Ausbreitung in Deutschland

Nosferatu-Spinne: Bisse schmerzhaft – aber auch gefährlich?

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Die aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne breitet sich aufgrund des Klimawandels auch in Deutschland immer weiter aus. Das große Krabbeltier erschreckt nicht nur Menschen mit einer Spinnenphobie, auch kann es kräftig zubeißen. Wie gefährlich ist der Biss?

Nosferatu-Spinne: Wie gefährlich ist sie?
© Getty Images/GettyTim82

Im Überblick:

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Steckbrief: Woher kommt die Nosferatu-Spinne?

Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) zählt zu den Echten Webspinnen und gehört zur Familie der Kräuseljadgspinnen. Ihren Ursprung hat sie im Mittelmeerraum, etwa in Südeuropa und Nordafrika, wo die Spinne bis vor 20 Jahren ausschließlich anzutreffen war. Im Zuge des Klimawandels und den damit verbundenen milderen Wintern findet sich die Nosferatu-Spinne nun immer häufiger in nördlichen Gebieten Europas, auch in Deutschland. Gesichtet wurde die südländische Spinne bisher etwa in:

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bayern
  • Bremen
  • Sachsen

Die erste Nosferatu-Spinne wurde 2005 in Freiburg entdeckt und als solche identifiziert. Eingeschleppt wurde das Gliedertier vermutlich durch den Reiseverkehr. Da die Spinnen es warm und trocken mögen, finden sie sich hierzulande oftmals in Gebäuden, insbesondere in den kühleren Jahreszeiten.

Ihren Namen verdankt die Spinne ihrem schaurigen Erscheinungsbild. Nosferatu ist eine rumänische Sagengestalt und auch der Name eines Vampir-Horrorfilms. Daneben erinnert die Spinne optisch an eine Tarantel oder Wolfsspinne: Der bräunlich gefärbte Körper wohlgenährter Exemplare wird rund zwei Zentimeter lang, die Beinspanne beträgt bis zu sechs Zentimeter. Damit ist die Nosferatu-Spinne etwa groß wie ein Handteller, allerdings gehört sie nicht zu den größten heimischen Arten: Die bekannte Große Winkelspinne kann eine Beinspanne bis zu zehn Zentimeter erreichen.

Daneben verfügt die Nosferatu-Spinne über erstaunliche Kletterfähigkeiten. Mit speziellen Hafthaaren an den Beinen kann sie sogar an spiegelglatten Glasscheiben emporsteigen.

Nosferatu-Spinne kann Menschen beißen: Wie gefährlich ist sie?

Nosferatu-Spinnen warten nicht in ihrem Netz auf Beute, sie gehen selbst auf die Jagd. Mit ihren kräftigen Vorderbeinen reißen die Tiere ihre Opfer an sich und injizieren mit den Fangzähnen ihr Gift, wodurch die Beute betäubt wird. Fühlt sich eine Nosferatu-Spinne von einem potenziellen Feind – etwa dem Menschen – bedroht und in die Ecke gedrängt, kann diese hier ebenfalls zubeißen.

Jede Spinne ist giftig, doch nicht jede Art kann dem Menschen gefährlich werden. Sei es, weil die Giftstärke nicht ausreicht, um große Tiere und Menschen zu schädigen, oder weil die giftigen Klauen zu zart sind, um die Hautbarriere zu verletzen. In Deutschland gibt es daher nur wenige Spinnenarten, die in der Lage sind, die Haut mit ihren giftigen Kieferklauen zu durchdringen, dazu gehören neben der Nosferatu-Spinne etwa:

Gefährlich sind diese Arten mitsamt der Nosferatu-Spinne trotzdem nicht: Das Gift löst zwar eine schmerzhafte Reaktion aus, die an einen Bienen- oder Wespenstich erinnert. Schwerwiegende gesundheitliche Folgen sind allerdings in der Regel nicht zu befürchten, die Angst vor der Spinne ist in der Regel also unbegründet. Besteht eine Allergie, kann der Biss der Nosferatu-Spinne jedoch trotz milder Giftwirkung gefährlich werden.

Nosferatu-Spinne: Biss behandeln

Der Spinnenbiss ist schmerzhaft. Auch geht er oftmals mit einer Hautrötung (Erythem) und Schwellung einher, die rund zwei Tage anhalten. Direkt nach dem Biss der Nosferatu-Spinne kann Hitze helfen, das Eiweiß im Gift zu zerstören und die Wirkung damit unschädlich zu machen. Hierzu eignen sich sogenannte Mückenstifte aus der Apotheke, die auch bei Bienenstichen helfen. Im Anschluss empfiehlt es sich, die Bisswunde zu desinfizieren.

Falls Schmerzen und Juckreiz auftreten, sollte Kratzen vermieden werden, um die Verunreinigung der Wunde mit Bakterien und anderen Krankheitserregern zu verhindern. Wie bei Insektenstichen hilft Kühlen gegen die Beschwerden.

Im Falle einer starken und übermäßig heftigen Reaktion ist in jedem Fall ärztliche Hilfe einzuholen, insbesondere wenn Verdacht auf eine Allergie besteht. Auch wenn die Wunde nicht abheilt, kann medizinischer Rat notwendig sein: Dies kann etwa auf eine Infektion hindeuten.


Nosferatu-Spinne aus der Wohnung fernhalten

Die Spinnen kommen gerne ins Haus, wo sie als sich als ungebetene Gäste in der Dämmerung und Nacht auf Insektenjagd machen. Dort haben sie es warm und meist gibt es auch genug Möglichkeiten, sich tagsüber gut zu verstecken. Wer unter einer Spinnenphobie leidet oder sich im Speziellen vor der Nosferatu-Spinne gruselt, sollte einer Besiedelung vorbeugen. Sinnvoll hierfür kann es etwa sein, an Fenster und Türen Insektengitter anzubringen. Dies hält zum einen die unliebsamen Spinnen ab, aber auch deren Futter kann sich nicht im Innenraum breitmachen.

Nosferatu-Spinne gesichtet: Was tun?

Nosferatu-Spinnen gehören nicht zu den geschützten Arten. Da sie aber im Ökosystem eine wichtige Rolle spielen, empfehlen Spinnenexpert*innen die achtbeinigen Eindringlinge nicht zu töten. Der Versuch, die Spinne nach draußen umzusiedeln, ist oftmals zwecklos, denn die Tiere finden ihren Weg meist schnell wieder hinein. Sollte die Spinne doch in die Natur ausgewildert werden, ist Vorsicht gefragt. Am besten werden Handschuhe getragen und die Spinne in einem Glas mit einem Stück Pappe bedeckt hinausgetragen.

Naturschutzverbände raten, die Spinnen möglichst in Ruhe zu lassen. Wird genug Abstand gehalten, sind keine Bisse zu befürchten. Darüber hinaus versuchen Tierschutz- und Forschungsorganisationen, die Ausbreitung der Nosferatu-Spinne genauer nachzuvollziehen und zu überwachen. Deshalb sollten Funde der Giftspinne gemeldet werden, etwa über:

Im Falle einer Sichtung sollte auch am besten ein Foto des Tieres aufgenommen und übermittelt werden, dies hilft den Wissenschaftler*innen bei der genauen Bestimmung.

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