Tödliche Zoonose

Vogelgrippe: Virus H5N1 auch für Menschen gefährlich

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Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) ist eine Virusinfektion, die durch bestimmte Influenza-A-Viren ausgelöst wird und weltweit verbreitet ist. Menschen können sich bei Puten, Hühnern und Enten anstecken, was glücklicherweise nur sehr selten vorkommt.

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Die Vogelgrippe geht nur selten von Geflügel auf den Menschen über.
© iStock.com/nicexray

Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) befällt vor allem Vögel, doch manche Formen können auch dem Menschen gefährlich werden. Seit 2003 infizierten sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit mehr als 2.300 Menschen an der aviären Influenza. Das Virus mutiert mit der Zeit – je nach Subtyp versterben bis zur Hälfte der Inzierten.

Artikelinhalte im Überblick:

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Influenza-Viren: Ursache der Infektionskrankheit

Verschiedene Subtypen des Influenza-A-Virus können die Infektionskrankheit verursachen. Menschen, die bisher an diesem Virus-Typ erkrankt sind, hatten zuvor alle engen Kontakt mit infiziertem Haus- oder Nutzgeflügel sowie dessen Ausscheidungen – zum Beispiel, wenn sie Geflügel schlachten oder den Stall säubern.

Im Vogelkot kranker Hühner und Puten sind die Viren in besonders großer Zahl vorhanden. Es wird angenommen, dass die Viren beim Einatmen in den menschlichen Körper gelangen. Auch die Handhygiene scheint eine entscheidende Rolle bei der Infektion mit der aviären Influenza zu spielen.

Da Enten, Schwäne und Gänse das Virus ebenfalls häufig in sich tragen, wird in Regionen mit Vogelgrippe geraten, Abstand zu diesen Tieren zu halten.

Das Virus mutiert sehr schnell, bisher sind folgende Subtypen bekannt:

  • H5N1: Ursprünglicher Subtyp der Vogelgrippe, trat bis 2012 am häufigsten auf

  • H5N8: Scheint bisher für Menschen ein weniger gefährlicher Subtyp als H5N1 zu sein

  • H7N9: Nach WHO-Angaben wurden bei der Variante H7N9 des Vogelgrippe-Erregers Anzeichen für eine Anpassung an Säugetiere festgestellt. So könne das Virus an die Zellen von Säugetieren andocken. Es wachse zudem bei der normalen Körpertemperatur von Säugetieren.

Das Risiko, sich über Geflügelfleisch zu infizieren, wird als wesentlich geringer eingeschätzt als durch direkten intensiven Kontakt mit erkranktem Geflügel. In Deutschland gelten Geflügelfleisch und Eier als frei von Vogelgrippeviren. Dennoch wird vorsichtshalber empfohlen, Geflügelfleisch nur gut durchgekocht oder durchgebraten zu verzehren, gleiches gilt für Eier.

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Symptome der Vogelgrippe

Von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen dauert es üblicherweise zwei bis fünf Tage, die Inkubationszeit kann aber bis zu 14 Tage betragen. Als typische Anzeichen für die Vogelgrippe gelten hohes Fieber, Halsschmerzen, Husten und Atemnot. Hinzu kommt oft Durchfall, auch Bauchschmerzen und Erbrechen können auftreten.

Typisch bei einer Vogelgrippe ist, dass die Betroffenen eine Lungenenzündung (Pneumonie) entwickeln, die zu Lungenversagen und zum Tod führen kann.

Oft Veränderungen im Blutbild bei Vogelgrippe

Im Blutbild zeigt sich häufig ein Mangel an den weißen Blutkörperchen Leukozyten und Lymphozyten (Leukopenie) an Erythrozyten (Anämie) und Thrombozyten (Thrombozytopenie). Beobachtet wurde auch eine Erhöhung der Leberwerte und eine Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen, es kann schließlich auch zum Multiorganversagen  kommen. Viele Patienten mit Vogelgrippe entwickeln eine Lungenentzündung, bei manchen Patienten treten auch Herzrhytmusstörungen und eine akute Herzinsuffizienz auf.

Vogelgrippe diagnostizieren: Blut und Körperflüssigkeiten untersuchen

Die Vogelgrippe hat ähnliche Symptome wie eine normale Grippe. Daher wird der Arzt den Betroffenen zunächst nach möglichen Risikofaktoren fragen. Ist der Erkrankte etwa eine Woche vor Krankheitsbeginn in Kontakt mit an Vogelgrippe erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen gekommen, ist eine Vogelgrippe wahrscheinlich. Möglich ist auch eine Infektion über die rohe oder nicht vollständig gegarte Produkte von inifziertem Geflügel.

Es stehen verschiedene Laboruntersuchungen zur Verfügung, um die Erkrankung festzustellen. Untersucht werden dabei der Nasen-Rachen-Schleim, Bronchialsekret und das Blut. Spezielle Verfahren helfen, den Erreger selbst festzustellen. Alternativ wird nach H5-Antikörpern gesucht – ein Beweis dafür, dass das Vogelgrippevirus bereits eingedrungen ist und den Organismus zur Gegenwehr aufruft.


Therapie der Vogelgrippe

Um eine weitere Übertragung der Vogelgrippe zu verhindern, werden Betroffene zunächst isoliert. Viruskrankheiten wie die Vogelgrippe können mit Virus abtötenden Medikamenten (Virostatika) behandelt werden. Infrage kommen Neuraminidase-Inhibitoren wie Oseltamivir und Zanamivir. Daneben erfolgt eine Linderung der auftretenden Symptome mit zum Beispiel fiebersenkenden Medikamenten oder Arzneimittel gegen Halsschmerzen und Husten.

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Kann man der Vogelgrippe vorbeugen?

Da die Vogelgrippe in erster Linie durch infiziertes Geflügel und Exkremente der Tiere übertragen wird, sollte in betroffenen Regionen Folgendes vermieden werden:

  • direkter Kontakt zu lebendem oder totem Geflügel

  • Kontakt zu Hühner- und Putenkot

  • Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten

Außerdem ist es ratsam, die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen oder zu desinfizieren – vor allem vor dem Essen.

Einen zugelassenen Impfstoff für Menschen gegen Influenza-A-Viren des Typs H5N1 gibt es derzeit nicht. Um eine gleichzeitig auftretende Infektion mit der normalen Grippen und der Vogelgrippe zu vermeiden, sollten sich gefährdete Menschen am besten mit der Grippeimpfung schützen.

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