Angst ist meist unbegründet

Geschwollene Lymphknoten: Anzeichen für Krebs?

Ob am Hals, in der Leiste oder Achsel: Viele haben Angst, wenn ein Lymphknoten geschwollen ist. Doch hinter diesem Symptom können eine Menge – meist harmlose – Ursachen stecken.

Lymphknoten
Sind die Lymphknoten angeschwollen, bekommen viele Angst. Oft ist die Panik unbegründet, nur in seltenen Fällen steckt etwas Ernsthaftes dahinter.
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Bei einer Lymphknotenschwellung kann man beim Betasten einen Knoten unter der Haut fühlen, während die Haut normal aussieht. Solche Schwellungen können etwa einen Fünftel Zentimeter bis zu mehreren Zentimetern oder Faustgröße erreichen. Aber nicht jeder tastbare Knoten ist auch wirklich ein Lymphknoten. Manchmal handelt es sich auch um eine Talgdrüsenentzündung, etwa durch häufiges Rasieren.

Aus dem Ort der Schwellung und aus der Konsistenz beim Tasten sowie der Möglichkeit, den getasteten Knoten zu verschieben, kann der Arzt beim Untersuchen herausfinden, ob ein Lymphknoten oder eine andere Art von Schwellung vorliegt wie zum Beispiel Fettknoten (Fibrome) oder Eiterbeulen (Abszesse).

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Geschwollene Lymphknoten oft Symptom für Infektion

Sind Lymphknoten nicht nur geschwollen, sondern tun auf Druck weh, steckt meist eine Infektion dahinter. Geschwollene Lymphknoten in der Leiste können von einer Verletzung am Fuß herrühren, etwa eine Nagelbettentzündung, so Mühlenfeld. Verursache der Lymphknoten keine Schmerzen, habe die Schwellung andere Ursachen.

Klingt die Schwellung nach vier Tagen nicht ab, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Was hinter geschwollenen Lymphknoten stecken kann

Geschwollene Lymphknoten am Hals treten häufig während einer Erkältung auf. Plötzlich auftretende tastbare Knoten in Leiste oder Achseln sind jedoch auch kein Grund zur Panik: Es handele sich meist um eine Reaktion des Immunsystems, sagt Hans-Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband. Der Körper kämpfe etwa gerade gegen eine Entzündung an.

Man unterscheidet eine örtliche von der generalisierten Lymphknotenschwellung.

Örtliche Lymphknotenschwellung

Die örtliche Lymphknotenschwellung betrifft nur einen Lymphknoten oder eine Lymphknotenregion und tritt als Reaktion auf ein lokales Geschehen wie Kontaktallergie oder umschriebene Entzündung auf.

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Generalisierte Lymphknotenschwellung

Sie führt zu geschwollenen Lymphknoten an mehreren oder allen Lymphknotenregionen des Körpers. Diese Lymphknotenschwellung ist ganz allgemein Ausdruck einer Krankheit, die sich nicht auf eine Körperregion beschränkt. Beispiele dafür sind:

  • Viruserkrankungen wie Pfeiffersches Drüsenfieber oder HIV
  • nichtinfektiöse Erkrankungen wie die chronisch lymphatische Leukämie

Diagnose bei Lymphknotenschwellung

Bei beiden Arten (regional und generalisiert) einer Lymphknotenschwellung ist die wichtigste Maßnahme eine gründliche Erhebung der Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung/Abtastung durch den Arzt.

Als weitere Untersuchungen können notwendig sein:

Alle Untersuchungen werden nach einer sinnvollen Reihenfolge angesetzt und sind jeweils in Bezug auf Dauer der Lymphknotenschwellung und Schwere des Krankheitsbilds notwendig oder nicht notwendig.

Behandlung: geschwollene Lymphknoten kühlen

Die Behandlung einer Lymphknotenschwellung richtet sich immer nach deren Ursache. Eine unspezifische Behandlung der Schmerzen kann durchgeführt werden.

Lokalmaßnahmen bei geschwollenen Lymphknoten sind Kühlung und Ruhigstellung. Gegen Lymphknotenschmerzen helfen meist Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Diclofenac. Dabei ist aber immer zu fordern, dass nach der Ursache gesucht wird, um schließlich diese zu behandeln.

Vorbeugung nicht direkt möglich

Eine konkrete Vorbeugung ist bei einer Lymphknotenschwellung nicht möglich. Da geschwollene Lymphknoten Symptom einer anderen Grunderkrankung ist, ist es nicht möglich, ihr direkt vorzubeugen.

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