Stiche immer häufiger

Hirschlausfliege: "Fliegende Zecken" übertragen gefährliche Krankheiten

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Angriff aus der Luft: Die Hirschlausfliege ist vielen unbekannt, doch ihre Stiche sind nicht ungefährlich. Unter anderem deshalb wird das Insekt auch als "fliegende Zecke" bezeichnet. Welche Symptome auf eine Infektion der Bissstelle hindeuten und wie Sie sich schützen können, lesen Sie hier.

Hirschlausfliege: Stiche häufiger
© Getty Images/Karl Ander Adami

Sie wird auch als "fliegende Zecke" oder Hirschlaus bezeichnet, allerdings ist die Hirschlausfliege nicht mit den Zecken oder Läusen verwandt. Der Biss des geflügelten Insekts ist jedoch ebenfalls gefährlich.

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Hirschlausfliege: Unterschied zu echten Zecken

Die Hirschlausfliege wird lateinisch als Lipoptena cervi bezeichnet. Sie gehört anders als Zecken nicht zu den Spinnentieren, sondern zu den Insekten – genauer zur Familie der Lausfliegen. Den Spitznamen trägt das Tier aufgrund des ähnlich geformten Kopfes, der an die achtbeinigen Blutsauger erinnert. Ansonsten lassen sich die Tiere leicht unterscheiden. Hirschlausfliegen sind mit rund einem halben Zentimeter Körperlänge deutlich größer, sie haben einen platten Körper mit transparanten Flügeln. Zudem haben die Insekten nur sechs Beine.

Verbreitung: Wo ist die Hirschlausfliege zu Hause?

Heimisch ist die Hirschlausfliege in gemäßigten Klimazonen, wie etwa in einigen Teilen Asiens und Europas. Das stechende Insekt lebt meist in Wäldern, seine Hauptwirte sind Wildtiere wie Rehe, Hirsche und Wildschweine. Aber auch andere Säugetiere wie Hunde, Pferde und auch Menschen können der Hirschlausfliege zum Opfer fallen.

In Deutschland kommt es immer häufiger zu Stichen beim Menschen, denn die Plagegeister sind auch hier auf dem Vormasch. Fachleute gehen davon aus, dass die aufgrund des Klimawandels milderen Winter für die Ausbreitung verantwortlich sind, da mehr Larven die kalte Jahreszeit überstehen.

Vorsicht im Spätsommer und Herbst

In großen Schwärmen am Waldrand ist die Hirschlausfliege zumeist in den späten Sommermonaten und im Herbst zu finden. In Jahren, in den es bereits früh sehr warm ist, kann die Hirschlausfliegen-Saison auch schon früher beginnen: Die Insekten bevorzugen warme Temperaturen.


Ist die Hirschlausfliege gefährlich?

Der Mensch wird nur selten zum Wirt der Hirschlausfliege, meist bevorzugen die Insekten Tiere mit Fell. Der Angriff erfolgt aus der Luft. Nach der Landung werfen die Fliegen ihre Flügel ab und machen sich krabbelnd auf die Suche nach einer geeigneten Bissstelle. Beim Menschen sind behaarte Stellen wie Kopf und Nacken sehr beliebt. Der Biss der Hirschlausfliege ist nicht schmerzhaft oder gefährlich, auch wenn sich der Blutsauger bis zu 20 Minuten an der Haut festbeißt, um Blut zu trinken.

Auch wenn der Stich der Hirschlausfliege eher als ungefährlich gilt, kann es zu allergischen Reaktionen mit Juckreiz, Schwellung und Quaddeln kommen. Zudem kommt es an der Einstichstelle häufig zu einer Entzündung und einem Ausschlag, der auch als Hirschlausfliegen-Dermatitis bezeichnet wird. Verantwortlich hierfür ist der Erreger Bartonella schoenbuchensis. Das Bakterium kann beim Biss vom Insekt übertragen werden. Auch weitere Symptome der bakteriellen Infektion sind möglich, darunter:

Im schlimmsten Fall droht eine Herzentzündung. Allerdings gilt diese Komplikation als selten.

Daneben stellt die Hirschlausfliege noch eine weitere Gefahrenquelle da: Pferde spüren im Gegensatz zum Menschen den Biss und geraten nicht selten in Panik. Für Menschen im Reitsport kann dies folgenschwer sein, denn wirft das Pferd den*die Reiter*in ab, drohen schwerwiegende Verletzungen.

Hirschlausfliege: Bisse behandeln

Wie bei anderen Insektenstichen empfiehlt es sich, den Stich im Falle von Hautentzündungen, Rötungen, Schwellungen und Juckreiz zu kühlen und auf Kratzen zu verzichten. Kommen zu den Hautbeschwerden weitere Symptome oder klingen diese nicht bald von selbst ab, kann es sinnvoll sein, ärztlichen Rat einzuholen, um eine schwere Infektion ausschließen oder gegebenenfalls behandeln zu können.

Bissen der Hirschlausfliege vorbeugen

Gezielte Maßnahmen zur Vorbeugung gibt es nicht. Hirschlausfliegen treten allerdings in gut sichtbaren Schwärmen auf. Ihre Flugleistung reicht aus, um einen Wirt in der Nähe zu befallen, weitere Strecken können die Parasiten dagegen nicht fliegen. Deshalb ist es sinnvoll, sich von surrenden Fliegenschwärmen fernzuhalten.

Um Unfälle im Reitsport durch das Insekt zu verhindern, sollte eine Fliegendecke verwendet werden, sie erschwert dem Blutsauger sich im Fell oder in der Mähne festzubeißen.

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