Geschwollene Füße: Was ist die Ursache, welche Hausmittel helfen?

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Schwangere, ältere Menschen und Personen, die viel stehen oder sitzen, leiden abends oft unter geschwollenen Füßen. Treten die Schwellungen nur selten und vorübergehend auf, besteht meist kein Grund zur Sorge – wer häufiger betroffen ist, sollte prüfen, ob eine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt.

Frau massiert sich die geschwollenen Füße
© Getty Images/Nature

Kurzübersicht: Geschwollene Füße

Definition: Gemeint sind Schwellungen unterhalb des Knöchels. Von geschollenen Füßen sind hauptsächlich Frauen betroffen.

Ursache: Mit zunehmendem Alter, in der Schwangerschaft oder bei großer Hitze lässt die Funktion der Beinvenen nach, das Blut staut sich in den Beinen. Manchmal steckt aber auch eine ernsthafte Erkrankung (wie eine Herzinsuffizienz) hinter den geschwollenen Füßen.

Diagnose: Fachleute klären, ob die geschwollenen Füße durch eine Venenschwäche oder eine andere Erkrankung ausgelöst werden.

Behandlung: Steckt eine andere Erkrankung dahinter, muss diese behandelt werden. Bei einer Venenschwäche helfen Kompressionsstrümpfe oder eine Operation.

Hausmittel: Beine hochlegen und Knöchel kühlen, viel trinken, ausgewogen ernähren und regelmäßig bewegen.

Artikelinhalte im Überblick:

Wasser in den Beinen: 9 Tipps gegen geschwollene Füße

Was sind geschwollene Füße und wer ist betroffen?

Wer beruflich viel sitzt oder steht, hat abends oft geschwollene Füße und Knöchel, die Beine fühlen sich schwer an und können schmerzen. Manchmal sind die Schwellungen so stark, dass die Schuhe nicht mehr passen.

Mit zunehmendem Alter und bei hohen Temperaturen tritt das Phänomen häufiger auf, auch Schwangere sind oft betroffen. Grundsätzlich leiden Frauen deutlich häufiger unter geschwollenen Füßen als Männer.

Geschwollene Füße: Ursachen und Risikofaktoren

In den meisten Fällen ist ein altersbedingtes Nachlassen der Gewebespannung verantwortlich für die geschwollenen Beine: Die Venenklappen können nicht mehr richtig schließen, wodurch das Blut sich in den Venen staut, Besenreiser und Krampfadern entstehen. Auf die Dauer werden die Venenwände durch das angestaute Blut und die natürliche Schwerkraft übermäßig belastet und durchlässig; die austretende Flüssigkeit versackt im umliegenden Gewebe und bildet Lymphödeme. Unbehandelt kann diese Venenschwäche (venöse Insuffizienz) zu Haut- und Venenentzündungen oder offenen Beinen führen.

Dass Frauen deutlich häufiger von geschwollenen Füßen betroffen sind als Männer, hat mit ihrem schwächeren Bindegewebe zu tun: Die Beinvenen bekommen nicht genug Halt und dehnen sich übermäßig aus. Durch die Hormonumstellung in der Schwangerschaft verstärkt sich dieser Effekt auf die Gefäße. Auch hohe Temperaturen können die Füße anschwellen lassen: Dann dehnen die Venen sich aus, um Wärme abzugeben und so die Körpertemperatur konstant zu halten.

Auch nach langem Stehen oder Sitzen können die Venen das Blut nur noch schlecht zum Herzen zurücktransportieren, Bewegungsmangel ist ein weit verbreiteter Grund für geschwollene Füße. Und bei stark übergewichtigen Menschen bilden sich in einigen Fällen Fetteinlagerungen in den Beinen, die den Abfluss des Blutes aus den Füßen behindern.

Krankheiten als Auslöser

Deutlich seltener steckt eine schwerwiegende Erkrankung hinter geschwollenen Füßen. Dazu gehören beispielsweise:

Die Ursache für immer wieder oder dauerhaft auftretende geschwollene Füße sollte daher unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Hausmittel: Was hilft gegen geschwollene Füße?

Wer nur gelegentlich – beispielsweise an heißen Tagen oder nach langem Sitzen – unter geschwollen Füßen leidet, kann den unteren Extremitäten Entlastung verschaffen, indem er oder sie die Beine hochlegt. Es erfolgt der Rückfluss von Blut und Flüssigkeit, außerdem kann Lymphödemen vorgebeugt werden.

Auch das Kühlen von Beinen, Knöcheln und Füßen verschafft Abhilfe, weil die Blutgefäße sich dadurch wieder zusammenziehen. Diese Maßnahmen bekämpfen allerdings nur die Symptome, nicht die Ursachen für die geschwollenen Füße.

Behandlung von geschwollenen Füßen

Die Therapie geschwollener Füße hängt von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Steckt eine Venenerkrankung hinter den geschwollenen Füßen, kommen folgende Möglichkeiten zur Behandlung infrage:

  • Kompressionsstrümpfe: Sie unterstützen den Rücktransport des Blutes zum Herzen und reduzieren das Risiko für Wassereinlagerungen, Lymphödeme, Besenreiser und Krampfadern.

  • Verödung: Sind bereits Besenreiser oder Krampfadern vorhanden, können diese verödet werden. Bei der Sklerotherapie werden die Venenwände der kranken Venen so beschädigt, dass sie verkleben und kein Blut mehr hindurchfließen kann. Andere, gesunde Venen übernehmen danach den Bluttransport.

  • Venen-Stripping: Beim sogenannten Stripping wird die erkrankte Vene in einer Operation mithilfe eines Drahtes aus dem Bein gezogen.

Ist eine Lymphgefäßerkrankung der Grund für die geschwollenen Füße, verordnen Ärzt*innen unter Umständen eine Lymphdrainage: Dabei wird die gestaute Flüssigkeit mithilfe einer speziellen Massagetechnik aus Lymphsystemen der Beine nach oben befördert.

Wenn die geschwollenen Füße Symptom einer Herz-, Nieren-, Leber- oder Schilddrüsenerkrankung sind, muss die zugrundeliegende Erkrankung adäquat behandelt werden, zum Beispiel mit Medikamenten.

Diagnose bei geschwollenen Füßen

Erste Anlaufstelle bei geschwollenen Füßen ist die hausärztliche Praxis, von hier wird bei Bedarf an Spezialist*innen aus der Phlebologie oder Kardiologie überwiesen. In einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) werden zunächst die Symptome, die Krankheitsgeschichte und eine eventuell vorhandene erbliche Vorbelastung für Venenerkrankungen erfragt. Das Herz wird abgehört und ein EKG geschrieben, mithilfe eines Blutbildes werden die Nieren-, Leber- und Schilddrüsenwerte erfasst.

Bei Verdacht auf eine Venenerkrankung werden spezielle phlebologische Untersuchungen durchgeführt, die den Blutfluss in den Venen erfassen oder die Funktion der Venenklappen überprüfen.

Verlauf und Prognose

Oft sind geschwollene Füße lediglich die Folge von akuter Überlastung durch hohe Temperaturen, langes Sitzen oder Stehen. In diesen Fällen verschwinden sie von alleine wieder, wenn die Füße hochgelegt und gekühlt werden.

Manchmal steckt jedoch eine ernsthafte Erkrankung hinter geschwollenen Füßen. Treten diese immer wieder oder ohne erkennbaren Anlass auf, sollte unbedingt ärztliche Hilfe gesucht werden. Unbehandelt können Venenerkrankungen schwere Komplikationen – wie Haut- und Venenentzündungen oder offene Beine – nach sich ziehen. Zudem sollte geklärt werden, ob möglicherweise eine Herzinsuffizienz oder eine andere Krankheit Grund für die geschwollenen Füße ist.

Wie lassen sich geschwollene Füße verhindern?

Wer Probleme mit geschwollenen Füßen vermeiden möchte, sollte langes Sitzen und Stehen umgehen. Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung verhindern zudem die Entstehung von Übergewicht, das als Risikofaktor für die Entstehung von Ödemen gilt. Mit gezielten Übungen für die Beinmuskulatur lassen sich die Venen entlasten und von außen stabilisieren.

Wer viel trinkt, fördert den Stoffwechsel und sorgt für ein ausgeglichenes Flüssigkeitsverhältnis im Körper. Auch auf eine achtsame Zufuhr von Salz sollte geachtet werden. Bei der Wahl von Hosen und Schuhen sollte auf Luftigkeit und Bequemlichkeit geachtet werden, um die Füße nicht unnötig einzuengen und den Blutfluss in den Beinen nicht zu hemmen.

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