Infektionskrankheit auf dem Vormarsch

West-Nil-Fieber: Infektionen auch in Deutschland möglich

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Die Infektionskrankheit West-Nil-Fieber wird durch Mücken übertragen. Da das West-Nil-Virus auch in Deutschland überwintern kann, werden hier zunehmend Fälle beobachtet. Welche Symptome bei einer Infektion auftreten, welche Behandlung infrage kommt und wie man sich schützen kann.

Mücke auf der Haut, die West-Nil-Fieber überträgt
Das West-Nil-Fieber wird durch Stechmücken übertragen.
© iStock.com/doug4537

Das West-Nil-Fieber ist eine virale Infektionskrankheit, die durch Mücken übertragen wird. Typische Symptome für eine Infektion mit dem West-Nil-Virus sind grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, obwohl die meisten Fälle symptomlos verlaufen. Mitte August 2020 wurden vier Fälle von Infizierten in Deutschland bekannt.

Artikelinhalte im Überblick:

Insektenstiche an Bildern erkennen

Wie infiziert man sich mit dem West-Nil-Fieber?

Der Hauptübertragungsweg des Virus ist durch Stechmücken zwar zwischen Vögeln, doch auch Säugetiere und Menschen können durch Mücken mit dem West-Nil-Virus infiziert werden. Außerdem kann sich der Mensch durch eine Organtransplantation und infizierte Bluttransfusionen anstecken, eine Übertragung zwischen Mutter und ungeborenem Kind ist während der Schwangerschaft auch möglich.

Für Stechmücken sind warme Temperaturen günstig – in Deutschland sind daher Spätsommer und ein warmer Frühherbst die Hauptsaison, in Südeuropa gibt es oftmals bis in den Winter hinein Übertragungen des West-Nil-Virus. Außerdem kann das Virus vor Ort überwintern.

In welchen Ländern das West-Nil-Virus verstärkt vorkommt

Das West-Nil-Fieber kommt weltweit in unterschiedlichen Regionen vor. In Afrika, Nordamerika, in Teilen Mittelamerikas, dem Mittleren Osten, Indien, Israel, in Teilen Südostasiens und der Westtürkei kommt das Virus vor.

Durch Zugvögel kommt das West-Nil-Virus auch in Europa und im Mittelmeerraum vor. Im Sommer sind daher Infektionen in Südfrankreich, Nord-Italien, Griechenland und weite Teile des Balkans, Teile von Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Österreich sowie der Türkei möglich. Laufend aktualisierte Informationen über betroffene Länder bietet das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) der Europäischen Union.

Laut Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) wurden Mitte August 2020 vier Fälle von infizierten Menschen in Deutschland bei Blut- und Plasmaspenden gemeldet. Daneben gibt es weitere Verdachtsfälle. 2018 wurden die ersten in Deutschland infizierten Menschen mit West-Nil-Fieber gemeldet.

Symptome und Verlauf des West-Nil-Fiebers

In den meisten Fällen zeigen infizierte Menschen keine auffälligen Symptome. Jeder fünfte Erkrankte leidet unter grippeähnlichen Symptomen, die meist zwischen drei und sechs Tagen anhalten. Infizierte Menschen müssen während der Erkrankung nicht von anderen isoliert werden.

Häufige Symptome bei West-Nil-Fieber:

Selten erkrankt ein Mensch schwer an der neuroinvasiven Form, bei der das zentrale Nervensystem ebenfalls betroffen ist. In solchen Fällen können eine gutartige Meningitis, mentale Veränderungen, Muskelschwäche, Lähmungen, Ataxie, Störungen des Bewegungsablaufs, eine Entzündung des Sehnervs, Veränderungen der Hirnnerven, Entzündungen der Nervenwurzeln oder epileptische Anfälle auftreten.

Normalerweise heilt eine Infektion mit dem West-Nil-Fieber ohne Komplikationen aus. Lediglich Betroffene mit einer Gehirnentzündung leiden häufiger unter Spätfolgen der Erkrankung. Bei der neuroinvasiven Form des West-Nil-Fiebers versterben fünf bis zehn Prozent der Erkrankten, meist ältere Menschen und solche mit bereits bestehenden Herz-Kreislauferkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.

Sicherheit auf Reisen: Hier lauert Infektionsgefahr

West-Nil-Fieber: Diagnose und Therapie

Wer nach dem Urlaub in einem Risikogebiet für das West-Nil-Fieber zurückkehrt und entsprechende Symptome aufweist, sollte umgehend seinen Hausarzt aufsuchen. Für diese Infektionskrankheit besteht Meldepflicht, eine nachgewiesene Infektion mit dem West-Nil-Virus muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Zu Beginn der Infektion ist nur der Nachweis des Virus im Blut oder Serum möglich. Nach einigen Tagen bildet der Körper in der Regel entsprechende Antikörper gegen das West-Nil-Virus – diese können dann im Blut oder Liquor (Hirnwasser) nachgewiesen werden.

Im Normalfall ist die Krankheit selbstlimitierend und endet nach rund sieben Tagen von selbst. Bislang gibt es keine spezifischen Medikamente, die sich gegen das West-Nil-Virus richten, auch eine Impfung gibt es bisher nicht. Bei der Behandlung liegt der Fokus daher auf der Linderung vorhandener Symptome wie Fieber, Kopf- oder Rückenschmerzen. Schwere und neuroinvasive Fälle werden meist im Krankenhaus beobachtet und behandelt.

Wie kann man einer Infektion vorbeugen?

Bis jetzt ist noch kein passender Impfstoff gegen das West-Nil-Fieber verfügbar. Daher ist der Schutz vor Mückenstichen mit langer Kleidung und Repellentien die einzige Möglichkeit, einer Infektion vorzubeugen. Das gilt insbesondere auf Reisen in Länder und Gebiete, in denen das West-Nil-Virus vorkommt. Die übertragenden Stechmücken sind auch tagsüber aktiv, weshalb der Schutz den ganzen Tag aufrecht erhalten werden sollte.

In den letzten Jahren haben die Fälle an Infektionen in Deutschland zugenommen, sodass auch hierzulande im Spätsommer und Herbst an geeigneten Mückenschutz gedacht werden sollte.


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