Durchfallerkrankungen

EHEC: Infektion durch verunreinigte Lebensmittel

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Eine Ansteckung mit den Bakterien enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) erfolgt in der Regel über verunreinigte Lebensmittel. Die Folge sind Durchfallerkrankungen, die in seltenen Fällen auch schwer verlaufen können.

Salat mit Sprossen
© Getty Images/Arx0nt

Bei EHEC handelt es sich um eine Abkürzung, sie steht für enterohämorrhagische Escherichia coli. Die Bakterien leben im Darm von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen. Über verunreinigte Lebensmittel oder kontaminiertes Wasser kann sich der Mensch mit ihnen infizieren. Eine Infektion mit dem Erreger führt zu Durchfallerkrankungen, die auch sehr schwer verlaufen können.

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist EHEC?

An sich sind die Darmbakterien Escherichia coli (E. coli) für den Menschen harmlos. Die EHEC-Stämme bilden jedoch Giftstoffe (Shiga- und Verotoxine), die wässrige Durchfälle und Bauchschmerzen auslösen, möglich ist auch ein lebensbedrohlicher Verlauf. Wegen der Toxinbildung wird auch von Shiga- oder Verotoxin-bildende Escherichia coli (STEC/VTEC) gesprochen. Manchmal wird fälschlicherweise vom EHEC-Virus gesprochen, es handelt sich jedoch um Bakterien.

EHEC ist hochinfektiös, es reicht also eine geringe Menge an Erregern, um sich zu infizieren. Die Übertragung von EHEC erfolgt über verschiedene Wege:

  • Direkter Kontakt mit Tieren

  • Verunreinigte Lebensmittel, die roh verzehrt oder nicht ausreichend erhitzt wurden. Häufig betroffen sind Rohmilchprodukte, Rinderhackfleisch, Gemüse oder Sprossen.

  • Schmierinfektion von Mensch zu Mensch

  • Verunreinigtes Wasser, das getrunken oder in dem gebadet wurde

Eine Infektion mit EHEC ist in Deutschland meldepflichtig, das gilt auch bereits beim bloßen Verdacht. So soll eine Ausbreitung der Bakterien und ein Ausbruch an Erkrankungen frühzeitig verhindert werden. Die letzte Epidemie mit 50 Todesopfern wurde 2011 in Norddeutschland durch verunreinigte Bockshornklee-Sprossen ausgelöst.

Symptome: So äußert sich eine EHEC-Infektion

Nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich drei bis vier Tagen zeigen sich Beschwerden der Erkrankung. Charakteristisch für eine Infektion mit EHEC sind Symptome im Magen-Darm-Trakt, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Auch symptomlose Verläufe, die unerkannt bleiben sind möglich.

Häufige Beschwerden einer Infektion:

In seltenen Fällen verläuft die EHEC-Infektion lebensbedrohlich mit einer blutigen Darmentzündung (Kolitis). Sie äußert sich mit krampfartigen Bauchschmerzen, Blut im Stuhl und Fieber.

Komplikationen bei Kindern

Vor allem bei Säuglingen und Kindern kann sich als Komplikation das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) entwickeln. Etwa sieben Tage nach Beginn der Durchfälle entwickeln sich weitere Symptome, die darauf hinweisen:

Magen-Darm-Grippe: Symptome und Hausmittel

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Nachweis von EHEC zur Diagnose der Infektion

Bei einer Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) mit wässrigen Durchfällen und generell bei Kindern sollte immer an eine EHEC-Infektion als Differenzialdiagnose gedacht werden. Im Rahmen der Anamnese werden vorliegende Symptome und ihre Ausprägung erfragt, auch Risikofaktoren und mögliche Infektionsquellen sind dabei von Interesse. Dazu zählen zum Beispiel das Arbeitsumfeld oder ob ungewaschene Lebensmittel verzehrt wurden.

Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung auf Anzeichen einer Anämie, Nierenfunktionsstörung oder Petechien. Im Blut können Hinweise für ein hämolytisch-urämisches Syndrom zu finden sein, wenn die Zahl der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) verringert ist. Entzündungsparameter wie Leukozyten oder C-reaktives Protein (CRP) werden im Urin gemessen.

Wichtig ist auch die Untersuchung einer Stuhlprobe, um die Ursache für den Durchfall herauszufinden. Manchmal kann darin okkultes (verstecktes) Blut gefunden werden, was als Hinweis auf EHEC gewertet wird. Im Stuhl lassen sich auch die Toxine der Bakterien mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) nachweisen.


Behandlung einer EHEC-Infektion

In bestimmten Fällen verordnen Ärzt*innen Antibiotika der Gruppe Carbapeneme, meist erfolgt nur eine symptomatische Behandlung. Wichtig ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten wie Kalium und Natrium, da Betroffene viele Mineralstoffe über die Durchfälle verlieren. Elektrolyte können bei Bedarf als Tabletten, Pulver oder in schweren Fällen per Infusion verabreicht werden. Sogenannte Motilitätshemmer, welche die Darmbewegungen verlangsamen, sollten nicht eingenommen werden – andernfalls kann die Ausscheidung von EHEC verzögert werden.

Komplikationen wie HUS behandeln

Liegt ein schwerer Verlauf mit hämolytisch-urämischem Syndrom vor, müssen Ärzt*innen neben der symptomatischen Therapie weitere Maßnahmen ergreifen. Bei einem drohenden Nierenversagen ist etwa der Anschluss von Patient*innen an die Dialyse notwendig, um das Blut zu reinigen. Hierzu kann auch die Plasmapherese angewendet werden, bei der das Blutplasma durch eine Proteinlösung oder gegen Plasma eines*einer gesunden Spender*in ausgetauscht wird. Diese Therapie wurde während der Epidemie 2011 bei Betroffenen mit HUS eingesetzt.

Während eine einfache Infektion mit EHEC meist ohne gesundheitliche Folgen ausheilt, können Betroffene mit hämorraghischer Darmentzündung und HUS bleibende Nierenschäden entwickeln. Auch Erkrankungen wie eine chronische Nierenschwäche oder Bluthochdruck sind später möglich.

Infektion mit EHEC vorbeugen

Eine Reihe an Verhaltensweisen und Hygienemaßnahmen reduzieren das Risiko, sich mit EHEC anzustecken. Dazu zählen:

  • Hände waschen nach dem Kontakt zu Tieren, nach dem Toilettengang und nachdem rohe Lebensmittel verarbeitet wurden

  • Rohe und leicht verderbliche Lebensmittel im Kühlschrank lagern

  • Verhehr von Obst und Gemüse nur, nachdem es gründlich gewaschen oder geschält wurde.

  • Fleisch ausreichend erhitzen und gut durchgaren

  • Schwangere, Kinder und immungeschwächte Menschen sollten keine Rohmilch und Rohmilchprodukte verzehren

  • Erkrankte Personen sollten streng isoliert werden, vor allem im gemeinsamen Haushalt mit anderen Familienmitgliedern

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