzschrittmacher wird unter die Haut etwa auf Brusthöhe eingesetzt, er liegt oft unter dem Schlüsselbein.

Ein Schrittmacher wird vor allem notwendig, wenn der Herzschlag dauerhaft verlangsamt ist (Bradykardie), wodurch die ausreichende Versorgung der Körperzellen mit sauerstoffreichem Blut nicht mehr gewährleistet ist.

Kommt es hingegen zu Herzrhythmusstörungen mit einer erhöhten Herzfrequenz wie Kammerflimmern, hilft ein Herzschrittmacher nicht. Dann kann oftmals ein kleiner Defibrillator (Implantierbarer Cardioverter Defibrillator, ICD) eingesetzt werden: Er erkennt ein Herzrasen und schockt das Herz kurz, sodass sich wieder ein geregelter Herzschlag einstellen kann.

Wie arbeitet das gesunde Herz?

Das menschliche Herz zieht sich in Ruhe pro Minute etwa 70 Mal zusammen und pumpt dabei Blut durch den Kreislauf. Die Herzkontraktion wird durch einen elektrischen Impuls ausgelöst, der von dem natürlichen Impulsgeber (Schrittmacher) des Herzens, dem Sinusknoten, erzeugt wird.

Der vom Sinusknoten erzeugte Impuls breitet sich über bestimmte Reizleitungsbahnen über das Herz aus – und zwar zunächst über die beiden Vorhöfe, die sich dann zusammenziehen und so das Blut in die beiden Herzkammern pressen. Anschließend wird der Impuls im sogenannten AV-Knoten, einer Zellgruppe, die im Grenzbereich zwischen Vorhöfen und Herzkammern liegt, auf die Kammern übertragen.

So funktioniert ein Herzschrittmacher

Ein Herzschrittmacher gibt elektrische Impulse an das Herz ab und stimuliert so einen regelmäßigen Herzschlag. Für eine zielgerichtete Stimulation ist zunächst eine ständige Kontrolle des Herzrhythmus notwendig. Der Takt des Herzens wird über vom Schrittmacher ausgehende Sonden (Elektroden) gemessen.

Im Falle eines verlangsamten Herzschlags wird ein Signal vom Impulsgenerator des Schrittmachers entsendet und über die Elektroden an das Herz weitergegeben. Dadurch wird eine stabile Herzfrequenz erreicht, sodass wieder ausreichend viel Blut in den Kreislauf befördert wird.

Fast alle Schrittmacher arbeiten heute im Bedarfsmodus (Demand-Schrittmacher). Sie können die elektrischen Impulse von spontanen Herzaktionen erkennen und schalten in diesem Fall in Sekundenbruchteilen in einen Wartemodus. Erst bei Ausbleiben von Herzaktionen gibt der Schrittmacher dann wieder Impulse an das Herz ab.

Wann wird ein Herschrittmacher eingesetzt?

Wird das Reizleitungssystem des Herzens gestört, kommt es zu Herzrhythmusstörungen, die je nach Ausprägung lebensbedrohlich werden können. Während einige Arrhythmien gut auf Medikamente ansprechen, lassen sich Bradykardien besser durch einen Herzschrittmacher behandeln. Der langsame Herzrhyhthmus kann viele Ursachen haben, darunter:

  • Erkrankungen des Sinusknoten (Syndrom des kranken Sinusknoten)
  • AV-Block
  • Schädigung des Reizweiterleitungssystems nach Herzinfarkt
  • unregelmäßiger, langsamer Herzschlag infolge von Vorhofflimmern (Bradyarrhythmia absoluta)

Derartige bradykarde Herzrhythmusstörungen können sich durch Ohnmachtsanfälle (Synkope), Schwindel, Leistungseinbußen und Atemnot äußern. Ein Herzschrittmacher kann die Beschwerden lindern.

Arten von Herzschrittmachern

Für die verschiedenen Herzrhythmusstörungen stehen unterschiedliche Typen von Schrittmachern zur Verfügung. Einige kommen mit einer Elektrode aus, andere benötigen zwei. Es gibt zwei generelle Unterschiede zwischen den Systemen:

  • Einkammer-Systeme: Diese Art von Schrittmacher gibt ihre Impulse lediglich in der rechten Kammer (Ventrikel) oder im rechten Vorhof (Atrium) mittels einer Sonde ab. Einkammerschrittmacher eignen sich etwa zur Behandlung eines kranken Sinusknotens.

  • Zweikammer-Systeme: Zweikammerschrittmacher verfügen über zwei Elektroden. Eine endet im rechten Vorhof, die andere in der rechten Herzkammer. Sie kommen mitunter bei einem AV-Block zum Einsatz.

Daneben gibt es biventrikuläre Schrittmacher, die sowohl die linke als auch die rechte Herzkammer stimulieren. Sie können bei einer Herzschwäche sinnvoll sein, wenn die Kammern sich nicht mehr richtig zusammenziehen und deshalb zu wenig Blut in den Körper pumpen.

Herzschrittmacher-OP: Wie wird der Taktgeber eingesetzt?

Die Implantation eines Schrittmachers ist ein relativ einfacher und minimalinvasiver Eingriff. Für die Operation ist keine Vollnarkose nötig, sie wird auch nicht am offenen Herzen durchgeführt. In der Regel werden nur leichte Beruhigungsmittel sowie eine örtliche Betäubung verabreicht. Die ganze Operation dauert nicht länger als eine Stunde.

Die Sonden des Schrittmachers werden unterhalb des Schlüsselbein über ein Blutgefäß bis zum Herz geschoben und an den vorgesehenen Stellen platziert. Mittels Röntgenbildern kann während der OP kontrolliert werden, ob die Sonde korrekt sitzt. Anschließend wird die Sonde mit dem Herzschrittmacher-Aggregat verbunden und überprüft, ob die elektrischen Impulse korrekt übermittelt werden.

Das eigentliche Steuergerät ist meist nierenförmig und kaum größer als eine Streichholzschachtel. Es enthält die Batterien sowie die Steuerelektronik, das Gehäuse besteht aus Titan. Der Schrittmacher wird in einer vorbereiteten Gewebetasche zwischen die Brustmuskeln positioniert.

Welche Risiken und Komplikationen sind bei der Implantation möglich?

Komplikationen sind selten, können aber wie bei jeder Operation auftreten. Dazu gehören:

  • vermehrte Blutungen
  • Verletzungen von Nerven und Blutgefäßen
  • Thrombosen (Blutgerinnsel)
  • Infektionen des Operationsgebietes

Sehr selten sind Verletzungen des Rippenfells oder der Lunge.

Zur Vorbeugung von Komplikationen stehen Patient*innen nach der Operation noch einige Zeit unter stationärer Beobachtung im Krankenhaus. Am Tag nach dem Eingriff werden die OP-Wunde und der Herzschrittmacher noch einmal überprüft. Dann darf man die Klinik verlassen.

Die Operationsnarbe ist nach etwa zehn bis vierzehn Tagen verheilt, Wundschmerz tritt nur in den ersten Tagen auf. Bis dahin sollte die Seite nicht übermäßig belastet und der Arm nicht über Brusthöhe gehoben werden.

Herzschrittmacher und Herz müssen regelmäßig überprüft werden

Nach dem Eingriff sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei einem*einer Kardiologen*Kardiologin notwendig. Die Funktion des Schrittmachers wird in der Regel halbjährlich bis jährlich überprüft. Dabei wird der Herzschlag mittels Elektrokardiogramm (EKG) überprüft. Zusätzlich kann die Batterieladung und -funktion über ein telemetrisches Verfahren abgefragt werden. Dies bedeutet Sicherheit für einen regulären und rechtzeitigen Austausch der Batterie.

Die heutigen Herzschrittmacher-Batterien haben eine durchschnittliche Lebensdauer zwischen fünf und 15 Jahren. Danach muss der Generator ausgetauscht werden. Die Sonde kann, wenn sie weiterhin gute elektrische Messwerte zeigt, in der Regel belassen werden.

Herzschrittmacher im Alltag: Worauf achten?

Herzschrittmacher ermöglichen den Betroffenen bereits kurze Zeit nach der Implantation wieder, ein weitgehend normales Leben zu führen. Betroffene bekommen einen Ausweis, den sie immer mitführen sollten. Er enthält Informationen zur Person, zu den Einstellungen des Schrittmachers sowie dem implantierten Gerät selbst.

Da der Schrittmacher praktisch direkt unter der Haut sitzt, sollte auf das Tragen schwerer Taschen, deren Gurt an der Implantationsstelle scheuern könnte, verzichtet werden. Der Sicherheitsgurt im Auto kann den Schrittmacher nicht beschädigen.

Weitere Hinweise zum Leben mit einem Herzschrittmacher:

  • Sport: Körperliche Belastung und Aktivität sind grundsätzlich gesund. Um eine Überlastung zu vermeiden sollte das Sportprogramm ärztlich abgesprochen werden. Erlaubt ist alles, was nicht zu anhaltender Atemnot führt. Auch Sex ist mit Schrittmacher erlaubt. Allgemein zu empfehlen sind Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Walking, Wandern oder Skilanglauf.

  • Reisen: Auf Flugreisen sollte bei der Flughafenkontrolle der Schrittmacher-Ausweis vorgezeigt werden. Von einer Untersuchung mithilfe des Metalldetektors wird dann abgesehen, betroffene Passagiere werden abgetastet.

  • Mobilfunk: Handys und Smartphones sollten nicht in der Brusttasche auf Seite des Schrittmachers getragen werden.

  • Sonstige Elektrogeräte: Moderne Herzschrittmacher arbeiten sehr präzise, durch die Bauweise und das Material sind sie vor äußeren Einflüssen sowie vor elektrischen Geräten gut geschützt. Unbedenklich ist der Gebrauch vieler Alltagsgegenstände wie Rasierer, Haartrockner, Toaster oder Wasserkocher. Mikrowellengeräte sind ungefährlich, sofern man sich bei laufendem Betrieb nicht direkt über das Gerät beugt. Bei Induktionsherden ist ein Abstand von rund 25 Zentimeter einzuhalten. Bei Körperfettwaagen ist Vorsicht geboten, die Verwendung sollte vorher ärztlich abgeklärt werden.

  • Industriemaschinen: Meiden sollten Patient*innen die unmittelbare Nähe von starken Drehstrommotoren, Elektroschweißgeräten oder großen elektrischen Anlagen, Kraftwerken, Radar- und Fernmeldeanlagen. Arbeitet jemand mit entsprechenden Geräten, die starke magnetische Felder erzeugen, ist ärztlicher Rat einzuholen. So kann eine mögliche Störung des Geräts verhindert werden.

  • Medizinische Geräte: Eine Magnetresonanztomografie (MRT) wird bei Vorhandensein eines Herzschrittmachers nur in Ausnahmefällen und unter Aufsicht durchgeführt, um kein Risiko durch das erzeugte Magnetfeld einzugehen. Inzwischen gibt es MRT-fähige Herzschrittmacher, die sich nicht von einem MRT-Gerät beeinflussen lassen.

Herzschrittmacher: Alkohol und Nikotin

Der Genuss von Alkohol und Nikotin ist nach dem Einsatz eines Herzschrittmachers nicht explizit untersagt. Allerdings sollten Menschen mit dem Gerät auf einen herzgesunden Lebensstil achten und das ohnehin vorbelastete Organ möglichst nicht weiter schädigen. Tabakkonsum verengt die Gefäße und kann zu Bluthochdruck führen und einen (erneuten) Herzinfarkt begünstigen. Alkohol erhöht nachweislich schon in geringen Mengen das Risiko für Vorhofflimmern und belastet ebenfalls den gesamten Organismus.

Herzschrittmacher: Lebenserwartung nach der OP

Die Lebenserwartung nach Implantation eines Herzschrittmachers ist abhängig von der jeweiligen Vorerkrankung und dem allgemeinen Gesundheitszustand. In vielen Fällen ist die Lebenserwartung vergleichbar mit gesunden Menschen ohne dem Gerät. Liegen bradykarde Herzrhythmusstörungen vor, erhöht der Schrittmacher die Lebenserwartung deutlich.

Herzinsuffizienz: Diese Symptome verraten das "Altersherz"

Bei einer akuten Herzschwäche treten plötzlich stark ausgeprägte Beschwerden wie Luftnot und Druckgefühl auf der Brust auf. Eine chronische Herzinsuffizienz kann keine, geringe oder ausgeprägte Beschwerden wie Luftnot und Leistungsschwäche hervorrufen.

Bei den Symptomen der Herzinsuffizienz ist zu unterscheiden zwischen akuter und chronischer Verlaufsform. Während sich die akute Herzschwäche mit plötzlich stark ausgeprägte Beschwerden wie Luftnot und Druckgefühl auf der Brust bemerkbar macht, entwickeln sich die Beschwerden bei einer chronischen Herzinsuffizienz oft schleichend, werden vom Erkrankten nicht wahrgenommen oder falsch bewertet.

Symptome der Herzschwäche anfangs nur unter Belastung

Zu Beginn äußert sich eine chronische Herzinsuffizienz nur bei starken Belastungen wie schnellem Rennen (NYHA II). Bei fortschreitender Herzschwäche leidet der Betroffene schon bei kleineren Anstrengungen wie Treppensteigen unter Luftnot und rascher Ermüdung  (NYHA III). Schließlich führt die ausgeprägte Muskelschwäche des Herzens zu einer Einschränkung jeder Alltagsaktivität, es kommt zu gesteigerter Müdigkeit. Viele Patienten können sich dann auch schlechter konzentrieren (NYHA VI).

Herzinsuffizienz: An diesen Symptomen erkennen Sie die Herzschwäche

Dr. Heart / Expertenteam

Die Symptome der Linksherzinsuffizienz und der Rechtsherzinsuffizienz unterscheiden sich darüber hinaus zum Teil erheblich.

Symptome der Linksherzinsuffizienz

Bei einer Herzmuskelschwäche der linken Herzkammer kommt es zu einem Rückstau von Blut in den Lungenkreislauf, da das Herz das Blut nicht ausreichend wegpumpen kann. In der Lunge können sich Ödeme (Wassereinlagerungen) bilden. Es kommt verstärkt zu Luftnot, zunächst nur bei Anstrengung, später auch bei Ruhe. Die Betroffenen ermüden sehr schnell und leiden an Hustenreiz. Häufig ist beim Atmen Rasseln zu hören, das durch die angestaute Flüssigkeit in der Lunge entsteht.

Anzeichen der Rechtsherzinsuffizienz

Bei einer Herzmuskelschwäche der rechten Herzkammer staut sich das Blut vor der rechten Herzkammer. So kommt es zu einer Halsvenenstauung und einer gesteigerten venösen Blutfüllung verschiedener Organen. Der starke Blutfluss in die Leber kann eine Lebervergrößerung oder Wassersucht (Aszites) verursachen. Eine Blutstauung im Magen- oder Darmbereich kann Verdauungsbeschwerden mit Appetitstörungen und  hervorrufen.

Anzeichen für Herzschwäche - nächtliches Wasserlassen

Des Weiteren verursacht eine Rechtsherzinsuffizienz Wasseransammlungen im Bereich der Knöchel und Schienbeine. Zusätzlich kann das Gewicht steigen, ohne dass man mehr Kalorien zu sich nimmt. Das Wasser wird häufig nachts bei vermehrten Toilettengängen wieder ausgeschieden. Ständiger Wasserdrang nachts ist ein typisches Anzeichen von Herzinsuffizienz.

Herzinsuffizienz: Welche Ursachen stecken dahinter?

Hinter einer Herzinsuffizienz können verschiedene Herzerkrankungen stecken, aber auch weitere Faktoren wie Bluthochdruck oder eine ungesunde Lebensweise.

Alle Herzerkrankungen können Herzinsuffizienz hervorrufen. Die häufigste Ursache mit 60 bis 70 Prozent aller Fälle stellt die koronare Herzkrankheit (KHK) dar. Herzklappenfehler, von denen man früher meinte, sie seien Hauptursache einer Herzschwäche, treten als Ursache immer mehr in den Hintergrund.

Alkohol und Nikotin als Ursache der Herzschwäche

Neben der KHK stellt ein nicht oder unzureichend behandelter hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie) den größten Risikofaktor dar. Rund zehn Prozent der Herzinsuffizienzen werden durch die arterielle Hypertonie verursacht. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht (Adipositas), hohe Blutfettwerte (Hypercholesterinämie),Diabetes mellitus Diabetes und Nikotin sowie zu viel und regelmäßig Alkohol.

Diagnose der Herzinsuffizienz: Das wird beim Arzt untersucht

Zur Diagnose der Herzinsuffizienz stehen verschiedene Verfahren wie beispielsweise Echokardiographie, EKG oder Herzkatheteruntersuchung zur Verfügung.

Die Diagnose der Herzschwäche erfolgt zunächst durch ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden (Anamnese) mit dem Betroffenen. Die  Anzeichen Luftnot und Leistungsminderungen sind zwar typisch für eine Herzschwäche, können aber auch bei anderen Erkrankungen als Herzinsuffizienz auftreten. Klinische Untersuchungen geben den endgültigen Aufschluss über die Erkrankung.

Herztätigkeit auf dem Prüfstand

Mittels einer Echokardiografie (Ultraschall des Herzens) kann der Arzt den Herzmuskel, den Blutfluss im Herzen und die Pumpkraft des Herzens beurteilen. Im Verlauf der Diagnosestellung kann außerdem ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt werden, welches die Funktionsfähigkeit des Herzens aufzeichnet. Mit einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs lässt sich ein vergrößertes Herz erkennen, und Wasser in der Lunge werden sichtbar. Eine Computertomographie (CT) trägt wenig zur Früherkennung bei und ist daher kein Standardverfahren zur Diagnosestellung, kommt aber teilweise zum Einsatz. Häufig wird zusätzlich zur Diagnose ein Blutbild erstellt.

Die größten Risikofaktoren für Herzinfarkt

Der Herzkatheter bei der Diagnose von Herzinsuffizinenz

Eine Herzkatheteruntersuchung mit Darstellung der Herzkranzgefäße gibt Aufschluss über die Ursache der Herzinsuffizienz. Es kann nachgewiesen werden, ob die Herzschwäche durch eine Herzkranzgefäßverengung, eine Herzklappen- oder primäre Herzmuskelerkrankung hervorgerufen wurde.

Ist eine Herzinsuffizienz diagnostiziert, kommen zur Beobachtung während des Krankheitsverlaufs weitere Untersuchungen, zum Beispiel ein Belastungs-EKG.

Herzinsuffizienz-Therapie: Das hilft dem "Altersherz"

Bei der Therapie eines "Altersherzens" spielt die medikamentöse Behandlung eine wichtige Rolle. Daneben kommen auch operative Verfahren zum Einsatz. Verhaltensänderungen wie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol unterstützen die Therapie.

Ziel der Therapie einer Herzinsuffizienz ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern. Im Vordergrund steht, die auslösende Grunderkrankung der Herzschwäche zu erkennen und zu behandeln.

Bei der medikamentösen Therapie kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die das Herz stärken und entlasten sollen: Der Herzschlag wird reguliert, der Blutdruck wird optimal eingestellt, die Gefäße werden geweitet, die Wirkung bestimmter Hormone (wie Stresshormone) und die Blutmenge werden vermindert.

Vier Wirkstoffgruppen gegen Herzinsuffizienz

Eine Vielzahl von Medikamenten wird zur Therapie einer Herzinsuffizienz eingesetzt. Diese lassen sich in vier Wirkstoffgruppen einteilen:

Medikamente können nur einen Wirkstoff (Monopräparate) oder eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen (Kombinationspräparate) enthalten.

Medikamente gegen Herzschwäche

Diuretika bewirken, dass Salz und Wasser über die Nieren ausgeschieden werden und die Blutmenge verringert wird. Betablocker entlasten das Herz, indem sie bewirken, dass die Herzarbeit vermindert wird, der Blutdruck und die Herzfrequenz gesenkt werden. Hemmer des Angiotensin-Hormonsystems (ACE-Hemmer, AT-II-Antagonisten) führen zu einer Verbesserung der Herztätigkeit, indem sie ein Hormonsystem, welches Nieren und Gefäße beeinflusst, hemmen. Digitalispräparate unterstützen die Herzarbeit, senken die Herzschlagfrequenz und stärken die Herzkraft. Alle diese Wirkstoffe helfen also bei Herzinsuffizienz.

Weißdorn für die natürliche Therapie

Bei Herzschwäche stehen an pflanzlichen Arzneimitteln Präparate aus Weißdorn zur Verfügung. Die enthaltenen Flavonoide und Procynide erhöhen die Schlagkraft des Herzmuskels und senken den Bluthochdruck. In Studien wurde außerdem beobachtet, dass sich durch die Behandlung mit Weißdorn-Extrakt das psychische Befinden stabilisierte und die Lebensqualität der Patienten besserte, wenn das Präparat eine standardisierte, gleichbleibend hohe Qualität hatte und ausreichend dosiert wurde (900 mg pro Tag).

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Operationen gegen Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz kann neben der medikamentösen Therapie auch mit operativen Verfahren behandelt werden. Beispielsweise können ein bestimmter Herzschrittmacher oder ein implantierbarer Defibrillator zum Einsatz kommen. Schreitet die Herzschwäche trotz Therapie bedenklich fort, ist eine Herztransplantation ratsam.

Allgemeine Maßnahmen wie Nikotinverzicht, geringer Alkoholkonsum, abnehmen, Vermeiden körperlicher Überanstrengung und eine begrenzte Natriumaufnahme unterstützen die Therapie.

Herzinsuffizienz: Kann sich das Altersherz "zurückbilden"?

Der Verlauf einer Herzinsuffizienz hängt entscheidend von ihrer Ursache und vom Schweregrad ab. Eine gesunde Lebensweise unterstützt die Therapie.

Sind behebbare Schäden die Ursache der Herzschwäche, zum Beispiel eine viralbedingte Herzmuskelentzündung oder eine alkoholtoxische Herzmuskelschädigung, kann das Herz seine volle Funktionsfähigkeit zurückgewinnen. Bei anderen Ursachen muss damit gerechnet werden, dass die Herzschwäche fortschreitet.

Therapie und gesunde Lebensweise wichtig bei Herzinsuffizienz

Eine Therapie kann diesen Prozess jedoch verlangsamen. Die Lebensqualität kann stark beeinträchtigt sein. Insgesamt ist die Sterblichkeitsrate bei einer Herzinsuffizienz hoch. Ältere Menschen sind davon stärker betroffen als jüngere. Eine medikamentöse Behandlung wirkt lebensverlängernd. Darüber hinaus empfiehlt sich eine gesunde Lebensweise. Eine regelmäßige medizinische Kontrolle ist ratsam, um Herzinsuffizienz vorzubeugen.

Herzinsuffizienz vorbeugen: So schützen Sie sich vor einem Altersherz!

Die Vorbeugung einer Herzinsuffizienz besteht darin, auslösende Herzerkrankungen zu behandeln und das Herzu durch eine gesunde Lebensweise zu schützen.

Gesunde Lebensweise wichtigste Prävention

Zur Vorbeugung einer Herzinsuffizienz wird eine gesunde Lebensweise empfohlen. Dazu gehören eine ausgewogene Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, geringer Alkoholkonsum und Raucherentwöhnung. Da die Koronare Herzkrankheit (KHK): Symptome erkennen und frühzeitig handeln (KHK) die Hauptursache für eine Herzinsuffizienz darstellt, sollten die Risikofaktoren für diese Erkrankung gemieden werden.

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