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Geschwollene Lymphknoten: Ursachen und was dagegen tun?

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Geschwollene Lymphknoten am Hals, an der Leiste oder Achsel sind meist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem gerade verstärkt arbeitet. Oft stecken hinter dieser Reaktion nur harmlose Infekte, die der Körper abwehrt. Welche Ursachen kommen infrage und was tun gegen geschwollene Lymphknoten?

Geschwollene Lymphknoten: Was steckt dahinter?
© iStock.com/patrickheagney

Kurzübersicht: Geschwollene Lymphknoten

Ursachen: Es gibt zahlreiche Gründe für geschwollene Lymphknoten, häufig Entzündungen oder Infektionen, seltener können auch schwere Krankheiten wie Krebs dahinterstecken.

Diagnose: Länger bestehende Lymphknotenschwellungen sollten ärztlich abgeklärt werden. Neben der körperlichen Untersuchung kommen Ultraschall, eine Biopsie oder Blutuntersuchung infrage.

Behandlung: Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache für die Schwellung. Eine Lymphknotenentfernung ist bei Tumorerkrankungen meist nur die letzte Option.

Artikelinhalte auf einen Blick:
Mögliche Ursachen für geschwollene Lymphknoten

Was sind Lymphknoten?

Mehrere hundert Lymphknoten befinden sich im menschlichen Körper. Sie sind natürliche Bestandteile des komplexen Lymphsystems und funktionieren als Filterstationen für das Gewebswasser (Lymphflüssigkeit, Lymphe).

Als Teil der Immunabwehr bekämpfen Lymphknoten Krankheitserreger und Giftstoffe, um die inneren Organe zu schützen. In diesem Fall machen sich geschwollene Lymphknoten bemerkbar, die auch schmerzen können.

Ursachen geschwollener Lymphknoten

Geschwollene Lymphknoten (Lymphadenopathie) machen sich häufig an bestimmten Körperstellen wie dem Hals, der Leiste, der Brust, den Achseln oder hinter dem Ohr bemerkbar. Das hat einen einfachen Grund: "An diesen Regionen sind sie besonders gut tastbar", erklärt Dr. med. Christian Philipp Schurr, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde einer HNO-Gemeinschaftspraxis in München und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde und Kopf- und Halschirurgie.

"Alleine am Hals befinden sich 150 Lymphknoten pro Seite, aber nur etwa drei bis fünf davon machen sich überhaupt durch Vergrößerungen bemerkbar." Eine solche Vergrößerung kann verschiedene Ursachen haben – meist sind sie harmlos, seltener stecken ernsthafte Erkrankungen dahinter.

Es werden zwei Kategorien von Lymphknotenschwellungen unterschieden:

  • Lokale Lymphknotenschwellung: Hier treten die Symptome in der Nähe des betroffenen Areals auf.

  • Generalisierte Lymphknotenschwellung: In diesem Fall sind mehrere Regionen des Körpers betroffen.

"In den meisten Fällen sind geschwollene Lymphknoten ein Begleitsymptom für ungefährliche Entzündungen", sagt Schurr. So kommt zum Beispiel

als Ursache infrage und lässt Lymphknoten anschwellen. Auch Entzündung am Zahn oder im Kiefer sowie Impfungen können beispielsweise zu einseitig ertastbaren Knoten am Hals führen.

Weitere Infektionskrankheiten, die für geschwollene Lymphknoten sorgen:

Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für HIV besteht (zum Beispiel Prostituierte, Drogenabhängige oder Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartner*innen), werden je nach Dauer, Größe und Form der geschwollenen Lymphknoten sicherheitshalber auf das Vorliegen dieser Grunderkrankung untersucht.

"Im Jugendalter ist häufig das Epstein-Barr-Virus schuld an einer Lymphknotenschwellung", stellt der HNO-Facharzt fest. Diese Viren werden vor allem über den Speichel übertragen und lösen die Krankheit Pfeiffersches Drüsenfieber aus. Diesem typischen Ansteckungsweg hat die Infektion auch ihren umgangssprachlichen Namen "Kusskrankheit" zu verdanken.

Behandlung: Was tun gegen geschwollene Lymphknoten?

Welche Behandlung eingeleitet wird, richtet sich nach der Ursache der Lymphknotenschwellung. Verschwindet etwa der grippale Infekt, klingt auch die Schwellung der Lymphknoten nach einer Weile ab. "Primär werden bei solchen Erkältungskrankheiten immer die Auslöser der Symptome und nicht die Knotenverdickung selbst behandelt. Dazu können entzündungshemmende oder schmerzlindernde Medikamente eingesetzt werden", sagt der HNO-Experte.

Als einer der leitenden Ärzte der Fachabteilung "Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie" in der Münchener Klinik "Josephinum" kennt sich Schurr auch mit operativen Eingriffen zur Behandlung aus: "Die Lymphknotenentfernung wird nach onkologischem Befund als allerletzte Maßnahme eingeleitet. Zum Glück ist das nur äußerst selten notwendig."

Geschwollene Lymphknoten – Anzeichen für Krebs?

"In äußerst seltenen Fällen kann eine Krebserkrankung Ursache der Symptome sein", sagt Schurr. Die Lymphknoten schwellen an, weil sich die weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) verändert, sich unkontrolliert ausgebreitet und in den Lymphknoten abgelagert haben. Es gibt verschiedene Arten von bösartigen (maligne) Lymphomen, bei denen Drüsen und Gewebe betroffen sein können – die Hodgkin- und die Non-Hodgkin-Lymphome. Auch die chronische lymphatische Leukämie (CLL), also der weiße Blutzellkrebs, geht mit einer Vergrößerung der Lymphknoten einher. Bei Brustkrebs sind dagegen häufig die Lymphknoten unter der Achsel geschwollen.

Doch selbst im Kampf gegen solche Krebserkrankungen erfüllen die Lymphknoten einen wichtigen Zweck. Denn ihre Abwehrfunktion versucht, streuende Tumore aufzuhalten und eine Metastasenbildung zu verhindern. Wird das Warnsignal der Lymphknotenschwellung jetzt zeitnah erkannt, bedeutet das: "Der Krebs kann bestenfalls noch heilend behandelt werden, bevor er sich ausbreitet, weil die Lymphknoten rechtzeitig auf die Erkrankung aufmerksam gemacht haben," erklärt der Facharzt.

In Verbindung mit einer Krebserkrankung treten weitere Beschwerden auf. Dazu gehören zum Beispiel:

Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) verdeutlicht, gilt: "Keines der Krankheitszeichen beweist für sich allein das Vorliegen eines Lymphoms. Auch müssen nicht mehrere oder alle der genannten Symptome bei einem Betroffenen auftreten." Entscheidend für die Diagnose seien entsprechende Untersuchungen von Zellen aus entnommenen Lymphknoten, aus Blut und Knochenmark oder anderen befallenen Geweben.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Einerseits stellen geschwollene Lymphknoten nicht automatisch einen Grund zur Panik dar, andererseits sollte einem Verdacht im Sinne der Krebsfrüherkennung rechtzeitig nachgegangen werden. Eine schwierige Situation für verunsicherte Betroffene, die eine Lymphknotenschwellung in der Regel ganz zufällig bemerken – zum Beispiel beim Rasieren oder durch das Ertasten einer Asymmetrie.

HNO-Arzt Schurr kennt die Bedenken der Patient*innen und kann beruhigen: "Die Sorgen sind meist unbegründet. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte jede bleibende Verdickung, die länger als ein bis drei Wochen anhält, vom Arzt untersucht werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen."

Diagnose bei geschwollenen Lymphknoten

Bei der körperlichen Untersuchung kann ein*e Arzt*Ärztin die geschwollenen Lymphknoten ertasten. Sie fühlen sich hart an und können auf Druck Schmerz auslösen. Knoten, die auf einen Tumor hinweisen, sind hingegen schmerzlos.

Die Beschaffenheit der Lymphknoten wird bei einer Ultraschalluntersuchung bestimmt. Da sie dem Fettgewebe sehr ähnlich sehen, sind normalgroße Lymphknoten mit dem Ultraschallgerät nicht detektierbar. Unbedenkliche, geschwollene Lymphknoten sind unter einem Zentimeter groß, haben eine länglich-ovale Form und ein erkennbares Hiluszeichen. Bei diesem Zeichen handelt es sich um eine Art Pforte, die als Ein- und Austrittstelle der Lymphgefäße fungiert. Bei bösartigen Veränderungen ist die Form der Lymphknoten rundlich und sie sind kaum mehr als typische Lymphknoten zu erkennen.

Außerdem werden zur Diagnose die Organe untersucht, deren Gewebswasser von den betroffenen Knoten gefiltert wird. Um eine Krebserkrankung auszuschließen, können Blutentnahme und Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) dem*der Arzt*Ärztin bei der Beurteilung helfen.

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