Beschwerden beim Altersherz

Herzinsuffizienz: Symptome, Therapie und Ursachen der Herzschwäche

Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von Symptomen, die damit zusammenhängen, dass Gehirn, Muskeln und Organe aufgrund nachlassender Leistung des Herzens nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.

Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Atemnot gehört zu den typischen Symptomen der Herzinsuffizienz.

Bei einer Herzinsuffizienz (auch Herzschwäche, Herzmuskelschwäche oder im Volksmund gern Altersherz genannt) ist das Herz nicht mehr in der Lage, Gehirn, die Muskeln, die Körperorgane und die Haut mit ausreichend Blut und somit Sauerstoff zu versorgen. Herzschwäche ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Anhäufung von Symptomen. Leistungsschwäche und Luftnot bei geringen Belastungen sind oftmals erste Anzeichen für eine Herzinsuffizienz.

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Lifeline/Wochit

Formen der Herzinsuffizienz

Abhängig vom zeitlichen Verlauf werden die akute und die chronische Herzinsuffizienz unterschieden. Erstere kann durch verschiedene Erkrankungen wie einem Herzinfarkt, einer Herzmuskelerkrankung oder einem schweren Herzklappenfehler ausgelöst werden. Der Erkrankte leidet plötzlich an Luftnot und einem Druckgefühl auf der Brust.

Der Arzt kann eine akute Herzinsuffizienz meist schnell durch charakteristische Lungengeräusche diagnostizieren. Die augenblickliche Situation wird dann behandelt. Im Anschluss steht die Ursache der akuten Herzinsuffizienz bei der Therapie im Vordergrund.

Eine chronische Herzinsuffizienz kann durch alle Erkrankungen des Herzens ausgelöst werden. Über Monate oder Jahre verschlechtert sich die Leistungsfähigkeit des Herzens. Die anfänglichen Symptome wie Luftnot, Schwellungen an den Füßen und Beinen sowie Leistungsschwäche entwickeln sich langsam und werden oft zunächst gar nicht wahrgenommen.

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Unterscheidung der Herzschwäche nach Schweregraden

Der Schweregrad der Herzinsuffizienz wird in NYHA-Stadien (New York Heart Association) eingeteilt.

  • NYHA I: keine Beschwerden
  • NYHA II: Beschwerden bei starker körperlicher Belastung
  • NYHA III: Beschwerden bei geringer körperlicher Belastung
  • NYHA IV: Beschwerden bereits in Ruhe, die bei körperlicher Belastung verstärkt werden
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Zu unterscheiden sind außerdem die Rechtsherzinsuffizienz, bei der die Muskelkraft der rechten Herzkammer vermindert ist, die Linksherzinsuffizienz, welche die linke Herzkammer betrifft, und die globale Herzinsuffizienz, bei der beide Herzkammern eingeschränkt sind.

Häufigkeit der Herzinsuffizienz

Die Herzschwäche ist in den westlichen Industrienationen sehr verbreitet. In Deutschland sind mehr als 1,3 Millionen Menschen betroffen, in Europa mehr als 6,5 Millionen Menschen. Die Häufigkeit der Herzschwäche steigt mit dem Alter. Männer leiden häufiger als Frauen an einer Herzinsuffizienz, da sie vermehrt von der Koronaren Herzkrankheit (KHK), der häufigsten Ursache der Herzinsuffizienz, betroffen sind.

Ist das Altersherz normal oder krankhaft?

Der umgangssprachliche Begriff "Altersherz" für die Herzinsuffizienz ist dabei übrigens irreführend: Viele Betroffene missdeuten die Abnahme ihrer Leistungsfähigkeit als normale Alterserscheinung, obwohl die zugrunde liegende Herzinsuffizienz behandlungsbedürftig und darüber hinaus gut therapierbar ist.

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Herzinsuffizienz: Diese Symptome verraten das "Altersherz"

Bei einer akuten Herzschwäche (Herzinsuffizienz) treten plötzlich stark ausgeprägte Beschwerden wie Luftnot und Druckgefühl auf der Brust auf. Eine chronische Herzinsuffizienz kann keine, geringe oder ausgeprägte Beschwerden wie Luftnot und Leistungsschwäche hervorrufen.

Bei den Symptomen der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist zu unterscheiden zwischen akuter und chronischer Verlaufsform. Während sich die akute Herzschwäche mit plötzlich stark ausgeprägte Beschwerden wie Luftnot und Druckgefühl auf der Brust bemerkbar macht, entwickeln sich die Beschwerden bei einer chronischen Herzinsuffizienz oft schleichend, werden vom Erkrankten nicht wahrgenommen oder falsch bewertet.

Symptome der Herzschwäche anfangs nur unter Belastung

Zu Beginn äußert sich eine chronische Herzinsuffizienz nur bei starken Belastungen wie schnellem Rennen (NYHA II). Bei fortschreitender Herzschwäche leidet der Betroffene schon bei kleineren Anstrengungen wie Treppensteigen unter Luftnot und rascher Ermüdung  (NYHA III). Schließlich führt die ausgeprägte Muskelschwäche des Herzens zu einer Einschränkung jeder Alltagsaktivität, es kommt zu gesteigerter Müdigkeit. Viele Patienten können sich dann auch schlechter konzentrieren (NYHA VI).

Die Symptome der Linksherzinsuffizienz und der Rechtsherzinsuffizienz unterscheiden sich darüber hinaus zum Teil erheblich.

Symptome der Linksherzinsuffizienz

Bei einer Herzmuskelschwäche der linken Herzkammer kommt es zu einem Rückstau von Blut in den Lungenkreislauf, da das Herz das Blut nicht ausreichend wegpumpen kann. In der Lunge können sich Ödeme (Wassereinlagerungen) bilden. Es kommt verstärkt zu Luftnot, zunächst nur bei Anstrengung, später auch bei Ruhe. Die Betroffenen ermüden sehr schnell und leiden an Hustenreiz. Häufig ist beim Atmen Rasseln zu hören, das durch die angestaute Flüssigkeit in der Lunge entsteht.

Anzeichen der Rechtsherzinsuffizienz

Bei einer Herzmuskelschwäche der rechten Herzkammer staut sich das Blut vor der rechten Herzkammer. So kommt es zu einer Halsvenenstauung und einer gesteigerten venösen Blutfüllung verschiedener Organen. Der starke Blutfluss in die Leber kann eine Lebervergrößerung oder Wassersucht (Aszites) verursachen. Eine Blutstauung im Magen- oder Darmbereich kann Verdauungsbeschwerden mit Appetitstörungen und  hervorrufen.

Anzeichen für Herzschwäche - nächtliches Wasserlassen

Des Weiteren verursacht eine Rechtsherzinsuffizienz Wasseransammlungen im Bereich der Knöchel und Schienbeine. Zusätzlich kann das Gewicht steigen, ohne dass man mehr Kalorien zu sich nimmt. Das Wasser wird häufig nachts bei vermehrten Toilettengängen wieder ausgeschieden. Ständiger Wasserdrang nachts ist ein typisches Anzeichen von Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Herzinsuffizienz: Welche Ursachen stecken dahinter?

Hinter einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) können verschiedene Herzerkrankungen stecken, aber auch weitere Faktoren wie Bluthochdruck oder eine ungesunde Lebensweise.

Alle Herzerkrankungen können Herzinsuffizienz (Herzinsuffizienz) hervorrufen. Die häufigste Ursache mit 60 bis 70 Prozent aller Fälle stellt die koronare Herzkrankheit (KHK) dar. Herzklappenfehler, von denen man früher meinte, sie seien Hauptursache einer Herzschwäche, treten als Ursache immer mehr in den Hintergrund.

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Alkohol und Nikotin als Ursache der Herzschwäche

Neben der KHK stellt ein nicht oder unzureichend behandelter hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie) den größten Risikofaktor dar. Rund zehn Prozent der Herzinsuffizienzen werden durch die arterielle Hypertonie verursacht. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht (Adipositas), hohe Blutfettwerte (Hypercholesterinämie),Diabetes mellitus Diabetes und Nikotin sowie zu viel und regelmäßig Alkohol.

Diagnose der Herzinsuffizienz: Das wird beim Arzt untersucht

Zur Diagnose der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) stehen verschiedene Verfahren wie beispielsweise Echokardiographie, EKG oder Herzkatheteruntersuchung zur Verfügung.

Die Diagnose der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) erfolgt zunächst durch ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden (Anamnese) mit dem Betroffenen. Die  Anzeichen Luftnot und Leistungsminderungen sind zwar typisch für eine Herzschwäche, können aber auch bei anderen Erkrankungen als Herzinsuffizienz auftreten. Klinische Untersuchungen geben den endgültigen Aufschluss über die Erkrankung.

Herztätigkeit auf dem Prüfstand

Mittels einer Echokardiografie (Ultraschall des Herzens) kann der Arzt den Herzmuskel, den Blutfluss im Herzen und die Pumpkraft des Herzens beurteilen. Im Verlauf der Diagnosestellung kann außerdem ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt werden, welches die Funktionsfähigkeit des Herzens aufzeichnet. Mit einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs lässt sich ein vergrößertes Herz erkennen, und Wasser in der Lunge werden sichtbar. Eine Computertomographie (CT) trägt wenig zur Früherkennung bei und ist daher kein Standardverfahren zur Diagnosestellung, kommt aber teilweise zum Einsatz. Häufig wird zusätzlich zur Diagnose ein Blutbild erstellt.

Der Herzkatheter bei der Diagnose von Herzinsuffizinenz

Eine Herzkatheteruntersuchung mit Darstellung der Herzkranzgefäße gibt Aufschluss über die Ursache der Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Es kann nachgewiesen werden, ob die Herzschwäche durch eine Herzkranzgefäßverengung, eine Herzklappen- oder primäre Herzmuskelerkrankung hervorgerufen wurde.

Ist eine Herzinsuffizienz diagnostiziert, kommen zur Beobachtung während des Krankheitsverlaufs weitere Untersuchungen, zum Beispiel ein Belastungs-EKG.

Herzinsuffizienz-Therapie: Das hilft dem "Altersherz"

Bei der Therapie eines "Altersherzens" spielt die medikamentöse Behandlung eine wichtige Rolle. Daneben kommen auch operative Verfahren zum Einsatz. Verhaltensänderungen wie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol unterstützen die Therapie.

Ziel der Therapie einer Herzinsuffizienz ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern. Im Vordergrund steht, die auslösende Grunderkrankung der Herzschwäche zu erkennen und zu behandeln.

Bei der medikamentösen Therapie kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die das Herz stärken und entlasten sollen: Der Herzschlag wird reguliert, der Blutdruck wird optimal eingestellt, die Gefäße werden geweitet, die Wirkung bestimmter Hormone (wie Stresshormone) und die Blutmenge werden vermindert.

Herzschwäche rechtzeitig erkennen

Lifeline/Dr. Heart

Vier Wirkstoffgruppen gegen Herzinsuffizienz

Eine Vielzahl von Medikamenten wird zur Therapie einer Herzinsuffizienz eingesetzt. Diese lassen sich in vier Wirkstoffgruppen einteilen:

  • Diuretika,
  • Betablocker,
  • Hemmer des Angiotensin-Hormonsystems und
  • Digitalis-Präparate.

Medikamente können nur einen Wirkstoff (Monopräparate) oder eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen (Kombinationspräparate) enthalten.

Medikamente gegen Herzschwäche

Diuretika bewirken, dass Salz und Wasser über die Nieren ausgeschieden werden und die Blutmenge verringert wird. Betablocker entlasten das Herz, indem sie bewirken, dass die Herzarbeit vermindert wird, der Blutdruck und die Herzfrequenz gesenkt werden. Hemmer des Angiotensin-Hormonsystems (ACE-Hemmer, AT-II-Antagonisten) führen zu einer Verbesserung der Herztätigkeit, indem sie ein Hormonsystem, welches Nieren und Gefäße beeinflusst, hemmen. Digitalispräparate unterstützen die Herzarbeit, senken die Herzschlagfrequenz und stärken die Herzkraft. Alle diese Wirkstoffe helfen also bei Herzinsuffizienz.

Weißdorn für die natürliche Therapie

Bei Herzschwäche stehen an pflanzlichen Arzneimitteln Präparate aus Weißdorn zur Verfügung. Die enthaltenen Flavonoide und Procynide erhöhen die Schlagkraft des Herzmuskels und senken den Bluthochdruck. In Studien wurde außerdem beobachtet, dass sich durch die Behandlung mit Weißdorn-Extrakt das psychische Befinden stabilisierte und die Lebensqualität der Patienten besserte, wenn das Präparat eine standardisierte, gleichbleibend hohe Qualität hatte und ausreichend dosiert wurde (900 mg pro Tag).

Operationen gegen Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz kann neben der medikamentösen Therapie auch mit operativen Verfahren behandelt werden. Beispielsweise können ein bestimmter Herzschrittmacher oder ein implantierbarer Defibrillator zum Einsatz kommen. Schreitet die Herzschwäche trotz Therapie bedenklich fort, ist eine Herztransplantation ratsam.

Allgemeine Maßnahmen wie Nikotinverzicht, geringer Alkoholkonsum, abnehmen, Vermeiden körperlicher Überanstrengung und eine begrenzte Natriumaufnahme unterstützen die Therapie.

Herzinsuffizienz: Kann sich das Altersherz "zurückbilden"?

Der Verlauf einer Herzinsuffizienz hängt entscheidend von ihrer Ursache und vom Schweregrad ab. Eine gesunde Lebensweise unterstützt die Therapie.

Sind behebbare Schäden die Ursache der Herzschwäche, zum Beispiel eine viralbedingte Herzmuskelentzündung oder eine alkoholtoxische Herzmuskelschädigung, kann das Herz seine volle Funktionsfähigkeit zurückgewinnen. Bei anderen Ursachen muss damit gerechnet werden, dass die Herzschwäche fortschreitet.

Therapie und gesunde Lebensweise wichtig bei Herzinsuffizienz

Eine Therapie kann diesen Prozess jedoch verlangsamen. Die Lebensqualität kann stark beeinträchtigt sein. Insgesamt ist die Sterblichkeitsrate bei einer Herzinsuffizienz hoch. Ältere Menschen sind davon stärker betroffen als jüngere. Eine medikamentöse Behandlung wirkt lebensverlängernd. Darüber hinaus empfiehlt sich eine gesunde Lebensweise. Eine regelmäßige medizinische Kontrolle ist ratsam, um Herzinsuffizienz vorzubeugen.

Herzinsuffizienz vorbeugen: So schützen Sie sich vor einem Altersherz!

Die Vorbeugung einer Herzinsuffizienz besteht darin, auslösende Herzerkrankungen zu behandeln und das Herzu durch eine gesunde Lebensweise zu schützen.

Gesunde Lebensweise wichtigste Prävention

Zur Vorbeugung einer Herzinsuffizienz wird eine gesunde Lebensweise empfohlen. Dazu gehören eine ausgewogene Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, geringer Alkoholkonsum und Raucherentwöhnung. Da die Koronare Herzkrankheit (KHK) (KHK) die Hauptursache für eine Herzinsuffizienz darstellt, sollten die Risikofaktoren für diese Erkrankung gemieden werden.

Ballaststoffe: Lebensmittel für ein gesundes Herz!

Autor:
Letzte Aktualisierung: 24. März 2016
Durch: Sarah Wagner
Quellen: AWMF-Leitlinien: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung: Therapie der chronischen Herzinsuffizienz. Erdmann, Erland: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg

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