Epstein-Barr-Virus: Infektionen, Symptome und Folgen

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Das Epstein-Barr-Virus kann verschiedene Krankheiten verursachen. Am bekanntesten ist das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose). Wie die Ansteckung erfolgt, was Symptome sind, wie die Diagnose erfolgt und behandelt wird und was Spätfolgen des Virus sein können.

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Das Epstein-Barr-Virus befindet sich im Speichel, weshalb es vor allem beim Küssen übertragen wird.
© Getty Images/Willie B. Thomas

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) gehört zu den Herpesviren (Herpesvirus Typ 4, HHV 4). Die meisten Menschen infizieren sich einmal im Leben mit dem Epstein-Barr-Virus. Infektion verlaufen oft ohne Symptome (asymptomatisch) bereits im Kindesalter. Es gibt zwei Typen vom Epstein-Barr-Virus: EBV Typ 1 und EBV Typ 2.

Im Überblick:

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Symptome des Epstein-Barr-Virus

Die Symptome, die durch das Epstein-Barr-Virus verursacht werden, sind sehr unterschiedlich. So haben Kinder unter fünf Jahren meist gar keine oder allgemeine Symptome eines Atemwegsinfekts wie hohes Fieber und einen geröteten Rachen.

Bei Erwachsenen zeigt sich eine Infektion mit EBV oft als Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose). Typische Symptome sind dann:

Bei 50 Prozent der Betroffenen kommt es zusätzlich zu einer Vergrößerung der Milz, die beobachtet werden muss.

Symptome und Krankheiten, die durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst werden können, sind außerdem:

Selten kann es auch zu einer chronischen Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus kommen, die sich durch wiederholte Fieberschübe mit Lymphknotenschwellung, Gelenkschmerzen, einer Milzvergrößerung, Leberentzündung und Lungenentzündung zeigen kann.

Ansteckung mit dem Epstein-Barr-Virus

Das Epstein-Barr-Virus wird über den Speichel von Mensch zu Mensch übertragen. Deshalb werden Infektionen mit EBV auch als Kissing Disease bezeichnet, da das Virus beim Küssen übertragen wird. Allerdings wird es auch beim Husten und Niesen übertragen. Menschen, die akut mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert sind, scheiden wochen- bis monatelang das Virus aus. Nach einer Ansteckung kann es vier bis acht Wochen dauern, bis Symptome auftreten (Inkubationszeit). Bei Jugendlichen hingegen treten die Symptome meist bereits nach zehn bis 14 Tagen auf.

Infizierte sind vor dem Auftreten der ersten Symptome jedoch bereits ansteckend. Da die Viruslast mit der Zeit im Körper sinkt, jedoch Viren sehr lange vorhanden sind, bleiben auch Infizierte sehr lange ansteckend. Das ist vermutlich der Grund dafür, warum fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens mit dem Epstein-Barr-Virus in Kontakt kommen.

Epstein-Barr-Virus: Diagnose im Blut

Aufgrund der Symptome ergibt sich meist der Verdacht einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus. Eine Blutuntersuchung kann dann Aufschluss geben, wenn verschiedene Antikörper vorhanden sind. Wenn die Leber durch das Epstein-Barr-Virus beteiligt ist, können auch verschiedene Leberwerte auffällig sein. Das Blutbild gibt außerdem Aufschluss darüber, ob es sich um eine akute oder bereits durchgemachte Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus handelt. Andere Infektionen müssen ausgeschlossen werden (Differentialdiagnose). Ein Rachenabstrich kann Aufschluss geben, ob Streptokokken oder das Epstein-Barr-Virus Auslöser einer Rachenentzündung ist.

Behandlung einer Infektion mit EBV

Es gibt keine ursächliche Therapie, um eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus zu behandeln. Deshalb können nur die Symptome behandelt werden. Dafür ist folgendes sinnvoll:

  • körperliche Schonung (zunächst Bettruhe, dann bis zu sechs Wochen schonen)
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Medikamente zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung wie beispielsweise Paracetamol
  • unter Umständen Antibiotika, wenn zusätzliche Infektionen vorliegen

Verlauf, Prognose und Spätfolgen

Eine durch das Epstein-Barr-Virus verursachte Infektion wie das Pfeiffersche Drüsenfieber heilt bei den meisten Menschen ohne Folgen aus. Allerdings dauert dies relativ lange, was bedeutet, dass Betroffene mehrere Wochen mit den Beschwerden zu kämpfen haben.


Bei Menschen mit Immunschwäche und in seltenen Fällen können Komplikationen auftreten. Diese können unter anderem sein:

Außerdem können verschiedene bösartige Tumoren durch EBV ausgelöst werden. Das Epstein-Barr-Virus kann also Krebs verursachen. In Afrika ist ein häufiger durch EBV ausgelöster Krebs das Burkitt-Lymphom, eine Form der Non-Hodgkin-Lymphome, die zum Lymphdrüsenkrebs zählen. Auch Nasopharynxkarzinome, Morbus Hodgkin und die orale Haarleukoplakie, die vor allem bei Menschen mit HIV auftritt, scheinen auf das Epstein-Barr-Virus zurückzugehen.

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