Zoonosen

Der Begriff Zoonosen umfasst alle Krankheiten und Infektionen, die auf natürlichem Weg zwischen Tieren und Menschen übertragen werden.

Zoonosen
Die Salmonellose ist in Deutschland die häufigste Zoonose und wird durch tierische Lebensmittel übertragen.
© iStock.com/SensorSpot

Zoonose setzt sich aus den griechischen Worten für Lebewesen (zoon) und Krankheit (nosos) zusammen.

Die häufigsten Zoonosen in Deutschland sind die und die Campylobacter-Enteritis mit je mehr als 40.000 gemeldeten Fällen pro Jahr. Beide Erkrankungen betreffen das Verdauungssystem und werden vorwiegend durch tierische Lebensmittel, wie zum Beispiel Geflügel, übertragen.

Von großer Bedeutung sind auch die durch Zecken übertragbare Borreliose (Lyme-Borreliose) und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In den Bundesländern mit Meldepflicht für Borreliose-Erkrankungen (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) wurden im Jahr 2006 rund 6.000 Borreliose-Fälle gemeldet. FSME kommt deutschlandweit mit 238 Meldungen im Jahr 2007 und 288 Fällen in 2008 vergleichsweise selten vor, jedoch kann die Infektion schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben.

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Für Urlauber, die in arme Regionen mit niedrigen Hygienestandards oder in tropische Gebiete reisen, sind Zoonosen von Bedeutung, da an diesen Orten ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehen kann.

Die Symptome hängen von der jeweiligen Zoonose ab. Während einige Zoonosen so gut wie keine Symptome auslösen, führen andere beispielsweise zu Kopfschmerzen oder Rötungen der Haut.

Ursachen von Zoonosen

Zoonosen können auf verschiedene Arten ausgelöst werden. Zu den Verursachern gehören Viren, Bakterien und Pilze. Weitere Auslöser von Zoonosen sind Parasiten wie Bandwürmer, die das Verdauungssystem befallen, oder Fliegenlarven, die unter der Haut der Betroffenen leben und sich dort von Blut oder Gewebe ernähren (Myasis). Bei BSE beziehungsweise der menschlichen Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (vCJK), sind die Verursacher falsch gefaltete Eiweiße, sogenannte Prionen.

Die Übertragung kann durch den direkten Kontakt mit Tieren, Schmier- und Schmutzinfektionen, Stiche, Bisse oder die Aufnahme von infektiösen Lebensmitteln erfolgen. Einige Erreger können auch durch Einatmen der Luft in der Nähe von befallenem Material, wie Exkrementen, aufgenommen werden.

Diagnose und Therapie

Für die Diagnose von Zoonosen ist ein ausführliches Gespräch (Anamnese) über den bisherigen Krankheitsverlauf entscheidend. Es folgen eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Blutuntersuchung. Abhängig von der Art der vermuteten Zoonose stehen dem Arzt weitere Diagnose-Möglichkeiten zur Verfügung.

Die Therapie hängt ab von der Art der Zoonose. Bakterielle Zoonosen werden zum Beispiel in der Regel mit Antibiotika behandelt.

Vorbeugen

Es gibt einige grundsätzliche Maßnahmen, die dabei helfen können, Zoonosen vorzubeugen oder das Risiko einer Infektion mit Zoonose-Erregern zu verringern.

Im Umgang mit Haus- und Nutztieren sollte auf eine hygienische und artgerechte Haltung geachtet werden. Außerdem können einige Infektionen durch Schutzimpfungen verhindert werden. Zecken, Läuse und Milben sollten zeitnah entfernt werden und es empfiehlt sich, wurmanfällige Tiere regelmäßig zu entwurmen.

Beim Verzehr von Lebensmitteln sollte auf Frische und Hygiene geachtet werden. Fleisch sollte möglichst gut durchgegart werden.

Für Reisende empfiehlt es sich, im Vorfeld genaue Informationen über die Reiseziele einzuholen und für entsprechende Schutzmaßnahmen wie Impfungen oder Notfallmedikamente zu sorgen.

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